20.10.2020, Brandenburg, Potsdam: Eine Krankenschwester steht in der mobilen Abstrichstelle für Corona-Tests des Klinikum Ernst von Bergmann. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Bild: dpa/Fabian Sommer

202 neue Corona-Fälle - Brandenburg erreicht neuen Höchststand bei Neuinfektionen

202 neue Infektionen mit dem Coronavirus sind in den vergangenen 24 Stunden in Brandenburg gemeldet worden. Das ist ein neuer Höchststand bei den Neuinfektionen. Es gibt zudem ein drittes Risikogebiet im Land.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages hat in Brandenburg den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 202 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf seiner Webseite mit. Der vorherige Höchststand im Land war am 3. April mit 187 Neuinfizierten verzeichnet worden.

Nach der Stadt Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße gilt zudem nun auch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit 50,29 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen als Corona-Risikogebiet.

"Wir haben zunehmend ein diffuses Infektionsgeschehen"

Der Brandenburger Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft (parteilos) zeigte sich besorgt über die aktuelle Situation. "Was mich besonders beunruhigt: Wir haben zunehmend ein diffuses Infektionsgeschehen. Jetzt kommt es darauf besonders an, dass wir alle gemeinsam gegenseitig auf uns aufpassen, uns solidarisch verhalten und alles tun, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich bleibt", appellierte er. "Was jetzt hilft ist Abstand halten, Kontakte reduzieren, Maske tragen und regelmäßig lüften".

Einschränkungen bei Veranstaltungen und Feiern

Ab einem Wert von 50 bei dieser sogenannten 7-Tage-Inzidenz gelten besonders starke Begrenzungen bei Veranstaltungen und privaten Feiern. Bei Veranstaltungen dürfen dann nur noch maximal 150 Menschen zeitgleich draußen anwesend sein beziehungsweise 100 drinnen.

Im privaten Wohnraum dürfen nur noch zehn Personen aus maximal zwei Haushalten anwesend sein, im öffentlichen Raum maximal zehn Personen. Veranstalter von privaten Feiern müssen bei einer Inzidenz von über 35 sowie von über 50 diese mindestens drei Werktage vor Veranstaltungsbeginn dem zuständigen Gesundheitsamt melden.

Übersicht der vergangenen sieben Tage

Potsdam und drei Landkreise übertreffen ersten Warnwert

Einschränkungen gelten in Brandenburg laut der neuesten vom Kabinett beschlossenen Verordnung auch schon ab einem Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Bei privaten Feiern auf privatem Grund sind demnach nur noch bis zu 25 Anwesende erlaubt, bei privaten Feiern zu Hause sind es 15 Menschen.

Außerdem wurde die Maximalzahl bei Veranstaltungen in Corona-Hotspots ab 35 Neuinfektionen per 100.000 auf 250 Gäste draußen und 150 Gäste im Innenbereich begrenzt.

Diese Regeln betreffen laut den neusten Zahlen drei Landkreise und eine kreisfreie Stadt: Oder-Spree (Inzidenzwert 47,5), Teltow-Fläming (40,6), Potsdam-Mittelmark (35,6) und Potsdam (35,5). Den mit Abstand niedrigsten Wert hat die Uckermark mit 16,0.

RKI-Präsident: Lage ist "sehr ernst"

Seit März haben sich in Brandenburg insgesamt 6.144 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Bislang starben 185 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Aktuell sind 1.479 Menschen an dem Virus erkrankt. 104 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 14 davon werden intensivmedizinisch. 4.480 Menschen gelten als genesen.

Nicht nur in Brandenburg, sondern auch deutschlandweit stieg die Zahl der Neuinfizierten auf einen neuen Höchststand: 11.287 neue Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen. RKI-Präsident bezeichnete die Corona-Situation in Deutschland als "sehr ernst". Es bestehe jedoch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Wir sind nicht machtlos", sagte er mit Blick auf das Verhalten aller Bürger. Es müssten sich mehr Menschen an die sogenannten AHA-Regeln halten. [tagesschau.de]

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27 Kommentare

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  1. 27.

    "…Von schlampig geführten Adressaten ganz zu schweigen…"


    Würde die Politik ein vernünftiges Konzept befolgen bräuchte es diesen Schwachsinn gar nicht...

    Das interessante ist: Dieses Konzept in seinen Grundzügen gibts sogar, steht nämlich im Szenarienpapier des BMI vom Frühjahr.
    Da heißt es intensives Testen, Kontaktnachverfolgung und Quarantäne. Hätte man dazu wirksame Instrumente (Personal, IT, Abläufe, Vorgaben, Überwachung etc.) aufgebaut, dann wären wir jetzt in einer deutlich besseren Position.
    Aber zur Umsetzung hätte man sich eben echt nen Kopf machen müssen. Ein paar Verbote sowie die beliebte Aktion „Maskenball“ waren demgegenüber da doch viel viel einfacher zu verhängen.

  2. 26.

    Ich fordere die Landesregierung auf den hier veröffentlichten Beiträgen 11, 18 und 21 Beachtung zu schenken sowie dem Berliner Vorbild zu folgen.
    https://www.rbb24.de/politik/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/10/berlin-amtsaerzte-umsteuern-pandemie-bekaempfung.html
    Trotz mehrfacher Forderungen hat Brandenburg immer noch kein Konzept zum Schutz der Risikogruppen, was angesichts der aktuellen Lage unverantwortlich ist. Im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage im Frühjahr wurde lediglich auf Besuchs- und Hygieneregeln der Alten- und Pflegeheime verwiesen. Es lebt aber nur ein geringer Teil in diesen Einrichtungen. Angehörige der Risikogruppen haben die schwersten Verläufe. Wenn eine Covid-19-Infektion bei denen zu spät erkannt wird, gibt es kaum noch eine Chance. Ein Klinikleiter in Italien hat das im März in einem TV-Interview begründet.

  3. 25.

    Und sind schon Walking Dead-Symptome bekannt?

  4. 24.

    Liebe Redaktion,
    dann etwas genauer. Erstens: Es wäre schöne zu erwähnen, wenn Gebiete wieder unter die Warnstufe fallen - hier Frankfurt/O. Zweitens: Nach Fünfte Verordnung zur Änderung der SARS-CoV-2-Umgangsverordnung §2 Abs. 1a gelten die Einschränkungen wegen des ersten Warnwertes auch noch für Frankfurt/O., da diese für mindestens 10 Tage ab Bekanntgabe gelten (d.h. für Ffo. Bekanntgabe am 16.10. -> Einschränkungen mindestestens bis 25.10. da der 16. ja mitzählt, so nicht erneut der Warnwert überschritten wird). So ist das mit der Verordnung geregelt und solte dann auch so richtig wiedergegeben werden. Ich finde das auch nicht praktisch gedacht, da man sich so immer auch den genauen Tag der Bekanntgabe der Überschreitung der jeweiligen Werte merken muß - ist aber momentan halt Gesetzeslage.

  5. 23.

    So ähnlich machen wir das auch und sind dabei gut gefahren bisher. Auch unsere Urlaubsreisen waren sehr schön. (OPR, MP). Geht, wenn man nur will.

  6. 22.

    Es wäre auch schön, liebe Readktion, wenn man dazu schreiben könnte, welche Gebiete wieder unter den Warnwert gesunken sind - so Frankfurt/O. Es scheint da ja doch eine gewisse "Wellenbewegung" bei den Infektionen und Infektionsraten zu geben.

  7. 21.

    Nachtrag (wegen 1000-Zeichenregel)
    Wir sind keine Angsthasen oder Panikmacher. Wir gehören aufgrund kritischer Vorerkrankungen den Risikogruppen an und sind innerhalb derer besonders priorisiert. Wir kämpfen nicht darum nicht infiziert zu werden sondern wir kämpfen ums Überleben. Und wir werden uns nicht verkriechen vor diesem Virus. Aber man muss seinen Gegner kennen und darf ihn nicht unterschätzen.
    Ich würde mir deshalb wünschen, wenn die Landeregierung sich endlich dem Schutz der Risikogruppen widmen würde und eine sinnvolle Konzeption erarbeitet, statt nur über Besuchsregelungen in Altenheimen zu fabulieren. Fürs erste würden uns Bezugsscheine für "echte" FFP2 und 3 sowie Sterillium reichen. Im nächsten Schritt sollte man über asymptomatische Tests nachdenken, für alle Angehörigen der Risikogruppen und nicht nur die geschätzt 10%, die in Altenheimen leben.
    Und man sollte auch vorsätzliche Verstöße konsequent ahnden, damit schützt man auch (siehe #11).

  8. 20.

    Genau so mache ich es auch. Allerdings habe ich kein Ferienhaus in Macpomm sondern eine Ferienwohnung im Oberallgäu und bleiben Sie gesund.

  9. 19.

    "...und wenns in Nachbars Katze ist..." - klingt lustig, trifft aber den Nagel auf den Kopf.

  10. 18.

    Ich glaube, man fährt am besten, wenn man sich seine eigenen Regeln macht, basierend natürlich auf gesicherten Erkenntnissen, und die konsequent umsetzt. Eigentlich ist das gar nicht so schwer. Wir haben die im Frühjahr für uns definiert und seitdem konsequent eingehalten. Dazu gehören:
    Menschenansammlungen und schlecht belüftete Räume meiden (damals sprach man über Aerosole noch hinter vorgehaltener Hand), konsequent Abstand durchsetzen sowie Maske in öffentlichen Einrichtungen, Wohnbereich ab Zugangstür sowie Fahrgastzelle des Autos als Reinraum betrachten und behandeln (sofortige Handhygiene nach Betreten, Gesicht/Augen nur mit Tuch berühren), Postsendungen nur am AO ablegen lassen und dann vor Öffnung in 24-Std. Isolation (Sesshaftigjeit auf Papier), Einkäufe über Bestelldienst bzw. Online. Kochen und grillen selber, ohne Gastro. Alles andere ergibt sich daraus. Urlaub gab es trotzdem (Ferienhaus in MacPomm, im Wald, am Plauer See, die nächste Stadt war 15km entfernt).

  11. 17.

    Mal für Strategien nach dem Lockdown das Vorgehen von Ländern wie China, Neuseeland oder Australien ansehen. Die meisten Ideen hier schwimmen zu sehr in einer europäischen "Einheitssuppe" - sprich: es dreht sich oft nur noch im Kreis bei Vorschlägen.

  12. 16.

    Deswegen wird es endlich Zeit, dass wir von denen lernen, wo es besser funktioniert (z.B. Taiwan, Südkorea). Und lernen bedeutet nicht 1:1 kopieren.

    Was in Spanien und Frankreich nicht funktioniert wird auch bei uns nicht helfen.

    Wir können 6 Monate Lockdown machen, das Virus wird immer noch irgendwo sein, und wenns in Nachbars Katze ist.

  13. 15.

    Weil genau dort sich das Virus am schnellsten verbreitet, und bitte kommen Sie mir nicht mit Sicherheitskonzepte für die Gastronomie. Ohne Mundschutz können Sie sich die Hände Waschen wie wollen es wird Ihnen nicht helfen! Von schlampig geführten Adressaten ganz zu schweigen! Aber das wichtigste, Essen und Trinken können Sie auch mal zu Hause.......

  14. 14.

    Wenn überall nach Lockdowns geschrieen wird: wie lange soll der dauern - 2 Wochen, 4 Wochen, 2 Monate... oder unbegrenzt? Und was kommt nach dem Lockdown - irgendjemand einen Plan? Ich habe bisher noch keinen einzigen Wissenschaftler gehört, der die These vertreten hätte, der Virus wäre durch Lockdowns zu eliminieren, und noch dazu weltweit. Regional ist es Unsinn, er kommt schon durch die Mobilität der Menschen wieder. Und selbst später unter der Maßgabe, es gäbe in absehbarer Zeit Impfstoffe, dauert es mehrere Jahre (s. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-impfkampagne-vier-jahre-100.html ), die Bevölkerung durchzuimpfen, natürlich immer vorausgesetzt, der Impfschutz hält länger als der Virus durch seine Mutationen braucht, vorhandene Impfstoffe unwirksam zu machen.
    Aus meiner Sicht das wichtigste wäre eine Strategie, wie man den Zyklus Lockdown - Lockerungen zur Erholung der Wirtschaft - erneuter Lockdown usw. durchbrechen kann.

  15. 13.

    Eigentlich lief es anfangs ganz gut, bis unkontrolliert alles geöffnet wurde.
    Sie hätten immer eine weiter Sparte öffnen sollen und 2 Wochen abwarten usw....aber nein die Friseure dürften öffnen, das lief noch alles ohne höhere Fallzahlen.....dann überschlug sich alles.....höher, schneller, weiter

  16. 12.

    Wenn das funktionieren würde, wäre ich auch dafür. Lieber 2 Wochen extrem eingeschränkt sein, als auf unbestimmte Zeit immer neue Maßnahmen erfinden, die sich als sinnlos erweisen und bisher keinen Erfolg brachten. Durch die ganzen Verordnungen wird die Bevölkerung nur verunsichert, in Panik versetzt, gegeneinander aufgebracht und laufend nach Schuldigen gesucht. Aber ich bin mir nicht sicher, ob nach den 2 Wochen nicht die Fallzahlen wieder in Höhe steigen? Aber vielleicht ist es ein Versuch wert und man ist dann hinterher auf jeden Fall schlauer und lernt daraus. Egal was dabei raus kommen wird. Die Wirtschaft würde in den 2 Wochen auch nicht gleich mehr geschädigt, als durch die nicht mehr kalkulierbaren Aussichten in den kommenden Monaten.

  17. 11.

    Die Infektionszahlen steigen immer weiter. Neben unvorsichtigem Verhalten gibt es aber auch bewusste und vorsätzliche Verstöße. Solange die ohne Konsequenz bleiben geht das immer so weiter.
    Meine Frau wurde vor Monaten Opfer eines vorsätzlichen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz (EindVO), dem sie schutz- und wehrlos ausgeliefert war. Eine beim zuständigen Ordnungsamt gestellte Anzeige wurde nicht bearbeitet. Eine beim Gesundheitsamt des Landkreises gestellte Anzeige wurde nach vielen Wochen mit einem (gefälschten) Bescheid geschlossen (inzwischen Strafanzeige).
    Auf an das MSGIV (Nonnemacher) gerichtete Beschwerden ließ sie mitteilen, dass man keinen Handlungsbedarf sieht. Als Begründung gab ein Beauftragter an, dass ja nichts passiert ist (im Sinne von wir leben doch noch). Eine deshalb vor Wochen an Woidke gerichtete Beschwerde wurde bis heute nicht beantwortet. Wir haben die regierungsbildenden und andere Fraktionen des Landtages angeschrieben, bis heute keine Reaktion.

  18. 10.

    Es wird ohne Lockdown nicht gehen. Das ist bitter aber einige Unbelehrbare wollen es nicht anders. Denen sind Partys, Kneipenbesuche und das eigene Ego wichtiger als die Gesundheit der Menschen, die Wirtschaft und nicht zuletzt unsere Kinder, die dann wieder nicht in die Kita bzw. Schule dürfen. Einfach mal nachdenken und Ei wenig Rücksicht nehmen und die Maske tragen. Mein Gott, was ist den daran so furchtbar? Wahrscheinlich ist es aber schon zu spät um da noch gegen zu steuern.

  19. 9.

    Wieso ausgerechnet die Gastronomie schließen, dort gibt inzwischen bei fast Allen ein gutes Sicherheitskonzept, welches eingehalten wird (wo nicht, kann man ja wieder gehen). Dies fehlt allerdings in Supermärkten und Discountern, da drängeln sich die Leute durch enge Regalreihen, die Abstände an den Kassen werden nicht eingehalten, Mitarbeiter tragen keine Masken und wie es mit der Desinfektion von Einkaufswagen/-körben bestellt ist, mag man sich erst gar nicht vorstellen. Hinzu kommt die Enge und mangelnde Hygienemaßnahmen im ÖPNV, auch hier gäbe es sehr viel zu tun.

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