Aufgeheizte Stimmung am 22.11.2020 an der Danziger Strasse Ecke Prenzlauer Allee - hier treffen die Teilnehmer des als «Schweigemarsch» bezeichneten Protestzugs gegen die Corona-Politik und die Gegendemonstranten aufeinander. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
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Video: rbb|24 | 22.11.2020 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: dpa/Annette Riedl

Corona-Demo in Berlin - Lautstarker Protest begleitet "Schweigemarsch" durch Prenzlauer Berg

Begleitet von starkem Gegenprotest haben sich am Sonntagmittag Gegner der Corona-Maßnahmen auf den Weg durch Prenzlauer Berg gemacht. Es kamen aber deutlich weniger als die 5.000 angemeldeten Teilnehmer. Vereinzelt gab es auch Festnahmen.

In Berlin sind am Sonntag wieder Gegner der staatlichen Corona-Beschränkungen auf die Straße gegangen. 5.000 Teilnehmer waren zu der als "Schweigemarsch" bezeichneten Demonstration in Prenzlauer Berg angemeldet. Nach Einschätzung der Polizei waren es aber deutlich weniger, nämlich etwa 1.000.

Treffpunkt der unter dem Namen "Schweigemarsch gegen Diskriminierung und für Menschenrechte" angemeldeten Demonstration war am Sonntagmittag der S-Bahnhof Bornholmer Straße. Rund 600 Polizisten waren rund um die Demonstration im Einsatz.

Vereinzelt Verdacht auf gefälschte Atteste

Zu den Forderungen der "Schweigemarsch"-Demonstranten zählten mehr Selbstbestimmung im Kampf gegen die Pandemie, weniger Einschränkungen durch Regierungsverordnungen und ein Verzicht auf Impfungen.

Die Demonstranten hielten sich der Polizei zufolge weitgehend an die Maskenpflicht. Bei vorgezeigten Attesten, die von der Auflage befreien sollten, habe es jedoch den Verdacht gegeben, dass sie nicht echt seien, sagte die Sprecherin der Polizei. Vereinzelt seien deshalb Strafanzeigen geschrieben worden.

Polizisten lösen am 22.11.2020 eine Sitzblockade von Demonstranten auf, die gegen den als «Schweigemarsch» bezeichneten Protestzug gegen die Corona-Politik protestieren, der auf der Bornholmer Straße entlangzieht. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Sitzblockade auf der Bornholmer Straße | Bild: dpa/Paul Zinken

Sitzblockade auf Bornholmer Straße

An der Strecke standen immer wieder Menschen, die mit dem Schlagen von Kochtöpfen versuchten, den Aufzug zu stören. Aus vielen Wohnungen entlang der Schweigemarsch-Strecke tönte laute Musik. Gelegentlich ertönten "Nazis raus"-Rufe. Auf Balkonen waren Transparente zu sehen, unter anderem mit der Aufschrift: "Klar denken statt quer denken. Kein Platz für Corona-Leugner und Nazis."

Vermutlich aus Gruppen von Gegendemonstranten kam es kurzzeitig zu einer Sitzblockade und vereinzelt zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. Wie die Polizei am Montag mitteilte, setzten die Einsatzkräfte an der Bornholmer Straße Ecke Gotlandstraße Reizstoff ein, "da etwa 70 Personen versuchten, die Fahrbahn durch Hinsetzen für den Aufzug zu blockieren".

An der Schönhauser Allee versammelten sich um die 200 bis 300 Menschen, die - überwiegend schwarz gekleidet - gegen den "Schweigemarsch" demonstrierten. Vereinzelt müsse man Gegendemonstranten beiseite schieben oder wegtragen, twitterte die Berliner Polizei. Es kam auch vereinzelt zu vorläufigen Festnahmen.

36 vorläufige Festnahmen

Gegen 14:40 Uhr erreichte der Demonstrationszug nach Polizeiangaben vom Montag sein Ziel am Alexanderplatz. Von dort hätten sich die Teilnehmenden zügig entfernt, hieß es weiter.

Die Polizei verzeichnete insgesamt 36 vorläufige Festnahmen - 30 Männer und sechs Frauen. 28 Strafanzeigen und sieben Ordnungswidrigkeitenanzeigen seien gefertigt worden, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Rede war dabei von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse, tätlichen Angriffen, Widerständen, Körperverletzungen, Beleidigungen, Sachbeschädigungen und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

Alle eingesetzten Polizistinnen und Polizisten blieben den Angaben zufolge unverletzt.

Demo-Route wurde verkürzt

Die Demonstration wurde von einer Einzelperson angemeldet. Diese habe von sich aus die Route ein Stück verkürzt, wie die Polizei mitteilte. Sie führte über die Schönhauser Allee, die Danziger Straße, die Greifswalder Straße und die Otto-Braun-Straße und endete an der Alexanderstraße, wo auch die Kundgebung stattfinden sollte. Ursprünglich hätte sie bis zum Großen Stern in Tiergarten führen sollen.

Einen ähnlichen Aufzug wie den "Schweigemarsch" am Sonntag hatte es im Oktober auf dem Kurfürstendamm gegeben.

300 Demonstranten in Cottus

Ähnliche Aufrufe gab es für mehrere deutsche Städte, darunter Eberswalde und Cottbus. In der Cottusser Innenstadt demonstrierten am Sonntag rund 300 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen. Der Protest sei friedlich verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Demonstranten hätten sich auch an die Maskenpflicht gehalten. Sie zogen am Nachmittag in einem Schweigemarsch durch die Straßen.

In der vordersten Reihe trugen Demonstranten so wie bei der Parallelveranstaltung in Berlin ein Transparent mit der Aufschrift "Wir müssen reden". Weitere Transparente oder Lautsprecher-Ansagen waren nicht erlaubt. Zum Ende des Aufzugs entsorgten Teilnehmer symbolisch Masken in einem Müllsack.

Polizei rechnete mit anderem Einsatz als Mittwoch

Die Berliner Polizei hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass sie nicht von einem gleich großen Einsatz wie noch am Mittwoch ausgeht. Da waren mehr als 2.600 Polizeikräfte aus ganz Deutschland im Einsatz. Rund 9.000 Menschen hatten am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni gegen die Corona-Politik demonstriert. Dabei war es zu massiven Angriffen auf die Polizei gekommen. 77 Beamtinnen und Beamte wurden teils schwer verletzt. Es gab 365 Festnahmen, meist wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzregeln.

 

Sendung: Abendschau, 22.11.2020, 19:30 Uhr

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136 Kommentare

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  1. 136.

    Zitat "Niemand, auch keine Behörde und kein Ministerium, hat unser Meinung nach das Recht, durch die Verhinderung der Verfolgung einer Anzeige unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit aufzuheben anstatt es zu verwirklichen..."

    Sign!
    Eine sehr schöne Formulierung, die mir mit entsprechender Zungenübung ebenso leicht über die Zunge gehen wird wie sie eingängig ist. Chapeau!

  2. 135.

    Ich würde vor Monaten Opfer eines vorsätzlichen Verstoßes nach Infektionsschutzgesetz, der bis heute nicht geahndet wurde, da man im Hause Nonnemacher keinen Handlungsbedarf sieht, vermutlich weil ich Gott sei dank noch lebe. Man muß wahrscheinlich erst sterben, damit solche Täter bestraft werden. Die Hemmschwelle sinkt und Hochrisikogruppen werden zusätzlich gefährdet. Sogar Wolke und die Landtagsfraktionen unternehmen nichts gegen die Haltung von Nonnemacher.
    Hier ist viel über Grundrechte debattiert worden. Auch hier ist man der Meinung, dass der Mensch kein Recht mehr auf Unversehrtheit und Leben nach GG hat. Man will abwägen. Was, mein Leben? Wogegen? Gegen das Recht von Verbrechern?
    Ich habe mein Leben lang gearbeitet und dieses Land mit aufgebaut. Wofür? Damit andere es jetzt kaputt machen?
    Was ist aus dieser Gesellschaft und der Politik geworden?

  3. 134.

    Vielen Dank für diese eindrucksvolle Erläuterung, insbesondere in dem Beispiel mit der Rechtsbewertung. Ich denke, wer das Thema jetzt noch nicht verstanden hat will es nicht verstehen.
    Wir werden ihren Hinweis in einem anderen Beitrag umsetzen
    https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/11/brandenburg-538-neue-infektionen-hoechstwert.html
    Niemand, auch keine Behörde und kein Ministerium, hat unser Meinung nach das Recht durch die Verhinderung der Verfolgung einer Anzeige unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit aufzuheben, anstatt es zu verwirklichen, was eigentlich Aufgabe des Staates wäre, noch dazu bei Hochrisikogruppen.

  4. 133.

    "Ich finde gerade solche Diskussionen gut und bereichernd, auch als Leser. Insofern glaube ich nicht, dass wir eine Ermahnung kassieren. :-)"

    Logisch, können sie doch erfolgreich vom Thema ablenken und ihre kranke Ideologie propagieren. Ein Schelm...

    Wie sehr Impfgegner und Rechtsextremisten verbandelt sind kann man immer deutlicher sehen. Von wegen da haben Menschen Angst. Im Zuge der Pandemie kommen nur wieder uralte Instinkte und Vorurteile durch.

    https://www.tagesschau.de/inland/antisemititsmus-querdenken-101.html

  5. 132.

    Wie sehr Impfgegner und Rechtsextremisten verbandelt sind kann man immer deutlicher sehen. Von wegen da haben Menschen Angst. Im Zuge der Pandemie kommen nur wieder uralte Instinkte und Vorurteile durch.

    https://www.tagesschau.de/inland/antisemititsmus-querdenken-101.html

  6. 131.

    "Ich finde gerade solche Diskussionen gut und bereichernd, auch als Leser. Insofern glaube ich nicht, dass wir eine Ermahnung kassieren. :-)"

    Logisch, können sie doch erfolgreich vom Thema ablenken und ihre kranke Ideologie propagieren. Ein Schelm...

  7. 130.

    Ich finde gerade solche Diskussionen gut und bereichernd, auch als Leser. Insofern glaube ich nicht, dass wir eine Ermahnung kassieren. :-)
    Ihren Ausführungen mag ich gar nicht wirklich widersprechen. Ich habe eben nur versucht, deutlich zu machen, dass viele Grundsatzentscheidungen bereits auf Basis des Grundgesetzes getroffen und abgewogen werden (müssen), bevor diese Sachverhalte dann in den einzelnen Gesetzen und Verordnungen konkretisiert werden. Danke für den Austausch, den wir hier tatsächlich nicht endlos weiterführen sollten!

  8. 129.

    Wir sollten unsere email-Adressen austauschen, damit wir unsere „umfangreiche Korrespondenz“ außerhalb des rbb abwickeln können. Ich glaube, die Redaktion wird uns bald ermahnen ;) .
    Ich fasse jetzt mal unsere letzten Punkte zusammen. Ich hatte ihnen an einem Beispiel erklärt, wie das GG funktionieren kann und welche Stellung es in unserer Gesellschaft hat. Dieses Beispiel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Wertung im letzten Absatz meines posts #124 aber sehr wohl.
    Ihre Aussage, dass ich "einen Schritt zu weit" denke, da das GG "lediglich ein Grundsatzrahmenwerk." zeigt immer noch Unklarheit. Es ist nicht irgendein sondern das Grundsatzrahmenwerk. Nur wenn man bereit ist diesen Sachverhalt zu akzeptieren, kann man die Bedeutung der darauf aufbauenden Folgegesetze, Verordnungen, Beschlüsse usw. richtig begreifen und einordnen. Auch wenn die in irgendwelchen Widersprüchen zueinander stehen sollten, werden sie sich immer den hoheitlichen Aussagen des GG beugen müssen,

  9. 128.

    Um nochmals kurz auf den Verlauf einzugehen: Nein, ich weise den Grundsatz auf körperliche Unversehrtheit nicht ab. Das wäre unsinnig und menschenverachtend. Ich habe nur zum Ausdruck bringen wollen, dass dieses Recht Grenzen hat, die moralisch gesehen sogar grenzwertig sein können, weil wir eben dieses Recht oft nicht höher bewerten (können), als es in der Realität der Fall ist. Ich stimme absolut mit Ihnen überein, dass wir dieses Recht so hochhalten müssen, wie möglich, aber wir dürfen eben die daraus entstehenden Nachteile oder Schäden nicht außer acht lassen.

    Bei der Demo selbst bin ich da durchaus zwiegespalten. Einerseits scheinen sich Menschen im Freien nur äußerst selten bis nie zu infizieren, andererseits haben auch Passanten das Recht, unversehrt zu bleiben. Das eine spricht gegen Maskenpflicht, das andere dafür. Ich persönlich wäre dafür, akzeptiere aber sachliche Gegenstimmen. Das Thema ist sehr komplex. Verbote sind für mich vollkommen richtig, wenn sie begründet sind.

  10. 127.

    Fortsetzung:
    Es muss also erst mal gesellschaftlich festgesetzt werden, welche Risiken akzeptiert werden können, um andere Rechte zu ermöglichen. Beim Autofahren ist dies der Fall, indem wir das zulassen, obwohl wir alle wissen, dass es Gesundheit und Leben kosten wird. Erst danach wird geregelt, wie wir Fehlverhalten sanktionieren, welches Menschen im Straßenverkehr verletzt oder getötet hat. In weiten Teilen sind da, der Freiheit der Mobilität folgend, nur sehr geringe Strafen, sowohl finanziell als auch freiheitlich, zu erwarten, weil wir eben dieses Risiko als Gesellschaft zugelassen haben. Das Missachten einer Vorfahrt mit tödlichem Ausgang führt dann eben nicht zu einer Mordanklage sondern nur zu Körperverletzung mit Todesfolge mit geringem Strafmaß. Ich hoffe, Sie können diesen Gedanken folgen. (Ende 2/2)

  11. 126.

    Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die ich gut nachvollziehen kann. Ich bin allerdings der Meinung, Sie denken schon wieder einen Schritt zu weit. Das Grundgesetz ist nach meinem Verständnis lediglich ein Grundsatzrahmenwerk. Genaue Konsequenzen aus Zuwiderhandlungen dagegen ergeben sich daraus aber eben nicht, weil das erst durch nachfolgende Gesetze und Verordnungen geregelt wird. Im GG stehen sich eine Unmenge von Rechten gegensätzlich gegenüber. Diese müssen beständig grundsätzlich gegeneinander abgewogen werden, noch bevor es um Einzelfälle geht. Und da ist eben auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht prominent sondern muss im Kontext mit anderen Rechten gesehen werden. Aus diesem Abwägungsprozess heraus konkretisieren andere Gesetze erst Zulässigkeiten, Vergehen und Strafbarkeiten, mit entsprechenden Sanktionen. (ende 1/2)

  12. 125.

    "Stellschrauben" - eine davon sind die Schulen ?
    Ach Herr Müller, wann waren sie das letzte mal am Samstag einkaufen?
    Verkäufer sind immun gegen Covid-19?
    Wie falsch sie doch liegen.

  13. 124.

    Teil 3
    Wenn man jetzt ihrer Argumentation vorbehaltlos folgen würde könnte man sagen „na ja, kann ja mal passieren“ und verzichtet auf die Untersuchung, obwohl vielleicht eine Straftat vorliegt. Spätestens jetzt hätten wir einen Konflikt mit dem GG. Weil (!) das Recht auf körperliche Unversehrtheit existiert, ist die vorgenannte Untersuchung (Fallprüfung) erforderlich.
    NIEMAND ist befugt und autorisiert an dieser Stelle die Ermittlungen abzubrechen, ohne den Fall zu prüfen und zu bewerten. Zuwiderhandlungen (z.B. durch Ermittlungsbehörden) sind deshalb in aller Regel auch strafbewährt.

    Deswegen haben die Väter des Grundgesetzes es auch so festgeschrieben wie es jetzt ist. Es gab in der Vergangenheit viele Versuche es aufzuweichen, aber das wird man nicht zulassen, weil dem Grunde nach unsere gesamte Gesetzgebung, unser gesamtes Rechts- und Wertesystem darauf aufsetzt. Es ist die „Bibel“ unserer Gesellschaft.

  14. 123.

    Teil 2
    Jetzt zum eigentlichen Problem. Ich glaube, dass sie meine Aussagen zum GG (Artikel 2 Absatz 2 Satz 3) falsch verstanden haben, weil sie vermutlich diese Stelle im GG falsch interpretieren. Es geht nicht darum, dass es keinerlei Tote und Verletzte mehr geben darf. Diese Auslegung ist falsch. Um bei ihrem Beispiel mit dem Auto zu bleiben. Selbstverständlich wird niemand die Autos verbieten, nur weil es deswegen Tote und Verletzte geben kann. Das wäre absurd.
    Aber wie in allen Bereichen schaut man sich Ereignisverläufe sehr kritisch an. Ich habe dazu mal einen Satz geprägt: „Ein Ereignis tritt immer dann ein, wenn man ihm die Möglichkeit gibt, dass es eintreten kann“. Bei ihrem Beispiel wäre es ein Unfall, z.B. mit Personenschaden. Jetzt gilt es zu untersuchen was vorliegt: Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit, Vorsatz, Straftat. Und jetzt kommt das zweite Problem ins Spiel, die von ihnen benannte "Abwägung". ………- Teil 3

  15. 122.

    Ich glaube, dass ich so langsam das Problem erkenne, das sie mit dem Thema und mit meinem Standpunkt haben.

    Im Beitrag #86 (den sie nochmal lesen sollten) hatte ich ihnen eine Frage gestellt, die sie jetzt als Aufhänger für ihre Antwort genommen haben, leider aus dem Zusammenhang gegriffen. Sie bezog sich auf ihre ungleiche Bewertung des Demonstrationsrechts (#62 übrigens Auslöser zahlreicher Proteste) und des Rechts auf körperliche Unversehrtheit (#74).
    Ich hatte ihnen empfohlen, wenn sie schon bei #74 Abstriche machen (die ich ihnen übrigens auch bestätigt habe) sollten sie natürlich auch darüber nachdenken, dass sie die auch bei #62 machen müssen, da „ihnen kein Staat der Welt die Vermeidung evtl. Einschränkungen der Grundrechte durch zukünftige Corona-Maßnahmen garantieren kann“. Mit ihrer Antwort haben sie diesen Widerspruch immer noch nicht geklärt. - Teil 2

  16. 121.

    Zitat "Die Frage ist am Ende dann "nur noch", wie viele Opfer gesellschaftlich noch akzeptiert sind. Moralisch wären es Null." --- Dann hätte man Volkswagen uva. nicht den Abgasbetrug durchgehen lassen dürfen!

    Grundsätzlich - man könnte auch sagen "grundgesetzlich" - habe ich ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Punkt.
    Daß nicht nur andere, sondern sogar ich selbst dieses Recht einschränke/n, geschieht z.B. allein dadurch, daß ich meinen Arzt bei mir Blut abnehmen lasse: er begeht damit erst einmal eine Körperverletzung. Doch wie lasse ich in meinem Blut die Leukozytenanzahl messen, wenn ich mir eine Körperletzung verbiete/kein Blut abnehmen lasse?

    Genauso lasse ich mir auch nicht von irgendeinem x-beliebigen den Arm abhacken oder mich in Coronazeiten anpusten.

    Autoverkehr: gegen Feinstaub kann man sich mit Masken(!) oder anderen Möglichkeiten schützen... aber da kommen dann gleich auch wieder Maskenallergien auf... etc.pp.

  17. 120.

    "Das bedeutet, dass sie beide Themen unterschiedlich wichten?" Keineswegs, ich versuche nur darzulegen, dass Menschen Rechte unterschiedlich gewichten und es keine absolute Wahrheit und auch keinen absoluten Schutz gibt. Es ist gesellschaftlich gesehen immer problematisch, mit Moral oder mit Einzelschicksalen zu argumentieren, weil dies andere Rechte unverhältnismäßig einschränken würde. Gesellschaftlich ist das also immer ein Abwägungsprozess.

    Ich möchte das am Beispiel Autoverkehr deutlich machen: Setzt der Staat dort das Recht auf körperliche Unversehrtheit vollständig um, muss er den Autoverkehr verbieten. Das zerstört aber nicht nur das Recht auf Mobilität sondern auch auf Berufsausübung und zerstört die Wirtschaft. Die Gesellschaft hat daher die schwere Aufgabe, alle Rechte abzuwägen, was zwangsläufig, weil unvermeidbar, auch Todesopfer fordert. Die Frage ist am Ende dann "nur noch", wie viele Opfer gesellschaftlich noch akzeptiert sind. Moralisch wären es Null.

  18. 119.

    "Ich staune mit welcher Beharrlichkeit sie weiterhin solche Falschaussagen, die von Coronaleugnern und der AfD gerne verwendet werden, propagieren."

    Ich hingegen staune, mit welcher Leichtigkeit Sie jeden, der es wagt. Ihre subjektive Meinung nicht zu teilen in die AFD-Schublade stecken. Eine Diskussion, wo statt sachlich und unter Angabe von Quellen zu argumentieren sofort zu diesem Totschlagargument gegriffen wird ist keine Diskussion mehr sondern ein unwürdiges Handeln. Finden Sie bestimmte Aussagen falsch, erklären Sie freundlicherweise warum sie diese falsch finden. Falls möglich, ohne sofort Ihren Widersacher als Nazi, Stalinist, Maoist oder AFD-ler zu verunglimpfen und vorsätzliche Irreführung zu unterstellen. Bitte. .

  19. 118.

    Ein letzter Versuch ....
    Ich habe ihnen sowohl benannt auf welcher Grundlage in Bayern in das Recht körperlicher Unversehrtheit eingegriffen werden kann als auch einen link zum Bundesverfassungsgericht aus dem dies hervorgeht.
    Das sie einfach Teile ihres Beitrages kopieren ohne antworten zu lesen ...naja

    Und sie haben leider nicht im Ansatz meine Aussagen verstanden, anders kann man den Hinweis auf klagen nicht deuten.
    Ich habe einzig darauf hingewiesen, dass Artikel zwei kein absolutes Recht ist und das auch schon vor Corona dieses eingeschränkt wurde ...... diese meine Ursache beinhaltet keine Bewertung .... also einfach mal irgendwelche Unterstellungen sein lasse.

  20. 117.

    Wenn jetzt Bill Gates ins Spiel kommt läuten bei vielen bestimmt die Alarmglocken und es kommen wieder Verschwörungstheorien (Chip usw.) hoch. Eine weltweite Erfassung und zeitnahe Auswertung (!!!) biometrischer Daten ist kaum vorstellbar, angesichts des realen Zustandes der IT in vielen Staaten, auch bei uns. Es bleiben also nur "fälschungssichere" Dokumente, na ja.
    Ich hatte an anderer Stelle mal einen nicht ernst zu nehmenden Gedanken niedergeschrieben. Es ging um Abstandsregeln.
    "Mit Sicherheit nicht ansteckend sind nur die mit einem grünen Punkt auf der Stirn. Bei allen anderen besteht ein ungeklärtes Restrisiko. Übrigens, haben sie schon mal einen mit einem grünen Punkt auf der Stirn getroffen? Nein? Ich ehrlich gesagt auch nicht, deshalb halte ich grundsätzlich Abstand, trage eine Maske (wenn ich mich Menschen nähern muss) und vermeide Räume die nicht gelüftet werden."
    Ich denke, dass ein gesundes Mistrauen auch zukünftig wichtig sein wird.

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