97 jährige Seniorin sitzt in einem Rollstuhl (Quelle: imago-images/Norbert Schmidt)
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Einrichtung in Lichtenberg - Mittlerweile 14 Corona-Tote in Berliner Pflegeheim

Nach einem Corona-Ausbruch in einem privat betriebenen Pflegeheim sind zwei weitere Heim-Bewohner gestorben. Das Bezirksamt geht inzwischen davon aus, dass das Heim nach dem ersten gemeldeten Krankheitsfall nötige Auflagen nicht eingehalten hat.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg hat sich die Zahl der Todesfälle nach Betreiberangaben erhöht. "14 positiv getestete Bewohner sind nach
unserer Kenntnis leider verstorben", teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma Kursana am Montag mit. Zuletzt waren zwölf Todesfälle bestätigt gewesen. "Nach wie vor sind 27 Bewohner sowie 17 Mitarbeiter positiv getestet", hieß es außerdem.

In der betroffenen Einrichtung lebten zuletzt 90 Menschen. Am Freitag waren 14 Bewohner in Krankenhäuser und andere Heime verlegt worden.

Auflagen wurden wohl nicht eingehalten

Die Senatsverwaltung für Gesundheit zeigte sich noch vor Bekanntwerden der weiteren Todesfälle "bestürzt" über die Ereignisse. Die Heimaufsicht sei tätig, sagte ein Sprecher am Montag. Vom Betreiber erwarte man "absolute Transparenz und nötigenfalls Konsequenzen".

Wie das Bezirksamt Lichtenberg ebenfalls am Montag mitteilte, wurde dem Gesundheitsamt der erste Fall einer Corona-Infektion am 10. Oktober mitgeteilt. Daraufhin erfolgten Begehungen des Heims durch den Lichtenberger Amtsarzt. In deren Folge wurden mündliche und schriftliche Auflagen erteilt. Wie das Bezirksamt weiter mitteilt, müsse "nach jetzigem Kenntnisstand davon ausgegangen werden, dass nicht alle Auflagen eingehalten wurden".

Betreiber: Verstorbene hatten schwerwiegende Vorerkrankungen

Aktuell befinden sich noch drei Personen, die positiv auf Corona getestet wurden, in dem Pflegeheim. Sie sollen, laut Bezirksamt, noch am Montag verlegt werden.

Nach Betreiberangaben soll es sich bei den Verstorbenen um Personen gehandelt haben, die schwerwiegende Vorerkrankungen hatten oder sich in der Palliativphase befanden. Weiter hieß es, dass ab Mitte der Woche die Mitarbeiter vor Dienstantritt Corona-Schnelltests nutzen sollen.

Sendung: Abendschau, 16.11.2020, 19:30 Uhr

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26 Kommentare

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  1. 26.

    Durch Ihre anklagenden und aggressiven Äußerungen erwachen diese Menschen aber auch nicht wieder zum Leben.

    Und auch wenn es sie enttäuschen mag, ich als Krankenschwester bin auch keine reine Altruistin und sehe da auch nichts schlimmes dran.

  2. 25.

    Gegen Geld verdienen ist gar nix einzuwenden. Allerdings haben die Betroffenen und deren Angehörigen die Betreiber nicht dafür bezahlt, vernachlässigt zu werden und somit frühzeitig aus dem Leben getrieben zu werden. Wer Geld an und mit Menschen verdient, muss sich dann eben auch der rechtlichen Verantwortung stellen und nicht bei Anderen die Schuld festmachen.
    Mit Ihrem Mitleid werden die 14 Menschen im Übrigen dann auch nicht wieder lebendig.

  3. 24.

    @Lotte dann gehen sie doch da ehrenamtlich arbeiten und helfen den Menschen. Wir leben in einem starken Sozialstaat und die Leistung wird bezahlt, was ist falsch damit Geld zu verdienen. Die Pflege wird erbracht und ich danke allen die in der Pflegearbeiten, aber auch denen die einfach im Krankenhaus die Stationen Saubermachen und und. Die Art und Weise über das Heim herzufallen ist Typ und eben nicht angebracht hier. Es war sicher nicht im Interesse des Heimes das sowas passiert ! Mir tut das Personal und die Bewohner leid. Ich finde hier hat die Politik und das Gesundheitsamt des Bezirks mit schuld. Wir leben im 21 Jahrhundert und Berlin ist analog und lässt COVID Ergebnisse dreimal vom drei verschiedenen Menschen anrufen und das zwei Wochen später weil keine Datenbank zentral besteht. Die Bezirke sind nicht vernetzt und abgesprochen- das ist leider Berlin wie es eben ist ! Danke für rrg

  4. 23.

    „Covid 19 sagt aus das es bereits 18 andere gab ...“ - das ist jetzt nicht Ihr Ernst ?!

  5. 22.

    DANKE!!!

    Danke dafür, das Sie die Stärke und Empathie haben den Menschen auf einem ihrer schwersten und leidvollen Schritte zu begleiten und unterstützend zur Seite stehen. Dafür das Sie vielleicht noch einmal ein wenig Mut verbreiten und ein Lächeln ermöglichen und somit die Menschen in Würde gehen lassen.

    Ich gönne Ihnen eine bessere Entlohnung und personelle Entlastung, wobei ich glaube das Geld bei einem Beruf mit so hohen psychischen und körperlichen Belastungen eine untergeordnete Rolle spielt und ein letztes Lächeln vermutlich mehr wiegt als entsprechende Euros.

  6. 21.

    Ja, weiß ich. Mein Vater ist an Lungenkrebs gestorben. Palliativphase 4,5 Monate.
    Wenn sich Pflegepersonal angepisst gefühlt, sollte es sich fragen, warum. Pflegekonzerne sind das Übel, die Alten- und Pflegeheime als Gelddruckmaschinen betrachten. Was meinen Sie, warum es so viele unterschiedliche Betreiber gibt? Das sind keine Altruisten.

  7. 20.

    Zusatz:

    "Von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospizbewegung, stammt der viel zitierte Spruch: Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Diesem einfachen Satz spüren wir im Hospiz für unsere Patienten und für uns und gerne wir hier alle für uns nach. Ein markant formulierter Auftrag, der es in sich hat."

  8. 19.

    Ich arbeite seit 10 Jahren im palliativen Bereich, diese Patienten WAREN SCHON IMMER Risikopatienten!!! Mit oder ohne Corona oder auch vor Corona! Da interessierte es auch niemanden. Patienten in der Palliativphasen können nicht vor Infekten geschützt werden und das dürfen sie auch nicht ausschließlich, da der Fokus auf die Lebensqualität und die BEDÜRFNISSE gesetzt wird und fast all diese Menschen WOLLEN Liebe und Nähe und KONTAKT, auch körperlich, insbesondere von Angehörigen. Sie wollen den Kontakt, ok? Das ist ein Statement von Sterbenden! Es ist eine Schande was durch die Isolation den Menschen angetan (sie sterben alleine und einsam) und ich spreche aus Erfahrung und leite lediglich die Vorstellungen der Patienten hier weiter! Aber ein gefundenes Fressen für die Medien, völlig kopflos und undifferenziert zu berichten! Jeder kann ja mal in sich gehen und überlegen, was will ich am Lebensende? 2-3 Tage "mehr Zeit" alleine oder einsam oder 1 Tag mit meinen Lieben.

  9. 18.

    Ihnen ist aber schon klar was Palliativphase bedeutet? Diese Menschen sind mit aber nicht unbedingt an Corona gestorben.

    Und bevor Sie dem Pflegepersonal unterstellen es wäre nicht achtsam genug gewesen, obwohl diese einen Job ausüben den kaum Jemand in Deutschland machen möchte, überprüfen Sie vielleicht auch mal ihr eigenes Verhalten. Heutzutage wird leichtfertig über Corona-Positive geurteilt, das diese nicht aufgepasst bzw. etwas falsch gemacht haben. Es ist und bleibt ein Virus. Covid 19 sagt aus das es bereits 18 andere gab und vermutlich auch noch sehr viele weitere geben wird und genauso wie jedes Jahr Millionen Menschen an Erkältungen oder Grippe erkranken werden.

    Was sagen Sie denn zu den Senioren die zum wiederholten mal Taschentücher benutzen und danach Einkaufswagen und Lebensmittel anfassen, den Mundschutz falsch oder gar nicht tragen und keinerlei Abstand halten?

  10. 17.

    Hallo Hm, solche Gedanken soll man sich sicher machen, aber man muss aufpassen, dass man damit nicht etwas rechtfertigt, was so nicht zu akzeptieren ist! Schuld zu mindern, indem auf unter Umständen günstige Folgen für einzelne Betroffene hingewiesen wird, ist nicht akzeptabel. Und: Es darf nicht über den Kopf des jeweils Betroffenen hinweg geurteilt werden, ob Leben oder Tod für ihn besser ist. Um Missbrauch zu verhindern, muss stets nach dem Prinzip verfahren werden, dass das Leben zu schützen ist.

  11. 16.

    Egal, ob man es korrupt, grob fahrlässig, dumm oder sonstwo nennt: Die Verantwortung tragen die Heimbetreiber und diejenigen, die ihr leichtfertig vertraut haben, obwohl jeder sieht, dass es viele Menschen gibt, die die Existenz von Corona leugnen und Schutzmaßnahmen ablehnen. Übrigens geht es nicht nur um Tote, sondern auch um die, die Lebensqualität durch die Krankheit verloren haben.

  12. 15.

    Es sind vermutlich alte Menschen mit schwerwiegenden Vorerkrankungen oder in der Palliativphase verstorben. Ich hoffe das diese Menschen keine Schmerzen hatten.
    Wären diese Menschen mit einer Grippe verstorben hätte es vermutlich, wie in 2018, kaum jemanden interessiert. Und wieso kommt Niemand auf die Idee das es für diese Menschen auch eine Erlösung gewesen sein könnte, das das lange Leiden endlich beendet wurde.

  13. 14.

    Oh Mann, das ist jetzt nicht wahr. Willst Du damit wirklich 14 Tode entschuldigen? Wessen Kind bist Du?

  14. 13.

    Es ist eine Schande jetzt bei den Pflegekräften die Schuld zu suchen. Man kann niemanden die Schuld geben. Der Virus ist da .viele haben keine Symptome. Diese böse Hetzerei sollte aufhören.

  15. 12.

    Maris:
    "Nach dem Ausbruch wird folgendes passieren: Pflegedienstleitung und vielleicht auch die Heimleitung werden innerhalb des Kursana-Konzerns versetzt und "weggelobt", und dann wird weiter gemacht wie bisher. Mit zu wenig und überlastetem Personal, das tagtäglich die eigenen Grenzen überschreitet und viel zu wenig Zeit für notwendige Maßnahmen wie Händedesinfektion etc hat. Wetten, das?"

    1. Sind Sie Hellseherin? Oder woher wollen Sie das wissen?

    2. Es gibt 2 objektive Probleme: 1. Es gibt zuwenig Pflegekräfte für zuviele Pflegebedürftige in Deutschland. 2. Es gibt zuwenig Geld für die Pflege. Gleichzeitig ist die Pflege aber für die Pflegebedürftigen teuer. Das ist natürlich ein Widerspruch, ein schwer auflösbarer Widerspruch in einer überalternden Gesellschaft!

  16. 11.

    Lotte:
    "die korrupten Betreiber"

    Belegen Sie bitte Ihre Korruptionsvorwürfe!

  17. 10.

    Koala:
    "Horrorheim"

    Horrorheim? Wie kommen Sie denn auf diese Unterstellung? In dem Artikel ist nirgends von einem "Horrorheim" die Rede! Sachlichkeit ist für Koala wohl ein Frendwort.

  18. 9.

    "nötige Auflagen nicht eingehalten" zu wenig Pflegekräfte überfordert mit ihrer Arbeit. 1 Pflegekraft betreut ca. 9 Heim- Bewohner, schlimm. Ansonsten bin ich ihrer Meinung.

  19. 8.

    Mein Opa lebte auch in diesem Heim und wir waren zufrieden und hatten das Gefühl, ein gutes Heim gefunden zu haben. Hier von "korrupt" zu sprechen, halte ich auf jeden Fall für vermessen.

  20. 7.

    Mein Beileid gilt allen Angehörigen, die einen Menschen durch die Krankheit verloren haben.

    Nach dem Ausbruch wird folgendes passieren: Pflegedienstleitung und vielleicht auch die Heimleitung werden innerhalb des Kursana-Konzerns versetzt und "weggelobt", und dann wird weiter gemacht wie bisher. Mit zu wenig und überlastetem Personal, das tagtäglich die eigenen Grenzen überschreitet und viel zu wenig Zeit für notwendige Maßnahmen wie Händedesinfektion etc hat. Wetten, das?

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