Räumung der Seniorenunterkunft in Berlin-Lichtenberg (Quelle: Morris Pudwell)
Video: rbb|24 | 13.11.2020 | Material: TV News Kontor | Bild: Morris Pudwell

Berlin-Lichtenberg - Zwölf Tote und 44 Infizierte nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim

Ein privat betriebenes Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg meldet einen Ausbruch des Coronavirus. Insgesamt sind 44 Menschen infiziert, zwölf sind in den vergangenen Wochen am Virus gestorben. Der Heimbetreiber wehrt sich gegen Kritik.

Wegen zahlreicher Corona-Fälle ist ein Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg am Freitag teilweise evakuiert worden. Nach Angaben des Bezirksamtes vom Samstag sind in der privaten Einrichtung 27 der aktuell 90 Bewohner positiv auf das Virus getestet worden. Zudem seien 17 Pflegepersonen sowie drei Kontaktpersonen infiziert, die nicht im Pflegeheim lebten oder arbeiteten, wie ein Bezirkssprecher am Samstag rbb|24 sagte.

Am Samstagnachmittag äußerte sich auch der private Heimbetreiber, das Unternehmen Kursana. Den Angaben zufolge sind in der Einrichtung innerhalb von fünf Wochen zwölf infizierte Menschen gestorben. Elf davon seien im Krankenhaus gestorben, wohin sie mit Symptomen überwiesen worden seien, teilte eine Kursana-Sprecherin mit. "Nach unserer Kenntnis hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase." Der "Tagesspiegel" hatte zuvor darüber berichtet.

Heimbetreiber sieht keine Verfehlungen

Am 8. Oktober sei zunächst ein Bewohner bei einem Krankenhausaufenthalt positiv getestet worden, sagte die Sprecherin. Danach seien Tests in einzelnen Wohnbereichen erfolgt. "Zum 3. November lagen erstmals Testergebnisse für das gesamte Haus vor."

Seit dem Auftreten des ersten Falles sei das Heim für Besucher geschlossen worden. Nach Angaben der Sprecherin werden in dem Heim "alle Hygienemaßnahmen nach RKI-Standard umgesetzt", sämtliche Mitarbeiter würden FFP-2 Masken tragen, zudem werde eine regelmäßige Flächendesinfektion durchgeführt. Wohnbereiche mit Covid-19-Fällen seien unverzüglich unter Quarantäne gestellt worden, so die Sprecherin.

"Um die Situation schnell in den Griff zu bekommen, werden ab Mitte nächster Woche bei den Mitarbeitern vor Dienstantritt Corona-Schnelltests durchgeführt, sobald unsere Mitarbeiter wie vorgeschrieben von einem Arzt dafür geschult wurden", teilte eine Kursana-Sprecherin rbb|24 mit.

Zahlreiche Vorwürfe gegen Kursana

Nach rbb-Informationen waren die Zustände in dem Pflegeheim schon länger heikel. Corona-Tests in der Einrichtung vom 29. Oktober zeigen, dass von 127 getesteten Bewohnern 30 positiv waren. rbb|24 haben Zuschriften von Angehörigen erreicht, wonach unter dem Pflegepersonal eine große Fluktuation herrsche, zudem soll Kursana Zeitarbeitskräfte eingesetzt haben. Auf Nachfrage von rbb|24 erklärte die Sprecherin: "Um den Personalschlüssel trotz der positiv getesteten Mitarbeiter zu erfüllen, greifen wir derzeit auch auf ausgebildete Leasingkräfte zurück."

Nach Tagesspiegel-Informationen soll jedoch auch der Pflegeschlüssel in dem Heim nicht eingehalten worden sein, dazu habe sich das Haus zunächst nicht geäußert. Am Samstagabend erklärte eine Sprecherin gegenüber rbb|24 dann: "Der Pflegeschlüssel wird in der aktuellen Lage auch durch den Einsatz ausgebildeter Leasingkräfte eingehalten."

Auf rbb|24-Nachfrage erklärte der Lichtenberger Bezirkssprecher, auch seiner Behörde seien diese Vorwürfe bekannt. Derzeit laufe eine intensive Überprüfung der im Heim getätigten Maßnahmen, sagte er. Es habe bereits eine Begehung des Pflegeheims durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes gegeben. Seit Mitte Oktober seien mündliche und schriftliche Auflagen erteilt worden. Sollte sich herausstellen, dass gegen gesetzlich vorgeschriebene Schutzmaßnahmen verstoßen worden sei, erwäge man rechtliche Schritte, so der Bezirkssprecher weiter.

14 Bewohner aus dem Pflegeheim gebracht

Nach Bezirksangaben wurden am Freitag 14 Bewohner in Kliniken gebracht - zunächst war von 30 Bewohnern die Rede gewesen. Es hätten kurzfristig zusätzliche Pflegekräfte in der Einrichtung in der Gensinger Straße eingesetzt werden können, dadurch hätten mehr Bewohner dort bleiben können.

Die Berliner Feuerwehr und das Rote Kreuz halfen bei der Evakuierung. Die Teilräumung sei vom Amtsarzt angeordnet worden, so das Bezirksamt. Bisher seien 46 Plätze in anderen Einrichtungen gefunden worden. Die Herausnahme der Betroffenen aus der Pflegeeinrichtung sei nicht reibungslos verlaufen, sagte der Bezirkssprecher im Gespräch mit rbb|24. "Der Herausnahme gingen intensive Gespräche zwischen Amtsarzt, Heimleitung und unseren Behördenmitarbeitern voraus", so der Sprecher. Am Samstagabend werde sich der Amtsarzt nochmals vor Ort einen Überblick verschaffen und entscheiden, ob weitere Bewohner das Haus verlassen müssten, kündigte er zudem an.

Die Kursana-Sprecherin teilte derweil mit, man begrüße "ausdrücklich diese abgestimmten Maßnahmen zum Schutz der Bewohner, die die gute Pflege auch beim Ausfall der aktuell 17 positiv getesteten Mitarbeitern und deren K1- Kontaktpersonen gewährleistet."

Sendung: Abendschau, 13.11.2020, 19:30 Uhr

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111 Kommentare

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  1. 111.

    So ist das nun mal .... fertig aus !
    Mit so jemanden kann man nicht diskutieren, weil er jede Diskussion ablehnt.
    Dazu fällt mir nur ein ... was stört es den Baum wenn sich ein Borstenvieh.....

  2. 110.

    "Denn den ganzen Zirkus betreiben wir für Rentner. Solidarität. Hallo???"

    Und einer davon ist mein Vater. Sie sind so dermaßen asozial, mir fehlen die Worte.

  3. 109.

    Hallo? Wer Ulrike heißt, ist nicht mehr 20 oder 30 oder 40. Damit gehören Sie zur Risikogruppe - wie ich! ICH möchte nicht wegen einer Erkältungskrankheit ins Gras beißen! Auch nicht wegen Salmonellen oder anderer vermeidbarer K**e. Ok? Und ich möchte nicht, dass es meinen Eltern so geht, auch nicht den Kindern, den Studenten. NIEMAND soll unnötig sterben wegen Infektionen, wir haben Pest, Cholera und Lepra überwunden, impfen Masern weg, können unser Wasser trinken und sogar im Ruhrpott die Luft atmen. Und dann sollen wir uns "nicht so haben" und die "Alten" sollen doch einfach sterben? Hä?
    Leben wir in Burkina Faso oder im 30jährigen Krieg?

  4. 108.

    Was für ein geballter Unsinn wie er immer von Covidioten kommt. Wenn Sie allein im Wald spatieren können Sie die Maske selbstverständlich weglassen.

    Aber ich merke schon, Sie sind um keine dumme Ausrede verlegen. Hauptsache, ich, ich, ich...

    Hätte ich zu entscheiden, ich würde Sie wegsperren um Sie vor sich selbst zu schützen aber mehr noch die Leute die Sie anstecken.

  5. 107.

    Richtig. Deswegen endlich Verantwortung übernehmen zb für die ganzen Studenten, die ihren Job ohne jede kompension verloren haben und die der Staat völlig allein lässt. Viele können nicht mal mehr Miete zahlen. Dabei ist das Risiko für sie x stellen hinter dem komma. Denn den ganzen Zirkus betreiben wir für Rentner. Solidarität. Hallo???

  6. 106.

    Verantwortung für sich und seine Mitmenschen übernehmen, das sollte jeder Mensch "freiwillig" tun....wer das nicht "freiwillig" macht handelt Verantwortungslos....so ist das nun mal....fertig aus.....!!!

  7. 105.

    Manche Kommentare sind an Asozialität und Menschenverachtung kaum zu überbieten. Aber damit wird man wohl leben müssen. Ist ja auch keine Absicht, diejenigen merken es nicht. Diese sehen "Panikmache", gar "Paranoia", die objektiv betrachtet ja nirgendwo existiert, weltweit nicht, sondern eben nur in den Köpfen denjenigen, die sie überall feststellen. Das deutet darauf hin, dass diese Verharmlosungstendenz Zeichen eines Verdrängungsprozesses ist. Wenn etwas gar nicht schlimm ist, dann hat man keine Angst mehr. Dann ist die Panik bei den anderen zu suchen, die sie angeblich machen, nicht bei einem selbst.

    Geht aber die Verharmlosung so weit, dass man unter einem Bericht von Leid und Tod den Betroffenen und Angehörigen indirekt sagt, sie sollten sich die Angst vor dem unvermeidlichen Tod abgewöhnen und ihre Verstorbenen als statistische Größe verstehen, dann ist dies (*Platz für eigenes Kraftwort*, mein Angebot: unerträglich).

  8. 104.

    Ich kann Ihnen einfach nur beipflichten.
    Je nach Land variiert das Durchschnittsalter der Corona-Toten zwischen 81 und 85 Jahren, und der Anteil der Langzeit-Pflegefälle von 50%-70%.
    Und die Anzahl dieser Toten am Gesamt-Sterbeaufkommen ist so verschwindend gering, dass sie im statistischen Rauschen nicht feststellbar ist.
    Die bisherige Definition von "Epidemie" ist, dass 10% der Bevölkerung erkranken. Davon sind wir weit, weit entfernt.

    Dass eine solche Paranoia möglich ist, dass die Folgen der Panikpolitik viel, viel mehr Tote zur Folge haben wird als Corona, das illustriert eindringlich, wie wenig die Menschen heute mit der Angst vor dem unvermeidlichen Tode umgehen können.

  9. 103.

    ....endlich mal ein vernünftiger Kommentar.....Danke....!!!

  10. 102.

    Das ist halt Ihre ganz persönliche Meinung und ich kann Ihnen und Ihren Eltern nur wünschen, dass Sie niemals ... und während Corona schon gar nicht ... in einem Pflegeheim oder einer Geriatrie eines Krankenhauses liegen müssen um dort zu sterben. Im Moment sind Sie umgeben von jeder Menge blinkenden und piependen Geräten und Menschen in Schutzkleidung. Ihre vielleicht anwesenden Angehörigen haben ebenfalls Schutzkleidung an. Unter menschenwürdigen Sterben verstehe ich etwas anderes.
    Und dieses Schubladendenken, von wegen die Menschen in den Pflegeheimen sterben sowieso bald, kotzt mich einfach nur an.
    Mein Mann ist zum Beispiel auf Grund einer Körperbehinderung ein Pflegefall. Wäre er Single, müsste er ins Pflegeheim, weil er sich zu Hause nicht selbst versorgen kann. Er ist dennoch weit davon entfernt, demnächst aufgrund seiner Behinderung diese Welt zu verlassen. Aber solche Leute wie Sie stehen im Ernstfall ganz vorne in der Schlange vor der Rettungsstelle.

  11. 101.

    "Mir ist es relativ egal, was die anderen machen".

    Besser kann man das Problem unserer Ellenbogen- und krankhaften Egoistengesellschaft nicht beschreiben. Einige haben noch immer nicht verstanden dass es einen Schutz nur geben kann wenn alle mitmachen.

  12. 100.

    "Maske vermittelt ein falsches Gefühl der Sicherheit. Abstand ist viel wichtiger".

    Danke, der Umstand ist mir bekannt. Aber was machen Sie wo der Abstand nicht eingehalten werden kann? Das Fälschungen im Umlauf sind ist mir auch bekannt, Tipps wie man solche erkennen kann wurden hier ja bereits gegeben. Sogar Kennzeichnungen wurden bereits gefälscht.

    Ich kaufe meine Masken bei rennommierten Herstellern und Anbietern und nicht etwa bei einem bekannten Onlineauktionshaus.

  13. 99.

    Gegen Influenza kann man impfen. Gegen Corona und KH Keime nicht, gegen Salmonellen und Hygienemängel auch nicht

  14. 98.

    Irgendwann muss jeder den Löffel reichen, ob mit oder ohne Virus. Erstaunlicherweise sterben neuerdings alte Menschen eher als junge Menschen. Tote durch Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt gibt es wohl auch nicht mehr oder welcher Sender verkündet die täglichen Todeszahlen?

  15. 97.

    Ich finde es schlimm eine Maske zu tragen, weil ich den Leuten gerne ins Gesicht sehe und ihre Mimik und Gestik studiere. Ferner versteht man viele Menschen unter der Maske gar nicht und muss wieder näher ran gehen.
    Des Weiteren fällt es vielen Leuten schwer unter einer FFP2 oder 3 Maske richtig zu atmen und einige riechen auch recht komisch, was bei empfindlichen Leuten zu Übelkeit führt.
    Ich werde garantiert im Freien keine Maske tragen und FFP schon gar nicht. Ich brauche nämlich irgendwann auch mal frische Luft, wenn Sie ohne auskommen, ist das sehr schön für Sie

  16. 96.

    Meine Lieblingsthemen - Krankenhauskeime und Magen-Darm-Keime! Niemand interessiert es, weil eben auch da meist alte, wehrlose Menschen in KH und Heimen erkranken und sterben! Die Zahl derer dürfte die der Coronatoten übersteigen. Aber das zu ändern hieße, das Arbeiten zu ändern. HYGIENE in KH und Heimen! Das ist Aufwand, da braucht man Personal. Personal kostet Geld. Da schwindet der Profit.

    Also wird es gelassen. Tote billigend in Kauf genommen.

    Wie bei Corona im Altenheim.

    Es geht immer nur ums Geld.

  17. 95.

    Bei den Heimbetreibern herrscht Goldgräber-Stimmung! 1 Pfleger für 10 Bewohner, da wo der Angehörige noch mahnend den Zeigefinger hob, (mal duschen und Windel wechseln) passiert jetzt nichts mehr. Leasingkräfte sind auch Besucher. Das es da noch keinen Schnelltest gibt, bevor die auf die Menschen losgelassen werden kann ich nicht begreifen. Ja, dem Heimbetreiber wird in dem Fall die Tränen fließen, 44 mal keine Rechnung an die Pflegekasse, zum Glück laufen die Heimkosten (ca. 3900 €) monatlich weiter.

  18. 94.

    Das ist natürlich tragisch mit ihrer Tochter, das sie eines Tages den Einberufungsbefehl für den Beruf der OP Schwester oder Ärztin hatte .... die meisten suchen sich ihren Job aus und wissen über die Konsequenzen relativ gut Bescheid.

  19. 93.

    Irgendwie bin ich schockiert ob der vielen merkwürdigen Postings hier. Die Wahrheit ist das in Altenheimen die Leute jetzt sterben weil sie alt, krank und schwach sind und sich kein Virus der Welt durch Masken aufhalten lässt, es sei denn sie tragen ABC-Masken. Kein Mensch kann das Sterben dieser Personen verhindern oder aufhalten. Bei einer Influenca wären diese Leute genauso gestorben, aber auch das will keiner wahrhaben weil das Thema Sterben völlig verdrängt wird. Frei nach dem Motto wir tun A und B und dann stirbt keiner mehr??! Wie kann man nur so einfältig sein?! Die Menschen nicht wollen das ihre Oma an Covid erkrankt denken Sie könnten die Welt umkrempeln um das zu verhindern. Selbst wenn Sie das schaffen - obwohl Sie da kaum was gegen tun können - wird die Oma dann an etwas anderes sterben. Meine Eltern sind in diesem Alter - und ich akzeptiere das. Wie meine Eltern auch. Ansonsten kann man nämlich nicht mehr normal weiterleben.

  20. 92.

    Ja, es gibt leider noch ganz viele Familien, denen es so geht. Alte Menschen werden sich selbst überlassen und pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst in Deutschland und vermutlich auch in allen anderen Ländern. Viele haben gar keine Kraft mehr sich zu äußern, geschweige denn, sich zu wehren, denn es hört sie eh niemand. Solange Profitgier das Leben bestimmt, wird sich auch daran nichts ändern. Und würde das Gesundheitssystem jetzt nicht in Gefahr sein, würde es auch die Regierung nicht interessieren, wieviele Menschen an Corona erkranken. Denn wen interessiert es, wieviele Menschen jährlich an Grippe, Krebs, Herzinfarkt , Schlaganfall, Krankenhauskeimen, Stress etc. sterben. Ich hoffe, die Gesellschaft lernt jetzt etwas , aber ich habe da so meine Bedenken.
    Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch die Zeit und vor allem behalten Sie Ihre Herzlichkeit! :-)

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