Corona-Grafiken - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Sa 24.09.22 | 15:17 Uhr | Von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske
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Wie sich die Zahlen in den Kliniken entwickeln
Bild: rbb|24/Datawrapper

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Covid-19-Erkrankte liegen in den Kliniken? Wie entwickelt sich die Lage? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann

Aktuell

  • Das Wichtigste im Überblick

Krankenhausaufenthalte, Einweisungen auf die Intensivstation und Todesfälle – all das verursacht Corona nach wie vor, aber deutlich seltener als in früheren Phasen der Pandemie. Zu verdanken ist das den Impfungen, den besseren Therapiemöglichkeiten und auch den milderen Varianten des Virus. Und das zeigt sich auch im Vergleich der Klinikzahlen mit den Höhepunkten der Pandemie.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Entsprechend wollen wir bei rbb|24 noch mehr den Fokus verschieben - weg von den reinen Fallzahlen, hin zu den Vergleichen der klinischen Fälle. Das ist – neben dem Vergleich zu den Hochphasen der Pandemie – auch der Vergleich mit den Durchschnittswerten auf den Normalstationen, Intensivstationen und bei den Sterbefällen seit März 2020.

Darum finden Sie hier auch die Kurven zu den Fällen in den Kliniken, einmal für die letzten Monate und für die Zeit seit Beginn der Pandemie.

Und hier finden Sie die Kurven zu den Sterbefällen.

Der Vorteil dieses Vergleichs: die Definition und Statistik eines Covid-Falls im Krankenhaus oder auf dem Sterbebett hat sich seit dem Anfang der Pandemie nicht grundlegend geändert. Die Zählung der reinen Infektionen in gewisser Weise aber schon, weil viele Infektionen zwar per Schnelltest nachgewiesen werden, aber nur per PCR getestete Fälle in die Statistik eingehen.

Der Nachteil: Ganz genau sind die Zahlen zu den schweren Verläufen auch nicht. Denn zum einen gibt es Hinweise darauf, dass durch die mildere Omikron-Variante mehr Menschen mit als wegen Corona in die Klinik müssen oder gar versterben. Sprich die aktuellen Zahlen könnten in dieser Hinsicht das Problem überschätzen.

Zum anderen dauert es, bis Erkrankte in die Klinik kommen und mitunter sogar versterben. Entsprechend stellen diese Zahlen nur sehr verspätet die aktuelle Lage und Dynamik dar. Darum zeigen wir auch weiterhin, wie sich die reine Zahl der gemeldeten Fälle von Woche zu Woche verändert, nutzen aber als Kontext die Angaben des RKI zur Testzahl und Testpositivität für Berlin und Brandenburg.

Im Folgenden finden Sie weiterhin regional aufgeschlüsselt die Zahl der durch Covid-19-Patientinnen und Patienten belegten Intensivbetten, sowie die Hospitalisierungsinzidenz - trotz der bekannten Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene, die zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] thematisiert haben.

Hier finden Sie die Kurve der Fallzahlen, die allerdings durch die massiven Änderungen in der Teststrategie an Aussagekraft verloren hat und weniger relevant ist. Gleichwohl wollen wir sie aus Transparenzgründen nicht komplett streichen.

Ähnliches gilt auch für die Übersicht zu den Inzidenzen in den Landkreisen und Berliner Bezirken. Sie haben kaum noch Relevanz in der politischen Diskussion. Gleichzeitig könnten Sie frühzeitig auf eine andere Infektionsdynamik hinweisen.

Die Übersicht zu den Impfungen: Nach wie vor zeigen zahlreiche Studien, dass auch bei Omikron die Impfung der entscheidende Unterschied ist, wenn es um die Schwere der Verläufe geht.

Ganz verzichten wollen wir zumindest vorerst auf einige andere Grafiken. Das wären zum Beispiel die Grafiken zum Alter der Infizierten, eben weil die verschiedenen Altersgruppen höchst unterschiedlich getestet werden. Auch die Daten zum Anteil der verschiedenen Omikron-Varianten und die Berliner Corona-Ampel fallen künftig weg, sei es weil die Variante BA.2 klar das Geschehen dominiert oder weil sie schlicht schon lange kein Entscheidungskriterium mehr ist.

Weiterhin stellen wir die Entwicklung der Testpositivität und die Testzahlen dar, wenngleich auch das vor allem als Diskussionsgrundlage dienen soll.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Nicht ganz. Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen abzufangen, indem wir nachträgliche Korrekturen auf mehrere Tage verteilen.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Berlin, Brandenburg und auch das RKI haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 verzichtet darum vorerst auf eine Aktualisierung am Wochenende und führt nachträglich am Montag die Datenstände für Samstag und Sonntag fort.

Warum wählt rbb|24 einen Sieben-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen und Sterbefällen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der Sieben-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist ein Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zum Vergleichszeitraum mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen, Tests, Intensivfälle etc. gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zum Vergleichszeitraum mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen, Tests, Intensivfälle etc. gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Klinikfälle, weil hohe Infektionszahlen oder gar hohe Belastungen in einer Klinik nicht notwendigerweise mit dem Infektionsgeschehen dort zu tun haben. Deshalb soll auch nur der Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermieden werden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen. Ferner impliziert der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und im Idealfall isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben. Daher verzichtet rbb|24 auf eine Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [Thorsten T] vom 06.08.2022 um 16:46
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1432 Kommentare

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  1. 1432.

    Ein Forum ist ein denkbar schlechter Ratgeber. :)
    Besprechen Sie das besser mit Ihrem Hausarzt und treffen Sie dann eine Entscheidung, mit der Sie sich wohlfühlen.

    Einen aktuellen Beitrag zu den Stiko-Empfehlungen finden Sie hier:
    https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2022/09/staendige-impfkommission-stiko-covid-19-auffrischimpfungen-omikron-variante.html

  2. 1431.

    Geht mir genauso. Zur Zeit ist meine Entscheidung eher gegen eine 4. Impfung. Ob ich bisher infiziert war, weiß ich nicht. Ich meine nein, renne aber auch nicht dauernd ohne Grund zum Test. Also wer weiß?

  3. 1430.

    Ich habe mal eine Frage hier im Forum. Lohnt sich überhaupt noch eine Impfung? Bin 3x geimpft, die letzte im Dezember. Hatten glücklicherweise noch kein Corona. Wollen im Oktober nach Griechenland. Ich weiß es nicht mehr?

  4. 1429.

    Lob von der WHO für das Pandemiemanagement von Deutschland:
    https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/who-einfluss-deutschlands-pandemie-unuebertroffen-37319718

  5. 1428.

    „Neue Virusvarianten, die Immunsystem und Medizin ein Schnippchen schlagen, wurden bereits isoliert. Doch nicht nur die Aktivität des Virus bereitet den Expertinnen und Experten Sorgen. Die menschliche Immunreaktion erweist sich als stur und unflexibel.„ Ah endlich wissen wir warum die Impfungen nicht so wirken wie versprochen ;-)

  6. 1427.

    Sorry, ich war erst verwirrt über den vermutlich vertauschten link, aber das Datum ist doch der Anfang des Ukraine Krieges. Dazu mein Kommentar. Ansonsten beobachte ich die Lage und hoffe, gestützt auf den Verlauf der Staaten der Südhalbkugel, auf keine Verschärfung der Corona Situation wegen der Saison. Es sei denn, ein neuer Virustyp kommt mächtig. Zur Zeit wird einiges mit dem Ende der Urlaubszeit, und auch der Rückkehr deszuständigen Personals, zu tun haben.

  7. 1425.

    Ich finde zumindest einen Teil der Kriterien schon merkwürdig.
    Pauschal die Situation in anderen Ländern für die Gefährdung in Deutschland heranzuziehen…
    Die Verfügbarkeit von Schutz und Behandlungsmaßnahmen… wo gibt es denn da einen Engpass ?
    Die aktuelle Lage … in Deutschland.. ach hat man die datenmisere, die von den immer neuen Expertenräten bemängelt wurde, entscheidend verbessert ?
    Aber wegen meiner kann man die auch als hoch einstufen… in Deutschland.

  8. 1424.

    Der link ist vom 24.02.2022. Seitdem ist die Gefährdungslage wirklich hoch. Wenn nicht sogar erschreckend hoch.

  9. 1423.

    Im zweiten Absatz „risikobewertung“ … das ist der Link … da steht dann „hoch“
    Die Risikobewertung ist dann schon speziell … vermutlich wird sich das nicht mehr ändern.

  10. 1422.

    Im aktuellen RKI-Wochenbericht vom 22.9. (S.4) fehlt zum dritten Mal in Folge die Feststellung, dass die Gefährdungslage durch Corona "hoch" sei. Wann sieht das die Politik endlich ein?

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2022-02-24.pdf?__blob=publicationFile

  11. 1421.

    Die 7d-Meldeinzidenzen von Berlin und dem umschließenden Brandenburg passen n.m.M. nicht zusammen. In Berlin scheinen signifikant weniger Meldungen relativ zu Brandenburg registriert zu werden, deutet für mich auf eine systematische Untererfassung in Berlin hin relativ zu Brandenburg.

  12. 1420.

    Das RKI weist darauf hin, daß die Berechnungsbasis aktualisert wurde:
    "Seit dem 21.09.2022 verwendet das RKI für die Berechnung der Inzidenzen die Daten der Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamtes mit Datenstand 31.12.2021. Dadurch kann es zu leichten Änderungen bei den Inzidenzen kommen."
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

  13. 1419.

    "können lediglich als grobe Schätzwerte betrachtet werden" In dem Sinne war es auch als grobe Klassifizierung in zwei Klassen gedacht und die Todesziffern wurden nur als Anhaltspunkt für die Größenordnung gesehen.

  14. 1418.

    "Wenn man sich die gemeldeten Todesziffern ansieht"

    dann sollte man m. E. daran denken was da im Einzelnen gezählt wurde. Fakt ist: es gab zwar eine durchaus "großzügige" Definition des Covid-19 Todesfalles, die von der WHO vorgeschlagen sowie propagiert und von den meisten Industrienationen angenommen wurde unbeachtet dessen, dass man nicht zwingend das Krankheitsbild entwickelt musste um in der Todesstatistik zu landen. Es gab aber keine international einheitliche Methode zu testen, Krankheitsgeschehen zu verfolgen und statistisch zu erfassen. Dadurch sind sämtliche Todesstatistiken weder auswertbar noch interprätierbar und können lediglich als grobe Schätzwerte betrachtet werden wenn die Rahmenbedingungen ähnlich waren. Es war aber mitnichten so, dass die Restriktionen auf dem Papier immer denen in der Wirklichkeit entsprachen. Deshalb wäre ich mehr als vorsichtig was die Interpretation anbetrifft.

  15. 1417.

    Bedauerlicherweise nicht viel. Eine gescheite Datenerfassung ist möglich, scheint nicht gewollt. Es wäre schon mal ein Anfang, wenn alle BL nach Bremer Art bei der Hospitalisierung nach 'wegen' und 'mit' aufschlüsseln würden.
    Zu den Todesfällen. 'Aufgeräumt' ist erst ein Jahr später. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sonderauswertung-todesursachen.html
    2020: öffentl. kommuniziert 41.642 > ausgewertet 38.510 > 7,52% weniger
    2021 (bis Sep, der bis dato erst zu 93% ausgewertet ist): 51905 > 49380 > 4,86%
    Finale Zahlen für 2021 sind dann jetzt im Nov. zu erwarten.

  16. 1416.

    Stimmt, in Italien trägt man wohl auch FFP2. Hier wurde immer wieder vorgetragen, dass nur wir Deutschen dies tun dürfen und ich hab das in diesem Fall einfach ungeprüft übernommen. Sorry! *Schäm*
    "N95=FFP2: 83%" Nur noch 83%? Da waren wir doch laut div. Studien doch schon höher?
    66% vernünftig getragen ./. 83% widerwillig aufgesetzt, sollte man hier vielleicht auch mal überdenken.

  17. 1415.

    Das mit den Masken haben wir jetzt wohl durch, nur die Menschen, so wie wir nun mal sind, passen nicht zu Ihren Zahlen, die meiner Erinnerung nach in Zusammenhang mit einer uralten Studie aus Dörfern in Bangladesch, mit Stoff- und gewaschenen O.P - Masken und völlig anderer Infektiosität des Virus -Typs. Übrigens, die aktuellen ital. Zahlen sind genauso schlecht wie die deutschen. (Nach Vorgabe Ihrer Rechnung Deutschland : Dänemark). Erkenntnismäßig nicht sehr erhellend.

  18. 1414.

    " Nur in Deutschland ist man mal wieder klüger ;)"... können Sie so nicht sagen. Denken Sie an Italien. Italien hat in der Kulturgeschichte historisches hervorgebracht: In der Antike war Italien die Kernregion des Römischen Reiches. Von Oberitalien ging die Renaissance aus, von Rom danach das Barock; das Königreich Italien stieg im 19. Jhd zur industrialisierten Großmacht auf. Die Italiener tragen FFP-2 Maske genau wie wir in Berlin. Wir sind nicht klüger, denn wir tun ja nicht mehr als die Italiener, nur genauso viel. Trotz Goethe & Schiller sind wir also höchstens ebenso klug ;-)
    Und hier noch ein Schmankerl aus Amerika: Das dortige CDC empfielt sich die Maske auszusuchen die man will, aber wichtig ist dass sie dicht (!) anliegt. Dazu dann noch ein nettes Bild über die Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen:
    Stoffmaske: 56% - OP: 66% - N95=FFP2: 83%:
    https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/71/wr/mm7106e1.htm
    ein bisschen runterscollen, Bild ausdrucken + aushängen !

  19. 1413.

    Dann habe ich das falsch interpretiert, Entschuldigung.
    "Und solange hierzulande nicht veritabel nach 'mit' und 'an' differenziert wird, sind die Zahlen nur Zahlen." Und warum bemüht man sich dann nicht um einen saubere Erfassung und hat dann wirklich belastbares Zahlenmaterial? Der Expertenrat hatte doch genau das angemängelt vor langer Zeit, daß kaum wirklich belastbares Datenmaterial in Deutschland erhoben wird. Was hat sich seit dem geändert?

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