Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020. Oben links: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020. (Quelle: rbb24/datawrapper)
Bild: rbb24/datawrapper

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske und Arne Schlüter

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 28.07.2021, 06:30 Uhr):

- Berlin: 24,8
- Brandenburg: 5,7

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 28.07.2021, 08:30 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 197
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 66, davon werden intensivmedizinisch 36 Personen behandelt und hiervon wiederum 16 beatmet.
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.581 (+0)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 28.07.2021, 10:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 45
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 17, davon werden 6 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 4 beatmet
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.817 (+0)

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Wichtiger Hinweis: Der Berliner Senat hat zum 23. Juli 2021 sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens geändert. Statt des 4-Tage-R-Werts wird als neuer Indikator innerhalb der Corona-Warnampel die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz verwendet.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Wie verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten?

Der Wildtyp des Corona-Virus ist zunehmend von Varianten verdrängt worden, die sich besser ausbreiten und teilweise auch häufiger zu schweren Verläufen führen können. Teilweise wurde gezeigt, dass von einer Erkrankung mit dem Wildtyp Genesene an diesen neuen Varianten erkranken können.

Gleichwohl bieten die aktuellen Daten aus Studien zu Impfstoffen Hoffnung. Es sieht so aus, dass die Impfungen auch gegen diese Varianten helfen, sofern ein voller Impfschutz vorliegt. Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland sieht wie folgt aus:

Für den Moment zeigt rbb|24 hier nicht die Zahlen für Berlin und Brandenburg aus den RKI-Berichten [rki.de]. Zum einen, weil nur die Stichproben auf Bundesebene repräsentativ gezogen werden. Auf Länderebene oder in Laborverbänden wie ALM wird dann sequenziert, wenn zum Beispiel durch Ausfall bestimmter PCR-Marker oder Reisehintergrund der Infizierten es Verdachtsmomente gibt [rki.de]. Zum anderen, weil es aktuell keine maschinenlesbare Version der in den Berichten gezeigten Tabellen gibt.

Gleichwohl zeigen wir an dieser Stelle auch die Verteilung der Varianten in Nachbarländern und wichtigen Urlaubsländern Deutschlands. Diese Auswertung basiert auf dem Projekt Covariants.org, das hierfür Daten der Sequenzierungsdatenbank GISAID benutzt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass hier die Stichproben verzerrt sein können.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Wichtiger Hinweis: Der Berliner Senat hat zum 23. Juli 2021 sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens geändert. Statt des 4-Tage-R-Werts wird als neuer Indikator innerhalb der Corona-Warnampel die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz verwendet.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Wochentrend der 7-Tage-Inzidenz (seit 23.07.2021)

Der Wochendtrend ersetzt den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert. Dieser konnte den Trend bei der Anzahl von Neuerkrankungen sehr zeitnah abbilden, so das RKI. Allerdings war der Wert sehr schwankungsanfällig, etwa bei einzelnen Ausbruchsgeschehen oder wenn Daten verzögert übermittelt wurden. Der Wochentrend zeigt nun an, wie stark die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche gestiegen oder gesunken ist.

Bis 0 Prozent Veränderung bleibt die Ampel auf Grün. Am besten sind Werte im Minusbereich: Das würde bedeuten, dass die Inzidenz sinkt, das Infektionsgeschehen also abnimmt.

Liegt der Trend zwischen 0 und 40 Prozent, der Trend zeigt also eine Zunahme der Infektionen, springt die Ampel auf Gelb.

Alles über 40 Prozent heißt: Die Ampel wird rot.

Die jeweilige Schwelle muss drei Tage in Folge überschritten werden, damit sich die Ampelfarbe ändert. Sprich: Liegt der Trend etwa drei Mal über 40 Prozent, wird die Ampel rot.

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 20, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 20, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 30, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 15 Prozent liegt. Steigt der Wert über 15 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 25 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, wieso wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet grundsätzlich keine neuen Daten am Wochenende mehr. Damit Trends und Infektionsdynamik von den Wochenenden nicht zu sehr verzerrt werden, nutzt rbb|24 am Wochenende die neuen Fallzahlstände des Robert-Koch-Instituts (RKI). Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an Freitagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfzierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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7935 Kommentare

  1. 7934.

    Sie reden da ein wenig aneinander vorbei.
    1. die ffp2 Maske dient dem Selbstschutz und hat natürlich den Effekt damit auch andere zu schützen.
    2. gemeint ist hier vor Corona … also es gab schon immer Menschen die besonders schwer auf bestimmte Viren oder Bakterien oder was auch immer reagiert haben, die sich nicht gegen welche Krankheit auch immer impfen lassen durften bzw. bei denen die Impfung aus welchen Gründen auch immer nicht gewirkt hat
    Grob gesagt diese Menschen mussten selber sehen wie sie klar kommen, es gab keinen allgemeinen Aufruf alle müssen auf diese Rücksicht nehmen
    Und genau das wird in absehbarer Zeit auch bei Corona eintreten

  2. 7933.

    Mal wieder was zur Suche nach den Ansteckungsorten:
    https://www.spektrum.de/news/coronavirus-wo-ist-das-ansteckungsrisiko-im-herbst-hoch/1898959?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

  3. 7932.

    Also wenn ich die Tabelle jetzt öffnen, stehen da an den 3 Tagen ganz andere Werte für die 7-Tage-Inzidenz, als Sie geschrieben haben. Die scheinen also nachträglich auch korrigiert zu werden, obwohl es mal hieß, die werden nicht korrigiert. Wieder sehr interessant.

  4. 7931.

    "Ham wa früher auch nich"
    Es mag traurig klingen, ist aber Realität. Sie hatten sich vor Corona sicherlich auch keine Gedanken über fremde Menschen gemacht, denen Infektionen gefährlich werden konnten. Diese Menschen mussten schon immer allein (bzw. mit Hilfe ihrer Angehörigen) zurechtkommen. Corona ist keine exklusive Gefahr für sie.

    Noch ungeimpfte Impfwillige werden täglich weniger und sollten inzwischen auch keiner Risikogruppe mehr angehören, sind also nur in absoluten Einzelfällen durch Covid gefährdet. Hierfür weiterhin einen riesigen Testapparat (von unzureichend genauen Tests; 50% falsch positiv / 50% falsch negativ) vorzuhalten ist in meinen Augen sinnlose Verbrennung von Steuergeldern.

  5. 7930.

    "Das kann man testen, wie bei anderen Impfungen oder durchgemachten Erkrankungen auch."
    Natürlich könnte man das. Darf ich fragen: wie stellen Sie sich das praktisch vor? Wir schaffen es nicht die Menschen in Impfzentren zu bewegen, wir schaffen es seit Anfang der Pandemie nicht Kontakte zurück zu verfolgen, wir schaffen es nicht an den Grenzen zu testen. Und nun sollten etwa regelmäßig bei allen Geimpften und Genesenen Blutentnahmen statt finden um AK-Titer im Verlauf zu bestimmen? Wer soll diese 60 Millionen Blutentnahmen bewerkstelligen, welche Labore sollen die Bestimmung durchführen und vor allem wer soll die Ergebnisse erfassen und auswerten?

  6. 7929.

    Der u.a. Link zeigt auf die offizielle Datei "all.xlsx" des Landes Berlin (Berlin Open Data), in der u.a. die 7-Tage-Inzidenzen dargestellt sind.
    Versuchen Sie mal, die heutigen Werte der Berliner Ampel (40%, 34%, 37%) anhand dieser Datei von heute nachzuvollziehen. (Bzw. morgen dann die entsprechenden Werte der morgigen Datei.)

    Für heute ergäben sich
    26.07.21: 24,7 zu 17,7 --> 39,5%
    25.07.21: 24,5 zu 17,7 --> 38,4%
    24.07.21: 24,5 zu 17,4 --> 40,8%

    Sorry, aber diese inkonsistente Behandlung der Daten ist unglaublich.
    Oder vielleicht ist das Großprojekt "Neuberechnung von drei Prozentzahlen" noch in der Einschwingphase...

    https://www.berlin.de/lageso/gesundheit/infektionskrankheiten/corona/tabelle-indikatoren-gesamtuebersicht/index.php/index/all.xls?q=

  7. 7928.

    Selbstschutz ist ja nicht so einfach. Auch die Maskenplicht dient ja in erster Linie dem Schutz der anderen. Ohne die passenden Rahmenbedingungen ist es schwierig, sich zu schützen. - Wenn Menschen ohne Maske dicht an einen herankommen auf der Straße, auf der Arbeit, im ÖPNV, beim Einkaufen, bei der Arbeit .... - Wenn die Menschen auch einfach nicht mehr sensibel sind für Abstand.
    Den zweiten Teil Ihrer Antwort verstehe ich nicht ganz. "Vor Corona" gab es natürlich keine Notwendigkeit, sich um den Schutz der Menschen vor Covid Gedanken zu machen. Bei anderen Krankheiten hat man das durchaus (früher: Pocken, jetzt noch: Mumps, Masern, Röteln, Polio ...). Die Frage, wie man die Menschen schützen kann oder beim Selbstschutz unterstützen kann, muss man sich schon stellen. Ein billiges "Ham wa früher auch nich" reicht hier nicht aus.

  8. 7927.

    Technischer Nachtrag. Die 7d-Inzidenz, die Sie meinen ist bereits ein Anstieg und zwar der normierte Anstieg der (gesamt) Inzidenz. Der Anstieg der Inzidenz ist damit eine Krümmung des Anstiegs. Wenn dieser Anstieg der 7d-Inzidenzen von Tag zu Tag (ihr Beispiel) die gleiche relative Änderung hat (bei Ihnen pro Tag 100%, also Verdopplung jeden Tag => gibt eine nette Reihe von 2er Potenzen) dann ist es eine e-Funktion - nichts abgehobenes, reines Schulwissen zu Ableitungen und zur e-Funktion. Man darf sich das aber nicht ewig vorstellen, da die Werte bald größer wären als ihre Population (nach 16 Schritten wäre sie bei 2^16 = 65536 (=64K für die C64-Fans), also in der Summe bis dahin 2^17 = 131072 (das war der C128); wenn sie nur 100k als Population hätten, wäre dann absoluter Schluß - in Berlin ginge es noch etwas weiter, aber halt nur als Gedankenspiel, nie in einer realen Epidemie).

  9. 7926.

    Eine Stimme aus der Schweiz:
    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/forscher-empfiehlt-deutschland-abkehr-von-sieben-tage-inzidenz/ar-AAMCoRd?ocid=msedgdhp&pc=U531

  10. 7925.

    Berlin und das RKI melden doch tatsächlich seit dem 20.07.2021 die selben Fallzahlen und 7-Tage-Inzidenz. Mal sehen, wie lange sie das durchhalten.

  11. 7924.

    "So geht Mathematik und gibt nicht in jedem Fall die wirkliche Realität wieder." Ich verstehe das Problem nicht. Die genannte Steigerung im Beispiel ist doch dann die Realtität, Mathematik ist objektiv. Sie meinen etwas anderes. Sie extrapolieren wahrscheinlich das Ergebnis weniger Tage in Gedanken unverändert weit in die Zukkunft und schütteln darüber dann den Kopf. Aber das ist nicht die Schuld der Mathematik, das wäre nur Ihr persönliches Modell der weiteren Entwicklung, das großteil auf Phantasie und nicht Mathematik weniger Tage des Beispiels beruht.

  12. 7922.

    @rbb ich hatte beim durchscrollen durch den endlosen Artikel einen Gedanken. Könnte man vielleicht die Erklärblöcke zum Schluss als Aufklappmenü, link oder in ein FAQ separat packen? Die meisten sind hier doch Dauergäste und brauchen den Text nicht…

  13. 7921.

    In der Tat sollte es vergleichbar mit dem Trend einen Grenzwert geben, also wenn die Differenz +-5/ 10 / ? Ist, gilt der Trend als gleichbleibend, auch wenn % explodieren.

  14. 7920.

    Die Daten aus GB werden schnell nicht mehr beachtet.
    Indien hat nach dem Höchststand der durch alle Medien ging schon länger nur noch 10% dieses….
    USA hat alle Maßnahmen abgeschafft…. man könnte meinen sind alle tot, so wenig wie darüber was gesagt wird.
    Dänemark hat nur im ÖPNV noch eine Maskenpflicht…. auch hier Stille.
    Überall wo es zu keinen großen Auswirkungen mehr kommt wird nicht mehr drüber berichtet. Dann schon lieber, das Frankreich eine impflicht für bestimmte Berufe einführen will.

  15. 7919.

    "Zumindest bis alle Willigen die Möglichkeit zum Aufbau eines vollen Impfschutzes hatten, sollte man die bisherige Praxis beibehalten."
    Warum können sich Impfwillige bis zum Aufbau Ihres Schutzes nicht unabhängig von der Inzidenz selbst weiter wie bisher schützen, wenn sie das möchten?

    "Danach bleibt die Frage, wie wir damit umgehen, dass es Menschen gibt, die nicht geimpft werden können und für die Covid eine gravierende Gefahr darstellt."
    Diese Frage beantworten die betroffenen Menschen für sich selbst, indem sie sich, so wie vor Corona und derzeit auch, selbst schützen. "Wir" müssen damit gar nicht umgehen - haben wir vor Corona schließlich auch nicht.

  16. 7918.

    mal angenommen, die Inzidenz wäre heute Null, morgen 1 und übermorgen 2, dann ist das doch ein Anstieg um 100% (oder um 200%). Hört sich gruselig an, ist es aber nicht, weil die Egebniszahlen von der absoluten Zahlenhöhe (100 oder 200%) undramatisch bleiben. So geht Mathematik und gibt nicht in jedem Fall die wirkliche Realität wieder.

  17. 7917.

    Nein, Sie sind weder "praktisch auch geimpft" noch "geimpft". Unter umständen können Sie aber Immunität gegen Erreger aufgebaut haben, wobei es kann mit Sicherheit nicht gesagt werden, ob Sie dadurch ausreichend vor Erkrankung geschützt werden.
    Dies gilt für alle, die wg. eines positiven PCR-Befunds als "Infizierte" bezeichnet werden und als Fälle in COVID-19 Statistiken einfließen unabhängig davon ob Sie dann klinisch erkrankten oder auch nicht. Gesundheitsbehörden dieser Welt haben so entschieden.
    Sie können allerdings mit Ihrer Vermutung im gewissen Sinne richtig liegen, weil das oben gesagte auch für Impfung und den Immunstatus danach gilt.

  18. 7916.

    Also bei Berlin.de stehen + 40 %. Also schön aufgerundet oder paar Fälle drauf gepackt...

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