Entwurf für Konferenz der Gesundheitsminister - Offenbar mehr Impfangebote für 12- bis 17-Jährige geplant

Archivbild: Ein medizinischer Mitarbeiter verabreicht einer 13-jährigen eine Impfung gegen das Coronavirus in einem Impfzentrum in einer Sporthalle. (Quelle: dpa/R. Mee)
Bild: dpa/R. Mee

Jugendliche sollen nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Zustimmung für diesen Vorstoß kommt sowohl aus Berlin als auch Brandenburg.

Die Gesundheitsministerien der Länder wollen offenbar künftig mehr Covid-19-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren anbieten. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Gesundheitsministerkonferenz am Montag hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

Müller wirbt für Impfung von Kindern und Jugendlichen

Demnach wollen die Länderressortchefs gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschließen, dass alle Bundesländer Impfungen für Zwölf- bis 17 -Jährige in Impfzentren anbieten – eine ärztliche Aufklärung sowie die Zustimmung der Eltern werde dabei sichergestellt. Zusätzlich sollen auch zugelassene Haus- und Kinderärzte, sowie im Rahmen der Impfung der Angehörigen von Beschäftigten Betriebsärzte, die Impfungen durchführen können.

Impfungen bei Kindern und Jugendlichen seien "überhaupt nicht so risikoreich, wie viele befürchten", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Dass die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern die Impfungen für diese Altersgruppe nun vorantreiben wollen, halte er für "sehr sachgerecht", sagte Müller.

Auch Brandenburg will dieser Linie folgen

Brandenburg zeigte sich offen und will für diesen Vorstoß votieren. "Wir brauchen jetzt im Interesse der Familien eine klare Orientierung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, wenn Eltern zustimmen", erklärte am Sonntag der Sprecher des Potsdamer Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse. "Es stehen Impfstoffe zur Verfügung, die ab dem 12. Lebensjahr zugelassen sind. Sie sind geprüft, sicher und wirksam", so Hesse weiter. In vielen anderen Ländern seien die Impfungen von Kindern und Jugendlichen bereits Praxis. Auch mit Blick auf das Ende der Ferienzeit und den Schulstart sei es für einen breiten Infektionsschutz entscheidend, dass sich jetzt mehr Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre impfen lassen könnten.

Stiko hält sich mit Empfehlung noch zurück

Bereits Anfang Mai hatten sich alle Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder darauf verständigt, dass alle Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bis Ende August ein entsprechendes Impfangebot bekommen sollen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige bisher nicht generell, sondern nur für Risikogruppen. Die Europäische Arzneimittelagentur hat allerdings die Impfstoffe von Biontech und Moderna generell für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern können sie sich also bereits jetzt impfen lassen.

Entwurf plant auch Auffrischungen für Risikogruppen

Aus dem Entwurf für die Gesundheitsministerkonferenz geht zudem hervor, dass jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen Impfungen angeboten werden sollen. "Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen", zitiert die “Bild am Sonntag“ aus dem Entwurf.

Das Papier sieht demnach auch Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen vor, die bereits in wenigen Wochen beginnen sollen. Ab September sollen vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein drittes Mal geimpft werden.

Vollständig Geimpfte, die mit einem Vektorvirenimpfstoff geimpft wurden, sollen dem Entwurf zufolge die Möglichkeit bekommen, sich beim dritten Mal mit dem mRNA-Vakzin der Hersteller Pfizer und Biontech impfen zu lassen. Für Pflegeeinrichtungen und Altenheime sollen dafür wieder mobile Impfteams eingesetzt werden.

Sendung: Inforadio, 1. August 2021, 7:40 Uhr

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74 Kommentare

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  1. 74.

    Letzter Versuch einer Antwort, irgendwem gefällt nicht, was ich schreibe oder es gibt wieder technische Probleme, who knows!
    Stimmt, warum sollte ein Land mit 60 Millionen MEHR Menschen mit Adipositas und Begleiterkrankungen auch andere Probleme haben?
    Nicht ich sage das, das sagen Daten die dem RKI vorliegen! Einfach mal ein paar Interviews schauen mit stiko-Mitgliedern, sie erklären ihre Entscheidung sehr gut und argumentieren auch auf Vorbehalte. Kann man aber auch selber drauf kommen, ist ja kein Geheimnis!
    Ich bin nicht für Lockerung, sondern alle massnahmen bis zum Ende der Pandemie für alle gelten zu lassen! Ist ja keine regionalliga sondern eine Weltmeisterschaft. Welche das sein sollen, da stimme ich nicht mit den erhobenen überein, das ist korrekt! Sie kennen mich aber gut, mit welchen Ländern argumentierte ich denn was genau?

  2. 73.

    Wegen gerade mal 25 Toten Kindern und Jugendlichen? DAS SIND 25 TOTE ZUVIEL, Sie Sollten mal über Ihre Wortwahl nachdenken

    Oder was würden Sie sagen wenn jemand schreibt es sind doch nur diese 7 Kinder des Kommentarschreibers gestorben?

  3. 72.

    https://www.zusammengegencorona.de/impfen/

    https://www.zusammengegencorona.de/leichtesprache/

  4. 71.

    Die Stiko rät ja nicht von der Impfung ab, sie empfiehlt sie nach Abwägung des Nutzens für gesunde Kinder und Jugendliche lediglich nicht. Wie schon so oft gesagt: Wer möchte und davon überzeugt ist, kann seine Kinder impfen lassen. Wozu also dieser durch nichts gerechtfertigte Druck der Politik auf eine Expertenkommission?

  5. 70.

    Die Stiko rät ja nicht von der Impfung ab, sie empfiehlt sie nach Abwägung des Nutzens für gesunde Kinder und Jugendliche lediglich nicht. Wie schon so oft gesagt: Wer möchte und davon überzeugt ist, kann seine Kinder impfen lassen. Wozu also dieser durch nichts gerechtfertigte Druck der Politik auf eine Expertenkommission?

  6. 69.

    Impfpflicht waere das Richtige und alle die das nicht machen spaeter für die Kosten augekommen lassen wenn sie doch erkranken wie Lohnausfall und Behandlungskosten

  7. 68.

    Impfpflicht waere das Richtige und alle die das nicht machen spaeter für die Kosten augekommen lassen wenn sie doch erkranken wie Lohnausfall und Behandlungskosten.

  8. 67.

    Bedenkt:
    Die Pharmaindustrie ist an der Weltgesundheit genauso interessiert, wie die Waffenindustrie am Weltfrieden.

  9. 66.

    Richtig warten wir erst einmal ab und wenn wegen ihrer Meinung ein paar Millionen Menschen gestorben sind ist das auch egal. Zu ihrer wirren These einfach einmal sich bei Experten erkundigen.

    https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/corona-impfung-faq-krebs-100.html

  10. 65.

    Das mit ihr angeblich vielfach hören tödlichen Nebenwirkung belegen sie doch bitte.
    Vorab ein Link für Sie:

    https://correctiv.org/faktencheck/2021/05/07/meldung-ueber-tote-kinder-nach-covid-19-impfung-fuehrt-in-die-irre

  11. 64.

    Leider wird/wurde meine Antwort an Sie nicht veröffentlich; weiß der Deibel warum.
    Sie verwechseln mich, denn ich argumentiere für Gleichheit innerhalb einer Solidargemeinschaft und einheitliche Regeln, bis die Pandemie (nicht Epidemie) vorbei ist. Kein Urlaub, keine Konzerte, usw.! Falls doch, dann für alle gleichermaßen und nicht gestaffelt oder für Geimpfte, die "Richtigen" halt, usw.!
    Ich wäre eher für eine Strategie, wie sie Schweden fährt, halte sie aber in Deutschland nicht für umsetzbar, weil es hier zu viel Gleichgültigkeit untereinander gibt, zu wenig Durchhaltevermögen und mehr Gesellschaftskrankheiten aufgrund schlechter Lebensgewohnheiten. Aber haben Sie auch Argumente einzubringen oder wollten Sie einfach nur ein wenig sticheln?
    Alternativlosigkeit zu propagieren und stur einzuhalten, seitens der Politik und gegen gemachte Erfahrungen vorangegangener Pandemien! Haben Sie meinen 1. Beitrag unten gelesen? Steht doch alles drin!

  12. 63.

    Die Stiko rät ja nicht von der Impfung ab, sie empfiehlt sie nach Abwägung des Nutzens für gesunde Kinder und Jugendliche lediglich nicht. Wie schon so oft gesagt: Wer möchte und davon überzeugt ist, kann seine Kinder impfen lassen. Wozu also dieser durch nichts gerechtfertigte Druck der Politik auf eine Expertenkommission?

  13. 62.

    Auweia, Auweia.
    Haben Sie sich vorher darum gescheert, wieviel Leute sterben und zwar an alle möglichen Krankheiten.
    Ihnen ist nicht mehr zu helfen. Zu Hause bleiben und alles Online abwickeln.

  14. 61.

    Aus meiner Sicht könnte das nun die Impfpflicht für Kinder und Jugendliche "durch die Hintertür" bedeuten, wenn als begleitende Maßnahme dann noch Tests kostenpflichtig werden. So weit ist es also schon gekommen. Und das, obwohl die Stiko das anders sieht.

    Hinweis für alle die es noch nicht verstanden haben: die Tests waren nie kostenlos. Der Steuerzahler zahlt.

  15. 60.

    .....tödlichen Nebenwirkungen in dieser Altersgruppe um ein Vielfaches höher sein dürften.

    Jetzt lassen wir mal schön die Kirche im Dorf!

  16. 59.

    Sorry ich meinte 13 Jahre er wird im September 14...

  17. 58.

    Auch noch mal für Sie.... Mein Kind ist 12 und bekommt KEINEN Termin in einem Impfzentrum.... Da gibt es Termine erst ab 16 Jahren....

  18. 57.

    Ich finde es empörend und verantwortungslos, wie sich Politiker über die wissenschaftlich gut begründeten Empfehlungen der Stiko zur Impfung von Kindern hinwegsetzen. Das sage ich als grundsätzliche Impfbefürworterin und selbst gegen Covid19 geimpfte.

  19. 56.

    "Impfungen bei Kindern und Jugendlichen seien "überhaupt nicht so risikoreich, wie viele befürchten" sagt ... Berlins Regierender Bürgermeister Müller!!! Ich finde die Impfempfehlungen von Söder, Schäuble, Müller - wer möchte noch? - wider die wiederholt sachlich begründete STIKO-Empfehlung nur für gefährdete Kinder inzwischen sehr gruselig. Wo führt das hin, das Vertrauen in ein Gremium wie die STIKO derart frech, anmassend und zunehmend aggressiv von politischer Seite zu untergraben?

  20. 55.

    Die Stiko, rät ja nicht von der Impfung ab, sie empfiehlt sie nach Abwägung des Nutzens für gesunde Kinder und Jugendliche lediglich nicht. Wie schon so oft gesagt: Wer möchte und davon überzeugt ist, kann seine Kinder impfen lassen. Wozu also dieser durch nichts gerechtfertigte Druck der Politik auf eine Expertenkommission?

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