Schüler und Lehrer in einem Gymnasium (Quelle: dpa/Waltraud Grubitzsch)
Video: Brandenburg Aktuell | 04.03.2021 | Anja Meyer | Bild: dpa/Waltraud Grubitzsch

Corona-Pandemie - Weiterführende Schulen in Brandenburg sollen ab 15. März wieder öffnen

Der Brandenburger Landtag hat sich am Donnerstag mit den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz zu den Corona-Maßnahmen befasst. Ministerpräsident Woidke hat dabei eine Öffnungsperspektiven aufgezeigt - zum Beispiel für Schulen.

Drei Wochen nach den Grundschulen werden in Brandenburg auch die weiterführenden Schulen der Sekundarstufen 1 und 2 wieder öffnen. Das kündigte Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) in einer Sondersitzung des Landtages an. Die Öffnung dieser Schulen ist im Wechselunterricht für den 15. März geplant. Die Grundschüler sind seit 22. Februar im Wechselunterricht zwischen
Schule und daheim.

Woidke sprach zudem über die weitere Umsetzung der Beschlüsse von Bund und Ländern zum weiteren Umgang mit den Corona-Beschränkungen. Einen Tag nach den Gesprächen der Regierungschefs gab er den Abgeordneten einen Überblick über die Öffnungsperspektiven für Brandenburg.

Woidke kündigte nach dem Corona-Gipfel die Möglichkeit von stufenweisen Lockerungen an. "In diesem Sinn sind in einem weiteren Schritt vorsichtige Öffnungen in Einzelhandel, bei Museen und Gedenkstätten, bei Sport und Outdoor-Aktivitäten vorstellbar", teilte der Regierungs-Chef am späten Mittwochabend mit. Das Kabinett werde am Donnerstag und Freitag darüber beraten. Eine Pressekonferenz ist für Freitagnachmittag geplant (rbb|24 streamt diese live).

Lockerungen ab 8. März

Woidke verwies auf den Beschluss, dass sich ab 8. März zwei Haushalte mit bis zu fünf Menschen treffen könnten. Körpernahe Dienstleistungen sollen mit Maske oder negativem Corona-Test möglich sein; das betrifft etwa Kosmetikstudios. Je nach Corona-Infektionslage sollen weitere Schritte möglich werden.

In Regionen von bis zu 100 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche soll das Einkaufen mit Termin erlaubt sein, Museen sollen öffnen, bei unter 50 fallen die Öffnungen großzügiger aus. Weitere Lockerungen sind davon abhängig, dass die vorherige Stufe 14 Tage lang nicht zu einer Verschlechterung des Wertes geführt hat - dann sind zunächst die Gastronomie im Freien sowie Kinos und Theater dran. Die Tests sollen ausgeweitet werden.

Der Corona-Stufenplan - hier auch zum Großklicken:

Der am 03.03.2021 beschlossene Stufenplan der Bundesregierung. (Quelle: rbb|24/Bundesregierung)

Kommunalpolitiker streiten über landesweite Regelungen

Auf Brandenburger Landkreis- und Kommunenebene stoßen die angekündigten Lockerungsschritte derweil auf ein geteiltes Echo. Frank Steffen (SPD), Bürgermeister von Beeskow (Oder-Spree), begrüßt die Lockerungen generell. Allerdings kritisiert er, dass sie sich lediglich auf Inzidenz-Werte stützen: "Wir sehen bei einem Flächenkreis wie Oder-Spree, dass die Inzidenzen immer wieder schwanken", sagte er am Donnerstag dem rbb. Er plädiert dafür, dass die Regeln eher kleinteilig an Orte angepasst werden. Der Landkreis Oder-Spree hat derzeit mit einer 7-Tage-Inzidenz von 65, 9 den höchsten in Ostbrandenburg.

Auch Gernot Schmidt (SPD), Landrat von Märkisch-Oderland, plädierte im Gespräch mit dem rbb für individuellere Lösungen, die an die Lage in den Landkreisen gekoppelt werden sollten. Schmidt hat bereits entschieden, dass bereits jetzt zwei Kosmetikstudios im Landkreis wieder öffnen können - vor dem eigentlichen Termin am kommenden Montag (8. März).

Der Bürgermeister von Bernau, Andre Stahl (Die Linke), fordert dagegen ein landesweit einheitliches Vorgehen. In ganz Brandenburg sollten die gleichen Regeln gelten, egal ob in Potsdam oder in Bernau. Anders sei dies den Bürgern nicht vermittelbar, sagte er am Donnerstag dem rbb. Ausschlaggebend für Lockerungen dürfe aber nicht nur der Inzidenzwert sein, sondern auch die Anzahl von schweren Verläufen, betonte der Linke-Politiker.

Sendung: Brandenburg aktuell, 04.03.2021, 19.30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

83 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 83.

    Der Ton macht die Musik.... Mein Kind zum Beispiel braucht KEIN Attest.

  2. 82.

    Das stimmt eben nicht, Christian, mein Kind ist JEDEN Tag in der Schule, ungeteilt. Wenn es sich ergibt und der Lehrer sportlich ist, nehmen sie sich zwei Arbeitsräume (die Schule ist ja sozusagen leer...) aber von TEILUNG kann hier keine Rede sein! Bitte mal informieren, jede Schule darf selber entscheiden, wie es laufen soll. Für uns wäre Teilung ein Rückschritt, weil bei uns mehr oder minder zufällig kaum Infektionen vorhanden waren, es waren mal Schüler in Quarantäne, aber das lag an deren Geschwistern oder Eltern, bzw. leider sehr oft an den Großeltern im Heim. Ansonsten lief es bisher gut.

    Das ist dann jetzt sicher vorbei, wenn wieder die digital-nicht-affinen Lehrer Kopien vermailen.

  3. 81.

    Wenn sie sich doch so sehr informieren, sollte in das nicht entgangenen sein:

    In der den Schulen vorliegenden Ergänzung des Rahmenhygieneplans wird ausgeführt, dass
    Auch Schülerinnen und Schüler mit Grunderkrankungen der Schulpflicht unterliegen und dass eine generelle Zuordnung zu einer Risikogruppe für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf aus medizinischer Sicht nicht möglich ist;eine Befreiung vom Präsenzunterricht im Regelbetrieb für medizinisch erforderlich gehalten wird, ist dieses durch ein ärztliches Attest nachzuweisen und der Schule vorzulegen. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler erhalten ein Angebot im Distanzlernen/-unterricht.
    Für Schülerinnen und Schüler, deren Haushaltsangehörige einer Risikogruppe zugehören, gilt entsprechendes.


    GUT zu lesen auf https://mbjs.brandenburg.de/kinder-und-jugend/weitere-themen/corona-aktuell.html

  4. 80.

    Und schon wieder reden SIE von Angst. Körperliche Unversehrtheit der Kinder bei einer Krankheit, die nur wenige betrifft und Kinder fast gar nicht.
    Hier sind die psychischen Schäden viel größer. Natürlich steht es jedem frei, sich zu Hause einzuschließen. Machen Sie die Türen erst wieder auf, wenn es keine Krankheiten mehr auf der Welt gibt. Viel Spaß.

  5. 79.

    Es gibt auch Leute die das nicht wussten, ich zähle auch dazu. Ich habe einfach in der Schule angerufen, und gesagt das mein Sohn ein Risikopatient ist. Ich brauchte auch kein Attest. Brandenburg hätte es halt so machen sollen wie Berlin und es den Eltern überlassen. So und jetzt atmen wir alle mal ganz entspannt aus.

  6. 78.

    Stimmt nicht. Die abschlussklassen (10 und 12, wo 12 das maximum ist 10 und 13, also 12 nicht, wo 13 das maximum ist) sind seit Mitte Dez im Wechselunterricht an der Schule. Das klappt ganz gut ohne den Stoff halbieren zu müssen. Die eine Gruppe kriegt eine ausführliche Erklärung mit Nachfragen vor Ort und Aufgaben und die andere Gruppe muss versuchen, möglichst selbst aus der schriftlichen Erklärung schlau zu werden und die Aufgaben zu bewältigen, bevor sie beim nächsten Mal ausgiebig nachfragen zur Thematik stellen können.

  7. 77.

    wir haben hier in wildau und umgebung fast alles an kindergärten und schulen die betroffen waren. jetzt mit der mutation ist es bestimmt besser wenn alles offen ist. altersheim in wildau ist seit wochen drin das da was ist. kw auch. einfach grob fahrlässig. für die , die immer ihre maske unter der nase tragen bestimmt nicht :-(((((( einige haben noch nicht begriffen das es jeden, auch 30-jährige , gesunde schwer erwischen kann. echt sehr traurig in dieser Gesellschafft.

  8. 76.

    das habe ich ja so geschrieben. wer dieses benötigt soll es auch haben. ich habe mit dem schulamt telefoniert und mit der schule selbst. keine aussage und unwissenheit. wie geschrieben, wer nicht klar kommt und wer nicht will oder kann. dann können denen kinder gern in die schule gehen. aber den zwang mach ich nicht mehr mit. die zahlen steigen wieder. die mutationen sind angeblich ansteckender und sorgen für mehr schwere verläufe auch bei jüngeren. ihr ja-sager könnt ja alles mitmachen. ich nicht!!!! ihr redet hier über grundrechte. eines davon ist die Unversehrtheit.
    UND ICH BIN SEIT EINEM JAHR SEHR STARK INFORMIERT!!!!!!!!! also bitte.

  9. 75.

    Ich habe nichts gegen Schulöffnung, nur gegen die Präsenzpflicht. Ist das den so schwer zu verstehen, in Berlin klappt es doch auch....

  10. 74.

    Ich glaube hier fehlen Informationen. In Berlin können die Eltern entscheiden, ob die Kinder in die Schule gehen und in Brandenburg können sich Risiko Familien mit einem Attest auch von der Schulpflicht für ihre Kinder befreien lassen. Was ist hier das Problem? Es wird allen entgegen gekommen. Also lassen sie doch den Eltern die Schulöffnung, die dies möchten aus welchen Gründen auch immer.

  11. 73.

    leider haben die zeichen nicht gereicht um zu ende zu schreiben.

    der springende punkt ist der... das ich es für unverantwortlich halte die schulen zu öffnen. für die leute die nicht anders können oder wollen, ok. dann sollen halt deren kinder in die schule gehen. vor einigen wochen hieß es noch das schulen infektionsherde sind. aktuell ist in eichwalde eine schule betroffen. also es geht wieder los. ich werde für den fall das in unserer situation ein schulzwang besteht anzeige erstatten wegen versuchter nötigung. ich habe seit fast einem jahr ein attest das ich risikogruppe bin. und das bin ich mehrfach:-((( leider. tochter diabetes mit schwer einstellbarem wert. haben wir schriftlich. ich mach diesen schwachsinn nicht mehr mit. hin und her. es sind nicht nur die alten gefährdet.

  12. 72.

    Sehr guter Beitrag. Sehe ich genauso. Ich möchte hier aber noch auf die fehlenden Öffnungsstrategien für die Berliner weiterführenden Schulen hinweisen. Herr Woitke ist da wieder einen Schritt weiter und schaut nicht auf die Wählerstimmen. Das Thema Bildung ist der kinderlosen Bundesrige einfach nur wie immer keinen Cent wert, da keine Wähler, und wird uns ja erst in 10-15 Jahren auf die Füße fallen. Es macht mich fassungslos. Frau Scheres wird von ihrer eigenen Fraktion einfach ignoriert, sie hätte schon längst früher geöffnet. Bin gespannt wie lange der Wechselunterricht laufen wird...

  13. 71.

    also es gibt nicht nur menschen in diesem land die über 70 sind und damit risikopatienten sind. ich selbst gehöre zu dieser gruppe. bin um die 50. meine frau bekommt auch tabletten für ihr herz. tochter ist diabetes typ 1. genetisch oder halt umweltbedingt. beides kann der auslöser gewesen sein. na auf jeden fall ist sie nicht dick und mit zuckersachen überfüttert, wie sich die meisten das so denken. !!!!!!!!!!!!
    so, um hier mal was klar zu machen. unsere tochter nimmt jeden tag sehr aktiv am Distanzunterricht teil. sogar so gut und zuverlässig das sie dauernd gelobt wird. bekommt viele sehr gute zensuren. die menge der aufgaben ist so gering das man zwischendurch genug pause hat. also von überforderung kann nicht die rede sein. wenn aber dann immer wieder 30% der klasse gar keine abgabe macht.... dann liegt das nicht an der schule oder am Homeschooling sondern am elternhaus. und die aufgaben sind recht einfach und schnell zu erledigen

  14. 70.

    ok - bisher waren die 10., 12. und 13. Jahrgänge an den Schulen OHNE Wechselunterricht JEDEN Tag anwesend. Das ist für die Abschlussjahrgänge dann natürlich ein echter Rückschritt, wenn sie kurz vor den Prüfungen nicht mehr täglich zur Schule dürfen. Das war so nicht geplant und macht die Abschlüsse nicht besser. Wir wissen ja, außer kopierten Arbeitsblättern aus anno Zopf kommt meist nix für die "freien" Tage...

  15. 69.

    Den Landräten die das ganze kleinteilig bewerten wollen, kann man nur beipflichten. Warum soll man in Kleinkleckersdorf Irgendwas schließen, nur weil in der Kreisstadt im Pflegeheim oder noch unverständlicher dem Kreis am anderen Ende des Landes die Luft brennt. In MOL scheinen einige Ämter seit Tagen oder Wochen keine Neuinfektionen mehr zu finden.
    Dann besser kontrolliert öffnen als konspirativ im Keller.

  16. 68.

    Ja ich glaube, dass ist nachher das Problem, jetzt öffnet man schnell, aber wenn die Krankenhäuser wieder voll sind, wird es dem Einzelhandel nicht viel helfen. Perspektivisch wäre es besser jetzt noch den Monat zu warten, weil dann wird es keine nächste Welle geben.

  17. 67.

    Keiner redet von Angst, nur sie. Es geht darum, dass man ab einer bestimmten Verbreitung die Sache nicht mehr unter Kontrolle hat. Übrigens Kindern steht auch körperliche Unversehrtheit zu.
    Corona als kleine Krankheit zu beschreiben ist schon super schräg. Wahrscheinlich ist das bei ihnen so ein Schutzreflex, man macht einfach die Augen zu, dann wird schon wieder alles gut sein.

  18. 66.

    Bitte Entschuldigen Sie , wenn ich Sie verletzt habe! So war das nicht gemeint! Die Geschäfte hätten gar nicht schließen dürfen. Aber ich befürchte, dass durch diese Art von Öffnung nicht gerade viele Kunden kommen werden und Ihnen damit nicht wirklich geholfen ist. Ich will doch nur sagen, wenn wir alle Masken tragen müssen, können wir doch wenigstens durch die Geschäfte schlendern, ohne Termin und Tests. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen alles Gute und viele Kunden und das Sie so etwas nie wieder erleiden müssen! Ich kann ihre Sorgen mitfühlen, weil selber erlebt.

  19. 65.

    Danke Jens, mein Reden! Kinder/Jugendliche gehören unter Gleichaltrige! Eltern können vieles kompensieren, aber nicht das Aufwachsen mit Gleichaltrigen und die Freunde. Ebenso Lebenserfahrungen und Streit-Konfliktlösungs-Wege mit Gleichaltrigen sowie Selbstvertrauen und Durchsetzungskraft... aber ich bin dafür, dass alle Eltern, die das Homeschooling toll finden und meinen sie sind die besseren Lehrer, ihre Kinder bis zum Schulabschluss in allen Fächern selbst unterrichten sollten, so wie im RahmenLehrplan jedes einzelnen Faches und die Kinder legen dann unter strengsten Hygienebedingungen ihre Prüfungen ab. Würde mich dann freuen, denn dann sind die Klassen leerer. Und an Nancy: es tut mir noch immer leid für sie und ihr Kind, aber bitte akzeptieren Sie, dass es arbeitende Eltern mit gesunden Kindern wichtig ist, dass die Schulen geöffnet sind und die Kinder unterrichtet werden!

  20. 64.

    Mein Kind ist Risikopatient und ich habe die Schule informiert... Sie sind froh das ich ihn nicht schicke.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren