Pandemiebekämpfung - Berlin und Brandenburg beraten 2G-Regel

Vor einer Bar im Hamburger Stadtteil St. Georg steht ein Hinweisschild, welches auf den Einlass nach der 2GRegel hinweist. (Quelle: dpa/Axel Heimken)
Bild: dpa/Axel Heimken

Erleichterungen für Geimpfte und Genesene - aber nicht für Menschen, die nur einen negativen Coronatest haben: Die Einführung der 2G-Regel könnte in Berlin und Brandenburg bald Realität werden, am Dienstag beraten die Landesregierungen darüber.

Weitere Erleichterungen für Geimpfte und Genesene mit Einführung der 2G-Regel beschäftigen am Dienstag die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg.

Zur Debatte steht, in welcher Form und in welchen Bereichen solche "2G"-Regelungen kommen könnten. Der rot-rot-grüne Senat hatte bereits in den vergangenen Wochen darüber diskutiert. Entscheidungen dazu wurden aber bisher mit Verweis auf die komplexe Materie und viele damit zusammenhängende Fragen nicht getroffen. Es gehe bei den Beratungen zunächst nur um eine "Option", sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem rbb. In einigen Bereichen, etwa den Clubs, sei das 2G-Modell durch ein Gerichtsurteil bereits vorgegeben. Kalayci verwies darauf, dass eine generelle Zugangsbeschränkung für Ungeimpfte grundrechtlich schwierig sein könnte. "Die Delta-Variante hat noch viel Raum, sich auszubreiten", so die Senatorin. "Es kann ein Moment kommen, wo wir einen Lockdown verhindern wollen, da würde 2G in Frage kommen." Durch weitere niedrigschwellige Impfaktionen wolle man aber zunächst versuchen, die Impfquote zu erhöhen.

Auch Brandenburg steht vor Einführung der 2G-Regel

Auch Brandenburg steht vor der Einführung der "2G-Regel", das Kabinett entscheidet am Dienstagnachmittag darüber, ob Veranstalter und Betreiber von Einrichtungen die Option haben sollen, nur diesen beiden Gruppen sowie Kindern bis zwölf Jahren einen Zutritt zu gewähren. Dafür sollen Corona-Auflagen wegfallen.

Die Brandenburger Landkreise und kreisfreien Städte sollen weitere Schutzmaßnahmen treffen können, wenn dies wegen eines Corona-Ausbruchs nötig ist, zum Beispiel eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Die neue Verordnung soll vom 16. September bis zum 13. Oktober gelten.

Das "2G"-Modell geht auf einen Vorstoß Hamburgs zurück. In Frage kommen dafür etwa Gastronomie und Hotellerie, Sport- oder Kultureinrichtungen. Bisher wird vielfach die 3G-Regel angewandt. Darunter fallen Geimpfte, Genesene und Getestete. Bei 2G bleiben Ungeimpfte außen vor, auch wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Senat berät über Wegfall der Quarantäne-Entschädigung für Ungeimpfte

Der Berliner Senat werde am Dienstag zudem darüber beraten, ob ungeimpfte Arbeitnehmer zukünftig eine Lohnentschädigung erhalten sollen. Über diese Möglichkeit werde am Dienstag beraten, kündigte Kalayci an. Sie kritisierte in der rbb-Abendschau den Bund für eine fehlende einheitliche Regelung.

Bereits Ende August hat Bayern für sich entschieden, dass diese Arbeitnehmer keinen solchen Anspruch mehr nach dem Infektionsschutzgesetz haben. In der vergangenen Woche sind weitere Bundesländer dem Modell gefolgt. "Was ich an der Sache kritisiere", sagte Kalayci: "Herr Spahn kommt mit solchen Ideen, ohne einen konkreten Vorschlag zu machen. Das kann man nicht den Ländern überlassen."

Das bundesrechtliche Infektionsschutzgesetz enthält die Möglichkeit, Arbeitnehmern einen entfallenen Lohn zu entschädigen, wenn sie in Quarantäne gehen müssen. Allerdings kann diese Entschädigung auch verweigert werden, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermeiden können. Zuständig für die Entschädiung sind jedoch bisher die Länder.

Sendung: Abendschau, 13.09.2021, 19:30 Uhr

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55 Kommentare

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  1. 55.

    Sprach ein geimpfter.... Warum regen Sie sich darüber auf? Wir geimpfte können uns doch uneingeschränkt bewegen.... Außerdem ist die 2G Regel doch nicht Pflicht, es kann doch jeder selber entscheiden....

  2. 54.

    Ich berate auch gerade mit mir, wer meine Stimme bei den Wahlen bekommt.
    Auf jeden Fall nicht die Spezialdemokraten und alle mit regierenden durch die Hintertür.
    Ich nenne alles so wie es ist: Zwangsimpfung durch die Hintertür.

  3. 53.

    Sie meinen also, ein "Superspraeder" ist genau so wenig gefährlich wie ein "Minispraeder"?
    Sie nutzen nur den Teil der Tatsachen, der für ihre Meinung nützlich ist.

  4. 52.

    Während es in anderen Bundesländern weiter geht, tritt NRW leider auf der Stelle, wohl auch Dank eines Ministerpräsidenten, der sich ausschließlich nur noch um seinen Wahlkampf zur Bundestagswahl zu kümmern scheint!
    Vielen Dank dafür!!
    Bleibt zu hoffen, dass er seine Drohung war macht und auch nach verlorener Wahl in Berlin bleibt und wir einen fähigeren Ministerpräsidenten bekommen!

  5. 51.
    Antwort auf [JustABerliner] vom 14.09.2021 um 11:04

    Mit einer ffp2-Maske schützt man überwiegend sich selbst, aber natürlich auch andere.

  6. 50.

    Es ist richtig, dass die Pandemie "in den geimpften" weiterläuft, und das ist auch wünschenswert. Eine Infektion zusätzlich zum vollständigen Impfschutz ist super für das Immunsystem. Ich habe vollen Impfschutz und hoffe, dass ich bald infiziert werde, um noch besseren Schutz gegenüber neuen Varianten zu erhalten.

    Im übrigen wird mittelfristig jeder infiziert werden. Die Frage ist nur: Will man geimpft infiziert werden und höchstwahrscheinlich einen milden Verlauf haben, oder entscheidet man sich bewusst für eine Infektion ohne jeden Schutz, weil man immer schon mal eine Intensivstation von innen sehen wollte?

  7. 49.

    Ich fürchte, wir werden eine Generation immunschwacher Menschen bekommen: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" gilt möglicherweise auch für das Immunsystem.
    Jeder hat ein sog. "Impfangebot" bekommen. Helge Braun hatte gesagt, dass dann kein Grund mehr für irgendwelche Maßnahmen besteht. Bitte dieses Versprechen einlösen.

  8. 48.
    Antwort auf [JustABerliner] vom 14.09.2021 um 11:04

    Falsch. Die FFP2 Masken dienen dem Eigenschutz. Alle anderen Masken vorrangig dem Fremdschutz.

  9. 47.

    Gut so! Das gibt denen, die weiterhin dorthin gehen noch mehr Platz und Abstand und verringert das Ansteckungrisiko!

  10. 46.

    Leider vergessen die Politiker stets ihr Geschwätz von gestern ... Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben!

    Und Manu ... welche "anderen Länder" meinen Sie?

  11. 45.

    Hi Immanuel, so sehr ich dir Recht gebe, aber das Marlenchen wird/will es wahrscheinlich nicht akzeptieren.

  12. 44.

    Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Die Pandemie läuft auch weiter, weil sich "Genesene" und "vollständig" Geimpfte ungetestet treffen dürfen, damit das Virus verbreiten und so die Entstehung neuer Varianten fördern können. Da braucht sich niemand auszunehmen. Ich verurteile jeden Impfgegner der Stimmung gegen die Impfungen macht, respektiere aber die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen für oder gegen eine Impfung. Von denen muß niemand als "Impfverweigerer" gebrandmarkt werden.

  13. 43.

    Um es noch einmal zu konkretisieren: ich gehe, voll geimpft, NICHT in Restaurants oder Kinos, weil ich mich nicht geimpft anstecken will! Ja, in Münster gabs einen Test, Club 2G - und? Ein größerer Anteil geimpfter Besucher ist erkrankt. Kein Bock darauf. Mir reichen die "NORMALEN" Erkälgungen der Saison völlig, die mit Husten, Schnupfen, Stimmverlust, Fieber, Gliederreißen einhergehen. Dann noch Corona-trotz-Impfung? Ne.

    Und ja, die Hälfte der Restaurants müssen schließen. Die meisten, die sich vor der Pandemie nicht rentierten, sind eh jetzt schon zu. Auch der x-te Handtaschenladen ist dicht.

    Wir können uns einfach mal auf das Wesentliche besinnen. Dafür muss die Pandemie noch ein wenig weiterlaufen. Tut sie auch, dank der Impfverweigerer ;-)

  14. 41.

    "PS: Ich bin geimpft, wäre allerdings froh, wenn ich diesen Zusatz bald wieder weglassen könnte"

    ...dann lassen Sie ihn doch weg. Sie müssen sich dafür genausowenig rechtfertigen wie für ein Nichtgeimpftsein!

  15. 40.

    Was für eine absurde Symbolpolitik. Da wird das einzige "G", was einen Infizierten erkennen könnte, gestrichen. Und "Genesene", bei denen ein Immunschutz alles andere sicher ist und "vollständig" Geimpfte, die ebenfalls Virusüberträger sein können, dürfen ungetestet in Gruppen zusammenkommen, damit vielleicht endlich eine Virusvariante entstehen kann, gegen die die aktuellen Impfstoffe gar nicht mehr wirken. Das ist komplett plan- und verantwortungslos. Und die Virologen hüllen sich in Schweigen ....

  16. 39.

    Exakt so handhabe ich das auch. Meine Impfung war lediglich zum Eigenschutz. Der Impfpass liegt seitdem auch duaerhaft in der Schublade - ganz sicher werde ich keine Orte besuchen, an denen ich mich an einem Kontrollposten ausweisen muss. Wenn's noch lange so weitergeht, wird sich schon eine entspanntere "Parallelszene" bilden, ich bin da sehr zuversichtlich. Dort fühle ich mich dann wohl, unter den ganzen normalen, unpanischen Menschen.

  17. 38.

    Genau! Wie sagte Helge Braun:

    „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Und alle Einschränkungen fallen.“

    &

    „Diejenigen, die ihr Impfangebot nicht wahrnehmen, treffen ihre individuelle Entscheidung, dass sie das Erkrankungsrisiko akzeptieren. Danach können wir aber keine Grundrechtseinschränkung eines anderen mehr rechtfertigen.“

  18. 37.

    Was wäre das denn für ein Ort ("...kommt wo anders hin".), nach ihren Vorstellungen?
    Mit freundlichen Grüßen

  19. 36.

    Ich muss Ihnen vollkommen Recht geben. Meines Erachtens hat Corona keine neuen Probleme verursacht, es wirkte nur an allen Ecken und Enden wie ein Brennglas auf alle möglichen Missstände, die auch vorher schon da waren. So eben auch die Schwierigkeiten, die Menschen von der Impfung zu überzeugen. Das spiegelt auch nur ein über lange Zeit immer weiter verlorenes Vertrauen in Politik und Wirtschaft wider, das ganz andere und vor allem ältere Ursachen hat als die Corona-Politik allein. Von den ganzen Verschwörungstheoretikern mal abgesehen, da ist die Problemlage ja nochmal eine ganz andere. Ich habe mich zwar impfen lassen aber aus einer rein privaten Risikoabwägung heraus und im Interesse meines Kindes und meiner Eltern und in der Hoffnung, dass sich genug Erwachsene impfen lassen werden, damit die Kinder sich dem nicht aussetzen müssen. Aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich im Vorfeld kein mulmiges Gefühl gehabt hätte.

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