Nach breiter Kritik - Berlinale-Führung lädt AfD-Politiker wieder von Eröffnungsgala aus

Do 08.02.24 | 17:56 Uhr
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Symbolbild: Der Berlinale-Palast mit dem roten Bären als Logo und Maskottchen der Berlinale. (Quelle: dpa/Kalaene)
Audio: rbb24 Inforadio | 08.02.2024 | Tim Korge | Bild: dpa/Kalaene

Die Eröffnungsgala der Berlinale wird doch ohne die Teilnahme von AfD-Politikern stattfinden. Das Führungsduo des Festivals hat nach anhaltender Kritik die entsprechenden Einladungen wieder zurückgezogen.

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Über neue Entwicklungen in der Debatte um die Ausladung der AfD-Politiker berichten wir hier.

Nach Kritik an Einladungen für AfD-Politiker zur Berlinale-Eröffnung hat die Festivalspitze die Parteivertreter wieder ausgeladen. Gerade angesichts der Enthüllungen der vergangenen Wochen zu antidemokratischen Positionen sei es wichtig, unmissverständlich Stellung zu beziehen für eine offene Demokratie, teilte die Berlinale-Spitze am Donnerstag mit.

"Wir haben daher heute alle zuvor eingeladenen AfD-Politiker*innen schriftlich ausgeladen und sie darüber informiert, dass sie auf der Berlinale nicht willkommen sind", sagte das Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian laut einer Mitteilung.

Berlinale spricht nun von "klare Position beziehen"

Eingeladen waren unter anderem die Landesvorsitzende der Berliner AfD Kristin Brinker, die wegen eines Treffens in die Schlagzeilen geriet, an dem auch der ehemalige Sprecher der österreichischen Identitären Bewegung und als Rechtsextremer bekannte Martin Sellner teilnahm. Auch Ronald Gläser, Parlamentarischer Geschäftsführer der Berliner AfD, war zu der Gala eingeladen.

Die AfD und viele ihrer Mitglieder hätten Ansichten, die den Grundwerten der Demokratie zutiefst widersprächen, heißt es in der Mitteilung des Festivals nun. In Zeiten, in denen rechtsextreme Personen in die Parlamente kämen, wolle die Berlinale nun eine klare Position beziehen. Mehrere Menschen hatten eine Rücknahme von Einladungen an die AfD gefordert. Unter anderem hatten rund 200 Filmschaffende in einem offenen Brief die Einladungen kritisiert. Zunächst hatte die Festivalleitung die Einladungen noch verteidigt.

Noch am Montag hatten sowohl eine Senatssprecherin als auch das Büro von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) die Einladungen als übliche Praxis verteidigt. "Für die Eröffnung der auch mit erheblichen Bundesmitteln ermöglichten Berlinale wurden auf unseren Vorschlag hin auch die Mitglieder des fachpolitisch zuständigen Kulturausschusses des Deutschen Bundestages eingeladen", hatte ein Sprecher Roths erklärt.

Sendung: rbb24 Abendschau, 08.02.2024, 19.30 Uhr


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156 Kommentare

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  1. 156.

    Was haben die denn geschrieben ? Waren diese Äußerungen verboten ? Dann hätten unsere Behörden eingegriffen.
    Sie schreiben Stuss.

  2. 155.

    Die Entscheidung der Berlinale-Leitung die AFD vom Filmfestival auszuschließen bezeichnet Frau Brinker als ein "kulturpolitischen Fanal"? Wusste nicht das die AFD französisch spricht. Wer das Wort Fanal kennt, der weiß Bescheid wie die AFD mit Kritik umgeht. Ob es ein weiteres Leuchtfeuer gibt, dass wird sich zeigen.

  3. 154.

    sorry - eine Demokratie muss keine Verfassungsfeinde aushalten, die nichts anderes wollen, als mindestens russische Verhältnisse zu etablieren. Lächerlich, dass die afd stellvertretend für alle rechtsradikalen Gruppierungen Krokodilstränen zu vergießen scheint und sich als Ausgrenzungsopfer (genau das bezwecken diese Leute) schauspielert. Nun bekommt die afd mal den Spiegel vorgehalten, wie ihre künftigen Maßnahmen und Beschlüsse wirken könnten, wie sich wirklich entrechtete Opfer jüdischen Glaubens bis zur Ermordung duch ss & co fühlten. wer will dieses Versagerspektrum jetzt noch wozu wählen?

  4. 153.

    schon mal das Wort Meinungsfreiheit verstanden und angewendet?

  5. 152.

    Haben Sie gelesen, was dieser Politiker geschrieben hat? Mein Kommentar bezog sich auf diesen Vergleich und nichts weiter. Ich finde einen solchen Vergleich völlig unangemessen und das ist noch sehr milde ausgedrückt.

  6. 151.

    Haben Sie gelesen, was dieser Politiker geschrieben hat? Mein Kommentar bezog sich auf diesen Vergleich und nichts weiter. Ich finde einen solchen Vergleich völlig unangemessen und das ist noch sehr milde ausgedrückt.

  7. 150.

    Haben Sie sich mal angesehen, wo sich der aktuelle Strompreis pro Kilowattstunde befindet? Er ist doch schon längst wieder gefallen.

  8. 149.

    Tschuldigung ,aber genau das Gegenteil sehe ich .
    Die Ausgrenzung Andersdenkender und da meine ich nicht nur die AfD ,ist doch beschämend.
    Eine funktionierende Demokratie muß das aushalten und Argumente ins Feld führen.
    Tut mir leid aber so lebe ich Demokratie .

  9. 148.

    Ich habe gerade den widerlichen und menschenverachtenden Vergleich in dem anderen Artikel gelesen, den der AfD Politiker Gunnar Lindemann getätigt hat. Jeder Mensch, der ideologisch noch nicht völlig verblendet ist, weiß, was solch eine Aussage bedeutet. Aber genau das ist die Strategie der AfD: man zündet eine rhetorische "Eskalationsrakete" nach der anderen und guckt sich an, was dabei noch sagbar ist und was nicht mehr. Das ist einfach nur noch entsetzlich.

  10. 147.

    Genau das Gegenteil ist doch der Fall: durch die Ausladung haben sie jetzt ihre Bühne. Nach wie vor: man hätte sie entweder von Anfang an nicht einladen sollen oder, wo das schon mal passiert ist, diese Leute auf der Veranstaltung einfach nicht weiter beachten sollen. Alles, was jetzt passiert, ist im höchsten Maße ungeschickt und nicht souverän.

  11. 146.

    Wann kommt der Ausschluss von Höcke?

    Höcke darf gerichtsfest als Faschist bezeichnet werden. Es gibt auch die ersten Gerichtsurteile, die die Einstufung der AFD als gesichert rechtsextrem bestätigen.

    Was wollen Sie also, außer die AFD als angeblicher Demokrat in Schutz nehmen. Google Suche hilft...

  12. 145.

    Gedankenspiel...

    Ich verstehe eigentlich auch die ganze Aufregung um die Einladung zur Berlinale nicht. Nur einmal kurz innehalten und sich
    so einen Abend vorstellen:

    Da werden AFD Politiker eingeladen, bekommen von queeren oder PoC Promis die Autotüren geöffnet, die dann den AFD Politikern den ganzen Abend lang als Gesprächs- und Tischnachbarn zur Seite stehen bzw. sitzen. Das wäre wie ein
    Schnellkochtopf mit geschlossenem Deckel...Das ganze medial gut mit Kameras begleitet und einfach mal schauen was passiert.

    Die Entlarvung wäre perfekt und für die Wähler* innen der AFD aufschlussreicher gewesen als jede noch so gute gemeinte Demonstration gegen rechts!

  13. 144.

    Populismus zu stellen ist gar nicht so leicht.

    Setzt demokratisch gebildete Bürger voraus. Die Populisten von Rechts greifen aber jede politische Bildung stumpf als Propaganda an. Bei manchen eher schlichten Personen, sogar mit nominell höherer Bildung, wird das immer verfangen.

    Populismus einzufangen ist sowohl aus psychologischen wie sozialen Gründen gar nicht so leicht.

  14. 143.

    Interessanter Gedanke!
    Aber die Afd-Politiker, die sich kürzlich nicht-öffenltich für eine Ausweisung von Deutschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland ausgesprochen haben, wurden und werden nicht aus der Partei ausgeschlossen.
    Dieses Gedankengut wird doch selbst jetzt öffentlich von auch hochrangigen Afd-Politikern verteidigt und wiederholt (Konzept der "Remigration").
    Und auf offiziellen Kanälen der Afd wird offen die "Remigration" gefordert.
    Daher sehe ich nichts "was behauptet wird, was nicht stimmt".

  15. 142.

    Strompreise runter, aber massiv für alle. Dann geht's auch der Wirtschaft wider besser!

  16. 141.

    Wer etwas Ahnung hat von der Definition des Faschismus würde nie von Linken Faschismus sprechen...

  17. 140.

    "Die Konsequenz wäre dann wohl der Ausschluss solcher Mitglieder!"
    Und genau das macht die AfD eben nicht. Sonst gäbe es ja Mitglieder wie Höcke und diverse andere schon lange nicht mehr. Die Entwicklung der AfD geht doch genau in die andere Richtung und das schon seit längerer Zeit: Mitglieder, die irgendwie noch gemäßigt sind oder waren, verlassen nach und nach die Partei oder sind "rausgeekelt" worden.

  18. 139.

    Die NPD wurde auch nicht eingeladen.

    Rechtsextreme scheinen ihren politischen Maximal"feinden" gerne Dinge zu unterstellen, die auf Rechtsextreme selbst zutrifft. Stichwort "haben ja alle undemokratisch..."

    Maßnahmen für Klimaschutz sind nicht undemokratisch, sondern laut Grundgesetz und Generationengerechtigkeit zwingend geboten. Jungen Menschen schlicht zu sagen "passt euch halt irgendwie an, ich will weiterdieseln" ist undemokratisch.

  19. 138.

    Ich finde es richtig, dass den Afd-Demagogen keine Bühne geboten wird.
    Hier wurde keine Diskussion oder ein Austausch verhindert, sondern das Verbreiten verfassungsfeindlichen Gedankengutes.

  20. 137.

    Was sollen afd und ihre Wähler dort? Sie haben sich gegen eine multikulturelle Gesellschaft, gegen LGBTQ, gegen Pluralismus entschieden. Also wären Einladungen wie Perlen vor die ... werfen.

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