Ein Mann geht in einem Park in Berlin Joggen. (Quelle: dpa/Zacharie Scheurer)
Bild: dpa/Zacharie Scheurer

Google-Auswertung - Fast zwei Drittel weniger Menschen in Berliner Parks

Lange war nicht bekannt, ob die Ausgangsbeschränkungen greifen. Eine Google-Auswertung von Bewegungsdaten gibt zumindest eine Ahnung darüber: Die Berliner und Brandenburger sind öfter Parks ferngeblieben als erwartet. Doch das kann sich nun wieder ändern.

Was Sie jetzt wissen müssen

Nach Google-Daten sind in Berlin zurzeit 63 Prozent weniger Menschen in Parks unterwegs als noch vor der Corona-Krise. In Lebensmittelläden und Apotheken gingen zuletzt weniger als halb so viele Berliner (minus 55 Prozent) wie noch zu Beginn des Jahres, wie aus einer Auswertung anonymisierter Bewegungsdaten des Internetkonzerns hervorgeht.

Den Zahlen zufolge sind die Berliner den Parks viel stärker ferngeblieben als etwa die Menschen in Hamburg (minus 34 Prozent). Die Nutzung von Bussen und Bahnen sei in Berlin seit Beginn der Corona-Krise um 70 Prozent gesunken.

Ähnliche Zahlen wie für Berlin erhob der Internetkonzern auch für Brandenburg. Dort sind zurzeit 63 Prozent weniger Menschen in Bussen und Bahnen unterwegs, auch halb so viele Menschen (minus 52 Prozent) besuchen Lebensmittelläden und Apotheken. Die Anzahl der Parkbesucher ging laut Google um 53 Prozent zurück.

Es sind die ersten öffentlichen Zahlen zu Auswirkungen bisheriger Vorkehrungen wie Heimarbeit und Kontaktsperren.

Gastronomie und Kulturstätten stark betroffen

Am meisten leiden Einkaufszentren, Restaurants, Cafés, Museen und Kinos an den Maßnahmen. Laut Google hatten sie am vergangenen Sonntag in Berlin im Durchschnitt 83 Prozent weniger Gäste als noch Mitte Februar - in Brandenburg 75 Prozent. Viele dieser Einrichtungen sind zurzeit geschlossen.

In ganz Deutschland nutzen gut zwei Drittel weniger Menschen Bahnen und Busse. Als Vergleichswert dient der Durchschnitt der ersten fünf Wochen dieses Jahres. In Parks sind jetzt demnach rund halb so viele Menschen unterwegs wie damals.

Allerdings zeigt die am Freitag veröffentlichte Google-Grafik auch einen sprunghaften Anstieg der Parkbesucher-Zahl von 80 Prozent mit dem warmen Wetter Mitte März. An Arbeitsplätzen hielten sich den Zahlen zufolge zuletzt rund 40 Prozent weniger Menschen auf.

Annahmen zur zukünftigen Entwicklung

Google greift für die Auswertung [externer Link] auf anonymisierte Daten von Nutzern zurück, die ihre Aufenthaltsorte in ihren Google-Profilen aufzeichnen lassen. In Zukunft könnten mit den Daten möglicherweise auch Annahmen zur weiteren Entwicklung getroffen werden.

Sendung: Inforadio, 03.04.2020, 17:30 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Ja, super!
    Danke für Ihren Tipp, denn ich habe auf meinem kleinen 11"-Notebook einen Virus o.ä., der bei bestimmten Anwendungen das ordnungsgemäße Speichern oder Drucken zu verhindern weiß. Also Ostern mal mit in den Park nehmen ;-)

  2. 11.

    Ich dachte immer dieser "Flugmodus" sei nur für die leider etwas unregelmäßig stattfindenden Handy-Weitwurf-Wettbewerbe tauglich und wurde eigens dafür erfunden. Eine andere Erklärung habe ich dazu ansonsten nicht.

  3. 10.

    Die Wanze rotzt aufs Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis und greift auf Tagebücher, Briefe, clicks & links mit Zeitstempel"von Nutzern zurück, die ihre Aufenthaltsorte in ihren Google-Profilen aufzeichnen lassen."



  4. 9.

    Da Frage ich mich doch, ob alle Menschen jetzt nur noch im Volkspark Schöneberg unterwegs sind, da ist es nämlich schon morgens knackig voll.

  5. 8.

    2/3 weniger in den Parks? Sie meinten wohl eher 2/3 mehr! Ich wohne zwischen der Hasenheide und dem Tempelhofer Feld. In Beiden hat sich die Besucherzahl erhöht und nicht umgekehrt.

  6. 6.

    Das dürfte sich ab sofort ändern, denn es wird warm und sonnig.

  7. 4.

    Was uns zu der Erkenntnis führt, wie wenig aussagekräftig solche Statistiken sein können. Dürfte vielleicht auch das Ergebnis von social Distancing sein: Soziale Netzwerke auch nur noch von zu Hause nutzen. Unterwegs müsste man ja verweilen, um Nachrichten zu lesen oder zu chatten. Und verweilen ist böse.

  8. 2.

    ...und wenn wir jetzt endlich unsere Smartphones auf Flugmodus stellen, wenn wir draussen sind wäre das genial und wir kommen auch bald auf Platz 1 der Bravbürger !!!

  9. 1.

    Vielleicht nimmt auch einfach keiner mehr sein Handy mit... :-)

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