Busfahrer bald hinter Plexiglas? - BVG rechnet mit lange anhaltender Maskenpflicht

Di 19.05.20 | 13:09 Uhr
Eine Frau mit Mundschutz ist im U-Bahnhof Turmstraße in einer U-Bahn zu sehen. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Wer den Mund-Nasen-Schutz beim U-Bahnfahren als lästig empfindet, muss sich in Geduld üben: Die BVG geht davon aus, dass es noch "viele Monate" bei der Maskenpflicht im Nahverkehr bleiben wird. Für Bus-Passagiere deutet sich derweil eine Änderung an.  

Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen wohl noch eine lange Zeit Mund-Nasen-Schutz in U-Bahnen, Trams und Bussen tragen. "Ich gehe davon aus, dass die Maskenpflicht noch viele Monate gelten wird", sagte Rolf Erfurt, Betriebsvorstand des Landesunternehmens, am Dienstag der "Berliner Zeitung".

Ab wann darauf verzichtet werden könne, "liegt nicht in unserer Macht", fügte BVG-Sprecherin Petra Nelken auf Nachfrage von rbb|24 hinzu. "Aber so lange die Pandemie und die damit verbundenen Sicherheitsbestimmungen andauern, so lange wird dies auch in allen ÖPNV-Verkehrsmitteln gefordert."

"Im Zweifel muss die Ordnungsmacht eingreifen"

Bislang halte sich die überwiegende Mehrheit der BVG-Fahrgäste an die Maskenpflicht, so Nelken weiter: "Die Hinweise zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung werden nach Beobachtungen in allen drei Fahrbereichen Bus, Tram, U-Bahn bis zu 95 Prozent umgesetzt." Allerdings biete sich besonders abends häufig ein anderes Bild, räumte sie ein: "Wir bemerken insbesondere in den Abendstunden, dass deutlich weniger Mundschutz getragen wird. Allerdings sind in diesen Zeiten auch nur noch etwa 30 Prozent der üblichen Fahrgäste unterwegs", so die BVG-Sprecherin.

Zwar würden die Passagiere nicht gezielt von BVG-Mitarbeitern auf das Tragen von Mundschutz überprüft, aber durchaus darauf angesprochen. "Die deutlich meisten Menschen reagieren darauf einsichtig. Wenn es zu Ausschreitungen kommt, rufen auch wir die Polizei. Es handelt sich hier ja um eine Verordnung, und da muss im Zweifel die Ordnungsmacht eingreifen", betont Nelken.

Änderungen beim Bus-Einstieg geplant

Derweil können sich Bus-Passagiere womöglich schon bald auf Erleichterungen einstellen: Seit vielen Wochen ist der Einstieg in die BVG-Busse nur noch hinten möglich, der vordere Einstiegsbereich beim Fahrer wird entweder durch Flatterbänder oder einen Folienvorhang abgesperrt und ist nicht passierbar. Rolf Erfurt kündigte in der "Berliner Zeitung" an, dass schon bald wieder der Buseinstieg vorne möglich sein könnte, indem der Fahrer durch Plexiglas abgeschirmt werde.

"Wir arbeiten hier an einer technischen Lösung", bestätigte die BVG-Sprecherin Nelken. "Eine solche Kabine hätte den Vorteil, dass die Vordertür wieder zum Einstieg genutzt werden kann und auch wieder ein Fahrscheinerwerb möglich wäre." Da aber in den Abend- und Nachtstunden Verspiegelungen ausgeschlossen sein müssten, arbeite man noch an einer Lösung.

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