Lungen- und Muskeltherapie nach einer Corona-Erkrankung. (Quelle: imago-images/Terrence Antonio James)
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"Long Covid" - Genesen, aber nicht gesund - über Langzeitfolgen von Covid-19

Nach der Genesung ist Covid-19 längst nicht überstanden. Zehn bis 20 Prozent der Patienten leiden unter Langzeitfolgen - auch diejenigen, die einen milden Krankheitsverlauf hatten. Dabei ist nicht nur die Lunge betroffen. Von Efthymis Angeloudis

Sechs Wochen lang wird Brigitte H. im Krankenhaus stationär behandelt. “Der Husten war so stark, dass ich nachts nicht schlafen konnte”, sagt sie. Die Diagnose: Lungenentzündung. Erst später bestätigt ein Test, was die Ärzte befürchten: Brigitte H. hat Covid-19. Um atmen zu können, wird der 80-Jährigen Sauerstoff gegeben, eine künstliche Beatmung ist nicht notwendig. Ein Krankheitsverlauf wie dieser wird von Experten als "mittelschwer" bezeichnet. Dennoch muss Brigitte H. nach der Entlassung aus der Klinik in die pneumologische Post-Corona-Rehabilitation.

H. geht dazu in die Reha-Klinik in Flechtingen. In diese kleine Gemeinde in Sachsen-Anhalt kommen Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt mit einem Ziel: die Wiederherstellung ihrer Lungenfunktion nach einer durch Covid-19 verursachten Lungenentzündung. Durch Gymnastik, Muskeltraining und Physiotherapie soll die Lunge der Patienten gestärkt werden, ihnen aber auch geholfen werden, wieder stehen und gehen zu können.

Anhaltspunkte für neurologische Symptome von Covid-19

Und das betrifft einen nicht unerheblichen Teil der Genesenen. Laut Daten der Krankenkasse AOK wurden von insgesamt 11.004 Patienten, die zwischen dem 1. Februar und dem 30. April 2020 in einem Krankenhaus mit Labortest-bestätigter Covid-19-Diagnose aufgenommen wurden, 2,6 Prozent im Anschluss in eine Rehabilitationseinrichtung entlassen.

Auch Monate, nachdem der Sars-CoV-2 Erreger bei Patienten nachgewiesen wurde, leiden viele Erkrankte an langfristige Folgeschäden, dem sogenannten "Long Covid" - und das längst nicht nur im Bereich der Lunge. "Die Beine vieler Patienten, die zu uns in die Klinik kommen, sind wie Wackelpudding", sagte Per Schüller, Chefarzt der Abteilungen Kardiologie und Pneumologie der Median-Klinik Flechtingen, dem rbb.

Bei allen Patientinnen und Patienten, die in der Pneumologe behandelt werden, ist die Lunge betroffen, meistens in Form einer Gasaustauschstörung. Doch auch ausgeprägte Muskelschwächen seien eine häufige Begleiterscheinung, erklärt Schüller. Das könne mit der langen stationären Behandlung zusammenhängen. Es gebe aber auch Anhaltspunkte für andere Gründe. "Wir haben auch Hinweise auf eine neurologische Beteiligung am Krankheitsbild unserer Patienten gesehen", sagt Schüller. Diese Patienten hätten neurologische Symptome wie ataktische Gangstörungen, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Konzentrationsstörungen und Einschränkungen der Merkfähigkeit.

Neurologische Folgen hängen nicht von Schwere der Erkrankung ab

"Diese Folgen hatten wir aber auch bei jüngeren Patienten", betont Schüller. Ebenfalls falle auf, dass neurologische Folgen nicht von der Schwere der Covid-Erkrankung abhängen. Auch bei milden Krankheitsverläufen könne es neurologische Begleiterkrankungen geben.

Schon länger häufen sich Berichte, dass Covid-19-Patienten einen Verlust ihres Geruchssinns [br.de] erleiden. Dieser kann wochenlang andauern - und ist auch ein Hinweis darauf, dass das Virus das Nervensystem angreift. Ob hinter dem Verlust des Geruchssinns noch schwerwiegendere Folgen für das Gehirn [aerzteblatt.de] liegen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Manche Betroffene mit leichten Verläufen leiden ebenfalls Monate nach einer Covid-19-Erkrankung an anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit, Atembeschwerden und Konzentrationsschwäche. Laut einer Studie des St. James's Hospitals [sueddeutsche.de] in Dublin litten rund 52 Prozent der Befragten auch zehn Wochen nach ihrer Genesung unter Müdigkeit und Konzentrationsschwäche – ganz unabhängig von der Schwere der Corona-Erkrankung. Diese Erkenntnisse werden durch eine weitere Studie, die im Juli durchgeführt wurde [rnd.de], gestützt. 87 Prozent der 143 genesenen Patienten eines Krankenhauses in Italien litten noch zwei Monate nach ihrer Behandlung unter Müdigkeit.

Zehn bis 20 Prozent der Erkrankten leiden an Langzeitfolgen

Studienergebnisse wie diese haben auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alarmiert. "Für eine bedeutende Zahl von Menschen hat dieses Virus eine Reihe ernsthafter Langzeitfolgen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus im Oktober. Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Krankenhauspatienten ebenso wie von daheim behandelten, jungen sowie alten Menschen. "Besonders besorgniserregend ist die große Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern, oft überschneiden und jedes System im Körper betreffen können", sagte Tedros.

Zahlen dazu, wie viele Patienten betroffen sind, gibt es laut WHO noch nicht. Laut Professor Michael Hallek, Direktor der Klinik I Innere Medizin an der Uni-Klinik Köln leiden zehn bis 20 Prozent [wdr.de] der Covid-Patienten noch monatelang an den Folgen.

Neurologische Folgen häufig bei milden Krankheitsverläufen

Pneumologische und neurologische Folgen sind die häufigsten Langzeitfolgen, sagt Wolfgang Galetke, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Pneumologie der auf Covid-19 spezialisierten Rehaklinik Hagen-Ambrock. Dabei seien die neurologischen Folgen überrepräsentiert. "Bei vielen Patienten bleibt die Störung im Geruchssinn über Monate persistierend." Auch Schwindel und Gangstörungen seien bei Patienten, die keine Lungenschäden hätten, auffällig. "Auf der anderen Seite beobachten wir Lungenveränderungen bei Patienten, bei denen Geschmacksstörungen nicht im Vordergrund stehen", fügt Galetke hinzu.

Das lässt darauf schließen, dass bei Betroffenen mit einem milden Krankheitsverlauf häufig neurologische Folgen im Vordergrund stehen - bei Patienten mit schwerem Verlauf pneumologische Folgen. "Bei einigen scheint das Virus durch den ACE-Rezeptor in der Zunge und im Rachenbereich in das Nervensystem einzudringen, das Geruch und Geschmack meldet", erklärt Galetke. Bei einem Drittel der Patienten bleibe es jedoch nicht dabei, sondern das Virus könne neben Gangstörungen oder kognitiven Beeinträchtigungen beispielsweise auch Schlaganfälle hervorrufen.

Begleiterscheinung Angst

Ob sich die Langzeitfolgen erfolgreich behandeln lassen, kann Galetke noch nicht sagen. Bei den Krankheiten Mers und Sars, die ebenfalls durch ein Coronavirus hervorgerufen werden, habe jedoch die Hälfte der Patienten ein halbes Jahr nach Erkrankung immer noch unter neurologischen Folgen gelitten - aber auch unter psychischen.

Psychische Folgen beobachtet Mediziner Schüller in Flechtingen auch bei Covid-19. "Sehr viele Patienten leiden unter einer enormen Angst, das nicht noch einmal mitmachen zu müssen." Eine Begleiterscheinung die auch Brigitte H. attestieren kann. "Es macht mir Angst", sagt die 80-Jährige. "Ich habe nicht all zu große Hoffnung, dass es mir im Moment besser gehen wird."

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Beitrag von Efthymis Angeloudis

24 Kommentare

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  1. 24.

    Danke für die Rückmeldung!
    Patienten wichtige Behandlungen zu versagen, grundsätzlich sehr bedenklich!
    Problematisch im Frühjahr aber tatsächlich das Problem der zahlreichen Unbekannten im Kontext Covid-19.
    Die Einzigen mit belastbaren Infos damals wären die Chinesen gewesen, die aber aus diversen Gründen, nicht als belastbare Quelle zu sehen waren/sind (zumindest anfangs offensichtliche Vertuschung und Geheimniskrämerei). Die ersten belastbaren Infos dann gefühlt aus Norditalien, die wiederum mehr als furchteinflössend. Und dann musste entschieden werden. Denke man hat dann die Zahlen aus Italien zum Maßstab nehmen müssen und die daraus für Dtld errechneten Modelle, haben wohl sehr hohe Zahlen von Krankenhauspflichtigen erwarten lassen. Denke man wollte Bilder wie in Italien unbedingt vermeiden. Wären die gekommen, hier wäre was los gewesen. Am Ende muss man sagen in dieser Pandemie gibt es gefühlt nur Verlierer in Dtld. Außer ggf. gewisse politische Strömungen.

  2. 23.

    Ich weiß von einigen onkologischen Patienten, die keine PET-Scans oder orthopädischen Patienten, die nach OPs keine Reha oder Physiotherapie bekommen haben. Vieleorthopädische Patienten sind auch einfach gar nicht mehr operiert worden, wegen der Maßgabe alle unwichtigen Behandlungen abzusagen.
    Ich finde aber, dass auch solche OPs wichtig sind, denn ohne macht man diese Patienten auf Dauer immobil und krank und auch auch da gibt es Folgeschäden.

  3. 22.

    Wer stellt ihrer Meinung nach das Recht auf Behandlung für andere Erkrankte ein bzw in Frage? Warum gibt es keine Nachsorge? Interessiert mich wirklich!
    Zur Situation im Frühjahr. Also ich muss zugeben, mich haben die Bilder aus Italien, Madrid und New York schon verängstigt. Der Virus schien völlig außer Kontrolle, die übermittelten Sterbequoten klangen nicht so prall und das selbst auf den Fachstationen für Covid-Erkrankte viel Lehrgeld vom Fachpersonal bezahlt wurde, hat keinen guten Eindruck hinterlassen.
    Und was mMn aus den aktuellen Zahlen abzulesen ist, dass trotz Dauererklärung über die Wirkungen des Virus immer noch zu Viele draußen das Virus verharmlosen. Und das ohnehin am Limit operierenden Gesundheitssystem überfordern. Jeder der selbst die Erfahrung Krankenhaus mit offenen Augen gemacht (auch als Besucher) weiß um die teils erschreckenden Zustände in deutschen Krankenhäusern...

  4. 21.

    Sie scheinen nicht vom Fach zu sein, ich kann Ihnen versichern, dass Intensivstationen regelmäßig im Winter an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, wenn das nasskalte Wetter beginnt und die Menschen mit exazerbierte COPD bei uns eintreffen. Wird aber nicht so nach außen kommuniziert, weil das könnte ja die Leute beunruhigen.

  5. 20.

    Aber das tut doch niemand? Ich verstehe Ihre Wahrnehmung nicht, Namensvetter. Andere Krankheiten werden doch nicht verharmlost, macht doch niemand. Es geht doch darum, Corona nicht zu verharmlosen. Natürlich haben andere Krankheiten auch schwere Verläufe. Ja und? Streitet doch niemand ab.

    Ich sehe keinen Wettkampf zwischen "dem ultrabösen" Corona und anderen "nicht so schlimmen" Krankheiten. Wenn jemand eine dringende Krebsoperation nötig hat, dann wird sie ihm doch nicht verweigert. Andersherum werden Coronapatienten mit schwerem Verlauf nicht zum Spaß auf die Intensivstation verlegt, "weil man überall gerade in Corona macht".

    Vielleicht wirkt das durch die enorme mediale Präsenz von Corona so unausgeglichen, diesbezüglich ist Corona natürlich einsamer Spitzenreiter, aber das beinhaltet nicht die Verharmlosung anderer Erkrankungen, die hohe Aufmerksamkeit hat andere Gründe (schnellste Ausbreitung, viele gleichzeitig krank => volksgesundheitliches Problem).

  6. 19.

    Covid-19 greift den ganzen Körper an, völlige Genesung nicht sicher: Corona-Patienten leiden wochenlang nach der Infektion. Viele Patienten warten vergeblich auf die Rückkehr ihrer früheren Gesundheit. Menschen gehen zu sorglos mit Corona um - Fast jeder denkt, mich trifft es nicht“ Es gab zahlreiche Berichte von Covid-19 Patienten die auch Beatmet werden mussten. Sie leiden heute noch nach Monaten unter Symptomen, sie sagen es kann lange dauern um richtig gesund zu werden. Betroffene Patienten sagen, welche Schädigung von Lunge und anderen Organen die Erkrankten noch nach Jahren aufweisen, ob sie dauerhaft in ihrer Lebensqualität und vielleicht auch Lebenserwartung einschränkt sein werden. Vor ihrer Corona-Erkrankung ging sie mehrmals pro Woche joggen und liebte das Bergwandern, nun sind ihr selbst Einkaufsbummel zu viel. Diese Covid-19 Patienten wünschen keinem, daran zu erkranken.

  7. 18.

    Auch noch mal für sie, wir reden hier von schweren Krankheitsverläufen und die sind bei allen Krankheiten grippe, covid, Krebs möglich.
    Da ich selber ehemaliger Krebspatient bin weiß ich wovon ich rede und ich denke und mir auch viele Ärzte bestätigt haben, da wird sogar weit über 50% mit langzeitschäden zu tun haben, daher sind 10 bis 20% eigentlich gar nichts.
    Ich finde es grausam wie hier teilweise andere Krankheiten verharmlost werden und nur noch Corona als die einzige brutale Krankheit dargestellt wird, das finde ich noch schlimmer als manch covIdiot.
    Im übrigen sind viele an anderen Krankheiten gestorben, da sie tatsächlich nicht mehr behandelt wurden.

  8. 17.

    @ connifee
    Bitte reiben Sie sich, mit dem Versuch über (andere) schwere Krankheiten aufzuklären, nicht auf; die meisten Menschen haben darüber bisher nichts gewußt, wollten nichts wissen oder haben dieses Wissen erfolgreich verdrängt (leider auch mancher medizinischer Mitarbeiter). Ebenso, wie es kaum jemanden in den letzten 20 (!) Jahren interessiert hat, ob Intensivstationen am personellen oder Betten -Limit arbeiten. Jetzt können sie es nicht mehr ignorieren, jetzt wird es ihnen jeden Tag unbarmherzig "mitgeteilt". Und jeder verarbeitet seine Ängste anders -die einen ziehen sich zurück, anderen könnte eine Benzo -Vernebler helfen .

  9. 16.

    Bekannte Krankheiten, die wesentlich besser erforscht sind, dank Impfungen und gezielter Behandlungen gut kontrolliert werden können und die Kliniken eben nicht an ihre Belastungsgrenzen bringen, mit einer immer noch weitgehend unbekannten Krankheit wie Covid-19 zu vergleichen, auf die o. g. alles nicht zutrifft und deren gesundheitlichen Langzeitfolgen, selbst bei milden Verläufen(!), bei 10 bis 20 % (eine enorme Zahl!) längst nicht abschließend erfasst worden sind, ist kein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen, sondern zwischen Äpfeln und Atomkraftwerken.

  10. 15.

    Wenn die Leute objektive Berichterstattung, die weit entfernt davon war und ist, den Menschen Angst einzujagen, derart überinterpretieren, dass sie noch nicht mal mehr zu ihrem Arzt gehen wollen, dann sind die selber daran schuld! Man kann nicht alle informationell in Watte packen, Fakten müssen so genannt werden, wie sie nun mal sind.

  11. 14.

    Es ist aber leider so, dass gewisse onkologische Patienten nicht mehr operiert werden oder keine bis unvollständige Nachsorge stattfindet, weil man die Betten für anderé Patienten frei halten möchte. Diese Menschen sind auch sehr schwer krank und haben ein Recht auf Behandlung.


    Im Frühling dufte ich erleben, dass man den Menschen soviel Angst gemacht hat, dass zu zum Teil erst nach 7 Tagen mit massiven kardialen Beschwerden zum Arzt gegangen sind, für einige dieser Menschen kam jede Hilfe zu spät.

  12. 13.

    Erst einmal Danke für diesen sehr aufklärenden Artikel. Diesen sollten sich doch mal die Leute durchlesen die in Leipzig, Frankfurt am Main und gestern gegen die Corona Maßnahmen demotriert haben. Wenn diese Leute was positives tun wollen sollten Sie die AHA REGELN EINHALTEN DENN DIESES HILFT UNS ALLEN UM GESUND ZU BLEIBEN.

  13. 12.

    Niemand hat plötzlich alle anderen schweren Krankheiten vergessen. Darum geht es hier nicht. Es geht um die Tendenz, Corona seine Gefährlichkeit absprechen zu wollen (ich meine nicht Sie persönlich) und es NICHT als gefährliche Krankheit anzusehen. Eine Bewertung, die ich für falsch und schädlich für die Volksgesundheit halte. Uns - und vor allen den möglicherweise Erkrankenden - ist nicht geholfen, wenn die Gesundheitsgefahr diese neuen Virus unterschätzt wird.

    Ein Beispiel einer solchen Verharmlosung wäre beispielsweise, zu sagen: "Die hier aufgezeigten Folgen hängen nicht unbedingt mit Covid-19 zusammen."

  14. 11.

    "Ich finde es furchtbar, dass hier immer so getan wird, als ob es nur diese eine gefährliche Erkrankung gibt, dem ist nämlich nicht so."

    ich denke, das wird getan, weil die meisten gefährlichen Krankheiten von so gut wie allen auch als solche wahrgenommen werden. Bei Covid-19 ist das bekanntermaßen leider nicht der Fall.

    Ansonsten ist es generell so, dass man, wenn man einen bestimmten Aspekt betrachtet, nicht immer dazu sagen muss, dass es anderswo ebensolche Aspekte gibt. So ist es richtig zu sagen, dass Lungenkrebs potentiell tödlich ist...auch ohne all die anderen Krankheiten mit tödlichen Folgen gleich mit benennen zu müssen.

  15. 10.

    "Ich finde es furchtbar, dass hier immer so getan wird, als ob es nur diese eine gefährliche Erkrankung gibt..."
    Diese Wahrnehmung haben Sie? Krass.
    Warum macht man weltweit so einen Aufriss, um das neuartige Virus? Weil dieses offensichtlich zahlreiche Gesundheitssysteme, auch in Europa (aktuell Schweiz), an den Rand dessen Belastbarkeit führt oder darüber hinaus. Dem will man Rechnung tragen, um sämtlich allen Krankenhausbedürftigen (Krebspatienten, Herz-Kreislauf-Erkrankten, Verletzten usw) die Möglichkeit der adäquaten Behandlung zu geben. Vielleicht hat man da aus 2017/2018 (Grippesaison) gelernt. Das spricht doch im Umkehrschluss dafür, dass man auch die anderen Erkrankungen ernst nimmt. Sonst würde man ja nur noch Covid-19-Patienten im Krankenhaus aufnehmen und alle anderen schwer Kranken nach Hause schicken.
    Aber ja, medial ist das Thema übersättigt.
    Nebenaspekt: Vielleicht tragen ua die AHAL-Regeln auch dazu bei, dass Grippe nicht mehr so um sich greift.

  16. 9.

    Das hat meiner Meinung nach nichts mit Verharmlosung zu tun, es ist nur einfach so, dass auch viele andere Erkrankungen mit sich bringen können, wie zB Influenza schwere Herz- und Lungenschäden und wohl sogar Hirnschäden, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall kann bis zur kompletten Pflegebedürftigkeit führen, eine Tbc kann Lunge oder andere Organe zerstören, im Grunde genommen jede Langzeitbeatmung egal warum.
    Ich finde es furchtbar, dass hier immer so getan wird, als ob es nur diese eine gefährliche Erkrankung gibt, dem ist nämlich nicht so.

  17. 8.

    Es gab bereits vor Corona ähnliche Therapien wegen anderer Krankheiten. Wer deswegen Monate an einer Lebenserhaltungsmaschine (inkl. Beatmung) angeschlossen war ist für den Rest seines Lebens gezeichnet.

    Hier aufgezeigte Folgen hängen nicht unbedingt mit Covid-19 zusammen sondern sind teilweise auch Kollateralschäden. Der menschliche Körper baut bei absoluter Bewegungsunfähigkeit ca. 10% Muskulatur täglich ab, inkl. der in den Rippenbögen, die die Atmung unterstützt. Das gleicht man niemals wieder vollständig aus. Außerdem sterben Teile der Alveolen ab.

    Umso schlimmer ist es, wenn solche Menschen nicht geschützt werden. Es sind Risikogruppen. Herr Woidke war jetzt selber erkrankt und hatte nach eigenen Angaben Zeit zum Nachdenken. Ob es was genutzt hat? Kriegen wir jetzt endlich eine Konzeption für Risikogruppen? Werden angezeigte vorsätzliche Verstöße gegen Hochrisikogruppen jetzt endlich geahndet?

  18. 7.

    "Ob 10 bis 20 %, weiß ich nicht, aber der Chef der Uniklinik und WDR sind auch nicht evident."
    Ihr Kommentar aber ist noch weniger evident, sorry. Der Chef einer Uniklinik aber wird einschätzen können, wie viele seiner Patienten mit Folgen zu kämpfen haben.

  19. 6.

    Immerhin haben Sie bei ihrem reflexartigen Verharmlosungsversuch "schwere Krankheit" gesagt. Ist ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung und trennt SIe von denjenigen, welche Corona immer noch mit der Grippe vergleichen.

  20. 5.

    "Ist bei jeder anderen SCHWEREN Krankheit genauso."
    Und genau dieses entscheidende Wort, wird leider von zu Vielen nicht so gesehen (ist doch nur eine Erkältung usw). Man "ruht" sich fatalerweise auf den zu 80% milden/moderaten Verläufen bei einer Infektion aus, denkt aber nicht an die möglichen Folgeschäden auch hier. Die restlichen 20% mit schwerem Verlauf werden dann offensichtlich als "Kollateralschaden" abgetan ( eh nur die Alten und Kranken). Viele fokussieren sich ausschließlich auf die Gestorbenenzahlen und diskutieren ob mit/an gestorben.
    Solange offensichtlich zu Viele die zahlreich auftretenden Langzeitfolgen - insbesondere auch bei jungen gesunden Menschen - weiterhin nicht für voll genommen/relativiert werden, wird uns dieser Sch... mit allen Begleitumständen begleiten.

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