Uckermark und Berlin-Mitte - Unbekannte vergeben falsche Quarantäne-Anordnungen

An einer Haustür ist ein Zettel angebracht auf dem steht: "Achtung! Häusliche Quarantäne" (Quelle: Eibner-Pressefoto/Fleig)
Bild: Eibner-Pressefoto/Fleig

Anonyme Anrufe, nachgemachte Briefe: In der Uckermark und in Berlin-Mitte warnen die Behörden vor gefälschten Quarantäne-Anordnungen. Unbekannte spiegeln vor, die Anweisung käme vom Gesundheitsamt.

Ein anonymer Anrufer hat sich im Landkreis Uckermark offenbar als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgegeben und versucht, Quarantäne anzuordnen. Das teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit.

"In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung bei Telefonaten grundsätzlich mit Namen vorstellen", heißt es darin, "und auch nicht anonym, also mit unterdrückter Rufnummer, telefonieren."

Bürgertelefon kann Zweifel ausräumen

"Uns ist jetzt ein Fall bekannt", sagte die Pressesprecherin der Kreisverwaltung auf Nachfrage von rbb|24. "Wir können aber nicht ausschließen, dass es noch weitere Anrufe gegeben hat."

Quarantäne-Anordnungen werden von den Gesundheitsämtern in der Regel per Telefon ausgesprochen. Die Kreisverwaltung Uckermark wies darauf hin, dass man sich den Namen und die Telefonnummer der Mitarbeiter geben lassen könne, sollten Unsicherheiten bestehen. So könne man "die Angaben im Zweifelsfall über das Bürgertelefon (03984-70 2222) abklären lassen", heißt es in der Mitteilung.

Zudem wies die Behörde darauf hin, dass es sich bei dem anonymen Anruf um einen Fall von Amtsanmaßung handele, der strafrechtliche Konsequenzen haben könne.

In Berlin-Mitte sind gefälschte Briefe in Umlauf

Einen ähnlichen Fall gibt es auch in Berlin. Unbekannte haben gefälschte Corona-Quarantänebescheide im Namen des Gesundheitsamts Mitte verschickt. "Ich bin fassungslos, dass von unbekannter Seite vorsätzlich gefälschte Dokumente an Unbeteiligte versandet werden", sagte der zuständige Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) am Mittwoch. "Hinweise zur Aufklärung nimmt das Gesundheitsamt sehr gerne entgegen." Das Bezirksamt werde Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Echte Bescheide erhalten Menschen, die wegen einer Corona-Infektion oder als enge Kontaktpersonen von Infizierten zeitweise in häusliche Quarantäne müssen. Sie können das amtliche Papier dann beispielsweise ihrem Arbeitgeber vorlegen oder bei der Beantragung von Lohnausgleich.

Die falschen Bescheide wurden Gothe zufolge in einem A4-Umschlag mit Briefmarke versendet. Echte Bescheide des Gesundheitsamtes kämen grundsätzlich in kleinen Briefumschlägen und würden von der Pin AG zugestellt. Eine Bürgerin hatte die Fälschung bemerkt und das Bezirksamt alarmiert. Hinweise können an die Mail-Adresse corona@ba-mitte.berlin.de gerichtet werden.

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5 Kommentare

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  1. 5.

    "Fassungslos" kann man gern werden, auf der anderen Seite sind solche Ausmaße des "Querdenkens" m.E. durchaus erwartbar. "Jeden Tag steht ein Irrer auf" - man muß ihn nur schnell finden.

  2. 4.

    Sie schreiben wohl schon seit einiger Zeit keine Briefe mehr? Man leckt die nicht mehr an (in Büros wurde eh Wasser verwendet) sondern zieht sie von Folien ab.

  3. 3.

    Ich finde es eine Sauerei mit der Angst von Corona Patienten zu spielen. Diese Leute haben im meinen Sinne kein Hirn und Herz da diese Idioten gar nicht wissen was sie damit anrichten bei Corona Patienten und deren Angehörigen. Man kann nur hoffen daß diese Leute schnell gefaßt werden.

  4. 2.

    Speichelprobe von der Briefmarke und fertig. Kein großes Aufsehen nötig.

  5. 1.

    Hoffentlich erwischt man diese Hirnlosen und bestraft sie so das es weh tut.

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