Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Mo 17.01.22 | 11:00 Uhr | Von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske
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Fallzahlen von 11.01.2022 (Quelle: rbb/datawrapper)
Bild: rbb/datawrapper

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann

Hinweis: Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass wegen der Meldeverzögerung während der Feiertage erst Mitte Januar wieder verlässliche Fallzahlen vorliegen. Die hier abgebildeten Zahlen sind daher als vorläufig zu betrachten.

Aktuell

  • Das Wichtigste im Überblick

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit Sieben-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder für die vergangenen Monate. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichs-Trend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wo liegen die Hospitalisierungsinzidenzen?

Durch die Impfungen ist die reine Inzidenz nur bedingt aussagekräftig. Denn eine Inzidenz von 100 bei einer ungeimpften Bevölkerung ist etwas anderes als bei einer zumindest in Teilen geimpften Bevölkerung. Gleichwohl kann es immer noch zu Überlastungen auf den Intensivstationen kommen.

Mit dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 18. November wurden darum flächendeckende Regelungen an die Hospitalisierungsinzidenz gekoppelt. Hierbei gibt es ein Stufenmodell.

- Liegt der Wert über 3: Es gilt die 2G-Regel (geimpft oder genesen) für Freizeiteinrichtungen, Veranstaltungen, gastronomische Einrichtungen und körpernahe Dienstleistungen sowie Hotels.

- Liegt der Wert über 6: Es gilt 2G Plus, Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen aktuellen Test vorweisen.

- Liegt der Wert über 9: In Abstimmung mit den jeweiligen Landtagen weitere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Verbote von Veranstaltungen.

Allerdings gibt es bei diesem Indikator erhebliche Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene wie zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] zeigen. rbb|24 stellt darum für jeden Tag die Hospitalisierunginzidenz dar:
- wie sie am aktuellen Tag gemeldet wurde
- und wie sie eine Woche später basierend auf Nachmeldungen und Korrekturen aussieht.

So wollen wir vermeiden, dass wir in der selben Kurve einen Abwärtstrend nur deshalb zeigen, weil bei früheren Tagen bereits Nachmeldungen eingeflossen sind. Gleichzeitig wollen wir mit der Plus-Sieben-Tage-Kurve zeigen, dass der aktuelle Wert noch erheblich durch Nachmeldungen wohl korrigiert wird.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft?

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat oder zweifach geimpft ist.

Hier finden Sie separat Angaben zum Teil der Bevölkerung, der schon eine Auffrischungsimpfung bekommen hat. Dies wird deshalb unabhängig von Erstimpfung und der Zweitimpfung angezeigt, weil die Booster-Impfung einen leicht anderen Effekt hat. Für die Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen minimiert sie wohl noch mehr das Risiko von schweren Verläufen. Bei Jüngeren geht es – noch mehr als bei Erst- und Zweitimpfung – vor allem darum, dass die Booster-Impfung eine Infektion und entsprechende Weiterverbreitung vermeiden.

Sieben-Tage-Inzidenz aufgeteilt nach Geimpften und Ungeimpften

Seit Ende September weist der Berliner Senat auch die Inzidenz separat für Geimpfte und Ungeimpfte aus. Hier können Sie die Entwicklung dieser Inzidenz sehen, es muss jedoch auf einige Einschränkungen hingewiesen werden:

1. Die Statistik umfasst nur symptomatische, positiv-getestete Fälle. Dies macht Sinn, weil Geimpfte sich wahrscheinlich seltener testen lassen. Gleichzeitig ist damit die hier angegebene Inzidenz über alle Bevölkerungsgruppen per se niedriger als die Inzidenz basierend auf allen positiven Fällen.

2. Weil die Aufschlüsselung nach geimpften und ungeimpften Fällen Zeit braucht, gibt der Senat die aufgeschlüsselte Inzidenz mit einer Woche Verspätung heraus. Entsprechend läuft diese Grafik auch immer eine Woche hinterher.

3. Fälle, bei denen der Impfstatus unklar ist, werden in die Inzidenz der Ungeimpften hineingerechnet. Potenziell wird hier also die Inzidenz für die Ungeimpften überschätzt. Ferner merkt der Senat an: "Unbekannt ist die Zahl der länger als sechs Monate Genesenen, die durch eine einfache Impfung auch einen vollständigen Schutz erhalten haben. Dies kann zu einer Unterschätzung der Inzidenz in der nicht oder nicht vollständig geimpften Bevölkerung führen."

4. Da das Impfquotenmonitoring des RKIs wohl nicht alle Impfungen erfasst, ist die Bevölkerung mit Impfschutz potenziell größer und entsprechend die Inzidenz in dieser Bevölkerungsgruppe womöglich überschätzt. Dem entgegen stehen positive Fälle, bei denen die vollständige Impfung zu spät gemeldet wird und die somit nicht in die Fallstatistik fallen. Dies könnte also zu einer Unterschätzung.

Für Brandenburg fehlt eine kontinuierlich aktualisierte Analyse der Inzidenz aufgesplittet nach Geimpften und Ungeimpften.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Wie ist die Lage in den einzelnen Regionen?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage gemeldet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, können Sie hier nachlesen.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Zudem listen hier für Berlin und die Landkreise Brandenburgs auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Welche Varianten breiten sich wie sehr aus?

Hier ist angezeigt, welche Virus-Varianten in Deutschland und in einigen anderen Ländern vorherrschen. Da wir zwei verschiedene Quellen verwenden können die Werte leicht auseinanderdriften. Hier die Daten für Deutschland:

Und hier der Vergleich mit einigen anderen Ländern:

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das Ineva-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz. Er weicht vom RKI-Wert allerdings ab, weil mehr Nachmeldungen in den Berliner Wert einfließen.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot. Der Wert in der Ampel stammt von der Senatsseite und berücksichtig mehr Nachmeldungen als der RKI-Wert.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten Vier-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Ergänzende Grafiken

Hier zeigen wir weitere Daten, die das aktuelle Geschehen mehr in Kontext setzen.

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben zum Beispiel an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Und dass bisher in jeder Welle immer zuerst die Jüngeren sich infizieren und dann nach und nach die Älteren. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Die Altersverteilung unter den Infizierten in Berlin sich über die Zeit auf folgende Weise verändert. Generell gilt zudem: je älter die Infizierten desto höher ist ihr Risiko für einen schweren Verlauf mit Hospitalisierung – trotz Impfungen. Aber die Impfung senkt für jede Altersgruppe das Risiko auf einen Aufenthalt maßgeblich und oftmals um rund 90 Prozent.

Ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag stellen wir hier den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise dar. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon früher zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln. Allerdings muss man auch hier beachten, dass die höheren Werte im späteren Verlauf der Pandemie sich auch dadurch erklären, dass vorab mit Schnelltests getestet wurde. Die PCR-Tests deren Positivquote hier gezeigt wird, wurden teils nur noch für die Bestätigung genutzt.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir nachträgliche Korrekturen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trend-Farstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an bestimmten Tagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen Sieben-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der Sieben-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 vorrangig die Angaben des Senats aber auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Für die Grafik der Krankenhauspatienten nutzen wir aber konsequent die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Ist das auch der Grund für die zwei Hospitalisierungs-Inzidenzen bei Ampel und bei der Kurve oben?

Sozusagen. Der Hospitalisierungs-Inzidenzwert des Senats basiert auf den Meldungen des Krankenhaus-Registers Ivena. Hier wird geschaut, wer in den vergangenen sieben Tagen wegen oder mit Covid-19 in eine Berliner Klinik eingewiesen wurde. Dabei kann es aber theoretisch vorkommen, dass ein Fall in die Statistik gezählt wird, der streng genommen dort nicht reingehört: zum Beispiel ein Patient, der sich zwar in Berlin behandeln lässt, aber dort nicht wohnt.

Der RKI-Wert dagegen ist genauer, aber auch unvollständiger. Er basiert auf Daten der Gesundheitsämter, die für jeden Fall auch nachhalten, ob er oder sie im Krankenhaus liegt. Sind die Gesundheitsämter aber überlastet oder dauert die Meldekette lange, verspäten sich die Daten. Die Folge ist eine zu niedrig ausgewiesene Inzidenz. Das ist auch der Grund, weshalb der Senat inzwischen die Ivena-Daten nutzt.

Da für die Berliner Ampel der Senatswert relevant ist, zeigen wir diesen dort. Für alle Bundesregelungen gilt der RKI-Wert als maßgeblich.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber deutlich komplexer, die Verdopplungszeit hat damit nur eine begrenzte Aussagekraft. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Mehe als die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle sieben Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

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Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [mann] vom 01.12.2021 um 17:32
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3002 Kommentare

  1. 3002.

    Hübsche bunte Balken und Kurven. Wers glaubt wird seelig.
    Der PCR Test gilt übrigens nicht mehr.

  2. 3001.

    Wird hier nicht mehr diskutiert? Schade

  3. 3000.

    Das RKI hat jetzt einen Wochentags aktualisierten Situationsbericht zu Omikron:
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Omikron-Faelle/Omikron-Faelle.html?__blob=publicationFile

  4. 2999.

    Klar sind das keine Sequenzierungen deswegen Schrieb ich auch "Die Testen jede positive Probe per PCR auf Mutationen"
    Soweit ich weiß wird der S-gene dropout genutzt aber da Alpha nicht sehr präsent ist gehe ich davon aus das sich die zahlen so auch in der Sequenzierung bestätigen.

  5. 2998.

    "Die Verdopplungszeit dürfte hintenraus immer länger werden," Ja, das ist laut Lehrbuch bei jeder Epidemie so. Die wirklich exponentielle Phase ist mehr oder minder (je nach Erreger) kurz am Anfang, dann wird es recht schnell polynomial und linear, dann gehen immer mehr die noch ansteckbaren Personen aus bei den Kontakten (also immer mehr Kontakte zu schon infizierten/immunen) und das Ganze beginnt abzuknicken Richtung Plateau - also als großes Bild ein sigmoider Verlauf bei den kumulierten Zahlen der epidemischen Kurve - ähnlich wie es hier auch bei den Wellen zu beobachten ist, wenn man oben mal auf die kumulierten Zahlen ausklappt.

  6. 2997.

    "Aber das wäre ja momentan gar nicht das Ziel." Da gebe ich Ihnen Recht. Wir wissen ja, was die Frage ist und können spezifisch danach suchen was da Labor ja auch macht. Allerdings akzeptiert das RKI nur Sequenzierungen für die B.1.1.529-Statistik - zumindest im Moment. Ich wollte eigentlich nur dem Eindruck entgegenwirken, daß man so einfach mal 100% in akzeptabler Zeit sequenzieren könnte.

  7. 2996.

    Die Verdopplungszeit dürfte hintenraus immer länger werden, da immer weniger potentielle „Opfer“ zur Verfügung stehen.

    Die angepassten Impfstoffe kann auch Herr Lauterbach erst dann verteilen, wenn sie da sind und da scheint März/April realistischer als unterm Weihnachtsbaum.
    Soweit ich die Diskussionen in den Tarifverhandlungen der Gesundheitsbranche mitverfolge ist eine der Hauptforderungen mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen und nicht unbedingt viel mehr Geld. Beim Geld verhandelt man auch dort im Bereich der Inflationsrate.
    Wenn nur bessere Bezahlung zu mehr Leistung führen würde, unterstellen Sie den Mitarbeitern etwa mangelnde Motivation?

  8. 2995.

    Das befürchtete Versagen der Infrastruktur wird nicht befürchtet, weil die Leute zu 1.000en auf die ITS müssen sondern weil man alle auch ohne Symptome in Quarantäne steckt.
    Wollen wir wetten … in kürze werden Wissenschaftler gesucht, die bestätigen, dass 2 Wochen Quarantäne nicht sein müssen und man diese Zeit verkürzen kann … und dann dürfen (wie schon mal) auch Infizierte arbeiten gehen … aber nur arbeiten und nichts anderes.

  9. 2994.

    „dafür muß man aber schon wissen, was man sucht - neue, bisher unbekannte Mutationen findet man so nicht“
    Aber das wäre ja momentan gar nicht das Ziel. Wenn die Labore mit den normalen relativ schnellen Methoden die bekannten Varianten unterscheiden können, sollte die Datenlage doch inzwischen bzgl. Omikron deutlich besser sein.
    Dann sollten die ganzen hypothetischen Hochrechnungen die hier aufgestellt werden doch auch mit messbaren Daten zu bestätigen oder widerlegen sein. Die 18 Tage Verzug im Beispiel von Peter A sollten doch somit wesentlich kürzer sein und somit auch zu realistischen Ergebnissen führen. Faktor 1024 sollte in der Gesamtstatistik sichtbar sein, weil wir dann sicher schon im 6stelligen Bereich der täglichen Fallzahlen liegen müssten

    Interessant in dem factsheet die Aussagen zum ct Wert, der ja hier auch regelmäßig diskutiert wurde. Scheint die Labore, Ärzte und RKI sind sich nicht so richtig einig, wie hilfreich eine quantitative Auswertung der Virenlast ist.

  10. 2993.

    Omikron milderer Verlauf:
    Aus dem ARD Ticker
    "In Südafrika bestätigt eine neue Studie den eher milden Krankheitsverlauf der Variante Omikron. Nach Auswertung von bis Ende November vorliegenden Daten ergibt sich laut den Autoren eine bis zu 80 Prozent geringere Chance, zur Behandlung ins Krankenhaus zu müssen. "Die sehr ermutigenden Daten deuten stark auf eine geringere Schwere der Omikron-Infektionswelle hin", sagte Cheryl Cohen von Südafrikas Nationalem Institut für übertragbare Krankheiten (NICD). "

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