Studieren in der Corona-Pandemie - "Bis jetzt ist es eigentlich die schlimmste Zeit meines Lebens"

Sa 29.01.22 | 10:06 Uhr | Von Mara Nolte
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Ein leerer Hörsaal in der Humboldt-Universität. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
dpa/Bernd von Jutrczenka
Video: rbb|24 explainer | 28.01.2022 | Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Einen Hörsaal haben viele Studierende bisher kaum von innen gesehen – Studieren bedeutet während der Pandemie oft nur das Starren auf den Laptopbildschirm. Die Isolation macht es für viele fast unmöglich in einem normalen Studentenleben anzukommen. Von Mara Nolte

Ein normaler Tag geht für Lena erst gar nicht richtig los. "Wenn ich nachmittags Uni habe, komme ich morgens nicht so richtig aus dem Bett", sagt die 22-Jährige. "Ich bleibe immer so ein bisschen im Gammelmodus". Sie studiert seit anderthalb Jahren Philologie und Publizistik an der Freien Universität Berlin – nur sechs Wochen davon haben an der Universität in Präsenz stattgefunden.

Für ihre Vorlesungen bleibt Lena dann auch oft direkt im Bett liegen, strickt nebenbei und streichelt Kater Weasley, der es sich auf ihrem Schoß bequem macht. "Vor dem Laptop bin ich vielleicht eine Viertelstunde konzentriert und dann schalte ich ab. Wenn du in der Uni sitzt und vor Ort bist, hast du nicht die Möglichkeit, dich anders zu beschäftigen. Das heißt, du bist die ganze Zeit auf die Inhalte eingestellt", sagt Lena. "Ich glaube, dass ich dadurch ein sehr viel schlechteres Studium habe."

Studierende Lena mit Kater Weasley während eines Online-Seminars (Quelle: rbb/Marcus Heep)
Im Laufe ihres Studiums ist Lena in eine WG gezogen, um mehr Gesellschaft zu haben. | Bild: rbb/Marcus Heep

Ein Studium im zermürbenden Rhythmus der Pandemie

Davor haben auch viele andere Studierende Angst. Laut einer Umfrage an der Humboldt-Universität, fand jede:r Zweite die Qualität des Studiums im Sommersemester 2020 schlechter als vor der Pandemie. In diesem Wintersemester klagten fast 70 Prozent über Konzentrationsprobleme.

Wer im Sommersemester 2020 angefangen hat zu studieren, hat sein ganzes Studium im zermürbenden Pandemie-Rhythmus verbracht. Hangelte sich von Lockdowns über Lockerungen bis zu diesem Wintersemester. Das sollte an den Berliner Unis eigentlich "zum überwiegenden Teil in Präsenz stattfinden". So steht es in der aktuellen Corona-Verordnung des Landes.

In der Realität sieht das aber oft anders aus: An der Technischen Universität findet im Moment nur jede fünfte Veranstaltung auf dem Campus statt. An der Humboldt-Uni ist es in den meisten Fächern nur jede vierte Vorlesung oder Seminar. Schuld daran ist auch die Omikron-Welle: "Seit Mitte Dezember setzt die Freie Universität verstärkt auf digitale und hybride Formate, um einen Beitrag zur Viruseindämmung zu leisten", teilt die Uni auf Anfrage mit. Das digitale Angebot finden auch nicht alle Studierenden nur schlecht. Gut sei beispielsweise mehr Flexibilität und dass Stoff nachgearbeitet werden könne.

Fast alle Unis bauen psychologische Beratung aus

Die Entscheidung ob eine Veranstaltung digital angeboten werden soll, können die Lehrenden selbst treffen – auch in Abstimmung mit den Studierenden. Es gibt das Dilemma zwischen dem Bedürfnis nach Schutz vor dem Virus und dem Verlangen nach Nähe. "Sicher muss es sicher sein, dennoch können wir nicht ewig so weitermachen und ausschließlich nur online anbieten – das ist nach wie vor unsere Haltung, wir nehmen das einfach wahr, die depressiven Verstimmungen nehmen massiv zu und das hat auch etwas damit zu tun, dass die Leute isoliert sind.", sagt Jana Judisch, die Sprecherin des Berliner Studierendenwerks.

Sie sind nach Berlin gekommen ohne den Teil des Studiums machen zu können, der ja eigentlich der spannende ist.

Jana Judisch, Studierendenwerk Berlin

Es habe einen starken Anstieg von Nachfragen an die psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks gegeben. So viel, dass sie das Angebot ausweiten mussten. Es gebe viele Studierende, die eigentlich nie wirklich im Studium angekommen seien, die ihre Kommiliton:innen kaum kannten und kein soziales Netzwerk hätten, sagt Judisch.

Jana Judisch, Pressesprecherin der Studierendenwerk Berlin (Quelle: rbb/Marcus Heep)
Jana Judisch, Sprecherin des Studierendenwerks Berlin. Das Werk betreut Studierende von insgesamt 19 Hochschulen. | Bild: rbb/Marcus Heep

"Sie sind nach Berlin gekommen, ohne den Teil des Studiums machen zu können, der ja eigentlich der spannende ist, nämlich neue Erfahrungen machen, Leute kennenlernen, Freundeskreis aufbauen, all das findet nicht statt. Das beklagen sie und das ist auch oft Gesprächsthema in unserer psychologischen Beratung." sagt Judisch. Mehr Anfragen an die psychologischen Beratungsstellen haben fast alle Universitäten in Berlin und Brandenburg registriert - ein Großteil musste das Beratungsangebot ausbauen.

Ein Gefühl absoluter Überforderung

Für Lena kommt der Zusammenbruch in den Semesterferien. Als sie über Ostern ihre Eltern besucht, will sie die Zeit eigentlich auch noch nutzen, um für eine Klausur zu lernen. Doch ab dem zweiten Tag geht das nicht mehr. "Ich lag' die restliche Woche eigentlich nur im Bett und habe geweint. Ich habe dann die Zeit auch nicht groß mit meiner Familie verbracht, weil ich mich darauf gar nicht konzentrieren konnte." Sie beschreibt es als ein Gefühl absoluter Überforderung. "Das lag auch nicht an den Studieninhalten", beschreibt Lena ihren Zustand. "Die Belastung, dass man sonst nichts unternehmen kann, sich nicht so richtig ablenken kann, Kontakte stark eingeschränkt sind, das war sehr frustrierend."

Studierende Lena mit Kater Weasley während eines Online-Seminars (Quelle: rbb/Marcus Heep)
"Ich kenne niemanden, der mit dem Online-Semester gut klarkommt", sagt Lena. | Bild: rbb/Marcus Heep

Lena findet aus ihrem Tief nicht mehr richtig hinaus – sich sucht sich eine Psychotherapeutin und findet heraus, dass sie an einer Depression leidet. "Ich hatte die vorher auch schon", sagt Lena. Der Lockdown habe diese nicht hervorgerufen, wohl aber verstärkt.

60 Prozent können das Semester nicht gut absolvieren

"Das eine große Thema, das jetzt dazugekommen ist durch die Pandemie, mein Eindruck, ist der Umgang mit dem Wegfall von Struktur", sagt Jonas Neubert. Er leitet die Studienberatung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Wenn der Weg am Morgen nicht automatisch aus dem Haus und auf den Campus führt, sehe man bei einem Teil der Studierenden, dass das Aufschieben und dann auch das Wegrutschen des Studiums deutlich zunehme.

In einer aktuellen Umfrage des Vereins "Freier Zusammenschluss von Student*innenschaft (FZS)" sagen 60 Prozent der rund 7.600 befragten Studierenden, dass sie das Semester nicht gut absolvieren könnten. Sie klagten beispielsweise über Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme. Zehn Prozent von ihnen nutzen ein psychologisches Beratungsangebot.

Erste Hilfe

Neubert empfiehlt Studierenden, die unter der Situation leiden, sich selbst Routinen zu schaffen und Automatismen zu entwickeln, damit man sich nicht gleich morgens im Bett Gedanken machen müsse: Wenn ich jetzt aufstehe, was kommt dann eigentlich? Das können auch einfache Dinge sein wie: ins Bad gehen, die Zähne putzen und frühstücken. Eine Routine zu haben, was den Arbeitsplatz und die Arbeitszeiten angehe.

Seine Hoffnung sei, dass sich die Situation langsam drehe und "wir in eine Situation kommen, in der die Uni wieder mehr Struktur bieten kann". Er appelliert aber auch an Studierende, die in schwierigen Situationen stecken, sich Hilfe zu suchen.

Präsenz-Angebot soll nicht weiter eingeschränkt werden

Lena hofft, dass während ihrer restlichen Zeit an der Uni mehr Präsenz- oder Hybrid-Veranstaltungen angeboten werden. "Alleine morgens was zu haben, sich anzuziehen, Kaffee zu trinken, zu frühstücken und dann loszufahren, das bringt einen Tagesrhythmus rein", sagt sie. Auch der Kontakte mit Kommiliton:innen, die über den Freundeskreis hinausgingen, würden für sie viel verändern.

Keine der angefragten großen Universitäten will die Präsenzveranstaltungen im Moment weiter einschränken - mehr Hybrid-Angebote, also Veranstaltungen, die parallel digital und in Präsenz stattfinden, sind aber oft aus technischen und personellen Gründen auch nicht möglich.

Um so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anzubieten, geht die Universität Potsdam derweil noch einen Schritt weiter. In Vorlesungen und Seminaren gilt dort seit Anfang Januar als bisher einzige Universität der Region nun die 2G-Regel.

Hier sehen Sie das ganze Youtube-Video: Studium in der Corona-Pandemie: “Schlimmste Zeit meines Lebens”

Sendung: rbb|24 explainer, 26.01.2022

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Beitrag von Mara Nolte

27 Kommentare

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  1. 27.

    Sie sprechen mir aus der Seele. Bin seit 2 Jahren in Rente, also seit Beginn der Pandemie. In der schönen Jahreszeit habe ich mein Hobby. Aber die graue Zeit...bäh.

  2. 26.

    Die übergroße Mehrheit hat ja übrigens auch den ALLES DICHTMACHEN Kurs gewählt.
    Ist doch klar, dass Diskos und Hörsäle als erstes schließen.
    Fußball und Flugreisen finden weiterhin statt.
    Mal bei der Ampel nachfragen, wieso das so ist.

  3. 25.

    Aber die Wichtigkeit von Disziplin und Arbeit wurde doch jahrelang in Frage gestellt.
    Auf einmal die große Sehnsucht danach?
    Das passt alles nicht zusammen.
    Im Übrigen habe ich meine Ausbildung nicht gemacht, um Freunde zu treffen sondern mein Vater hat mir Beine gemacht, mein eigenes Geld zu verdienen.
    Mein Tipp an alle Studenten:
    Macht eine Ausbildung! Dort könnt Ihr erfüllende Berufe lernen und in vielen Branchen tolle Jobs finden.
    Disziplin gibt's übrigens gratis.

  4. 24.

    Obwohl Sie noch etwas „fremdeln“ mit der richtigen geschlechtsneutralen Grammatik, seien Sie angeregt:
    „schlimmste Zeit“ ist nicht gleich „Schlimme Zeit“...denn das hat ein ganz anderes „Kaliber“. Was für ein Glück, trotz allem.
    Es erweitert auch den Horizont darüber nachzudenken, warum sich das Virus an Schultischen wohler fühlt als an Restauranttischen. Man kann auch Verständnis dafür entwickeln, dass es den Hochschulen an Lüftungsexperten fehlt, die in virusdurchfluteten Kühlschränken, unter Maske stundenlang nicht arbeiten. Aber die Hochschulen können ja mal Frau Ernst einladen... die weiß, wie man ohne Schaden und Geld sich „durchmogeln“ kann. Da wäre man doch gerne mal „Mäuschen“...

  5. 23.

    „ Ihnen geht eine wichtige, aufregende und schöne Zeit verloren, in der man, so viele Freiheiten genießen kann, wie nie wieder im Leben.“
    Sie haben keine Ahnung, was Ihnen noch an schönen Zeiten bevor steht …

  6. 22.

    Danke, ich bin 67 Jahre, lebe allein, habe ein Telefon, einen Fernseher, ein Tablet für Drinnen und zwei gesunde Beine zum wandern für Draußen. Ich habe eine beheizte Wohnung, fließend Warmwasser und eine Rente, von der ich leben kann. Ich kann dieses Gejammere von diesen jungen Menschen, die garnicht wissen, was das „ganze Leben“ bedeutet, noch nichts erreicht haben und nur, weil es jetzt mal etwas unbequem und nicht so einfach ist, kaum noch aushalten. Haltet Euch an die Regeln und laßt Euch impfen, dann sind wir da alle schneller durch. „Die schlimmste Zeit seines Lebens“, wie hier einer schreibt, ist doch von uns selbst herbeigeführt worden, müssen wir also auch mit Verstand wieder raus.

  7. 21.

    WARUM man das alles erträgt!?

    Dann erklären Sie mir doch mal Bitte das Warum.

    Seit 2 Jahren erlebe ich gerade von den Alten entweder das Extrem das sie zu Hause isoliert psychisch und körperlich abbauen und Kontakte zu Angehörigen mit Handschuhen und Maske absolvieren oder aber keine 10 cm Abstand halten, in die Handflächen husten und das dann überall verteilen, drauf angesprochen frech werden und sich nicht die Bohne dafür interessieren ob sie andere anstecken könnten. Ebenso ist unverschämt 2 Jahre lang Kinder und Ungeimpfte als Pandemietreiber zu bezeichnen. Die einzige Gruppe die immer in großer Anzahl, von morgens bis abends in den Geschäften unterwegs war, waren ubd sind die Alten. Und das ist die Gruppe mit dem größten Risiko, die sich am Ehesten hätte einschränken können. Solidarität sieht anders aus.

  8. 20.

    Ich vermute mal, dass sie den Beitrag nicht vollinhaltlich erfasst haben. Es ging nicht um ein "Ranking" sondern es wurde eine von vielen (!!!) Gruppen vorgestellt, die unter Corona (insbesondere den getroffenen Massnahmen) leiden und die konkreten Probleme wurden etwas detailliert dargestellt.
    Ich glaube, dass über einen Punkt noch gar nicht gesprochen wurde, auch nicht im Beitrag. In meiner HS-Ausbildung (liegt schon etwas her) waren die persönlichen Beziehungen zu unseren Kommilitonen, Dozenten und Professoren auch wichtig, um uns gesellschaftspolitisch zu orientieren (für das spätere Leben), ein ganz wichtiges Element, dass man in rein naturwissenschaftlichen Studiengängen nicht vermittelt bekommt. Ich denke heute noch mit Respekt und Dankbarkeit an den Lehrkörper meiner Uni und ja, es hat mich auch moralisch geformt. Das funktioniert vermutlich extern nicht so richtig, zumindest nicht intensiv genug.

  9. 19.

    Ich möchte nicht mit den Studierenden tauschen. Aber im Arbeitsleben wird es auch mehr und mehr HYBRIDES Arbeiten oder gar komplett Homeoffice, das die Absolventen erwartet. Also nehmt es als Vorbereitung aufs Berufsleben.

  10. 18.

    Obwohl Sie noch etwas „fremdeln“ mit der richtigen geschlechtsneutralen Grammatik, seien Sie angeregt:
    „schlimmste Zeit“ ist nicht gleich „Schlimme Zeit“...denn das hat ein ganz anderes „Kaliber“. Was für ein Glück, trotz allem.
    Es erweitert auch den Horizont darüber nachzudenken, warum sich das Virus an Schultischen wohler fühlt als an Restauranttischen. Man kann auch Verständnis dafür entwickeln, dass es den Hochschulen an Lüftungsexperten fehlt, die in virusdurchfluteten Kühlschränken, unter Maske stundenlang nicht arbeiten. Aber die Hochschulen können ja mal Frau Ernst einladen... die weiß, wie man ohne Schaden und Geld sich „durchmogeln“ kann. Da wäre man doch gerne mal „Mäuschen“...

  11. 17.

    Ich frage mich, weshalb in solchen Beispiele immer Extremfälle genannt werden. "... dass sie an einer Depression leidet. "Ich hatte die vorher auch schon", sagt Lena. Der Lockdown habe diese nicht hervorgerufen, wohl aber verstärkt. ..." Da hätte sie wohl schon vorher eine Psychotherapie machen können/müssen.
    Jedoch kriegen viele junge Leute ihr Leben (Lehre, Studium) auch unter diesem Ausnahmezustand sehr gut auf die Reihe und sind sogar noch in der Lage, anderen zu helfen. Mir ist unverständlich, wie Studierende nicht fähig sein können, sich eine Struktur für ihren Tagesableuf zu erarbeiten.
    Das Gejammere auf hohem Niveau zeigt doch, wie lebensuntauglich einige aus dieser Generation sind. Wer jetzt Probleme hat, ist den hohen Anforderungen nach Flexibilität, Führungsqualitäten etc. überhaupt nicht gewachsen.
    Für diese sind eigentlich online jede Menge Hilfsangebote zu finden.

  12. 16.

    @soberlin: genau so sehe ich das auch!!!
    @Claudia: Nein manche Dinge kann man nicht nachholen! Und wir alle leben JETZT!

  13. 15.

    "Ihnen geht eine wichtige, aufregende und schöne Zeit verloren, in der man, so viele Freiheiten genießen kann...." Junge Menschen können das nachholen! Man sollte sich vor Augen halten, WARUM man das alles erträgt und das Beste daraus machen.
    Wirklich schlecht dran, sind alleinlebende Senioren, aber auch hier gibt es Angebote der Bezirksämter für z. B. Gesprächspartner oder Veranstaltungen im kleinen Kreis, die mittlerweile durchaus wahrgenommen werden können.

  14. 14.

    An diejenigen Vorkommentatoren, die ihrer Verachtung von Student:innen an sich Ausdruck verleihen mussten, die ja alle vermeintlich nie wissen, was Selbstdisziplin und richtige Arbeit ist und selbst Schuld an Depressionen und anderen psychischen Beschwerden sind: Berichte wie diese machen doch kein Ranking auf, welche Gruppe am meisten unter der Pandemie leidet. Ich bin immer wieder berührt von Menschen anderer Alters- und Berufsgruppen zu lesen, wie sie diese lange und schwierige Zeit erleben.

  15. 13.

    Danke für diesen guten Artikel. Die jungen Menschen nach dem Ende der Schulzeit und da vor allem die Studenten hat es wirklich hart getroffen. Klar auch die Älteren sind betroffen, aber diese haben Ihren Weg meist doch schon gefunden, haben einen festen Freundeskreis und im Arbeitsalltag auch gut zu tun gehabt. Rentner konnten und sind trotzdem viel gereist.
    Und Schüler nicht zu vergessen. Die Kinder der 1. und 2. Klasse haben noch keine normale Schule kennengelernt!

  16. 12.

    Das ist bei der Studierenden doch wohl eher ein Problem der Disziplin. Ich arbeite überwiegend von zu Hause, mein Tagesablauf ändert sich erst um 7 Uhr, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit machen müsste, fange ich mit der Arbeit an. Nach dem Motto " mich sieht ja keiner, also brauche ich mich nicht kämmen" ....? Ich hoffe die Ärmste muss keine schlimmeren Zeiten erleben!

  17. 11.

    Ich denke, dass die Zumutungen für die jungen Menschen am allerschlimmsten zu ertragen sind. Die Zeit des Aufbruchs in ein eigenständiges Leben fällt der Corona-Vorsorge zum Opfer. Und das, obwohl sie selbst eigentlich durch das Virus nur wenig gefährdet sind. Ihnen geht eine wichtige, aufregende und schöne Zeit verloren, in der man, so viele Freiheiten genießen kann, wie nie wieder im Leben! Ich weiß nicht, ob ich unter diesen Umständen das Studium geschafft hätte. Von vielen meiner Altersgenossen (60+) hört man nur, die sollen sich nicht so anstellen und mal schön soldarisch sein. Manchmal denke ich, die waren niemals jung.

    Für mich als Single hat die Lebensqualität auch abgenommen, aber im meinem Alter ist das Leben nicht mehr so nach "Außen" orientiert, ich kann mich gut zuhause und in der Natur beschäftigen, auch wenn ich lieber zu Festen, in Theater und in Konzerte gehen würde. Im Alter von 18... monatelang auf dem Sofa bei den Eltern wäre ich durchgedreht.

  18. 10.

    Irgendwie bekommt man bei den ganzen Berichten immer mehr den Eindruck…. die Betroffenen selbst (Heimbewohner, Studenten, Schüler usw.) haben nicht so das große Interesse um jeden Preis geschützt zu werden.
    Wenige treffen Entscheidungen die für viele gelten ohne das es sie interessiert ob diese das auch wollen.

  19. 9.

    Tüte Mitleid, die geplagten Studenten wissen wahrscheinlich nicht wie es ist zu arbeiten mit dem ganzen Irrsinn.

  20. 8.

    Wir werden wahrscheinlich noch manches Gespräch oder Interview mit Pandemiebetroffenen hier lesen können, das werden aber keine Bewohner von Pflegeheimen sein, und auch keine Kinder in Grundschulalter, also Gruppen die der Pandemie am hilflosesten ausgeliefert sind, und am meisten zu leiden haben.
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