Zweites Testlabor in Brandenburg - Charité richtet separate Anlaufstelle für Coronavirus-Tests ein

02.03.2020, Berlin: Blick auf das Gebäude in der Mittelallee 1 auf dem Gelände des Virchow-Klinikums in Berlin-Wedding. Hier wurde eine Anlaufstelle für Coronavirus eingerichtet (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Mit einem 22-jährigen Mann aus Berlin-Mitte hat das neue Coronavirus auch die Region erreicht. Das Virchow-Klinikum hat eine separate Anlaufstelle eingerichtet, um die Notaufnahme nicht zu blockieren. In Brandenburg gibt es derweil ein zweites Testlabor.

Was Sie jetzt wissen müssen

Mit dem ersten bestätigten Fall des neuen Coronavirus in Berlin - einem 22-jährigen Mann aus dem Bezirk Mitte - richten sich die medizinischen Einrichtungen in der Region weiter auf den Umgang mit Covid-19 ein.

Die Berliner Charité hat eine separate Untersuchungsstelle für Menschen mit Coronavirus-Verdacht eingerichtet. Vorstand Ulrich Frei sagte am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin, die Anlaufstelle sei dafür da, damit "besorgte Bürger" nicht die Rettungsstellen aufsuchten. Die Notaufnahme des Virchow-Klinikums musste vorübergehend geschlossen werden, nachdem acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kontakt mit dem Infizierten hatten. Dort wurde der 22-Jährige auch vorstellig.

Bei der Stelle handelt es sich laut Frei um ein kleines Häuschen mit mehreren Untersuchungsmöglichkeiten und einem Zelt mit Wartebereich. Voraussichtlich ab Dienstag kann sie aufgesucht werden. "Ich bin mal gespannt, wie das angenommen wird", sagte Frei. Diese Lösung sei vielleicht modellhaft.

Zweites Test-Labor in Brandenburg

In Brandenburg bietet nach Cottbus seit Montagvormittag auch ein zweites Labor den Test auf das Coronavirus an - das IMD Labor Oderland GmbH mit Sitz in Frankfurt (Oder). Damit können Ärzte und Krankenhäuser aus Brandenburg auf die zeitaufwändigen Transporte der Proben in das Labor der Charité verzichten. Dort war es in den vergangenen Tagen zu Engpässen gekommen.

Thomas Talaska, Chef-Hygieniker in Eberswalde und Leiter der Covid-19-Arbeitsgruppe an den GLG Krankenhäusern von Uckermark und Barnim, begrüßt die Erweiterung der Laborkapazitäten in Brandenburg. Die sei dringend nötig, um Wartezeiten auf Testergebnisse zu vermeiden. Die kleineren Krankenhauslabore in Brandenburg sind aktuell nicht befähigt, Corona-Tests durchzuführen. "Die ministerielle Aussage, dass die meisten Labore in Deutschland jetzt schon ganz normal auf Corona testen können, halte ich für falsch", sagte Talaska dem rbb.

Höhere Einstufung durch das Robert-Koch-Institut

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat derweil am Montag die Bewertung des neuen Coronavirus für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland leicht heraufgesetzt. Die Risikoeinschätzung sei auf "mäßig" gestellt worden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Bisher wurde sie als "gering bis mäßig" eingestuft.

Wieler bekräftigte, die Lage sei weiterhin sehr dynamisch und müsse jeden Tag neu bewertet werden. Bis Montagfrüh registrierte das RKI bundesweit 150 nachgewiesene Fälle in zehn Bundesländern und 49 Landkreisen. Insgesamt gebe es zu der von China ausgehenden Erkrankung nach wie vor nicht genügend Daten, um die Schwere einzuschätzen. Außerhalb Chinas seien inzwischen 64 Länder betroffen, und zwar mit 8.898 Fällen, darunter mindestens 285 mit schweren Krankheitsverläufen.

KV fordert notwendige Schutzausrüstung

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) forderte von der Berliner Gesundheitsverwaltung, den niedergelassenen Ärzten und fahrenden Ärzten des Bereitschaftsdienstes schnellstmöglich die notwendige Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. "In den wenigsten Praxen ist für eine solche Ausnahmesituation ausreichend Schutzausrüstung verfügbar", sagte Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin am Montag.

Bürger sollten demnach eine Abklärung vornehmen lassen, wenn sie entweder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten oder innerhalb der letzten 14 Tage in einem der Risikogebiete gewesen sind und Symptome von leichter Erkältung bis Lungenentzündung haben.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

3 Kommentare

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  1. 3.

    Zur Einordnung: Die beiden Krankenhäuser wurden in China nicht vorausschauend vor dem ersten Infektionsfall gebaut. Und aktuell gibt es (Stand heute, 10:00) 3 bestätigte Fälle in Berlin. Nicht 30, 300 oder 3.000.

  2. 2.

    Fairerweise würde ich hinzufügen: ich glaub nicht dass sich der chinesische Staat dabei an Bauvorschriften, Brandschutz, Arbeitsschutz und ähnliche Nebensächlichkeiten halten muss

  3. 1.

    Ohne Panik spüren zu wollen, aber China hat innerhalb von 14 Tagen zwei große Krankenhäuser errichtet, und in Berlin hat die Charite ein Häuschen mit Zelt erdacht, aber auch erst, nachdem der erste Infizierte die Rettungsstelle außer Betrieb gesetzt hat. Respekt ! Echt vorausschauend ?!?

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