Eine Mitarbeiterin des medizinischen Personals betrachtet ein Wattestäbchen nach einem PCR-Abstrich zum Test auf Covid-19 (Quelle: DPA/Michael Kappeler)
Bild: DPA/Michael Kappeler

503 neue Corona-Fälle - Zahl der Neuinfektionen in Berlin bleibt überdurchschnittlich hoch

Ein deutlicher Rückgang gegenüber Dienstag, aber dennoch der zweithöchste Wert überhaupt: Am Mittwoch wurden in Berlin 503 neue Corona-Fälle registriert. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen ist leicht gestiegen.

In Berlin gibt es 503 neue Corona-Fälle. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht zur Pandemie der Senatsverwaltung hervor [berlin.de/corona/lagenbericht]. Das ist zwar ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu Dienstag, als mehr als 700 Neuinfektionen registriert worden waren, allerdings ist es der zweithöchste Tageswert in Berlin seit Beginn der Pandemie. Und damit überdurchschnittlich hoch.

Der Status als Risikogebiet hat sich zudem weiter verfestigt. Die 7-Tage-Inzidenz, also die durchschnittliche Zahl der Neuansteckungen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner, steht nun für Berlin bei 76,3 statt 71,5 am Dienstag. Ein Wert von 50 gilt als kritische Marke, ab der Städte, Regionen oder Landkreise als Risikogebiet eingeschätzt werden.

Die Reproduktionszahl R ist weiter gesunken und liegt nun bei 0,92 - und zeigt somit an, dass sich die Ausbreitung des Virus in der Stadt verlangsamt. In den vergangenen Tagen sind allerdings vermehrt die Schwierigkeiten offensichtlich geworden, die sich durch die Art der Berechnung, die der Senat für diesen R-Wert gewählt hat, ergeben.

Mehr Intensivbetten für Covid-19-Patienten gebraucht

Nach wie vor am stärksten betroffen ist der Bezirk Neukölln. In der vergangenen Woche wurden in Neukölln insgesamt 571 Corona-Neuinfektionen festgestellt, was eine 7-Tage-Inzidenz von 173,1 ergibt. Ein leichter Anstieg gegenüber dem Vortag, aber bundesweit nach wie vor einer der höchsten Werte überhaupt.

In allen Bezirken ist die 7-Tage-Inzidenz erneut gestiegen. Stark betroffen sind auch Mitte (118,2), Friedrichshain-Kreuzberg (98,5) und Tempelhof-Schöneberg (94,9). Pankow ist nur wenige Punkte vom Status eines Risikogebiets entfernt. Lichtenberg und Treptow-Köpenick zeigen Werte über 30, einzig Marzahn-Hellersdorf liegt weiterhin darunter. Alle anderen Bezirke liegen zum Teil deutlich über 50.

Die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten ist weiter gestiegen: Dieser Wert liegt nun berlinweit bei 4,5 Prozent (am Dienstag 3,8 Prozent). 59 Personen liegen derzeit wegen der Krankheit auf einer Intensivstation, 42 davon müssen beatmet werden.

Zahl der Tests liegt deutlich über der Testkapazität

In der vergangenen Woche seien in Berlin 64.991 Tests durchgeführt worden, berichtet die Nachrichtenagentur DPA unter Bezug auf die Gesundheitsverwaltung. Demnach betrage die Positivrate aktuell 4,1 Prozent in Berlin. Bundesweit lag der Anteil der positiven Tests nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in den Kalenderwochen 38 bis 40 bei unter zwei Prozent, zuvor längere Zeit bei unter einem Prozent. Der Wert für die vergangene Woche war beim RKI zunächst noch nicht veröffentlicht.

Die Zahl der Tests in Berlin in der Vorwoche überstieg laut Gesundheitsverwaltung die wöchentliche Testkapazität von 61.424. Die Auslastung der Labore liege mit Stand Mittwoch bei 105,8 Prozent, hieß es. Welche Folgen das hat und ob die Kapazität noch weiter ausgebaut werden kann, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Sendung: Abendschau, 14.10.2020, 19:30 Uhr

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27 Kommentare

  1. 27.

    Die meiste Panik wird doch von von ganz anderer Seite gemacht. Von den Leuten mit solidem Halb- und Viertelwissen, von den Scharlatanen, von den Marktschreiern auf den "Corona ist doch gar nicht schlimm" - Demos. Wo mit Angst der Verstand benebelt wird, lass ich mal offen.

  2. 26.

    Das tut mir Leid!!! Es ist wirklich schlimm,wie Angst bei manchen den Verstand vernebelt!!und die Politiker machen immer weiter Panik...

  3. 25.

    @Monika:
    Viele Menschen mit einer Schwerbehinderung gehen arbeiten und viele davon wiederum vor Ort und nicht im Homeoffice. Da wird es dann gegebenenfalls schwer, auf die Öffis zu verzichten.
    Ich habe mich schon oft gefragt, wie man sich wohl fühlt, wenn man wirklich zu recht vom Arzt eine Maskenbefreiung hat und dann eben z.B. in der U-Bahn ohne Maske fährt.
    Ich würde mir vermutlich meine Befreiung in A4 und fett ausdrucken und um den Hals hängen. Oder eben doch wider ärztlichen Rat eine Maske tragen, um nicht anzuecken.

    @Porl: Wie sieht´s denn mit so einem durchsichtigen Gesichtsvisier aus, wäre das vielleicht praktikabel?

  4. 24.

    Die Maskenpflicht ist auch auf Bahnhöfen einzuhalten, aus basta! Gerade am Hermannplatz ist es kaum möglich den nötigen Abstand einzuhalten, besonders nicht während des Ein-und Ausstiegs. So ist es an fast allen Umsteigebahnhöfen. Wir sollen ja eigentlich auch an Bushaltestellen bereits Masken tragen und nicht erst wenn wir im Bus sind.

  5. 23.

    Ihnen wird der Begriff "Positivquote" wahrscheinlich nichts sagen, sonst kämen Sie nicht mit diesem Schlicht-Argument. Das übrigens nicht wahrer wird davon, dass es wieder und wieder eingebracht wird.
    Ich sage es mal vorsichtig: Nicht alles, was auf Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen gesagt wird, ist war oder hat zumindest einen wahren Kern. Vieles davon ist aber von Denkfaulen für Denkfaule.

  6. 22.

    Wir sprechen hier von Berlin und sie argumentieren mit Zahlen für ganz Deutschland
    https://www.berlin.de/corona/lagebericht/desktop/corona.html#labordaten
    Sind die Berliner Zahlen also:
    KW 14: Anzahl der Testung: 22.597 -> 1604 davon Positiv getestet
    KW 24: Anzahl der Testung: 22.418 -> 336 davon Positiv getestet (ähnliche Testanzahl zu KW14)
    KW 34: Anzahl der Testung: 59.967 -> 480 davon Positiv getestet (ähnliche Testanzahl zu KW41)
    KW 41: Anzahl der Testung: 64.991 -> 2665 davon Positiv getestet
    So und in wie weit sehen sie dort einen Zusammenhang zwischen Anzahl getesteter und positiven Tests?
    MfG Flo

  7. 21.

    Das haben SIE nicht zu entscheiden welche Demos "unsinnig" sind, und welche nicht! Und genau solche Aussagen lassen den Eindruck erwecken dass SIE viel eher ein Ende der Demokratie herbeisehnen. Ja, Massenhochzeiten müssen nicht sein, aber es gibt für alles einen Ermessensspielraum, und alles komplett zu verbieten dürfte zu einer kompletten Verweigerung bei der Bevölkerung führen, hinsichtlich der Maßnahmen.

  8. 20.

    So sehe ich es auch!
    Im Vergleich: Höchste Zahl der Neuinfektion am 2. April (KW 14) mit 6554 Fällen. Aktuell 6638 Neuinfektionen.
    Angaben RKI.
    KW 14: Anzahl der Testung: 408.348 -> 36.885 davon Positiv getestet
    KW 41: Anzahl der Testung: 1.167.428 -> 29.003 davon Positiv getestet
    KW 42 ausstehend

  9. 19.

    Jaja ... diese ganzen neuen tollen Wörter ...Systemrelevant.....
    Mal schauen wie Sytemrelevant die anderen Berufen sind wenn ihnen kein Gehalt überwiesen wird, weil der Lohnbuchhalter nicht systemrelevant ist oder der IT'ler der dafür sorgt das die Banksoftware läuft oder die anderen die dafür sorgen, das der Senat auch das Geld hat um ihren Lohn zu bezahlen.

  10. 18.

    Tja, wenn der Mensch mit dem Unbekannten nicht klar kommt, krallt er sich an das Bekannte. Und je mehr ich mich über Zahlen, ihr Zustandekommen pp. streite, desto abstrakter und damit entfernter wird die Bedrohung. Wenn ich sie damit schon nicht 'wegrechnen' kann.

  11. 16.

    bei mehr Tests - mehr Infektionen, klar.

  12. 15.

    Inzwischen werde ich als Schwerbehindeter und von der Maskenpflicht befreit nicht nur diffamiert, sondern auch massiv angegangen in der Öffentlichkeit. Ich traue mich nur noch mit Begleitservice in die BVG. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis ich verprügelt und angespuckt werde. Der Terror setzt mir dermaßen zu, dass ich inzwischen Panik habe einkaufen etc. zu gehen.

  13. 14.

    Man sollte sich auch mal Gedanken darüber machen was inden letzten 14 tagen, solange braucht ja max. der Virus bis zum Ausbruch, in Berlin wiederl los war. Neben mehreren Grosshochzeiten, vor allem Demos Demos und eine Räumung mit Demos danach. Lauter Menschen nah bei nah, teilweise für recht unsinnige Dinge demonstrieren. Und dann wundert mann si h warum die Zahlen durch die Decke schießen.
    Aber dafür leben wir weiter in einer Demokratie. Nur wie lange lebt Unsereins noch???

  14. 13.

    Vielleicht atmen die Leute einfach mal durch bevor sie im Zug gleich wieder die Maske aufziehen. Ich habe schon lange in der U-Bahn niemanden mehr ohne Maske gesehen. Auf Bahnhöfen ist es doch gar nicht wirklich notwendig, da dort ziemlich starke Luftbewegungen sind und man gut Abstand halten kann.

  15. 12.

    Bitte keine Fake News verbreiten und die Stimmung hier noch mehr aufheizen, Langzeitfolgen gibt es bei jeden schweren Krankheiten, hier bei corona gibt es aber tatsächlich noch gar keine fundierten Beurteilungen, außer dass ein paar wenige sehr schwere Einzelfälle das bis jetzt hatten.

  16. 10.

    Seien Sie nicht so hysterisch, Lea! 50 Ausrufezeichen lassen Sie auch nicht glaubhafter wirken. Natürlich tragen die Leute Maske in den Geschäften und Öffis - mehr als am Anfang würde ich behaupten. Und wieso sollten die Öffis denn leerer werden? Glauben Sie die Leute fahren nicht mehr zur Arbeit wenn es kälter wird? Da dürften Sie eine Enttäuschung erleben.
    Und natürlich muss man die Werte längerfristig beobachten, was denken Sie denn wie die Akzeptanz der Bevölkerung auf einen plötzlich ausgerufenen harten Lockdown wäre? Viele stehen einer Verschärfung der Maßnahmen doch eh schon kritisch gegenüber.

  17. 9.

    Liebe Eve,
    da haben Sie recht. Vielen Dank für den Hinweis.
    Mit besten Grüßen aus der Redaktion

  18. 8.

    Lieber @RBB, da haben Sie wohl ein paar Ziffern verschluckt: "In der vergangenen Woche seien in Berlin 64 .91 Tests durchgeführt worden, berichtet die Nachrichtenagentur DPA unter Bezug auf die Gesundheitsverwaltung." Könnten Sie die Zahl bitte korrigieren? Danke!

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