Frank Zander beim 25. Weihnachtsessen im Hotel Estrel 2019 (Quelle: Imago/snapshot-photography/F.Boillot)
Bild: Imago/snapshot-photography/F.Boillot

Risiko sei zu hoch - Zander sagt traditionelles Weihnachtsessen für Obdachlose ab

Bis zuletzt hatte Frank Zander gehofft, dass sein Weihnachtfest für obdachlose und bedürftige Menschen stattfinden kann – trotz Corona. Auf Facebook verkündete der Entertainer nun die Absage. Vergessen wolle er die "Ärmsten der Armen" dennoch nicht.

Kein Gänsebraten für obdachlose Menschen zu Weihnachten: Per Facebook hat der Berliner Entertainer und Sänger Frank Zander am Mittwoch verkündet, dass das traditionelle Weihnachtsessen im Hotel Estrel in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Bis zum Schluss habe er gekämpft, doch das Risiko sei für alle Beteiligten zu hoch: "Schweren Herzens muss ich und müssen wir als Familie die 26. Weihnachtsfeier für obdachlose und bedürftige Menschen im Estrel Hotel (Berlin Neukölln) in diesem Jahr absagen."

"Wie wollen wir verlässliche Angaben zum Wohnort festhalten?"

Die erforderlichen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen seien nicht umsetzbar für eine Feier dieser Art und Größenordnung: "Wie sollen wir verlässliche Angaben zum Wohnort festhalten, wenn doch der Großteil unserer Gäste wohnungslos ist? Diese und viele weitere Anforderungen stellen uns vor unlösbare Probleme. Ich kann nicht verantworten, dass sich jemand bei der Veranstaltung mit dem Corona-Virus infiziert und diesen schlimmstenfalls bis in die überaus wichtigen Notübernachtungen und Einrichtungen der Kältehilfe trägt", postete Zander weiter.

Zander will andere Projekte unterstützen

Er werde dennoch die "Ärmsten der Armen" nicht vergessen, und wolle nun Projekte wie den Berliner-Foodtruck, finanziell unterstützen: "Am 08.10. werde ich nun gemeinsam mit der Caritas und dem Erzbischof diese fahrende Suppenküche, die täglich ca. 150 warme Mahlzeiten an die Ärmsten der Armen verteilt, besuchen."

Seit 1995 organisiert der gebürtige Neuköllner Frank Zander jährlich ein Weihnachtsessen für etwa 3.000 obdachlose und bedürftige Menschen in Berlin. Die Veranstaltung wird von verschiedenen Unternehmen gesponsert und unterstützt von einem großen Team an ehrenamtlichen und prominenten Helfern, die das Weihnachtsmenü servieren oder das Unterhaltungsprogramm füllen. Das traditionelle Menü besteht aus Gänsekeulen, Knödeln und Rotkohl. 2019 feierte das Fest 25-jähriges Jubiläum.

Gänsekeule und Geschenke für 3.000 Bedürftige und Obdachlose

Sendung: Inforadio, 07.10.2020, 17:40 Uhr

Kommentar

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28 Kommentare

  1. 28.

    Wenn ich etwas Zeit hätte würde ich Ihnen das Prinzip von Angebot und Nachfrage erklären. Da mir meine Zeit für Menschen wie Sie aber zu schade ist verweise ich Sie einfach auf Google. Machen Sie sich schlau. Vielleicht bringt es ja was. Gern geschehen. :-)

  2. 26.

    Ach so, Gänse werden so oder so geschlachtet, na dann ist ja alles gut. Dann können wir ja mit allem wie gewohnt weitermachen, wenn sowieso alles so oder so passiert.

  3. 25.

    War ja klar. Aber völlig unsinnig. Gänse werden so oder so geschlachtet. Ob mit Frank Zanders Obdachlosenfeier oder nicht. Nochmal hier von mir. Hut ab vor der Familie Zander. Beispiellos was Frank da jedes Jahr auf die Beine gestellt hat.

  4. 24.

    Gänse werden im Alter zwischen 16 und 23 Wochen geschlachtet, hier können deutsche Tiere den Bedarf nur zu 13 Prozent decken, den Löwenanteil machen Importe aus Polen und Ungarn aus. Eine Hausgans könnte 15 Jahre alt werden, aber das wäre zu kostspielig. Eine artgerecht gehaltene Gans wird zwischen der neunten und 32. Lebenswoche geschlachtet. Gänse wegen Weihnachtsbraten durfte ein wenig älter werden.

  5. 23.

    Freue mich sehr, dass dieses Jahr ein paar weniger Gänse ihr Leben lassen müssen. :-)

  6. 22.

    Da könnte die Messe Berlin die Hallen umsonst zu Verfügung stellen und auch noch ausschmücken für die Armen und diese Leute sind wieder einmal die Verlierer.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  7. 21.

    "Das ist sooo traurig, danke für Deine unermüdliche Hilfe, Frank Zander."
    "Na wenn da mal bei Ihnen nicht der Neid die Seele auffrist!"
    Besser kann man seine schizophrene Weltsicht kaum zum Ausdruck bringen.
    Du glaubst wahrscheinlich auch,dass alle reich sein könnten,wenn sich jeder nur genug anstrengt.

  8. 20.

    Wegen der Corona- Auflagen, fällt das Weihnachtsessen für Obdachlose, mit Schlagerstar Frank Zander bedauerlicher Weise aus. Seine Helfer servierten Weihnachtsgans, wie Sportler, aus Politik, seines Kollegen aus Schlagerbranche etc. Sich anzustecken ist das Risiko zu hoch. Corona- Auflagen bei Obdachlosen, wer soll da aufpassen, kontrollieren. Bei ca.3000 Obdachlosen und Bedürftigen braucht bloß 1Infizierter darunter zu sein. Das funktioniert nicht, das geht gar nicht. Der Großteil ist Wohnungslos, viele Risikogruppen. Nach Verfolgung nicht möglich. Neuinfektion in Neukölln zu hoch.
    Frank Zander steigt erstmal in andere Projekte ein. Er hatte angekündigt, die fahrbare Suppenküche der Caritas finanziell mit 20.000 zu unterstützen. Mit Sohn folgen weitere Projekte.





  9. 19.

    Was hat die Feststellung, dass Vermögende in Deutschland immer reicher werden (und netterweise auch deutlich weniger Steuern zahlen als zB unter der Kohl-Regierung) , während deutlich mehr Menschen ärmer werden, mit Neid zu tun? Diese Entwicklungen sind statistisch belegt. Spenden & Engagement sind ja schön und gut, aber das Hinterfragen von Zusammenhängen und vor allem das ändern dieser, wäre doch viel effektiver. Dann wären arme Menschen vielleicht auch nicht mehr arm und auf Spenden angewiesen... Nur kurz zur Erinnerung, wie war das mit zB Herrn Tönnies? Werkverträge plus Ausbeutung bei gleichzeitiger "verantwortungsvoller Spendabilität", Steuerhinterziehung, CumEx, Preisabsprachen usw.

    Unabhängig davon begrüße ich Herrn Zanders langjähriges Engagement.

  10. 18.

    "Wie sollen wir verlässliche Angaben zum Wohnort festhalten, wenn doch der Großteil unserer Gäste wohnungslos ist? Diese und viele weitere Anforderungen stellen uns vor unlösbare Probleme"

    Hm vielleicht sind es doch die Regeln die ein AUS bedeutet haben ?!

  11. 17.

    Es ist wirklich sehr schade dass das Weinachtsessen nicht stattfinden kann. Da nützen jetzt Spenden und ein Teller Suppe nicht so richtig. Für die Obdachlosen war das ein Höhepunkt im Jahr. Sie wurden dort wie Gäste bewirtet und saßen an einem gedeckten Tisch. Eine ganz besondere Atmosphäre.

  12. 16.

    Schade, habe einen Vorschlag, die Messe Berlin mit ihren riesigen Hallen könnte doch diese Jahr mal einspringen, den da dürfte es kein Problem geben und die Armen bekommen ihr Weihnachtsfest.

  13. 14.

    Das ist sooo traurig, danke für Deine unermüdliche Hilfe, Frank Zander.
    Und danke an die vielen Partygeilen, Demonstranten und Verdi in Berlin. Ihr seit wirklich vorbildlich :-(

  14. 13.

    Das Spendenkonto gibt es doch schon lange: Hier ist die URL, wo man es nachlesen kann und auch glech online spenden kann

    https://www.obdachlosenfest.de/spender-sponsoren/spendenkonto/

    Das Problem sind weniger die Räumlichkeiten, sondern die Nachverfolgungsmöglichkeiten, wenn es eine Infektion gibt und Kontaktpersonen ermittelt und informiert werden müssen. Obdachlose haben in aller Regel keine Meldeadresse. :-(

  15. 12.

    Der Senat und die Bevölkerung sollten spenden ...."
    Wobei man sich auch überlegen könnte, ob eine angemessene Besteuerung der Herrschaften in den einschlägigen Villenvororten nicht sinnvoller wäre,
    Dieses, mit Verlaub Barmherzigkeitsgetue, klebt doch nur ein dünnes Pflaster auf die offene Wunde und ändert nix daran, daß es immer mehr Arme in einer Gesellschaft gibt, die sich erst gestern wieder über die steigenden Vermögen ihrer Milliardäre freuen durfte.

  16. 11.

    Ihre Antwort ist gar nicht so schlecht. Der Senat und die Bevölkerung sollten spenden und Hilfe anbieten. Wenn Herr Zander ein Spendenkonto einrichtet, wird sicherlich einiges Geld zusammenkommen und die Veranstaltung kann draußen mit Heizpilzen stattfinden.

  17. 10.

    omg... das habe ich gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass das ja nicht geht... es rattert in meinem Hirn, wie man 3000 Menschen ansteckungsfrei beglücken könnte... mir fallen Dinge wie Essen auf Rädern und so ein, aber wohin bringen? Oh mann, dsa wird ein harter Winter. Da fehlt auch ganz viel Wärme...

    Nochmals ein Danke an Frank Zander, der sich unermüdlich engagiert.

  18. 9.

    Das ist unglaublich tragisch für die Menschen die sich teilweise das ganze Jahr schon drauf freuen..Kann man keine Lösung unter freiem Himmel mit Heizpilzen und Bierbänken, auf Abstand finden? Die meisten sind doch tagsüber sowieso Draussen. Das Weihnachtsessen ist so wichtig für diese Menschen, da muss doch eine Lösung gefunden werden. Die Coronamaßnahmen treffen die Schwächsten dieser Gesellschaft am Härtesten, auch den Pflegeheimbewohnern steht ein einsamer iWinter in Isolation bevor.

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