Der Eingangsbereich des Ernst von Bergmann Klinikums in Potsdam (Quelle: DPA/Fabian Sommer)
Video: Brandenburg aktuell | 06.10.2020 | Sascha Erler | Bild: DPA/Fabian Sommer

Mehrere Mitarbeiter positiv getestet - Ernst-von-Bergmann-Klinikum meldet neue Corona-Fälle

Am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam wurden Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Die Lage sei unter Kontrolle. An einer Abteilung gebe es nun ein Aufnahmestopp. Auch an weiteren Brandenburger Kliniken gibt es Infektionen.

Am Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum, dem größten Krankenhaus Brandenburgs, sind neue Corona-Infektionen beim Personal festgestellt worden. Das teilte die Klinik am Dienstag mit. Demnach sind "am Standort Potsdam einige Mitarbeitende positiv auf Sars-Cov-2 gestestet" worden.

Offenbar handelt es sich um insgesamt neun Personen, darunter fünf Mitarbeiter einer Service-Abteilung sowie drei Personen, die an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie tätig sind. Die Pressesprecherinnen der Klinik waren für Rückfragen von rbb|24 zunächst nicht zu erreichen.

Bis auf Weiteres würden keine Patienten auf diese Station verlegt oder von dort auf andere transferiert, außer ein Notfall liege vor, hieß es. "Zudem dürfen - ab sofort - Besucher die Station [...] nicht betreten." Die Maßnahmen sollen vorerst bis zum kommenden Montag gelten. Am 5. Oktober seien Abstriche von sämtlichen Patienten und Mitarbeitern gemacht worden. Am Donnerstag werden dies wiederholt.

Damit wurden innerhalb einer Woche an mindestens vier Kliniken in Brandenburg Corona-Infektionen bei Mitarbeitern oder Patienten diagnostiziert.

Mindestens drei weitere Kliniken in Brandenburg betroffen

Am Samstag war bekannt geworden, dass an der Helios-Klinik in Bad Saarow (Oder-Spree) Patienten und Mitarbeiter positiv gestestet worden waren. Die ersten Fälle waren bereits am Dienstag vor einer Woche festgestellt worden. Mittlerweil sind dort mindestens 25 Infektionen entdeckt worden. Die Klinik hat sowohl ein Besuchs- als auch ein Aufnahmestopp verfügt und wird derzeit vom Rettungsdienst nicht mehr angefahren.

Bei 14 Mitarbeitern des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums wurde ebenfalls Sars-CoV-2 festgestellt, vier infizierte Patienten werden dort behandelt. Bis Freitag würden keine Patienten mehr aufgenommen und keine geplanten Operationen vorgenommen - ausgenommen seien Notfälle und Tumorpatienten, teilte die Klinik mit. Die Ambulanzen und Tageskliniken würden geschlossen, das Medizinische Versorgungszentrum und die Corona-Abstrichstelle blieben geöffnet. Bis auf weiteres seien keine Besuche möglich.

Das Krankenhaus Naemi-Wilke-Stift in Guben (Spree-Neiße) hatte am Freitag bei einem Mitarbeiter eine Infektion festgestellt, außerdem war ein Patient betroffen. Weitere Fälle wurden dort bisher nicht registriert. Daraufhin haben zwei weitere Krankenhäuser im Landkreis Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. In Forst und in Spremberg gelten nun für eine Reihe von Stationen Besuchsverbote.

Sendung: Brandenburg aktuell, 06.10.2020, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das EvB hält war im Zusammenhang mit den enormen Todeszahlen im März/April im Land BB auch in die Schlagzahleilen geraten und es gab rechtliche und dienstrechtliche Konsequenzen. Hat man denn hier schon etwas Licht ins Dunkel bringen können?
    Waren einige der im Klinikum EvB positiv getesteten, die man danach alle dem EvB angelastet hat, evtl. auch vorher schon infiziert und es fiel nicht auf, da sie vorher nicht getestet wurden (weil sie nicht zum Skiurlaub in Südtirol waren)? Es gab damals Verstöße gegen die Testkriterien des RKI, die dem MSGIV bekannt waren.

  2. 2.

    Der Landkreis Spree-Neiße hat den ersten Coronatoten. Der Mann sei lt. rbb aufgrund einer Unterfunktion des Herzens am ersten Oktober im Krankenhaus Spremberg stationär aufgenommen worden. Bei einem Routinetest wurde schließlich das Virus nachgewiesen.
    Hätte man ihn retten können wenn man die Infektion vorher festgestellt hätte?

  3. 1.

    Es ist soweit, es geht wieder kos. Jetzt wird sich zeigen ob man aus der ersten Welle gelernt hat.
    - haben wir strategische Vorräte an Schutzmaterialien angelegt?
    - haben wir genug Intensivbetten ?
    - haben wir ausreichende Testkapazitäten (Abstreichstellen, Material, Labore) ?
    - haben wir Konzepte zum Schutz der Risikogruppen (Risikogruppen sind übrigens nur zu einem geringen Prozentsatz in Alten- und Pflegeheimen untergebracht) ?
    Sind wir vorbereitet oder erleben wir die Fortsetzung vom Frühjahr, wo sechs Wochen (nach dem Beginn in China) nicht genutzt wurden weil wir dachten "China ist weit".

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