Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020 bis Oktober 2021. Grafik links oben: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020 bis Oktober 2021. (Quelle: datawrapper/rbb24)
Bild: datawrapper/rbb24

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann

Aktuell

  • Das Wichtigste im Überblick

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Wie verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten?

Der Wildtyp des Corona-Virus ist zunehmend von Varianten verdrängt worden, die sich besser ausbreiten und teilweise auch häufiger zu schweren Verläufen führen können. Teilweise wurde gezeigt, dass von einer Erkrankung mit dem Wildtyp Genesene an diesen neuen Varianten erkranken können.

Gleichwohl bieten die aktuellen Daten aus Studien zu Impfstoffen Hoffnung. Es sieht so aus, dass die Impfungen auch gegen diese Varianten helfen, sofern ein voller Impfschutz vorliegt. Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland sieht wie folgt aus:

Für den Moment zeigt rbb|24 hier nicht die Zahlen für Berlin und Brandenburg aus den RKI-Berichten [rki.de]. Zum einen, weil nur die Stichproben auf Bundesebene repräsentativ gezogen werden. Auf Länderebene oder in Laborverbänden wie ALM wird dann sequenziert, wenn zum Beispiel durch Ausfall bestimmter PCR-Marker oder Reisehintergrund der Infizierten es Verdachtsmomente gibt [rki.de]. Zum anderen, weil es aktuell keine maschinenlesbare Version der in den Berichten gezeigten Tabellen gibt.

Gleichwohl zeigen wir an dieser Stelle auch die Verteilung der Varianten in Nachbarländern und wichtigen Urlaubsländern Deutschlands. Diese Auswertung basiert auf dem Projekt Covariants.org, das hierfür Daten der Sequenzierungsdatenbank GISAID benutzt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass hier die Stichproben verzerrt sein können.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz (seit 02.09.2021)

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie haben sich die Hospitalisierungsinzidenzen entwickelt?

Ferner finden Sie hier die Hospitalisierungsinzidenz, die nun vor dem Hintergrund der Impfungen als inzwischen wichtigerer als die reinen Inzidenzen gesehen werden. Allerdings gibt es bei diesem Indikator erhebliche Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene wie zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] zeigen.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an Freitagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

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Antwort auf [Björn] vom 25.09.2021 um 10:19
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9104 Kommentare

  1. 9104.

    Mal was anderes. Positiv getestete Katzen in einer Pressmitteilung der Shanghai Daily:
    https://www.shine.cn/news/nation/2109295821/

  2. 9103.

    Es hätte genauer heißen müssen: Es genügt ein positives PCR-Testergebnis ohne klinische Symptomatik, um nach LAVG in die Hospitalisierunginzidenz von Brandenburg einzugehen, wenn aus man aus irgendeinem Grund ins Krankenhaus muß.

  3. 9102.

    Danke für das paper, sehr interessant (433 Quellen, wirklich fleißig die Autoren). Ich hatte eigentlich nur die Definition des LAVG für die Hospitalisierunginzidenz widergegeben und wollte damit meine Verwunderung ausdrücken, ob das so berechnet medizinisch sinnvoll ist.

  4. 9101.

    (2) Der Begriff "asymptomatische Infektion" wir oft als Sammelbegriff sehr frivol und wahllos für drei unterschiedliche Zustände verwendet. Inzwischen, wenn sich keine Symptome feststellen lassen differenziert man zwischen "silent infection" (die eigentlich nach WHO Infektionsdefinition keine Infektion im klinischen Sinne ist), "asymptomatic infection" und "presymptomatic infection". Die erste (silent infection) das ist eine PCR-Positivität ohne weitere Folgen. Die letzte - eine asymptomatische Phase bevor man richtig (symptomatisch) krank wird.
    Und wie die Datenlage aussieht, können Sie dieser PNAS-Metaanalyse entnehmen: https://www.pnas.org/content/118/34/e2109229118
    Die einzelnen dort vorgestellten Studien kommen zu einer erstaunlichen Breite an Ergebnissen, die sich oft widersprechen. So viel wissen wir.

  5. 9100.

    Hallo Björn,
    Sie schreiben: "es genügt eine festgestellte Infektion ohne Symptomatik"
    Da haben wir es wieder. unter einer Infektion versteht Medizin "Ansteckung durch eingedrungene Krankheitserreger, die eine lokale oder allgemeine Störung des Organismus zur Folge hat". Lokale (oder eine generelle) Reaktion des Körpers ist eine relevante Voraussetzung um von einer Infektion zu sprechen - denn es ist ein interaktiver Prozess. Nachweis eines Erregers im Untersuchungsmaterial ist noch keine Infektion, es sei denn, jemand möchte unbedingt medizinische Grundbegriffe neu definieren. Von daher basiert der Begriff "asymptomatischer Infizierte" auf auf einer Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit positivem Befund wahrscheinlich auch symptomatisch erkranken wird. Wie wahrscheinlich? Darüber streiten Gelehrten seit Anfang letzten Jahres, gesicherte und auswertbare Ergebnisse liegen immer noch nicht vor. Was sehr wundern muss.


  6. 9099.

    Habe ich auch schon drüber nachgedacht. Die einzige Erklärung wäre für mich, dass die angegebenen Fallzahlen aus den Schulen: https://www.berlin.de/sen/bjf/corona/schule/ alles positive Schnelltests sind, die später PCR-Negativ sind. Und alle täglich gemeldeten Fallzahlen aus anderen/privaten Bereichen kommen.

  7. 9098.

    Kann mir jemand erklären, warum in Berlin trotz der Ferien ab 11.10. keine merkliche Bewegung der Inzidenzen in den entsprechenden Altersgruppen erfolgt? Lassen sich die Schüler in den Ferien kostenpflichtig weitertesten?

  8. 9097.

    Kann jemand die ganzen Artikel lesen? Oder anderweitig Informationen beisteuern.
    Eberswalde: https://www.moz.de/lokales/eberswalde/corona-im-barnim-pflegeheim-bei-eberswalde-unter-corona-quarantaene_-60224231.html was ist denn da los?
    Schulen: https://www.moz.de/lokales/fuerstenwalde/corona-in-brandenburg-wie-es-mit-dem-testen-an-den-schulen-in-fuerstenwalde-und-umgebung-weitergeht-60040005.html Wie soll es denn nach den Ferien weitergehen?

  9. 9096.

    Liebe Redaktion,
    die Hospitalisierunginzidenz ist nach LAVG Brandenburg
    https://experience.arcgis.com/experience/331f51a39f3046208f355412190cb57b
    so definiert: "Anzahl hospitalisierter SARS-CoV-2 Infektionen nach Meldedatum in den letzten 7 Tagen pro 100.000 Einwohner – unabhängig vom Hospitalisierungsgrund" - Die Berliner Definition oben legt nahe, daß die festgestellte Infektion auch ein Erkrankung auslöste, die zumindest teilweise der Grund der Einweisung war - in BRB ist das definitiv nicht der Fall nach LAVG, es genügt eine festgestellte Infektion ohne Symptomatik und es zählt das Datum des positiven Tests, egal wie lange zurück der Test liegt nach dieser Definition.

  10. 9095.

    Dem stimme ich im Prinzip zu und das sieht man dort auch. Interessant ist, wann diese Sättigung in den dort verglichenen Staaten einsetzt. Über die jeweiligen speziellen Ursachen könnte ich auch nur spekulieren. Aber ich denke es lohnt ein Nachdenken darüber, warum hier die Sättigung im Vergleich mit der Spitzengruppe relativ früh eingesetzt hat (und die vielleicht 5 Prozentpunkte mehr machen da noch keinen Unterschied).
    Die Seite von der NZZ ist generell interessant zu lesen als Ergänzung zur Darstellung hier, die mehr das lokale Geschehen im Sendegebiet des rbb beleuchtet.

  11. 9094.

    Was genau ist daran interessant?

    Die Impfgeschwindigkeit hängt meiner Meinung nach vor Allem am Willen der Bevölkerung. Manche warten noch auf einen besseren Impfstoff, andere auf eine persönliche Einladung und gewisse Teile glauben gar nicht an ein Virus, was sie nicht sehen. Diese Gruppen sind in allen Ländern nicht ganz gleich und mit Beginn der Sättigung flacht die Kurve ab.

    Das habe ich jetzt geschrieben, ohne den Link angeklickt zu haben. Habe ich Recht?

  12. 9093.

    Interessante Darstellung der Impfgeschwindigkeit gegen die Impfquote in mehreren Ländern:
    https://www.nzz.ch/panorama/coronavirus-weltweit-die-wichtigsten-grafiken-ld.1608094

  13. 9092.

    Ich hab immer noch kein Impfangebot bekommen.
    Der Briefkasten ist leer
    Gesundheitsamt und Hausarzt sind einfach zu faul in Akten reinzuschauen und Post zu verschicken.

  14. 9091.

    Da frage ich Sie aber sofort: Dürfen die das denn überhaupt ? Trauen sich bestimmte Medien der Politik mal so richtig in die Quere zu fahren ? Habe gestern auf BR24 gelesen, dass so viele ungeimpfte Bürger auf den Totimpfstoff warten weil die Spätfolgen durch z.B. Biontec-Impfstoff befürchten.

  15. 9090.

    Die Sterbezahlen sind bereits sehr früh zum Politikum geworden. Für die Einen eine klare und unmissverständliche Botschaft, für Andere ein Ergebnis der manipulativer Interpretation. Seltsamerweise müssen sich die beiden Glaubensrichtungen nicht zwingend so sehr unterscheiden. Ja, Covid-19 ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit möglichem tödlichen Ausgang wenn einige ungünstige Faktoren zusammen kommen. Und ja, das Betrachten von Sterbezahlen abgekoppelt von allen anderen Todesursachen führt in die Irre. Solange wir case fatality und infection fatality durcheinander bringen und solange das altersbedingte Todesrisiko in besonders betroffenen Altersgruppen nicht mit in die Berechnungen einfließt, werden wir uns im Kreise drehen, denn Zahlen ohne deren Interpretation gibt es nicht.

  16. 9089.

    Mögliche Erklärung des Paradoxons aktuell besonders niedriger Infektionszahlen in Ländern, die bei vorausgehenden Pandemiewellen "geschlampt" haben (weniger restriktiv vorgegangen sind und viele Infektionen zugelassen haben) findet sich in Nature von Gestern:
    https://www.nature.com/articles/d41586-021-02795-x
    Stichwort: "hybrid immunity", eine Art Superimmunität bei allen die sowohl genesen sind als auch geimpft. Offenbar vor Reinfektionen schützt die Impfung wirksam nur dann, wenn man auch die Erkrankung durchgemacht hat.

  17. 9088.

    "Und warum sollte man diese Effekte in Deutschland nicht bei etwa 50.000 veranschlagen?"
    Das Schöne in unserem Land ist, dass wir alle glauben können, was uns beliebt. Wenn Sie glauben, dass alle 50.000 positiv Getesteten an Covid-19 gestorben sein müssen und sonstige Wege, wie im statistischen Mittel erwartbar, nicht denkbar sind, weil es in bestimmten von Ihnen ausgewählten Ländern eine Untersterblichkeit gab, dann haben Sie mein vollständiges Verständnis dafür. Nur ich glaube das nicht, weil ich die Wahrscheinlichkeiten anders gewichte.

  18. 9087.

    Teil 2: Sie habe Recht es wird in der Veröffentlichung auch von Über- und Untererfassung gesprochen, das hatte ich vom Sommer 21 nicht mehr auf dem Schirm. Aber in unserem Fall leider nicht in dem Sinne dass wir annehmen können in Deutschland 50.000 zu viel gezählt zu haben, soweit ich wie ich das sehe. Es bleibt wohl leider bei der hohen Zahl.

    Das wollte ich noch dazu schreiben, aber vieles scheitert an den maximal 1000 Zeichen ;-)

  19. 9086.

    Ich glaube nicht dass wir uns in D. um 51.000 verzählt haben und alle anderen Einflussgrößen auf das Sterbegeschehen gleich blieben bei der Pandemie, oder sich gegenseitig in der Summe kompensierten (Coronatote 87.000, Übersterblichkeit 36.000).

    Die Übersterblichkeit erfasst ja alle Todesursachen und stellt fest ob diese höher oder niedriger ist als normalerweise.

    Wenn man die vorhergehende starke Grippe 2017/18 mit einrechnet ist u.U. in allen Ländern eine Untersterblichkeit zu erwarten aus statistischen Gründen.

    Japan hatte 9.200 Coronatote aber eine Untersterblichkeit (negative Übersterblichkeit) von minus 20.000. Es sind also 20.000 Japaner weniger gestorben als erwartet, bei insgesamt 9.200 Coronatoten.
    Dänemark hat auch eine Untersterblichkeit von -730, bei 2500 Coronatoten. Es muss also Effekte geben, die die Zahlen der Gesamttoten gesenkt haben, während der Coronapandemie. Und warum sollte man diese Effekte in Deutschland nicht bei etwa 50.000 veranschlagen?

  20. 9085.

    zu 2) Von dieser Klassifikation der WHO bin auch nicht überzeugt. Aber es wird halt international auch benutzt und Deutschland halt so gesehen von der WHO. Thailand macht es anders. Dort wird für Touristen geöffnet aus den Ländern, woher die zahlungskräftigsten Touristen für die eigene Wirtschaft kommen (Deutschland, UK, USA, Singapur und China) - da ist die Epidemiekontrolle im jeweiligen Land nicht wirklich Kriterium, sondern nur vollständige Impfung+PCR-Test. Aber klassifizieren wir nicht auch Länder nach ähnlich wackligen Kriterien hier als Risiko-, Hochrisiko- und Virusvariantengebiete?

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