Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020 bis August 2021. Grafik links oben: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020 bis August 2021. (Quelle: datawrapper/rbb24)
Bild: datawrapper/rbb24

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann.

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 20.09.2021, 06:30 Uhr):

- Berlin: 78,0
- Brandenburg: 41,1

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 20.09.2021, 08:30 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 6

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 172, davon werden intensivmedizinisch 76 Personen behandelt und hiervon wiederum 47 beatmet (Stand 17.09.2021)
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.616 (+0)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 20.09.2021, 12:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 45

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 54, davon werden 15 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 13 beatmet
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.834 (+0).

*Am Wochenende veröffentlicht Brandenburg keine Zahlen zu Corona-Patienten.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Wichtiger Hinweis: Der Berliner Senat hat zum 2. September 2021 sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens in der Corona-Warnampel geändert. Es berücksichtigt - statt der relativen Veränderung der 7-Tage-Inzidenz - wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden.

Zuvor hatte der Berliner Senat zum 23. Juli 2021 das System schon einmal verändert und diese relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz eingesetzt, statt des bis dahin genutzten 4-Tage-R-Werts als neuen Indikator innerhalb der Corona-Warnampel.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Wie verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten?

Der Wildtyp des Corona-Virus ist zunehmend von Varianten verdrängt worden, die sich besser ausbreiten und teilweise auch häufiger zu schweren Verläufen führen können. Teilweise wurde gezeigt, dass von einer Erkrankung mit dem Wildtyp Genesene an diesen neuen Varianten erkranken können.

Gleichwohl bieten die aktuellen Daten aus Studien zu Impfstoffen Hoffnung. Es sieht so aus, dass die Impfungen auch gegen diese Varianten helfen, sofern ein voller Impfschutz vorliegt. Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland sieht wie folgt aus:

Für den Moment zeigt rbb|24 hier nicht die Zahlen für Berlin und Brandenburg aus den RKI-Berichten [rki.de]. Zum einen, weil nur die Stichproben auf Bundesebene repräsentativ gezogen werden. Auf Länderebene oder in Laborverbänden wie ALM wird dann sequenziert, wenn zum Beispiel durch Ausfall bestimmter PCR-Marker oder Reisehintergrund der Infizierten es Verdachtsmomente gibt [rki.de]. Zum anderen, weil es aktuell keine maschinenlesbare Version der in den Berichten gezeigten Tabellen gibt.

Gleichwohl zeigen wir an dieser Stelle auch die Verteilung der Varianten in Nachbarländern und wichtigen Urlaubsländern Deutschlands. Diese Auswertung basiert auf dem Projekt Covariants.org, das hierfür Daten der Sequenzierungsdatenbank GISAID benutzt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass hier die Stichproben verzerrt sein können.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz (seit 02.09.2021)

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an Freitagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [AndreasX] vom 04.08.2021 um 11:58
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8822 Kommentare

  1. 8822.

    Mit der Schutzimpfung von Kindern sieht man international noch nicht so eindeutig, wie zum Schluß die Stiko. GMX Meldung 4:28:
    https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/corona-spuerhunde-einsatz-hochschule-positives-zwischenfazit-36161274
    " Die Problematik von Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen lässt sich anhand der aktuellen Studienlage kaum beurteilen. Das schreiben australische Forscher in einem Übersichtsartikel in "The Pediatric Infectious Disease Journal" "

  2. 8821.

    Ja, ich weiß - selbst darauf schon verwiesen. Ich befürchte, daß Sie Recht haben könnten für die Zukunft. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Zukunft wäre aber das WHO-Zentrum für Pandemien an der Charité - das könnte das Thema wach halten und verhindern, daß das Rad dauernd neu erfunden wird.

  3. 8820.

    Sie meinen damit die jetzt Genesenen nach Verordnung - ja, die fallen weg und müßten sich dann impfen lassen. Aber es wird natürlich auch weiterhin neue Genesene geben.
    Zur Diskussion "Impfverweigerer": Ich glaube alle Beteiligten haben verstanden worum es geht, und daß das Wort etwas unglücklich ist. Es gibt verschiedene Standpunkte zu diesen Ungeimpften - aber das ist bei allen Themen hier so und ich denke, daß wir bisher hier gut gefahren sind, wenn wir uns nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen, sondern versuchen mit mehr oder minder fundierten Beiträgen eine sinnvolle Diskussion zur Lage zu führen - worum es ja auch im Kern beim Thema der Seite geht, wozu der Kommentarbereich ist. Ich fände es schön, wenn der bisherige überwiegende Stil der Kommentare bleibt.

  4. 8819.

    D hatte einen Pandemieplan, der für viel Geld der Steuerzahler erarbeitet wurde, in der Schublade liegen. Dieser wurde verworfen.
    In ein paar Jahren werden auch die desolaten Erhebungen dieser 20 Monate in Vergessenheit geraten sein und was die Charité ausarbeitet wird vermutlich bei der nächsten Pandemie niemanden interessieren. Auch dann wird das Rad wieder neu erfunden.

  5. 8818.

    Sorry, aber die Bezeichnung Impfverweigerer beinhaltet eine eindeutige Aussage und dies trifft eben nicht auf alle Ungeimpften zu!

  6. 8817.

    Es wird bei den Überlegungen 2G doch vergessen, dass es die Genesenen bald nicht mehr geben wird, da dieser Status nach einem halben Jahr wegfällt, obwohl Antikörper bzw. das Immungedächtnis bestehen bleibt. Was fällt der Politik dann ein, wenn die Betroffenen die aufgezwungene Impfung nicht möchten.

  7. 8816.

    Frau M. hat sich merklich in die Diskussion in der MPK eingemischt. Welche Funktion die Kanzlerin und die MPK in unserer politischen Ordnung haben, muss mir erst noch jemand erklären. Die Kritiker als die D**fen abzustempeln, ist einer Demokratie nicht würdig. Die Institution des Krisenmanagements wurde von der Regierung mal eben so ihrer Befugnisse beraubt. Vielleicht denken Sie in ein paar Jahren doch noch darüber nach, ob die wie auch immer von Ihnen benannten Personen Recht hatten, Zweifel an bedingt zugelassenen Impfstoffen zu haben.

  8. 8815.

    Wie wäre es denn mit Impfskeptiker bezogen auf die Impfstoffe mit bedingter Zulassung. Das ist aber sehr lang.

  9. 8814.

    Das DIVI-Prognosemodell ist ausführlich beschrieben.
    https://www.divi.de/register/divi-prognosemodell
    Für das Modell der TU Berlin gibt es doch bestimmt auch so eine Beschreibung. Sonst würde mich das auch wundern.

  10. 8813.

    Ich bewundere immer wieder, wie Sie ruhig und sachlich auf solchen Unfug reagieren.
    Respekt! Bitte unbedingt so beibehalten.
    Das Lesen Ihrer Beiträge bereitet mir zusätzlich zum sachlichen Hintergrund auch immer ein sprachliches Vergnügen.

  11. 8812.

    Und genau wegen des letzten Satzes, würde ich es schön finden, wenn HMB da dranbleiben würde als zuständiger Wissenschaftsredakteur.

  12. 8811.

    Daß hier jemand mitliest, der was zu entscheiden hat, hatte ich schon damals angezweifelt - dafür ist der Stammtisch viel zu unbedeutend.
    Betreibsgeheimnis spielt in der universitären Forschung nicht so die Rolle, wichtiger ist als erster zu veröffentlichen und damit die Priorität zu haben.

  13. 8810.

    "Nun kann es aber sein, dass die einzelnen Parameter und deren Gewichtung gar nicht insgesamt öffentlich bekannt werden sollen. Stichwort "Betriebsgeheimnis"."
    Ich muss staunen. Könnten Sie freundlicherweise näher erklären, warum die Erhebung von Daten und Pandemieparameter , die einen direkten Einfluss auf die getroffenen Maßnahmen, und deshalb auf das Leben jedes Einzelnen haben ein "Betriebsgeheimnis" sein sollen? Halten Sie eine solche Vorgehensweise in einer offenen, demokratischen Gesellschaft für gerechtfertigt, sinnvoll und richtig? Ich habe meine Zweifeln.

  14. 8809.

    Nicht jedes Vorgehen der Behörden ist nachvollziehbar. Aber wenn die schon schlampen sollte der Bürger das nicht als richtungsweisend ansehen. Alle Familienmitglieder konnten sich natürlich regelmäßig testen lassen. Und da die Testinfrastruktur gut ausgebaut ist, reicht es wahrscheinlich so auch. Eine Empfehlung zum regelmäßigen Testen der Familienangehörigen sollten die Behörden aber trotzdem aussprechen.

  15. 8808.

    Ich weiß nicht warum Sie es ausgerechnet Herrn HMB antun möchten.
    Dran bleiben sollten diejenigen, die sich beim Transportieren des Narratives in die Öffentlichkeit besonders hervorgetan haben . So hat beispielsweise der Tagesspiegel in regelmäßigen Zeitabständen Kassandrarufe und Worst Case Szenarios, die von der Arbeitsgruppe um Prof Nagel und sein Modellierungsteam (TU Berlin) geliefert wurden mehr oder weniger kommentarlos veröffentlicht, aber niemals nachgehakt, warum die durch Mobilitätsforscher vorausgesagte Horrorszenarien niemals aufgetreten sind.
    Im Vergleich zum TS war der RBB ein Hort der Besinnung und nüchterner, sachlicher Berichterstattung, stets um Objektivität bei Darstellung der Forschungsergebnisse bemüht.

  16. 8807.

    Vor einem Jahr sahen Sie noch politische Entscheidungsträger mitlesen, jetzt nur noch die Redaktion. Ok, gesundes Selbstbewusstsein schadet nicht und Realisierung der Gegebenheiten auch nicht. Nun kann es aber sein, dass die einzelnen Parameter und deren Gewichtung gar nicht insgesamt öffentlich bekannt werden sollen. Stichwort "Betriebsgeheimnis". Denken Sie mal drüber nach.

  17. 8806.

    Vergessen Sie die Theorie und begeben Sie sich wieder ins Leben, sofern Sie geimpft sind. Wenn nicht, lassen Sie sich impfen!

  18. 8805.

    "... alle im Haushalt lebenden Personen regelmäßig getestet werden ..." Wurden sie nicht, es wurde nur das Kind aus der Kita getestet, das unter vorsorglicher Quarantäne stand.

  19. 8804.

    Es wäre schön, wenn der Wissenschaftsredakteur (lesen Sie mit Herr Maier-Borst?) an solchen Modellvorhersagen dran bleiben könnte und bei den Arbeitsgruppen nachfragen würde, warum nach deren Meinung es nicht wie modelliert gekommen ist. Die Arbeitsgruppe weiß am genauesten, wie ihr Modell funktioniert und hat sicher eine Vermutung. Natürlich kann solch eine Simulation daneben liegen, das ist erstmal nicht ein totaler Beinbruch in der Wissenschaft. Aber man sollte dann die Ursachen suchen und genauso offen kommunizieren, welche Annahmen im Modell oder den Parametern falsch waren.

  20. 8803.

    Beispiel 1: Es kommt eine Schwangere zur Entbindung in KH - nach Aufnahme wird routinemäßig ein Coronatest gemacht, der positiv ist. Ging bisher in die Statistik als Coronafall ein.

    Beispiel 2. Zwei Männer haben einen Unfall und müssen ins KH. Mann 1 ist ungeimpft, lt. Test im KH positiv und geht so in die Statistik als Coronafall ein. Mann 2 ist geimpft, hat aber keine Symptome, trotzdem er einen positiven Test hat - also lt. RKI kein Coronafall.

    So habe ich den Artikel in der Welt gelesen.

    "Sie melden auch jene Patienten, bei denen lediglich per Routinetest zusätzlich eine Infektion mit dem Virus festgestellt wurde." und "Patienten, die zwar mit dem Covid-19-Virus infiziert sind, die aber wegen anderer Krankheiten in die Klinik mussten." So war das bisher üblich und stellt auch die bisherigen Zahlen bzgl. der Überlastung m.M.n. in Frage. So kommt man auch auf die 95% Ungeimpften im KH ...

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