Der Berliner Verein brotZeit e.V. bietet dank ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Schultafel mit Frühstück in einer Grundschule
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Kinder aus armen Familien - Wenn Home-Schooling zu knurrenden Mägen führt

Die Berliner Schulen sind zu. Für viele Kinder aus armen Familien bedeutet das: Bis Mitte Februar bekommen sie kein kostenloses Mittagessen, das ihnen eigentlich zusteht. Berlin hat dafür keine Regelung - andere Städte schon. Von Sebastian Schöbel und Sabine Prieß

Michael Müller ließ erschöpft den Kopf nach vorne sacken und starrte einige Sekunden auf den blank polierten Holztisch. Zuvor hatte der Regierende Bürgermeister wieder einmal die Frage beantworten müssen, wann Berlins Schulen in den normalen Unterricht zurückkehren können.

"Ich sehe das für uns in den nächsten vierzehn Tagen nicht", sagte Müller, nachdem der Senat am Mittwochabend die Verlängerung des Lockdowns beschlossen hatte. Anfang Februar stünden dann ohnehin die einwöchigen Winterferien an, so Müller weiter. "Insofern gehe ich davon aus, dass man frühestens ab dem 8. Februar darüber diskutieren kann, ob und wie man in einen schrittweisen Präsenzunterricht einsteigen kann." Sprich: Vor dem 14. Februar ist daran wohl nicht zu denken.

Diakonie fordert Kostenausgleich

Damit müssen viele der rund 177.000 Berliner Grundschüler nicht nur auf normalen Unterricht, sondern auch auf kostenlose Mittagessen verzichten, das ihnen laut Schulgesetz zusteht. Vor allem für Kinder aus einkommensschwachen Familien ist das ein großes Problem: Für sie war es bislang nicht selten die einzige warme Mahlzeit des Tages.

Die Diakonie hatte bereits Anfang Januar einen finanziellen Ausgleich für Kinder aus einkommensschwachen Familien gefordert, wenn das kostenlose Mittagessen in der Schule ausfällt. "Kinder, die in Armut leben, müssen auch dann zu Mittag essen, wenn sie im Lockdown nicht in der Schule sind und zu Hause lernen", sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

Catering-Unternehmen können nicht liefern

Von der Essenslieferung nach Hause, die Bundesarbeitsminister Hubertus Heil noch im April 2020 in Aussicht gestellt hatte, sei nichts zu sehen, so Lohheide. "Die Regelung geht völlig an der Realität vorbei. Kein Schul-Caterer beliefert Kinder einzeln zu Hause."

Eine Befürchtung, die Rolf Hoppe, Geschäftsführer des Berliner Schulcaterers Luna, auf rbb|24-Nachfrage bestätigt. Die Unternehmen seien für den Lieferbetrieb nach Hause nicht ausgelegt. Zudem koste das pro Lieferadresse "15 bis 20 Euro", so Hoppe. Vom Land Berlin würden pro Schulessen jedoch nur vier Euro bezahlt. Er schlägt vor, das Essen an den Schulen zentral auszugeben, zum Beispiel auf dem Schulhof unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Nur Mittagessen in Notbetreuung

Eine einheitliche Lösung gibt es bislang nicht, wie eine Abfrage von rbb|24 bei allen Schulämtern und der Senatsverwaltung für Bildung zeigt: Zwar laufen die Verträge mit den Cateringunternehmen weiter wie gehabt, die Anbieter dürfen täglich pro belieferter Schule mindestens 50 Essen in Rechnung stellen, unabhängig davon, wie viele gebraucht werden. Zudem sei laut den Bezirken die Mittagsversorgung in der Notbetreuung überall sichergestellt.

Doch was - und ob - die Kinder im Heimunterricht essen, ist unklar. Man habe dazu keine Erkenntnisse, teilte ein Sprecher des Schulamtes in Neukölln auf Nachfrage mit. "Auch wenn wir es wüssten, wäre eine Versorgung außerhalb der Notbetreuung schwierig." Die Senatsverwaltung für Bildung wiederum sieht die Bezirke in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen. "Die Stadträte haben sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen", so ein Sprecher des Senats.

Senat verweist auf Bezirke - und erntet Kritik

Tatsächlich wurden die Berliner Schulleitungen am 12. Januar schriftlich von der Senatsbildungsverwaltung aufgefordert, "gemeinsam mit den Schulträgern und Caterern kreative Lösungen für eine Mittagessenversorgung all jener Grundschüler/innen zu entwickeln, die nicht notbetreut werden", bestätigen mehrere Schulämter, darunter auch eine Sprecherin der Spandauer Schulverwaltung. "Diese Aufforderung ist jedoch in den Berliner Bezirken auf kollektives Unverständnis gestoßen."

Es sei "völlig fragwürdig, wie so eine Versorgung organisatorisch aussehen könnte". Eine zentrale Mittagessenausgabe sei mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Eine Direkt-Auslieferung von Mittagessen an die Privathaushalte wiederum sehe man "ebenfalls äußerst kritisch", so das Spandauer Schulamt.

Kritik am Vorstoß der Senatsverwaltung kommt auch von Cornelia Flader, Schulstadträtin in Treptow-Köpenick: Dieser sei nicht mit den Bezirken abgesprochen gewesen. In ihrem Bezirk würden einige Schulen bedürftigen Kindern die Teilnahme am Mittagessen ermöglichen, auch jenseits der Notbetreuung. "Es handelt sich aber um eine sehr kleine Zahl von 2-3, im Einzelfall auch 10 Schülerinnen und Schüler." Allerdings sei das nicht überall möglich, vor allem wegen beengter Essensräume. Flader weist zudem darauf hin, dass Notbetreuung auch beantragt werden könne, wenn daheim die Essensversorgung nicht sichergestellt sei. Allerdings: "Eltern, die Sozialleistungen beziehen, darf nicht per se unterstellt werden, dass sie ihre Kinder nicht ausreichend verpflegen."

Ausgabe von Lunchboxen

In der Zwischenzeit helfen sich die Schulen selbst. Das Schulamt Pankow erklärt auf rbb|24-Nachfrage, man prüfe derzeit mit den Schulleitungen Lösungen für individuelle Härtefälle. So sei es zum Beispiel denkbar, dass bedürftige Familien ohne Anspruch auf Notbetreuung das Mittagessen für ihre Kinder in der Schule abholen. "Während der 1. Welle wurden hier in Pankow solche Lösungen in Absprache mit den Caterern und der Lebensmittelaufsicht umgesetzt."

 

Andere Städte machen vor, dass es geht

Dass es machbar ist, die Kinder mit Anspruch auch außerhalb der Schulen mit warmem Essen zu versorgen, zeigen derweil andere - zugegeben kleinere - Städte in der Republik.

Pragmatisch gelöst hatte die Essensfrage für bedürftige Kinder beispielsweise schon im ersten Lockdown die brandenburgische Hauptstadt Potsdam. Die Stadtverwaltung hatte dazu mit der Tafel und der Arche einen Lieferdienst für die etwa 2.500 betroffenen Kinder eingerichtet. Dieser Dienst soll auch jetzt wieder aufgelegt werden.

Die Stadt Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) bietet bedürftigen Familien schon seit Ende November eine Lebensmittellieferung an, falls die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in der Schule oder Kita wegen Corona wegfällt. Angeboten werden zum Beispiel Nudeln, Reis, Gemüse, Obst, Milch und Eier. Es besteht außerdem die Möglichkeit, vorgefertigte Pakete inklusive Rezepten zu erhalten.

Auch Leipzig (Sachsen) zeigt, dass es möglich ist: Die Stadt hat mehrere Catering-Unternehmen dafür gewinnen können, warmes Mittagessen direkt an die betroffenen Familien auszuliefern [mdr.de].

CDU schlägt Essensgutscheine für lokale Gastronomie vor

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober forderte bereits Anfang Januar, Kinder bedürftiger Familien mit einer Zahlung von Essensgeld zu unterstützen. "Benachteiligte Kinder dürfen in der Pandemie durch Schulschließungen nicht unter das Existenzminimum fallen", sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Es müsse dafür gesorgt werden, dass der Betrag für das Schulessen bei Kindern in der Grundsicherung ankomme - und das möglichst unbürokratisch.

Für Berlin schlägt nun der CDU-Abgeordnete Dirk Stettner einen anderen Weg vor: Er will das Schulessen im Heimunterricht mit der Wirtschaftshilfe für Berlins leidende Gastronomie verknüpfen. Statt die Mahlzeiten einzeln zu Schülern nach Hause zu liefern, fordert Stettner die Ausgabe von Essensgutscheinen an bedürftige Familien. "Mit denen können sie sich dann bei lokalen Gastronomen versorgen." Die Kosten würden nicht sehr viel höher liegen als bei den bisher üblichen Preisen für Schulessen. "Es gibt Inder oder Italiener, die eine Mahlzeit schon für fünf Euro anbieten können", so Stettner.

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66 Kommentare

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  1. 66.

    Um mal auf Toastbrot und Eistee zurück zu kommen : Zu unseren Zeiten gab es auch in den Schulen Koch-AGs. Das wäre vielleicht ein sinnvolles Angebot in Verbindung mit Ernährungsberatung, möglicherweise auch im Sachkunde-Unterricht. Leider ist die Angst vor einem möglichen Unfall größer - von daher vielen Dank an den unbekannten Versicherungsjuristen !
    Wenn man die Eltern nicht erreicht, dann kann man auch Kinder sensibilisieren, und ein Zehnjähriger kann gewiss auch mal Nudeln kochen (muss er natürlich auch wollen).

  2. 65.

    Klassisches Selbsttor. Rechnen Sie doch mal selbst nach : Das ist 30 jahre her, die heutige Elterngeneration ist doch komplett in der Bundesrepublik groß geworden und der Westen hat auch keine "Fräulen Rottenmeyers" in den Osten geschickt, um den Eltern die Fürsorge abzunehmen.
    Was allerdings aus dem Westen kam, waren die vielen Versuchungen und Must-Haves, gern auch in Verbindung mit teuren Abonnements.
    Ich vermute, dass diese "Versuchungen" der Grund dafür sind, dass es bei den Brennpunktfamilien so eng aussieht. Um mit der Grundsicherung auszukommen, bedarf es Standfestigkeit und Disziplin. Wenn die betroffen Eltern die hätten, säßen die auch nicht zu Hause (hat ja sicher einen Grund). Und deshalb ist es auf dem Dörp auch etwas entspannter, weil der Dönerbuden+Handyladenbesatz geringer ist.

  3. 64.

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen.
    Für als 1. Kind ( Jahrgang 1956) gab es KEIN KINDERGELD, erst für meine Schwester (Jahrgang 1963). Meine Eltern waren voll berufstätig und trotzdem blieb es finanziell stets eng. Erst recht nachem mein Vater 1965 verstarb und meine Mutter plötzlich alleinerziehend war. Meine Mutter bekam eine kleine Witwenrente,wir Töchter eine Halbwaisenrente,für neue Kleidung war kaum Geld da. Aber unsere Mutter hat sich gekümmert,wir wurden umsorgt und immer satt. Mangels Anspruch auf Kita oder Hort halfen Familie und Nachbarn aus. Eltern waren für ihre Kinder in erster Linie selbst verantwortlich. Warum es da heute trotz der staatlichen Hilfen ,inklusive der Kinderbetreuung,bei vielen Eltern offenbar nicht klappt,kann ich oft nicht nachvollziehen.

  4. 63.

    Wo kommen Sie denn her? Meine drei Brüder und ich (über 60) können uns nicht erinnern, dass jemand Anderer als unsere Eltern für uns verantwortlich waren. Genau so waren mein Mann und ich für unsere Kinder verantwortlich. Vielleicht wurde eher eingegriffen, wenn Kinder vernachlässigt wurden, ist mir im persönlichen Umfeld allerdings nie aufgefallen. Man kann auch nicht alles mit Geld regeln. Wenn Eltern nicht Willens oder in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen.

  5. 62.

    Keine Neuigkeit. War vor etlicher Zeit Thema auch beim RBB. Der Arche Pastor Bernd Siggelkow hatte berichtet, lange vor Corona, die Mutti hat keinen Bock, morgens mit ihren Schulkindern mit aufzustehen und Stulle zu schmieren. Deswegen muß die Arche einspringen.

  6. 61.

    Ich weiß auch nicht wieso sich so viele Berliner Eltern beschweren, es wird soviel für die Kinder getan, wie nie zuvor, alles kostenlos, Schülerticket BVG, Mittagessen, kostenlose Kitabetreuung und vieles mehr. Abgesehen davon hohes Kindergeld und Steuerfreibeträge. Das ist sehr sehr viel. Ich bin auch der Meinung, dass dann Menschen mit viel Einkommen für viele Sachen selbst aufzukommen haben und auch das Kindergeld sollten nur die bekommen, die es auch nötig haben. Lieber den Kleinverdienern mehr geben. Ansonsten kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wieso jemand jetzt auf die Idee kommt das Schulessen haben zu müssen, Eltern sind ja wohl in der Lage selbst zu kochen, nicht alles kann der Staat übernehmen.

  7. 60.

    Mann, ey. Können die Schulen nicht bitte einfach mal n paar große Obst und Gemüsekisten von Früchte Franz (Die Firma von der Startseite, die bankrott zu gehen droht, weil ua. die Schulen als Großabnehmer jetzt fehlen) ordern und ihren Schützlingen n bisschen was Nahrhaftes vorbeibringen? Helfende Hände fänden sich doch da sicher, und dann wäre sowohl dem Früchtemann als auch den Kindern geholfen.

  8. 59.

    Keine Ahnung in Sachen Italiener, war da noch nie selber drin. Dran steht jedenfallls "alle Pizza/ Pasta 3,50", und im Sommer sitzen da immer welche. Und beim China-Imbiss so ne Glasnudelpfanne mit Mungobohnen, die machen die direkt an der Theke und ich hab die schon oft gekauft- war ok! Die Döner sind allerdings in der Tat etwas überwürzt , vielleicht will man da was kaschieren *ähem*. Dennoch, habs bis dato immer gut vertragen, das Gemüse war frisch und das Brot lecker.

  9. 58.

    Irgendwie bin ich zu alt für diesen Scheiss. Meine Eltern hatten es auch nicht gerade "Dicke", eher sehr "dünne", aber "Klappstulle und Appel" waren immer im Ranzen. Im Sommer 'ne Plastikflasche mit Saft, im Winter 'ne kleine Thermokanne mit Tee. Hab' ich mit meinen Kids auch probiert - klappt. Wir leben noch alle, haben gute Jobs und ich nehm' mir heut' noch 'n Stüllchen mit, wenn ich mal auswärts arbeiten muss.
    ToGo, ToBring, To-kipp-over-the-Hemd nix da. Das war auch nicht auf'm Dörp - sondern hier in Bärlin - ok - also doch Dorf.
    WTF - wo ist das Problem? Kann es so schwer sein für seine Kinder zu sorgen?

  10. 57.

    Die Grenzen bei de Sozialfürsorge werden durchzwei Merkmale bestimmt, erstens muss es finanzierbar bleiben und zweitens muss ein Erwerbstätiger mehr in der Tasche haben als jemand, der nur von der Sozialfürsorge lebt (Lohnabstandsgebot). Je nach Konstellation lohnt sich Arbeit nicht mehr, weil die Sozialfürsorge unter dem Strich mehr zahlt.
    Dass jeder Grundschüler in Berlin zusätzlich, egal was die Eltern verdienen, gratis das Schulessen bezahlt wird, ist schon bedenklich, das Geld wird auch an anderer Stelle gebraucht. Zur Zeit ist die Polizei so arm, daß sie eingezogenen Täterfahrzeuge nicht ausreichend sichern kann.

  11. 56.

    Danke,diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt,zumal ich der Meinung bin,die Leistungen für Kita und Schule von von den Eltern einkommensgestaffelt bezahlt werden, sollten,wie früher. Statt alles kostenlos anzubieten,sollte der Senat das Geld lieber in Personal investieren. Das kostenlose Angebot wird von etlichen Eltern ohnehin nicht wertgeschätzt ,wie man auch hier oft lesen kann. Es gibt für Kinder mittlerweile mehr Hilfen als jemals zuvor und scheinbar ist es trotzdem nie genug. Familien mit geringem Einkommen und oder schwierigen Familienverhältnissen dürfen weder finanziell noch betreuungsmäßig unter die Räder kommen,das steht außer Frage und gilt natürlich für alle Bundesländer.

  12. 55.

    Scheinbar gibt es nur in Berlin arme Kinder.
    Wie versorgen wir in Brandenburg eigentlich unsere Kinder? Wir haben keine kostenlosen Kitas, wir müssen dafür bezahlen. Und auch für die Hortbetreuung nach dem Unterricht. Und kostenloses Schulessen gibt es auch nicht. Ich zahle jeden Monat etwa 65€ pro Kind für das Schulessen an den Essensversorger der Schule. Jetzt natürlich nicht, wo es kein Schulessen gibt. Da koche ich von dem Geld selbst.
    Wovon bezahlen wir Brandenburger das eigentlich? Verdienen wir so viel mehr als die Berliner, dass wir selbst für Betreuungs- und Essenskosten aufkommen können, während die Berliner alles in den A**** geschoben bekommen? Und sich dann noch beschweren, wenn sie mal nicht erhalten, was ihnen "zusteht"??

  13. 54.

    Ganz dünnes Eis was Sie hier betreten, falls ich Sie richtig verstehe.
    Auch früher hatten Eltern natürlich Verantwortung und Fürsorgepflicht. Ich kenne Ihr Bild von der DDR nicht, bin auch kein Freund dieses zum Glück überwundenen Systems. Aber solche ausschließlichen Aussagen wie „jede Verantwortung“ lenken doch stark von dem ab was Sie vielleicht zum Ausdruck bringen wollen. Damit wird Ihre komplette Aussage ganz schnell unsachlich.
    Die Fürsorgepflicht war in der DDR geteilt und ist es heute in Deutschland ebenfalls. Sonst könnten wir auf die Jugendämter ja verzichten und alles den Eltern überlassen, egal ob diese überfordert sind.
    Der Staat als Ganzes hat auch eine Fürsorgepflicht für alle Bürger in dem Staat unter Berücksichtigung der individuellen Freiheit und den geltenden Gesetzen.

  14. 53.

    Lieber Rbb, der Grossteil ihrer Kommentatoren ist der Ansicht, dass den Eltern vom Staat erklärt werden soll, wie sie Ihre Kinder versorgen müssten falls es nicht läuft und das Kinder garnicht Hunger leiden würden in Deutschland. Sicher gibt es auch gar keinen Mißbrauch und Gewalt gegen Kinder. Vielleicht sollten auch nur diejenigen kommentieren, die in irgendeiner. Form noch mitbekommen, was in dieser Stadt los ist und an den Schulen.

  15. 52.

    Kinderarmut ist politisch gewollt. Hilfe wäre leicht möglich durch eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung.
    Die genannten "gewollten" oder tatsächlich umgesetzten "Lösungen" sind nur Flickwerk.

  16. 51.

    "Irgendwas läuft in diesen Familien beim Einkaufen/Essen schief, sonst wären sie in der Lage, das zu wuppen."

    Ach was. Nur nutzt die Erkenntnis den Kindern nichts.

    "Wenn das Kindergeld und der Unterhalt nicht komplett an das ALG2 angerechnet würden hätten auch ärmere Familien genug Geld um für Ihre Kinder ausgewogen kochen zu können.
    Es ist der Fehler im System, der Kinder in die Armut treibt. "

    So ist es.

  17. 50.

    Wenn das Kindergeld und der Unterhalt nicht komplett an das ALG2 angerechnet würden hätten auch ärmere Familien genug Geld um für Ihre Kinder ausgewogen kochen zu können.
    Es ist der Fehler im System, der Kinder in die Armut treibt.

  18. 49.

    Dieses Denglisch geht auf den Keks. Zumal es auch komplett falschist. "Homeschooling" bezeichnet in den USA Unterricht zu Hause, der von den Eltern oder Tutoren durchgeführt wird und das Kind ist nicht an einer staatlichen Schule gemeldet. Die Eltern sind Schule und Lehrer. Sowas ist in Deutschland zum Glück verboten. Das ist natürlich was ganz anderes als temporärer Unterricht, der von staatlichen Lehrern geleitet und durchgeführt wird, aber zu Hause.

  19. 48.

    In den jetzt neuen wurde Bundesländern wurde den Eltern früher jede Verantwortung abgenommen. Jetzt haben die Eltern die Fürsorgepflicht. Der Staat muss Eltern befähigen, dieser Verantwortung nachzukommen. Das geht nicht nur mit der vergleichsweise minimalen Erhöhung des Kindergeldes. Es braucht ausgebildete Sozialpädagogen/innen und Sozialarbeiter/innen, die den Eltern zur Seite stehen, denn oft wird das Kindergeld zweckentfremdet. Aufklärung und Motivation der Eltern sollte im Fokus stehen. Den Eltern jede Verantwortung abzunehmrn, ist falsch und hilft den Kinder nicht.

  20. 47.

    Ich sehe das auch so.
    Wenn Kinder von Regelsatzempfängern (und den bekommt ja jeder Bedürftige auf Antrag) einen knurrenden Magen haben und deshalb auf Schulessen angewiesen sind, sollte das Jugendamt benachrichtigt werden.
    Denn da läuft wohl bei den Erziehungsberechtigten was schief.

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