Kanzlerin und Ministerpräsidenten - Impfgipfel berät zu Impfungen für Jugendliche

Impfpass mit Klassenzimmer einer Schule im Hintergrund, Symbolbild (Quelle: Flashpic/Jens Krick)
Audio: Radioeins | 27.05.2021 | Martin Terhardt im Interview mit Julia Menger | Bild: Flashpic/Jens Krick

Am Freitag könnte ein erster Covid-Impfstoff in der EU für Kinder ab 12 Jahren zugelassen werden. Was das für die Millionen von Schulkinder in Deutschland bedeutet, ist am Donnerstag Thema im Kanzleramt.

Vor dem Impfgipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag gibt es weiter Diskussionen über Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Während sich andeutet, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) keine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder abgeben könnte, gibt es auf der anderen Seite Forderungen nach einem schnellen Impfangebot.

Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten wollen am Donnerstag (ab 14 Uhr) unter anderem über Corona-Impfungen für Kinder beraten. Angestrebt wird, bis Ende August allen Kindern ab zwölf Jahren ein Impfangebot zu machen. Zuvor muss jedoch die EU-Arzneimittelbehörde Ema voraussichtlich an diesem Freitag über eine entsprechende Zulassung für den bisher ab 16 Jahren zugelassenen Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden.

Zu klären ist dann etwa auch die konkrete Organisation von Impfungen für Jugendliche beispielsweise über Schulen oder Arztpraxen sowie zusätzlicher Impfstoff dafür. Weitere Themen der Beratungen sollen unter anderem mögliche Auffrischungsimpfungen und der digitale Impfpass sein.

Stiko will abwarten, Ethikratsvorsitzende weißt auf Risikogruppen hin

Auch für den Fall einer Ema-Zulassung behält sich die Stiko eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor. Ihr Mitglied Rüdiger von Kries erwartet derzeit nicht, dass es eine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder geben werde. Er hatte am Dienstagabend gesagt, momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. "Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird."

Stiko-Mitglied Martin Terhardt sagte dem rbb, man erwarte noch Daten aus den USA. "Aber das wird sicherlich noch nicht bis nächste Woche vorliegen", sagte er Radioeins.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, mahnte, zunächst Risikogruppen zu impfen. "Ich glaube, es ist wichtig, dass man den priorisierten Gruppen erst noch das Angebot macht", sagte Buyx in der Sendung "Frühstart" bei RTL/ntv. "Aber dann würde ich mich freuen, wenn man den Blick auf die junge Generation legt", fügte sie hinzu.

Berlin setzt auf Impfzentren und Arztpraxen

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rechnet für Mitte Juni mit dem Impfbeginn bei Kindern und Jugendlichen in der Hauptstadt. "Wir können starten, sobald der Impfstoff da ist." Dieser solle reichen, um zunächst rund 65 Prozent der Zwölf- bis 18-Jährigen in Berlin ein Impfangebot machen zu können. "Wir wollen diese Impfungen über unser bewährtes System abwickeln", sagte Kalayci. Dazu gehörten die Impfzentren und die Arztpraxen.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (ebenfalls SPD) ging im ARD-"Morgenmagazin" davon aus, dass die Stiko möglicherweise "eine differenzierte Empfehlung abgibt für welche Schülergruppen, für welche Altersgruppen, ob mit oder ohne Vorerkrankung".

In Brandenburg haben das Gesundheits- und das Bildungsministerium ein Konzept für Impfungen für Schüler im Alter zwischen zwölf bis 18 Jahren erarbeitet. Entscheidend für die Umsetzung seien die Zulassung von Impfstoffen für Kinder sowie die Stiko-Empfehlung, zum anderen die erforderlichen Impfstoffmengen, die zusätzlich dafür benötigt werden.

Sendung: Radioeins, 27.05.2021, 10 Uhr

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26 Kommentare

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  1. 26.


    "ZUERST sind die Menschen die wirklich krank sind zu impfen, die mit Vorerkrankungen nach STIKOLISTE UND ZWAR ALLE und dann erst der REST - auch wenn sie das nicht verstehen sollten. Und darüber wird nicht diskutiert."
    ICH verstehe das schon aber ich entscheide das nicht und kann nur nochmal raten,sich an den Hausarzt zu wenden. Und da Sie scheinbar auf Wiederholungen stehen:
    Lt. PK nach dem Impfgipfel der Kanzlerin mit den MP
    wird es weder eine extra Impfkampagne für Kinder und Jugendliche geben,noch zusätzlichen Impfstoff.
    Sobald Biontech von der EMA ab 12 zugelassen wird, bleibt die Empfehlung der Stiko abzuwarten,die dann auch Grundlage für die Beratung mit vornehmlich Kinder - Jugendärztin plus Hausärztin für die Impfentscheidung der Eltern sein sollen. Auch wenn die Prio ab 07.06. aufgehoben werden,können nicht alle gleich ein Impfangebot erhalten,weil weiterhin Impfstoffmangel besteht. Impfungen seien weder eine Voraussetzung für den Schulbesuch noch für Reisen.

  2. 25.

    ZUERST sind die Menschen die wirklich krank sind zu impfen, die mit Vorerkrankungen nach STIKOLISTE UND ZWAR ALLE und dann erst der REST - auch wenn sie das nicht verstehen sollten. Und darüber wird nicht diskutiert.

  3. 24.

    Zuerst sind die Schwerkranken zu impfen und dann erst der REST - auch wenn sie das nicht verstehen sollten.

  4. 23.

    "Ihre Antwort an @Esther ist eine unbeschreibliche Frechheit,"
    Verfolgen Sie die Berichterstattung zum Thema und fragen Sie doch einfach mal jüngere Geimpfte,weshalb sie schon ihre 1. oder sogar 2. Impfung haben Dann werden Sie feststellen,dass meine Antwort keine Frechheit ist sondern den Fakten entspricht.

  5. 21.

    Ihre Antwort an @Esther ist eine unbeschreibliche Frechheit, auf der gleichen Wellenlänge, wie diejenigen, die dafür Verantwortlich sind.
    "An die Regierung: ich möchte nur, daß die Impfreihenfolge eingehalten wird! Wir sind mitte 50 und beide Risikogruppe und sind erst im Juli dran. Trotzdem kennen wir persönlich jüngere Leute ohne Risiko, die schon geimpft sind mit Biotech, obwohl wir einen Termin haben....wie kann das sein???"

  6. 20.

    Sowas aber auch ich bin 42 und pflegende Angehörige, ich bin auch vor Ihnen dran mit Impfen.... 1. Impfung schon weg und die 2. am 14. Juni... Soll ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

  7. 19.

    Vllt. gehören die jüngeren Geimpften ja zu Krankenhaus-Pflege-Kita- Personal etc.,die teilweise schon geimpft wurden,z.B. wie aktuell das Personal der Justizverwaltung. Mittlerweile impfen auch schon Firmen und die Betriebsärzte sollen demnächst mitimpfen.

  8. 18.

    Systemrelevante berufstätige Eltern ohne Betreuung für ihre Kinder brauchen sicherlich keine Lebens- und Organisationshilfe Anderer.
    Leider meinen viele Bestversorgte im Homeoffice oder Leute, die den ganzen Tag Zeit haben, immer wieder auf Eltern rumzuhacken.
    Etwas mehr Respekt für deren Lage wäre angebracht.
    Mittlerweile erschreckt mich auch die mit Kinder-Gleichgültigkeit durchsetzte Gesellschaft.

  9. 17.

    Sehr schöne Satire. Ich bekomme übrigens Anfang Juni meine zweite Impung;-). Ist ja auch meine freie Entscheidung. Meine Kinder würde ich allerdings nicht Impfen lassen. Und auch das möchte ich bitte frei von irgendwelchen Repressalien entscheiden. Alles andere fällt dann aus meiner Sicht tatsächlich unter "Corona-Diktatur".

  10. 16.

    Hauptsache Sie wissen, was nach den Impfungen passiert, und zwar meine ich nicht die Testergebnisse, sondern die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Was passiert in den auf die Impfung folgenden Jahrzehnten? Über 80jährige gehen kein so hohes Risiko mehr ein, aber die junge Generation schon. Solange nicht feststeht, welche Folgen möglich sind, finde ich es überheblich von Impfgegnern zu sprechen. Bedenken müssen erlaubt sein.

  11. 15.

    Als Elternteil kann man immer noch sagen ich mach da nicht mit.

  12. 14.

    Ebend genau so ist es will man einen Termin buchen dann stürzt das Netz dort ab oder der Termin löst sich in Luft auf sehr unverständlich und dann schon an die Kinder zu denken wenn die Gruppen 1-3 keine Termine kriegen
    Jugendliche und Kinder das sollte mit Vorsicht angegangenen werden nach gründlichen
    Untersuchungen ,bei uns war man am Anfang ja noch skeptisch schon vergessen

  13. 13.

    Unverantwortlich Kinder ohne richtige Untersuchung den Impfstoff zu verabreichen ,unverantwortlich

  14. 12.

    Sehe ich genauso.... Das ist wie im Kindergarten, der darf das und ich darf nicht... das ist gemein....

  15. 11.

    An die Regierung: ich möchte nur, daß die Impfreihenfolge eingehalten wird! Wir sind mitte 50 und beide Risikogruppe und sind erst im Juli dran. Trotzdem kennen wir persönlich jüngere Leute ohne Risiko, die schon geimpft sind mit Biotech, obwohl wir einen Termin haben....wie kann das sein??? Auch wenn der 15jährige auch zu einer Risikogruppe gehört als Beispiel, wäre doch zuerst mein Mann dran, der Lungenkrank ist. Es ist zum kotzen!!!

  16. 10.

    Wozu gibt es die Stiku? Wenn die Politik nicht auf die Stiko hört, dann braucht man sie nicht. Mir wäre es allerdings lieber, zunächst die Entscheidung der EMA abzuwarten, dann der Empfehlung der Stiku zu folgen. Die Politik hat genug damit zu tun, Impfstoff zu besorgen und zu verteilen. Das läuft leider immer noch nicht rund. Ein Angebot zu unterbreiten bedeutet auch, es umsetzen zu können, wenn das Angebot angenommen wird. Und es warten noch sehr sehr viel auf die Erstimpfung.....

  17. 9.

    Vielleicht sollte das Thema ausschließlich durch ein Expertengremium mit Mitgliedern, die selbst Eltern sind, diskutiert werden. Und wenn berücksichtigt wird, dass die Sterblichkeit in den letzten KW wieder ansteigt, erst einmal hinterfragen, warum das so ist.

  18. 8.

    Wenn ich das schon höre: Imofversprechen an die Jugend.

    Die sollen mal lieber versprechen, das sie die Schulen den Hygienemassnahmen entsprechend um bzw aufrüsten und den Unterrichtsstoff im nächsten Schuljahr ordentlich abhalten.

  19. 7.

    Liebe Impfgegner !
    Ihr braucht doch jetzt nicht die beleidigten Leberwürste spielen. Ihr wusstet doch von Anfang an, wenn ihr Euch freiwillig nicht impfen lasst, das ihr persönliche Freiheiten erst später zurück bekommen könnt. Ihr spielt auf die Herdenimminität an und das ist Euer gutes Recht. Wir geimpften schützen Euch dann mit. Da gibt es keine Hintertür und da gibt es keine Ungerechtigkeit. Ihr habt die freie Wahl.

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