Coronavirus-Wartepavillon im Virchow-Klinikum am 3.3.2020 (Bild: rbb/Markus Streim)
Bild: rbb/Markus Streim

Coronavirus in Berlin - Andrang an Anlaufstelle im Virchow-Klinikum dauert an

Rund 100 Patienten haben sich am Dienstag in der neuen Untersuchungsstelle am Virchow-Klinikum auf das Coronavirus testen lassen. Auch am Mittwoch herrscht dort starker Andrang. Die Charité reagiert darauf mit einem dringenden Appell.

Was Sie jetzt wissen müssen

Die neu eingerichtete Coronavirus-Untersuchungsstelle an der Charité hat am ersten Tag rund 100 Abstriche von besorgten Bürgern für Tests auf den Erreger genommen. Die Anlaufstelle ist täglich von 8 bis 16 Uhr geöffnet. "Die interne Maßnahme hat die Notaufnahmen zwar entlastet, aber die Nachfrage war wie zu erwarten sehr hoch", sagte die Sprecherin der Charité, Manuela Zingl am Mittwoch. Am Mittwoch habe der Andrang bislang nicht abgenommen.

Zingl appellierte, dass nur Patienten mit starken Erkältungssymptomen die Untersuchungsstelle direkt aufsuchen sollten. Die SARS-CoV-2-Tests mit Abstrichen aus dem Nasen-Rachen-Raum würden bei Patienten ohne Symptome keinen Sinn machen. Sollten Betroffene eine Ansteckung mit dem neuen Coronavirus befürchten, sollten sie zunächst die Hotline der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit (030 / 90 28 28 28) oder ihren Hausarzt anrufen. Dort gebe es eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen.

Vivantes-Kliniken wollen zwei Anlaufstellen errichten

Nach dem Virchow-Klinikum der Charité in Wedding wollen nun auch die Vivantes-Kliniken Untersuchungsstellen für mögliche Coronavirus-Infektionen einrichten. Der kommunale Klinikkonzern will solche Anlaufstellen nach eigenen Angaben an seinen Standorten in Tempelhof und Prenzlauer Berg einrichten.

Die Anlaufstellen würden getrennt vom Klinikbetrieb eingerichtet, kündigte eine Vivantes-Sprecherin an. Ein Eröffnungsdatum nannte die Sprecherin nicht. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sprach am Dienstag von insgesamt bis zu sechs solcher Anlaufstellen, die in Berlin geschaffen werden sollten.

Die Regeln an den Vivantes-Stellen sollen dieselben sein wie am Charité-Campus Virchow-Klinikum: Zunächst rufen Betroffene ihren Hausarzt oder die Hotline der Senatsverwaltung für Gesundheit an und lassen sich dort beraten, ob der Besuch einer solchen Untersuchungsstelle tatsächlich notwendig ist. Spezielle Untersuchungsstellen sollen verhindern, dass Infizierte das Personal der Rettungsstellen anstecken. In den jetzt entstehenden Anlaufstellen werden potentiell Infizierte von Mitarbeitern in Schutzanzügen empfangen und untersucht.

Fahrdienst für möglicherweise Infizierte

Auch die Feuerwehr und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin erweitern ihr Angebot, um die Ausbreitung des Coronavirus in Berlin einzudämmen. Beide planen einen gemeinsamen Fahrdienst für Hausbesuche.

Noch in dieser Woche soll das Angebot für Patienten mit schweren Erkältungssymptomen starten, wie die KV am Dienstag mitteilte. Vier Fahrzeuge will die Berliner Feuerwehr zur Verfügung stellen, die mit Fahrern, Ärzten, Assistenzpersonal und Schutzausrüstung ausgestattet sind. Gegebenenfalls würden auch Tests auf das neuartige Coronavirus durchgeführt, hieß es. Der Fahrdienst soll die Arztpraxen entlasten, die Verdachtsfälle oft nur ohne die nötigen Schutzmaßnahmen testen und behandeln müssten.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Berlin hatte sich am Dienstag weiter erhöht: Bislang gibt es damit sechs nachgewiesene Ansteckungen in der Hauptstadt.

Sendung: Inforadio, 04.03.2020, 08:20 Uhr

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

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11 Kommentare

  1. 11.

    Ich finde es ungerecht, dass die Urlaubsrückkehrer den Test umsonst bekommen,aber Menschen mit einer
    Behinderung die in einen betreuten Wohnen wohnen den Test bezahlen müssen, als Igelleistung.
    Menschen in Pflegeeinrichtungen bekommen diesen Test auch umsonst.
    Warum macht man solche Unterschiede in der Behandlung. Hat unsere Politik noch nichts von der Gleichstellung
    gehört oder predigen sie nur davon.

  2. 10.

    Die Corona Anlaufstellen in Berlin sind NICHT für Leute die Kontakt mit infizierten Personen oder in einem RKI Risikogebiet waren!!!

    Sondern ausschließlich für Leute mit schweren erkältungssymptomen OHNE Kontakt zu infizierten Personen oder Voraufenthalt im Risikogebieten.

    Siehe Ärzte Seite Berlin Link unten :

    https://www.kvberlin.de/40presse/10pressemitteilung/pe200305.html

  3. 9.

    8 Wochen grassierte der Virus in China, bevor er massiv in Italien auftrat.
    HAAAAAAALLLLLLOOOOO????? Ist da jemand? Waren unsere Zuständigen so lange im Urlaub ohne WLAN?
    Ich verstehe das nicht. Keine Panik machen, ja bitte. Aber nicht nur quatschen, sondern handeln.
    Aber damit haben wir ja schon eine geraume Zeit Probleme. Die Chinesen ziehen mal schnell Wohnungen, Flughäfen, Krankenhäuser hoch (sicherlich in einem nicht nachahmenswerten System), aber das Ergebnis ist schon beeindruckend, wenn man sieht, wie viele Jahrzehnte unsere Prestigebauten gebaut werden.
    Zum Thema könnte man sagen, die Krankenhäuser hätten schon längst gesonderte Eingänge und Quarantänezonen einrichten können - allerdings glaube ich auch, dass die wenigen Ärzte und Pfleger das nicht hätten machen können, aber THW und Krisenstab?

  4. 8.

    Gern. In der Abendschau vom rbb aus Berlin wurde heute sehr anschaulich gezeigt, wie verwirrend und chaotisch häusliche Quarantäne zum Teil angeordnet wurde und wie allein gelassen die engeren nachvollziehbaren Kontakte von Infizierten gelassen wurden und es immer noch sind. Ich frage mich inzwischen, liegt es an fehlender Schutzkleidung, warum die häuslich Isolierten nicht getestet werden? Zumindest sollte man sie mit einer einheitlichen Info betreuen. Und das möglichst täglich.

  5. 7.

    Gern. In der Abendschau vom rbb aus Berlin wurde heute sehr anschaulich gezeigt, wie verwirrend und chaotisch häusliche Quarantäne zum Teil angeordnet wurde und wie allein gelassen die engeren nachvollziehbaren Kontakte von Infizierten gelassen wurden und es immer noch sind. Ich frage mich inzwischen, liegt es an fehlender Schutzkleidung, warum die häuslich Isolierten nicht getestet werden? Zumindest sollte man sie mit einer einheitlichen Info betreuen. Und das möglichst täglich.

  6. 5.

    Nachdem doch klar überall kommuniziert wurde dass man auch ohne Erkältungs/Grippe-Symptomatik erkrankt+ansteckend sein kann, erschließt sich mir die Aussage, dass Tests bei Personen, die keine starken Symptome haben, sinnlos wären, nicht so ganz...

  7. 4.

    Die einzige eingerichtete Hotline Nummer ist entweder besetzt oder nicht erreichbar- sprich bei Freizeichen wird nicht abgenommen. Ich schlage vor eine weitere Nummer einzurichten.

  8. 3.

    Es ist sicher beruhigend für jene, die sich dort selbständig hinbewegen und testen lassen können. Aber was ist mit all denen, die am Montag sofort strikt in 14tägige häusliche Quarantäne geschickt wurden, da sie mit dem ersten Berliner Fall flüchtigen Kontakt hatten? Mir bekannte Betroffene, berichten von einem unsäglichen Chaos. Unter der überall veröffentlichten Hotline erreichen sie schwer jemanden, da immer besetzt ist und wenn nach 50 Versuchen nach einem ganzen verstrichenen Tag mal jemand rangeht, äußert der sich völlig inkompetent. Die jetzt zu Hause sitzen unter Androhung hoher Strafen, falls sie sich nach draußen begeben sollten, sind von den Behörden komplett allein gelassen und unzureichend mit Informationen versorgt worden. Und zwischen Samstag und Montag gab es zahlreiche Kontakte der Betroffenen zu anderen Leuten. Warum werden die nicht zurück verfolgt und zuerst bzw. beorzugt getestet? Wenn es sein muss, bitte auch zu Hause. "Gut vorbereitet" ist anders.

  9. 2.

    Nachdem ich 2015 die beeindruckende Leistung von THW und DRK in Bezug auf die schnelle Hilfe für die Geflüchteten echt großartig fand. Bin ich grad ebenfalls beeindruckt, dass Kriesenstäbe jetzt in diesem Fall so handeln.
    Beeindruckend ist auch dieser Satz: "Zingl appellierte, dass nur Patienten mit starken Erkältungssymptomen die Untersuchungsstelle direkt aufsuchen sollten."
    Oder der hier: "sollten sie zunächst die Hotline ... anrufen" -> Nachdem ich so einiges bei RBB und Facebook gelesen habe, sind grade solche Hotlines derzeit eher ein Placebo.

    Ich habe die Regierung schon nicht für wirklich fähig gehalten (Thema Klimakrise und die Ideen der CDU dazu), aber so unfähig? Ich bin beeindruckt.

  10. 1.

    Die Bildung solcher schnellen Eingreifgruppen bei ansteckenden Krankheiten hätte schon im Pandemieplan stehen sollen. Ich weiß gar nicht was sich die Katastrophenschützer für solche Fällen gedacht hatten. Ein paar Isolierbetten in Krankenhäusern galten bisher als ausreichend. Das muss dringend überdacht werden.

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