Coronavirus in Berlin und Brandenburg - Handelsverband warnt vor Engpässen wegen Hamsterkäufen

Mi 04.03.20 | 17:52 Uhr
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Leeres Regal in einer Drogerie in Berlin (Quelle: privat)
Audio: ARD | 04.03.2020 | Lothar Lenz | Bild: privat

"Es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe", sagt der Berliner Bürgermeister Michael Müller mit Blick auf den Coronavirus. Das sehen viele offenbar anders - in Supermärkten und Drogerien stehen die Regal leer. Die Handelslogistik in Berlin und Brandenburg stößt an ihre Grenzen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg warnt vor möglichen Lieferschwierigkeiten in der Region. Hintergrund sind die Hamsterkäufe wegen des grassierenden Coronavirus.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, Günter Päts, sagte am Mittwoch dem rbb, dass der Einzelhandel derzeit Umsatzsteigerungen von bis zu 40 Prozent verzeichne. Besonders nachgefragt seien Konserven, haltbare Lebensmittel und Drogeriebedarf - aber auch frische Ware wie Butter, die man einfrieren könne. Hier hätten die Verbraucher in der Region in den vergangenen Tagen spürbar mehr gekauft.

Produkte werden nicht knapp, aber die Ressourcen

Derzeit gebe es zwar noch keine Engpässe bei Produkten – aber in der Logistik "stoßen wir teilweise an unsere Grenzen", sagte Päts im rbb-Inforadio. Sowohl bei Arbeitskräften als auch in der Technik sei dies spürbar, Beschäftigte der Logistikfirmen machten bereits Überstunden. Zusätzliche Arbeitskräfte würden über Leihfirmen herangeholt.

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg würde vor diesem Hintergrund eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung für Sonntagsarbeit in der Logistikbranche begrüßen. "So könnte das derzeit hohe Arbeitsaufkommen besser verteilt werden", sagte Päts.

Müller: "Es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe"

Der deutsche Handelsverband hatte sich am Wochenende hinsichtlich der Corona-Hamsterkäufe unbesorgt gezeigt. Die Lieferstrukturen im Handel seien effizient und gut vorbereitet, die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, sagte der Sprecher des Handelsverbands Deutschland, Kai Falk.

Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit im Handel seien bislang nicht festzustellen, sagte Falk weiter. Wie die weitere Verbreitung des Virus die Konsumstimmung und das Kaufverhalten beeinflusst, bleibe abzuwarten.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), hatte zur Besonnenheit aufgerufen. Das öffentliche Leben müsse weitergehen, sagte er. "Es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe."

04.03.2020, Berlin: Auf einem Zettel, der an einem Stromkasten klebt, werden von einer Privatperson Atemschutzmasken des Typs FFP2 zum Kauf angeboten (Quelle: dpa/Stefan Jaitner)In Berlin bieten Privatpersonen Atemschutzmasken an

Exportverbot von Atemschutzmasken

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland rief auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bevölkerung in einer Regierungserklärung am Mittwoch zu Besonnenheit auf, auch wenn einige versuchten aus der Lage Profit zu schlagen, etwa durch "windige Geschäfte mit überteuerten Schutzmasken".

Spahn räumte ein, es komme bei medizinischer Schutzausrüstung zu "Knappheiten". Deshalb gelte ab sofort ein Exportverbot für Atemmasken, Handschuhe oder Schutzanzüge. Zudem werde medizinische Schutzausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie für Bundesbehörden beschafft und auf Lager gehalten.

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