Die Wartehalle des Corona-Impfzentrums in der Arena in Berlin
Audio: rbb 88,8 | 28.12.2020 | Weber | Bild: imago images/Photopress Müller

Einladung oder Callcenter - So erhalten Menschen in Berlin und Brandenburg ihren Impftermin

Seit dem 27. Dezember wird in Berlin und Brandenburg gegen Covid-19 geimpft. Zunächst wird die Impfung Menschen über 80, Bewohnern von Pflegeheimen und pflegendem und medizinischem Personal angeboten. Doch wie kommen Menschen zu ihren Impfungen?

Dieser Beitrag wird seit dem Jahreswechsel nicht mehr aktualisiert. Alle aktuellen Fragen und Antworten zu Impfungen in Berlin und Brandenburg finden Sie hier.

In Berlin und Brandenburg werden seit dem 27. Dezember die Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt.

Gemäß der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erlassenen Prioritätenliste wird die Impfung in beiden Bundesländern zunächst hauptsächlich Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren sowie Personal in der Pflege oder in Krankenhäusern angeboten.

Während Pflegeheime oder pflegebedürftige Menschen in Betreutem bzw. Service-Wohnen von mobilen Impfteams besucht werden, müssen in Berlin andere Menschen aus der ersten Prioritätsgruppe, die geimpft werden möchten, zunächst das Impfzentrum in der Arena in Berlin-Treptow besuchen - vorab ist eine Online-Terminbuchung nötig. Wegen Impfstoff-Mangel hat das Zentrum allerdings bis inklusive 3. Januar geschlossen.

Sobald mehr Impfstoff verfügbar ist, sollen weitere Impfzentren in Berlin öffnen. Wann es soweit sein wird, ist laut Gesundheitssenatorin Kalayci aber noch unklar. In Brandenburg sollen die Impfzentren am 5. Januar in Betrieb genommen werden. Geimpft wird in beiden Bundesländern nur mit Termin - bei der Vergabe dieser Termine gehen Berlin und Brandenburg unterschiedliche Wege.

Berlin lädt schriftlich ein

Wer in Berlin lebt, impfberechtigt ist und nicht in einem Pflegeheim lebt, wird per Brief der Gesundheitsverwaltung zur Impfung eingeladen. Diese Schreiben soll laut Senat alle wichtigen Informationen zur freiwilligen Terminbuchung enthalten.

Die Gesundheitsverwaltung weist darauf hin, dass sich aktuell ausschließlich Menschen impfen lassen können, die eine Einladung erhalten haben. Diese Einladung sei beispielsweise nicht auf Verwandte übertragbar.

Brandenburg setzt auf ein Callcenter

Anders als in Berlin erfolgt die Einladung für die Terminvereinbarungen zur Impfung in Brandenburg nicht automatisch. Auch in Brandenburg werden derzeit nur Personen über 80, Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie das Personal in der Altenpflege und in medizinischen Einrichtungen geimpft.

Anders als in Berlin erfolgt die Einladung für die Terminvereinbarungen zur Impfung in Brandenburg nicht automatisch. Stattdessen ist seit dem 4. Januar ein Callcenter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zur telefonischen Terminvergabe an den Start gegangen. Es ist über die kostenfreie Patientenservice-Rufnummer 116 117 erreichbar - täglich von 8 bis 20 Uhr.

In dem eigens für die Impftermin-Vergabe eingerichteten Callcenter könnten 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu 40.000 Anrufe pro Woche entgegennehmen, heißt es von der KV. Vorab können sich Impf-Interessierte auf der Website brandenburg-impft.de über den Impfstoff, die Terminvergabe und den Ablauf der Impfungen informieren.

Keine Online-Buchungen in Brandenburg

Am Telefon soll dann die Impfberechtigung der Anrufer abgefragt werden. Ist der Anrufende über 80 Jahre alt, werden Zeit und Ort für die beiden Impftermine vereinbart. Der einzige derzeit zugelassene Impfstoff der Firma Biontech muss zweimal geimpft werden, um wirksam zu werden - im Abstand von drei bis vier Wochen. Deshalb müssen beide Termine zusammen gebucht werden. Eine schriftliche Bestätigung der Termine erfolgt im Anschluss an das Telefonat per E-Mail oder Post.

Mit dem Verfahren will die Brandenburger Landesregierung eventuellen Missbrauch einer Online-Terminvergabe vermeiden. Erst im Laufe des kommenden Jahres wolle man auch online Terminbuchungen ermöglichen.

Auch Angehörige dürfen für Über-80-Jährige anrufen

Impf-Interessierte über 80 Jahre müssen nicht unbedingt selbst bei der 116 117 anrufen. Auch nahe Angehörige können für sie Termine vereinbaren. Dabei bittet das Gesundheitsministerium zu beachten, dass personenbezogene Daten des Impflings wie Name, Adresse und E-Mail bereitgehalten werden müssen und dass die vereinbarten Termine verbindlich einzuhalten sind.

Zum Impftermin mitzubringen sind:

  • die schriftliche Terminbestätigung
  • der Impfpass
  • das Aufklärungsblatt und die Impfeinwilligung - beide unterschrieben

Darüber hinaus sei die Krankenversichertenkarte hilfreich, "um die persönlichen Daten schnell und einfach zu erfassen", teilt das Gesundheitsministerium mit. Eine Abrechnung mit der Krankenkasse erfolge aber nicht.

Was Sie jetzt wissen müssen

150 Kommentare

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  1. 150.

    2 x Frank mit verschiedenen Meinungen zur gleichen Aussage. Verwirrend. Egal, bleibt trotzdem ich habe nie dem Telefon an sich die Schuld am Desaster gegeben.
    Ihre Bemerkung bzgl. Smartphonesnob war deshalb ziemlich daneben. Falls Sie das waren. Es geht nämlich nicht um meine Bequemlichkeit sondern um die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems und da ist das Internet für so eine Aufgabe um Potenzen leistungsfähiger als ein Callcenter allein.
    > 50.000 Terminabstimmungen/Stunde sind gar kein Thema für Rechner.

  2. 149.

    Ich rufe jeden Tag die hotline 116117, um einen Inpmftermin für eine 87jährige Angehörige zu vereinbaren. Aber ich erhalte immer dieselbe Ansage, dass alle Leitungen belegt sind. Es ist einfach nur nervig.
    Mein Chef reagiert in der Zwischenzeit auch genervt, weil ich auch während der Arbeitszeit die Hotline anrufe und er kein Verständnis mehr aufbringt.
    Wann ändert sich endlich etwas!!!!!

  3. 148.

    Das ist ein anderer Frank. Meine Aussage bleibt felsenfest stehen. Wenn die Verantwortlichen unfähig sind, so etwas zu organisieren, oder Ihnen fehlerhafte Technik angedreht wird, liegt es nicht an der Telefonie selbst, sondern an menschlichem Versagen. Sie würden ja auch nicht behaupten, dass Medizin prinzipiell nichts taugt, nur weil Ärztefehler – also menschliches Versagen, kein systemisches – vorkommen, oder?

  4. 147.

    Die Aussage die Sie nun treffen widerspricht aber komplett dem was Sie mir am 30.12.2020 vorgeworfen haben. Wenn das in irgendeiner Form ironisch gemeint sein sollte, sollten Sie persönliche Beleidigungen unterlassen. Ich schrieb doch schon vorher dass das mit Telefonhotline totaler Quark ist. Es war doch Ihre Aussage, das ein Anruf einfach und simpel ist.

  5. 146.

    "Ja der Anruf ist einfach wenn man durchkommt und dann mit Agenten klarkommt."
    Nein, es ist gar nichts einfach. Es ist realitätsfern dieser Telefonie zu huldigen.
    Können oder wollen sie nicht verstehen, dass es einem Polizisten oder einem Feuerwehrmann nicht möglich ist am Telefon den Dienstausweis vorzulegen, genauso wie es einem Patienten mit Herzinsuffizienz nicht möglich ist einen Krankenbericht am Telefon vorzulegen. Da werden Menschen betrügen was man angeblich mit der Telefonie vermeiden wollte.
    Sie denken weil sie in die Gruppe 4 kommen ist die Welt insgesamt in Ordnung, aber das ist sie nicht. Für sie vielleicht, aber sie brauchen sowieso nicht anzurufen. Die Gruppe 4 wird im Herbst beim Hausarzt geimpft. Ich habe verstanden was @Brandenburger meint und ich sehe auch massive Probleme.

  6. 145.

    Dann fragen Sie mal all die Leute die diesen simplen Vorgang in den letzten Tagen versucht haben. Wenn Sie Ihr Smartphone auf WhatsApp reduzieren ist das Ihre Sache. Bitte nicht auf andere Menschen projizieren.
    Einfach mal gucken wie Israel das organisiert. Ja der Anruf ist einfach wenn man durchkommt und dann mit Agenten klarkommt. Schätzen Sie mal wie Konzertkartenverkäufer 50.000 Tickets in < 1 Stunde verkaufen? Callcenter?

  7. 144.

    Das Callcentermodell in BB wird stark kritisiert. In zwei anderen Berichten war von katastrophalen Zuständen in den ersten Tagen die Rede, teilweise organisatorische Mängel. Wenn ich möchte, dass am 04.01. nur Ü80 anrufen, dann muss ich das ausreichend proklamieren. Es war nicht mal hier sichtbar vermerkt, erst nach dem letzten Update.
    Abgesehen von der aktuellen ständigen Überlastung wird es ab der Prio-Stufe 2, wenn die ersten vulnerablen Patienten aufgrund kritischer Vorerkrankungen sowie systemrelevante Berufe hinzukommen, sowieso frontal gegen die Wand fahren, wenn man nichts ändert. Sollen dann belegende Nachweise an die Hörmuschel des Telefons gehalten werden? Ansonsten wird man den MA der KV vermutlich den größten Blödsinn auftischen können, denn die haben nicht alle Unterlagen der Brandenburger Bevölkerung. So langsam habe ich ernsthafte Zweifel, was hier los ist. Es war so viel Zeit zur Vorbereitung.
    Siehe auch Kommentar 129/130.

  8. 142.

    Und stehen Sie eine Woche später noch zu der Aussage zu den ach so simplen und naheliegenden Dingen wie ein einfaches Telefonat zur Absprache eines Impftermins?

  9. 141.

    Es ist bisher unmöglich, über 116117 einen Impftermin zu bekommen, Warum können die über 80jährigen nicht einfach die Spritze vom Hausarzt bekommen. Er kennt die Vorerkrankungen und ist leichter zu erreichen, als ein Impfzentrum in Cottbus oder Frankfurt/Oder

  10. 140.

    Quatsch. Informieren sie sich erst Mal.

    "Zum Impftermin mitzubringen sind:
    .........
    - das Aufklärungsblatt und die Impfeinwilligung - beide unterschrieben" und online erhältlich als DL.

  11. 139.

    @Angela: danke für ihre freundliche, hilfreiche und informative Antwort und Hilfe!

  12. 138.

    eine bessere idee als die kostenfreie rufnummer 116117 hat die potsdamer politik nicht vorzuweisen.diese rufnummer ist in notfällen noch nie erreichbar gewesen; und ich spreche aus eigener erfahrung. meine frau könnte heute vielleicht noch leben wenn dieser notdienst den höhrer abgenommen und mich nicht jedesmal aus die leitung geworfen hätte.
    vielleicht können diese herrschaften einmal bis zu ende denken. wie bitte schön soll der zu impfende die geforderten unterlagen mitbringen wenn er keine zugesendet bekommt???? aprilscherz oder???

  13. 137.

    Genau das war der Hintergrund meiner Anfrage (siehe auch Kommentar 129). Ich denke aber eher nicht, weil dem aktuellen Stand zu entnehmen ist, dass jetzt nur Ü80 geimpft. Ich bin in einer ähnlichen Situation (COPD und Herzinsuffizienz). Meine HÄ'in hat vor vier Wochen noch gesagt "dann werden sie Anfang Januar geimpft". Jetzt wird es vermutlich Mitte des Jahres in ihrer Praxis, wenn alles gut geht.

  14. 136.

    Sie haben ja eine Vorstellung von Älteren! 70-Jährige sind seit etwa 5 Jahren im Ruhestand. Gab's vor 5 Jahren noch kein Internet oder Smartphone? Ist man mit 65 wie eine Raupe "Zack-Doof" und hat alles von vorher vergessen? Meine Mutter ist 90 und hat ein Tablet und macht Banking noch selbst. Ist vielleicht nicht typisch, aber man sollte Ältere nun wirklich nicht in die dumme Ecke stellen.

  15. 135.

    Hallo, ich bin 69 Jahre alt, hatte am 19.10.20 einen schweren Herzinfarkt und habe 5 Stents deswegen gesetzt bekommen. Frage: kann ich am 4.1.21 zwecks Terminvereinbarung die 116117 anrufen? Herzliche Grüße

  16. 134.

    Warum wird nicht jeder angeschrieben die Adressen hat doch beim Einwohnermeledeamt ,so wie die Wahlbenachrichtigungskarten zu schickt .Bei anrufen entsteht doch großes durch einander.Die solche Sachen organisieren
    haben wohl langeweile!

  17. 133.

    "Ja es gibt einige/viele Leute die nicht technikaffin sind oder keinen Zugang zu Technik haben. Deshalb müssen alle anderen 20 Jahre zurückversetzt werden."

    Ach Gottchen! Den feinen dekadenten Smartphone- und WhatsApp-Snobs ist ein einfaches Telefonat mittlerweile zu viel geworden? Kein Wunder, dass unsere Gesellschaft am Ende ist, wenn die simpelsten und naheliegendsten Dinge als Zumutung empfunden werden.

  18. 132.

    Danke für das bisherige Engagement. Ich hoffe, dass auch dieses Problem einer grundsätzlichen Lösung zugeführt wird. Gleichfalls einen Guten Rutsch und bleibt gesund.

    Ihr Brandenburger

  19. 131.

    Am 30.12. 11:05 Upgedatet! Was bitte sagt uns das? Nichts, aber auch garnichts Neues im Vergleich zur alten Meldung. Derartige Updates sollte man sich sparen! Antworten auf die letzet 128 Kommentare: Fehlanzeige! Danke dafür!

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