Kronenkorken im Mauerpark nach einer "Coronaparty" (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 20.03.2020 | Material: Abendschau | Bild: rbb

Geöffnete Kneipen und Läden - Berliner Polizei zählt fast 100 Verstöße gegen Corona-Regeln

Nach wie vor halten sich manche Kneipenwirte und Ladenbetreiber nicht an die Regeln: Am Donnerstag musste die Berliner Polizei fast 100 Anzeigen ausstellen. Auch Corona-Partys steigen. Deren Teilnehmer geben sich unbeeindruckt.

Die Berliner Polizei hat erneut zahlreiche Verstöße festgestellt, die gegen das Infektions-schutzgesetz verstoßen. Am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag überprüften Polizisten insgesamt 98 Kneipen, Restaurants, Geschäfte und andere Objekte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Als Ergebnis wurden 91 Anzeigen gestellt, oft wegen der nicht mehr erlaubten Öffnung von Kneipen oder Läden. Die Verstöße verteilten sich über die ganze Stadt.

Auffällig ist, dass es offenbar nachts deutlich mehr gravierende Verstöße gibt. Tagsüber sind es meist Geschäfte, die nicht mehr öffnen dürfen. Im Laufe des Donnerstags hatte es nach 119 Überprüfungen 34 Anzeigen gegeben. In der vorangegangenen Nacht lag die Zahl der Verstöße hingegen bei 97.

"Tatort"-Dreharbeiten nach Ermahnung beendet

Ein Filmteam, das mit Dreharbeiten zu einer "Tatort"-Folge beschäftigt war, ist von der Polizei ermahnt worden. Die Filmleute seien am Donnerstag in Charlottenburg angetroffen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Etwa 35 Menschen seien an den Dreharbeiten beteiligt gewesen, viele hätten einen Mundschutz getragen. Einen strafrechtlichen Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz habe die Polizei nicht festgestellt, daher habe es auch keine Anzeige gegeben. Trotzdem habe das Team die Dreharbeiten beendet.

100 Beamte im Spezialeinsatz

Die Polizei will die Kontrollen in der Coronavirus-Krise fortsetzen. "Wir haben in diesen Spezialstreifen weit über 100 Beamte, die jeweils tagsüber von 6 bis 18 Uhr und abends von 18 bis 6 Uhr unterwegs sind", sagte die Sprecherin. Dazu kämen noch die üblichen Streifenwagen, die sich in ihrem normalen Dienst ebenfalls um das Problem kümmern würden.

In Berlin sind Kneipen und Clubs seit dem 14. März geschlossen. Seitdem 18. März mussten auch zahlreiche Geschäfte schließen, Restaurants dürfen nur noch bis 18 Uhr öffnen.

Nach wie vor laufen Corona-Partys

Nach rbb-Informationen hat die Berliner Polizei in den vergangenen Nächten auch immer wieder "Corona-Parties" aufgelöst. In einem kleinen Park in Prenzlauer Berg versammelten sich am Mittwochabend etwa 15 Jugendliche und feierten mit Alkohol bis in die Nacht, wie rbb-Reporter beobachtet haben. Einer der Teilnehmer sagte dem rbb-Fernsehteam, die jungen Leute fühlten sich gesund und seien sicher, dass niemand unter ihnen das Coronavirus habe. "Ich finde es in Ordnung, das normale Leben weiter zu leben", sagte eine junge Frau. Letztlich löste die Polizei die Zusammenkunft auf.

Nach rbb-Recherchen verabreden sich junge Menschen über Facebook für "Coronaferien-Partys", dabei gelten ein kleiner Park am Theodor-Heuß-Platz in Charlottenburg und der Mauerpark in Mitte als besonders beliebte Treffpunkte. Im Mauerpark lagen nach Beobachtungen von rbb-Reportern am Donnerstagmorgen zahlreiche Rückstände der Feiernden. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) appellierte im rbb erneut, die Lage ernst zu nehmen und sich sowie die Mitmenschen zu schützen.

Sendung: Abendschau, 19.03.2020, 19:30 Uhr

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46 Kommentare

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  1. 46.

    Die ältere Generation, die permanent Respekt fordert & sich in Dauerschleifen über mangelnden Respekt beschwert, sollte wenigstens in Grundzügen eben diesen auch anderen gegenüber erweisen, statt nur zu fordern. Ich musste beruflich am Mi. von Lübeck über Hamburg nach Bremen mit dem IC. Im Zug saß hinter mir eine Rentnerin, ich schätze sie war um die 70 -75 Jahre alt. Sie war permanent am husten, und als sie mir dann in den Nacken genießt hat, ist mir der Kragen geplatzt. Zum einen, weil man nur beruflich unterwegs sein soll (was ich mir in dem Alter nicht vorstellen kann), vor allem jedoch über die schlechten Manieren.
    Gestern Abend vorm Supermarkt mitten im Weg zum Eingang stand eine Gruppe von ca 7-8 Leuten mitsamt ihren Kläffern an der Leine, allesamt sicher über 70Jahre alt - von Abstand war nix zu sehen, sondern die neu dazu gekommenen wurden umarmt. Ein Vorbeigehen mit Abstand war unmöglich, und nach 15 Minuten rief der Marktleiter die Polizei. Soviel zu Respekt!

  2. 45.

    Einfach die Ignoranten, die Coronapartys veranstalten müssen, im Schnellverfahren zu Sozialdiensten verdonnern. Vielleicht lernen sie im Umgang mit Pflegebedürftigen, sich zu benehmen.

  3. 44.

    Hallo, an alle, die heute im Baumarkt Zement, Rindenmulch, OSB Platten oder KG Rohre gekauft haben oder noch besser die, die meinen Kollegen den Rat gegeben haben, sie mögen sich einen Krankenschein holen, wenn sie Angst vor Corona hätten. Ich danke euch für eure Fürsorge gegenüber euren Mitmenschen und hoffe das es nicht jemanden aus eurem Umfeld erwischt. Denn die Dinge, die ihr als lebenswichtige Dinge eingekauft habt, helfen nicht gegen Corona, sondern erst danach.

  4. 43.

    "Niemand sollte sich aufschwingen, allen anderen zu erklären, wie die Welt zu laufen hat."
    nach Volker Wieprecht

  5. 42.

    Wenn es zu Ausgangssperren kommt, können wir uns bei all den Unbelehrbaren und Dummen bedanken, die sich nicht an die Vorgaben gehalten haben.

  6. 41.

    Ich kann Sie verstehen, mein Ansatz ist ein anderer...
    Die Jugend war schon immer so, wir zu unseren Zeiten, unsere Eltern zu ihrem, unsere Kinder haben uns den dicken Daumen gezeigt (im übertragenden Sinn) und die Enkel verstehen heute nicht die Erwachsenenwelt und leben in ihrer eigenen. Also, nichts Neues! Nur dass es jetzt nicht darum geht, was man tragen darf und was nicht, sondern dass ihr Verhalten lebensbedrohlich ist für ihre Mitmenschen. Und ich denke, manch einer oder eine kapieren das erst, wenn man ihnen den Ernst der Lage ins Gesicht brüllt, dass ihnen die Haare nach hinten wegstehen. Die Zeit der Diskussionen auf Augenhöhe muss jetzt mal Pause machen.

  7. 40.

    ...vielleicht mit Altersbegrenung? Bis 27 Jahre: bleibt zuhause!

  8. 39.

    Typische rbb Jugendfeindlichkeit... Der Spiegel hat mal bei der Polizei nachgefragt:

    Doch in Berlin, wo Kneipen und Clubs aufgrund einer Verordnung des Senats bereits am vergangenen Samstag schließen mussten, weiß die Polizei fast nichts von möglichen Corona-Partys. "Wir können das Phänomen so nicht bestätigen", sagt ein Sprecher auf Nachfrage. In der Nacht auf Donnerstag habe man in der gesamten Stadt zwölf Verstöße gegen die Verordnung registriert, in der Nacht darauf deutlich mehr, meist in Restaurants. Im Zusammenhang mit Partys in Parks habe es dagegen seit Samstag in Berlin keine einzige Anzeige wegen der Corona-Verordnung gegeben.

  9. 38.

    nicht nur die Aussagen über die Rente, auch das Handeln von Politik und Krankenhausindustrie in Sachen Influenza, multiresistenter Krankenhauskeime, Pflege und Ernährung in den Krankenhäusern macht die eigentlich Verantwortlichen jetzt unglaubwürdig. Eine gewisse Sterberate ist längst eingepreist in das bestehende Wirtschafts- und Sozialsystem.
    Wer möchte, dass sich daran etwas zum Menschlichen hin ändert, sollte sich spätestens nach Corona auch in den anderen Themenfeldern engagieren. Und solange es Corona gibt, alles tun um es einzudämmen.

  10. 37.

    Man kann nicht jahrzehntelang in Berlin asoziales Verhalten als Toleranz verkaufen und "plötzlich" erwarten, dass sich die Leute an Regeln halten ... So funktioniert das nun mal nicht ...

  11. 36.

    Liebe Diskussionsteilnehmer, ich lebe in Spanien und hier geht gar nichts. Überall Polizei, zwei Personen im Auto - 400 Euro Geldstrafe, eine Person muss sofort aus dem Auto, ein kleiner Umweg zu Supermarkt - Verwarnung mit Feststellung der Personalien, das nächste Mal Geldstrafe, im Supermarkt einer rein, einer raus - max. 40 Personen drin, usw. usw. Offene Kneipen, Restaurants gibt es schon seit letzten Sonnabend nicht mehr. Alles menschenleer, gespenstische Stille. Zu Deutschland kann ich nur sagen: Wer nicht hören kann, muss fühlen. Viel Spaß bei der kommenden Ausgangssperre.

  12. 35.

    Dieses eingeschränkte Sozialverhalten der Jugend , gegenüber älteren und kranken Menschen,die zur Risikogruppe gehören, sollten wir alle nicht mehr akzeptieren und Grenzen aufzeigen. Gleichwohl sollten alle Parteien hinterfragen, welchen Anteil die Aussagen ihrer Politiker, zum Beispiel über die Rente, an diesem dissozialen Verhalten der Jugendlichen haben. Ehrlich : Mir reicht diese Respektlosigkeit.

  13. 34.

    Genau a22

    Denn: Wie hoch muss die Zahl werden und die Kurve der nachgewiesenen Infizierten eigentlich noch klettern, damit auch der letzte begreift, wie bedrohlich die Lage ist. Wie viele Tote?
    Schaut euch Italien, Spanien an - genau diese Situation in den Krankenhäusern können wir noch vermeiden, zumindest abmildern! Aber dazu muss dann aber auch wirklich mal Schluss sein mit diesem „mir-doch-egal“-Denken.

    Da manche meinen, sie sind unantastbar: keine Geldstrafe - sondern pro Tag eine Doppel-Schicht in einem Krankenhaus oder anderer med. Einrichtung. Angeblich tut ihnen das Virus ja nix! Unser Personal in den Krankenhäusern ist sicher froh über jede helfende Hand.
    Oder unterstützt Bauern bei der bevorstehenden Ernte - sollte dann immer noch Bock auf Party sein- kann man gern nach getaner Arbeit ein Bier aufmachen.

    Wer die Situation nach allem immer noch herunterspielt ist einfach unbelehrbar. Für diese Party-Personen schlage ich vor, einen Permanent-Stempel, der die Person kennzeichnet, dass kein Beatmungsgerät im Ernstfall benötigt wird.

    Ich weiß - es klingt alles sehr hart und ich wundere mich selbst über meine Worte, aber mich regt diese Ignoranz und der Egoismus einiger Leute so auf.

    Meine Hochachtung gilt allen, die jetzt rund um die Uhr für uns da sind!
    Passt auf euch auf, bleibt gesund! Alle!

  14. 33.

    Wann greift der Senat endlich durch.
    Wieviele Menschen müssen sich infizieren oder sogar sterben bis diesen uneinsichtigen, egoistischen Spinnern endlich Einhalt geboten wird. Es wird nicht anders funktionieren.

  15. 32.

    Danke! Es gibt also welche, die vernünftig denken. :-)

    In anderen - übrigens auch demokratischen! - Ländern wurde nicht erst die Bevölkerung darum gebeten, ja fast angefleht, doch bitte bitte die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Nein, es wurde gehandelt, und zwar ohne Kompromisse. Genau das brauchen wir jetzt (und in Zukunft auch). Das gut gemeinte soziologische Experiment der verträumten 68er-Bewegung bzw. eine Utopie herbeisehnenden antiautoritären Konzepte ist offenkundig gescheitert.

  16. 31.

    "Respekt"? Ah ja, Sie meinen das, was die meisten Menschen eklatant vermissen lassen, wenn sie die eindringlich-mahnenden Worte unserer Kanzlerin lachend und saufend ignorieren und mit ihrem rücksichtslosen Betragen Menschen gefährden? Meinen Sie diese jeglichen Respekt vermissen lassenden Menschen? Wenn ja, bin ich ganz bei Ihnen!

    Falls sich Ihre Äußerung auf meine Wortwahl beziehen sollte, gebe ich Folgendes zu bedenken: Ich soll Respekt denjenigen zollen, die womöglich auch mein (oder Ihr) Leben direkt oder indirekt gefährden? Ist das Ihr Ernst? Vor denen soll ich noch den Hut ziehen? Oder gehören Sie selber zu diesem lernresistenten und egoistischen Personenkreis? Es fällt nämlich auf, dass Sie inhaltlich meinem Kommentar nichts entgegenzusetzen haben und sich stattdessen superfiziell über meine lyrische Bildsprache echauffieren ...

  17. 30.

    Interessant viele Kommentare. Nur sind wir in der Deutschland in der sogenannten Demokratie verkommen, die da lautet Ich....Man sollte sich einfach das Niveau einiger Privatsender ansehen, einschl. die letzten Staffeln von Kurt Krömer, lieber RBB.... Da bekommen wir jeden Tag unter die Nase gerieben. Ein Umdenken,......... nicht mit mir.... deswegen wird es auch nichts mit dem Ernteeinsatz zur Spargelzeit... die überschüssigen Kräfte werden an anderer Stelle frei gelassen... schließlich haben wir ja Demokratie..

  18. 29.

    Sehr gute Idee!! Auch die Mitglieder der Partygesellschaft sollten schriftlich erklären, dass sie auf eine ärztliche Versorgung in dieser Hinsicht verzichten.. eben als Patientenverfügung.

  19. 28.

    "faulige Früchte" - als Bezeichnung für Menschen! Ich denke, da wird deutlich, welch menschenverachtende Einstellung hinter manchen Scharfmacherparolen hier steckt. "Respekt" im guten, demokratischen Sinn sieht anders aus!

    Ich fürchte, viele werden sich allein aus Angst vor diesen ewiggestrigen, autoritären Tendenzen irrational verhalten. Das ist dann auch noch völlig kontraproduktiv.

  20. 27.

    Merkel macht linke Politik? Aha. Also war der Appell der Kanzlerin aufgrund ihrer linken Einstellung ? Es geht nicht um politische Richtungen ...

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