Kaum Corona-Patienten stationär - Berliner Krankenhäuser noch nicht überlastet - stocken aber auf

Mo 16.03.20 | 14:54 Uhr
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Ärzte laufen durch einen Flur eines Krankenhauses. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Bild: dpa/Gregor Fischer

16 Berliner Corona-Patienten werden derzeit in Krankenhäusern versorgt, zwei von ihnen auf der Intensivstation. 2.000 Intensivbetten gibt es in der Stadt. Auch an Beatmungsgeräten mangelt es noch nicht. Trotzdem werden geplante Operationen vorsichtshalber verschoben.

Was Sie jetzt wissen müssen

Zwei Wochen nach dem ersten registrierten Corona-Fall in Berlin ist das Gesundheitssystem von einer Überlastung noch sehr weit entfernt. Derzeit lägen 16 erkrankte Menschen in Krankenhäusern, zwei davon auf Intensivstationen, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. In Berlin gebe es etwa 2.000 Betten in den Intensivstationen der Krankenhäuser. Insgesamt sind derzeit 283 bestätigte Corona-Fälle in Berlin bekannt. 

Planbare Operationen werden möglichst verschoben

Nach Angaben der Sprecherin der Berliner Krankenhausgesellschaft, Barbara Ogrinz, gebe
es in Berlin gibt derzeit etwas mehr als 1.000 Beatmungsgeräte an Intensivbetten und weitere Geräte in Notaufnahmen. Die durchschnittliche Auslastung im Normalbetrieb liege bei 80 Prozent. Laut Ogrinz werden weitere Beatmungsgeräte gekauft. Zur Anzahl machte sie keine Angaben. 

Um mehr Platz für Coronavirus-Patienten zu schaffen, verschieben Berliner Krankenhäuser derzeit auch planbare Operationen und bauen ihre Beatmungskapazitäten aus. Die Absage von planbaren Behandlungen sei dann möglich, wenn sie aus medizinischen Gründen im Einzelfall verantwortbar ist, sagte Ogrinz am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 

Ob Einschränkungen helfen, ist noch offen

Ob die am Wochenende eingeleiteten drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Ausbreitung der Infektionen deutlich reduzieren werden, könne man erst in einigen Wochen, kurz vor dem 19. April, genauer sagen, sagte Innensenator Geisel. Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechne frühestens Ende kommender Woche mit möglichen Effekten. "Man müsste nach zehn bis zwölf Tagen sehen, ob diese Maßnahmen greifen", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin mit Blick auf die Entwicklung der Fallzahlen.

Medizinerverbände forderten unterdessen noch tiefergehende Einschnitte im öffentlichen Leben wie die komplette Schließung von gastronomischen Betrieben und nicht systemrelevanten Arbeitsstätten. Wie in anderen Ländern sollten zudem Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen unterbleiben, erklärten die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie und die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin in Stuttgart.

Sendung: Abendschau, 16.03.2020, 19 Uhr 30

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