Ärzte laufen durch einen Flur eines Krankenhauses. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Bild: dpa/Gregor Fischer

Kaum Corona-Patienten stationär - Berliner Krankenhäuser noch nicht überlastet - stocken aber auf

16 Berliner Corona-Patienten werden derzeit in Krankenhäusern versorgt, zwei von ihnen auf der Intensivstation. 2.000 Intensivbetten gibt es in der Stadt. Auch an Beatmungsgeräten mangelt es noch nicht. Trotzdem werden geplante Operationen vorsichtshalber verschoben.

Was Sie jetzt wissen müssen

Zwei Wochen nach dem ersten registrierten Corona-Fall in Berlin ist das Gesundheitssystem von einer Überlastung noch sehr weit entfernt. Derzeit lägen 16 erkrankte Menschen in Krankenhäusern, zwei davon auf Intensivstationen, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. In Berlin gebe es etwa 2.000 Betten in den Intensivstationen der Krankenhäuser. Insgesamt sind derzeit 283 bestätigte Corona-Fälle in Berlin bekannt. 

Planbare Operationen werden möglichst verschoben

Nach Angaben der Sprecherin der Berliner Krankenhausgesellschaft, Barbara Ogrinz, gebe
es in Berlin gibt derzeit etwas mehr als 1.000 Beatmungsgeräte an Intensivbetten und weitere Geräte in Notaufnahmen. Die durchschnittliche Auslastung im Normalbetrieb liege bei 80 Prozent. Laut Ogrinz werden weitere Beatmungsgeräte gekauft. Zur Anzahl machte sie keine Angaben. 

Um mehr Platz für Coronavirus-Patienten zu schaffen, verschieben Berliner Krankenhäuser derzeit auch planbare Operationen und bauen ihre Beatmungskapazitäten aus. Die Absage von planbaren Behandlungen sei dann möglich, wenn sie aus medizinischen Gründen im Einzelfall verantwortbar ist, sagte Ogrinz am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 

Ob Einschränkungen helfen, ist noch offen

Ob die am Wochenende eingeleiteten drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Ausbreitung der Infektionen deutlich reduzieren werden, könne man erst in einigen Wochen, kurz vor dem 19. April, genauer sagen, sagte Innensenator Geisel. Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechne frühestens Ende kommender Woche mit möglichen Effekten. "Man müsste nach zehn bis zwölf Tagen sehen, ob diese Maßnahmen greifen", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin mit Blick auf die Entwicklung der Fallzahlen.

Medizinerverbände forderten unterdessen noch tiefergehende Einschnitte im öffentlichen Leben wie die komplette Schließung von gastronomischen Betrieben und nicht systemrelevanten Arbeitsstätten. Wie in anderen Ländern sollten zudem Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen unterbleiben, erklärten die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie und die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin in Stuttgart.

Sendung: Abendschau, 16.03.2020, 19 Uhr 30

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6 Kommentare

  1. 6.

    Lol wo hab ich bitte mit Italien verglichen? und wo hab ich dem rbb Falschaussagen unterstellt? Ich benutze sogar seine Daten.
    Vielleicht einfach mal den Text richtig lesen und erfassen.. Ist ja schlimm..

  2. 5.

    Hallo, mich würde einfach mal interessieren, ob die vor wenigen Wochen von Ärzten und Pflegekräften verlassene Infektologie rein theoretisch für Corona-Patienten zur Verfügung steht - wenngleich ggf. derzeit ohne Personal? Die Räumlichkeiten könnten derzeit doch höchst interessant sein, oder nicht? (Ich glaube, hier den Namen des betroffenen KH nicht nennen zu dürfen - oder?)

  3. 4.

    Nein einfach mal richtig die Statistiken lesen und nicht immer diese unsinnigen Italien Vergleiche machen.
    https://www.worldometers.info/coronavirus/
    Interessant ist vor allem der Fakt der ernsthaft erkrankten und der ist in Deutschland extrem gering im Gegensatz zu vielen anderen Ländern also stimmt diese Aussage hier vom rbb durchaus.

  4. 3.

    Sollte es so weitergehen,sind wir in zwei Wochen bei 10000 Infizierten in Berlin. Davon sind zur Zeit ein Prozent Fälle für die Intensivstation,also 100 Betten. Und es ist nicht garantiert,dass die Prozentzahl so niedrig bleibt.
    Daran sieht man,dass die Maßnahmen nicht ohne Grund erfolgen.

    @PB
    Deswegen wird in dem Artikel wahrscheinlich nur von Betten und Geräten geschrieben..
    Eigentlich weiß jeder,dass das Gesundheitssystem am Limit ist,auch die Politiker. Deswegen gibt es jetzt auch diese drastischen Maßnahmen. Warum daran trotzdem nichts geändert wird,ist eine große Sauerei.

    Es geht halt nur ums Geld und ich hoffe viel mehr Menschen begreifen das nach der Krise.

    Danke für eure Arbeit!

  5. 2.

    Ach
    Das ist ja interessant, dass das Gesundheitswesen noch nicht überlastet ist obwohl wir (ich bin Krankenpfleger auf einer Intensivstation) noch nicht einmal den Regelfall bzw Routine abdecken können.
    Gerade Herr Spahn, der doch die Personal Untergrenzen eingeführt und inzwischen auch wieder aufgehoben hat, sollte das doch wissen. Ich bin 30h Kraft und arbeite gerade 15 Tage am Stück. In der Charité, und nicht nur dort, werden Doppel Schichten gemacht. 16 Stunden....
    Aber es beruhigt mich wirklich sehr durch die Medien und den Senat zu erfahren, dass wir noch nicht überlastet sind.
    Dann liegt es also an mir. Ich bin wohl einfach nur zu schwach und nicht für den Beruf, den ich schon seit über zwanzig Jahren ausübe, geeignet.

  6. 1.

    Also gibt es etwa 400 freie Intensivbetten für über 3,7 Millionen Menschen plus Touristen. Dann wollen wir mal inständig hoffen dass es nicht in einigen Wochen so katastrophal wie in einigen Regionen von Italien wird.

    Was tut die Europäische Union um den sterbenskranken Menschen in Italien zu helfen?

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