Bereits geschlossen - Viele Berliner Clubs kommen dem Shutdown zuvor

Sa 14.03.20 | 11:04 Uhr
Das Schild "Exit" in einem Berliner Club (Quelle: imago images/Schwarz)
Bild: imago stock&people/Schwarz

Ab Dienstag will der Senat im Zuge der Corona-Krise auch das Nachtleben in Berlin stilllegen und alle Clubs und Kneipen schließen. Schon am Freitagabend jedoch waren zahlreiche Lokale in der Hauptstadt geschlossen.  

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Ankündigung des Berliner Senats, wegen des Coronavirus ab der kommenden Woche Kneipen und Clubs schließen zu lassen, hat schon an diesem Wochenende für weitgehenden Stillstand der Tanzszene gesorgt. So gut wie alle bekannten Clubs öffneten schon am Freitagabend nicht mehr und werden die nächsten fünf Wochen geschlossen bleiben.

Zu den bereits geschlossenen Clubs gehörten das Kitkat und der Tresor in Mitte, das Sisyphos in Lichtenberg, die Clubs Kater Blau, Wilde Renate, Suicide, Astra und About Blank in Friedrichshain, Watergate und Ritter Butzke in Kreuzberg und Insomnia in Tempelhof. Das Berghain ist bereits seit Tagen dicht.

"Wir lieben kranke Partys, aber..."

Die Clubs bezogen sich in Mitteilungen auf ihren Internetseiten auf den Senat und die Gefahr durch das Virus. "Ihr wisst, wir lieben kranke Partys", schrieb etwa das Sisyphos. "Aber das gerade geht auch uns zu weit." Das About Blank teilte mit: "In der aktuellen Situation wäre es für die gesamte Gesellschaft unverantwortlich, anonyme, dicht gedrängte, tagelange Tanzveranstaltungen mit all ihren von uns so geschätzten Ausschweifungen durchzuführen."

Für viele Clubs bedeutet die lange Auszeit ein finanzielles Problem. Der Traditionsclub Schwuz erklärte: "Wir verstehen die Gründe dafür, sehen jedoch auch die massiven Probleme, vor denen wir jetzt stehen. Wir wollen es euch nicht verschweigen: Diese Schließung trifft uns hart." Man habe nicht genug Rücklagen, um monatelang schließen zu können. 

Clubkommission will Rettungsfonds einrichten

Über mögliche Entschädigungen für die Clubszene soll noch verhandelt werden, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Freitagabend sagte. Die Berliner Clubcommission hat erste Maßnahmen eingeleitet, um die Liquidität der Clubs in der Hauptstadt aufrecht zu erhalten. So stehe man in Kontakt mit dem Senat, Banken und Crowdfunding-Anbietern, um einen Rettungsfonds einzurichten, hieß es in einer Mitteilung. Ohne öffentliche Hilfe werde es aber nicht gehen.

Nach der Ankündigung des Senats sollen ab Dienstag neben den Clubs auch alle Kneipen geschlossen werden. Das soll vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April gelten. Restaurants dürfen ihren Betrieb aufrecht erhalten. Die rechtlichen Grundlagen für diesen Schritt will der Senat am Dienstag beschließen.

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