Fahrradfahrer auf breitem Radweg in der Danzigerstraße (Bild: rbb/Markus Streim)
Audio: Inforadio | 18.04.2020 | Markus Streim | Bild: rbb/Markus Streim

Pandemietaugliche Infrastruktur - Berlin schafft viele breitere Radwege - aber für wie lange?

Da momentan weniger Autos auf den Straßen fahren, sollen Radfahrende mehr Platz bekommen. Statt lange zu diskutieren wird angesichts der Corona-Pandemie gehandelt. In Berlin sind schon einige Fahrstreifen temporär umfunktioniert worden, andere sollen folgen. Von Markus Streim

Viele Berlinerinnen und Berliner benutzen während der Eindämmungsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus das Fahrrad. Mehr Radfahrer, weniger Autos - Aktivisten forderten, dass die Radfahrer deshalb mehr Platz auf der Straße bekommen sollen.

Genau das passiert jetzt auch. Denn statt monatelang zu diskutieren, wird in diesen Tagen ganz schnell entschieden. Einige Fahrstreifen sind bereits temporär umfunktioniert worden, andere sollen noch folgen.

Gelbe Streifen und Verkehrsbaken zwischen dem Pkw-Verkehr und der Fahrradpur

Nachdem in Friedrichshain-Kreuzberg bereits einige Straßen umgewidmet wurden, ziehen nun andere Bezirke wie Pankow nach. In Krisenzeiten geht das anscheinend unbürokratisch. Wo sich Bezirk und Senat einig sind, kann die neue Abteilung Verkehrsmanagement jetzt zusätzliche Radwege anordnen. Und das passiert fortlaufend auf größeren Straßen, so Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr.

An etlichen Straßen im Prenzlauer Berg sind gelbe Streifen auf dem Asphalt verklebt und Verkehrsbaken zwischen dem Pkw-Verkehr und der Fahrradpur aufgestellt worden.


Fahrradspuren mit einer Gesamtlänge von 1600 Kilometer müssen umgebaut werden

Auch in der Lichtenberger Straße, zwischen Strausberger Platz und Holzmarkstraße sind in beiden Richtungen Baken aufgestellt und gelbe Streifen auf dem Asphalt verklebt. Ein breiter Radweg ist entstanden zwischen Gehweg und einer neuen PKW-Parkspur - geschützt vom fließenden Verkehr.

Doch das ist noch längst kein Standard: An der Danziger Straße Ecke Prenzlauer Allee rollte der verringerte Autoverkehr am Freitag noch auf allen Spuren. "Hier gibt es immer noch die 80 Zentimeter große Fahrradspur", beklagt Ragnhild Sørensen, vom Verein Changing Cities. Sie fordert pandemietaugliche Infrastruktur.

Alle Hauptstraßen in Berlin müssten so umgebaut werden fordert Sørensen. Sie spricht von Fahrradspuren mit einer Gesamtlänge von 1600 Kilometer, die noch zu errichten seien. Wenn man künftig wieder einen großen Ausbruch an Krankheiten haben werde, müsse auch die Senatsverwaltung erkennen, dass sich hier etwas ändern müsse, so Sørensen.

Hoffnung auf dauerhafte Veränderungen

Dennoch sollte man anerkennen, das sich etwas tut, heißt es vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. ADFC, Sprecherin Lisa Feitsch hofft aber auch auf dauerhafte Veränderungen.

Diese Maßnahmen seien erstmal bis Ende Mai angeordnet. "Wie es weitergeht hängt von der Absprache mit den Bezirken aber auch von der Situation auf der Straße ab", sagt Jan Thomsen. "Wir können jedoch Übergänge finden, die es ermöglichen, dass wir nicht erstmal etwas hinbauen und dann zurückbauen."


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Antwort auf [Regina Felder] vom 02.06.2020 um 17:50
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92 Kommentare

  1. 92.

    Ich verstehe Ihre Bedenken. Ob man auf längere Sicht allerdings die Belange aller Verkehrsarten unter einen Hut bringen kann, bezweifle ich. In den vergangenen Jahren hatte der Autoverkehr absolute Priorität. Vielerorts müssen sich Fußgänger und Radfahrer buchstäblich an den Hauswänden entlang drücken. Für die zunehmenden Paketlieferdienste brauchen wir andere Lösungen. Warum nicht sein Paket in der Postfiliale abholen- und dabei überlegen, dass es zum Laden um die Ecke auch nicht weiter ist als zu Amazon?
    Wir brauchen Verhaltenswandel, sonst droht der Kollaps. Ob Verhaltenswandel freiwillig eintritt? Ich hab da meine Zweifel.
    Verhaltenswandel braucht erzieherische Anleitung. Und genau das passiert derzeit.

  2. 91.

    Leider fehlen Schilder ab wann denn die Autos in die zweiten Reihen umparken müssen , wenn überhaupt noch ein Parken möglich ist. Die Baustellen und Radwege nehmen etliche Parkplätze weg. Eine Idee wäre, den verkommenen Grünstreifen als Radweg umzubauen !!!

  3. 90.

    Ich bin Autofahrer aber ich kenne die Zustände der Radwege und ich muß zugeben das diese tatsächlich sehr schlecht sind. Allerdings müsste sich der Senat eher Gedanken machen, wie bekomme ich beide Bereiche unter eine Decke. Es kann nicht sein das "entweder" "oder" Denken entsteht. Die aktuelle Entscheidung empfinde Ich für fraglich. Die Autos kommen jetzt gar nicht mehr vorwärts, speziell ein Feuerwehreinsatz wird zum Desaster (kein Platz). Was passiert mit dem Lieferverkehr?? wo sollen die Lieferanten, Postboten, Kuriere anhalten um ihre Fracht loszuwerden?? Ich denke das diese Lösung nicht zu Ende gedacht wurde. Bitte nicht falsch verstehen, ich gönne den Radfahrer die Straßen auch, sie gehören genauso zum Straßenverkehr. Ich frage mich nur was dann im Winter passieren wird?? wenn man dann die Popup-Radwege hat aber kaum jemand drauf fährt (wegen Kälte und Glatteis z.B) und alle wieder auf ihre Autos umschwenken. Dann haben alle richtig Spaß um von A nach B zu kommen.

  4. 89.

    Ich bin Autofahrer aber ich kenne die Zustände der Radwege und ich muß zugeben das diese tatsächlich sehr schlecht sind. Allerdings müsste sich der Senat eher Gedanken machen, wie bekomme ich beide Bereiche unter eine Decke. Es kann nicht sein das "entweder" "oder" Denken entsteht. Die aktuelle Entscheidung empfinde Ich für fraglich. Die Autos kommen jetzt gar nicht mehr vorwärts, speziell ein Feuerwehreinsatz wird zum Desaster (kein Platz). Was passiert mit dem Lieferverkehr?? wo sollen die Lieferanten, Postboten, Kuriere anhalten um ihre Fracht loszuwerden?? Ich denke das diese Lösung nicht zu Ende gedacht wurde. Bitte nicht falsch verstehen, ich gönne den Radfahrer die Straßen auch, sie gehören genauso zum Straßenverkehr. Ich frage mich nur was dann im Winter passieren wird?? wenn man dann die Popup-Radwege hat aber kaum jemand drauf fährt (wegen Kälte und Glatteis z.B) und alle wieder auf ihre Autos umschwenken. Dann haben alle richtig Spaß um von A nach B zu kommen.

  5. 87.

    Also diese "Popup-Radspuren", besonders der auf der Kantstr., sind der größte Mist. Plant schon einmal ca. 10 - 15 Minuten mehr ein wenn Ihr vom ICC bis Kaiser-Friedrich-Str. müsst,denn sobald jemand nach links abbiegt steht Ihr erstmal. Wusste gar nicht, dass das "Stop-und-Go" von PKW's/LKW's förderlicher für die Umwelt ist als fließender Verkehr. Aber was soll man den von den Rot/Rot/Grünen Intelligenzbolzen schon anderes erwarten! Wir wäre es mal mit einer Straßensteuer auch für Radfahrer!

  6. 86.

    Wo verteidige ich welche "Klientel"? So langsam drehen sie wohl durch? SIE haben die Behauptung aufgestellt "obwohl ausreichend Radwege in bestem Zustand vorhanden sind", dann ist es plötzlich nur noch "einen gewissen Teil meiner täglichen Strecke und auf dem Kaiserdamm würde auch ich als unzulänglich bezeichnen" und "Letztlich brauche ich keine belastbare Statistik um so etwas zu bewerten." Das IST zurückrudern.

    Ich fühle mich nicht provoziert, ich nehme ihre Aussagen nur nicht für voll, da frei erfunden und stündlich anders.

    Bittesehr, Statistik: https://adfc-berlin.de/radverkehr/sicherheit/information-und-analyse/121-fahrradunfaelle-in-berlin-unfallstatistik/154-die-wichtigsten-fakten-aus-der-polizeilichen-unfallstatistik.html

    Das von vielen kreischend hervorgebrachte "bei Rot fahren" taucht nicht einmal auf, da zu vernachlässigen, was nicht heißt dass Radfahrer nicht bei Rot fahren. Sie sind nur keine nenneswerte Unfallursache.

  7. 85.

    Menschen ja, ein solch wirres Gebrabbel nein.

    "Beruflich fahre ich mit Bus und ich kann es mir nicht leisten nur einen Tag im Jahr zu arbeiten." HÄ?

    "Im übrigen fahre ich in der Freizeit mit dem Fahrrad " Ah, von daher der Fahrradexperte.

    Sie gehen nicht im geringsten auf den ach so sinnlosen Text ein. War ihnen die Novelle bekannt, ja oder nein? Als Berufskraftfahrer (?) sollte man das voraussetzen können.

  8. 84.

    Lach, welch sinnloser Text. Wollen sie Menschen überhaupt ernst nehmen. Beruflich fahre ich mit Bus und ich kann es mir nicht leisten nur einen Tag im Jahr zu arbeiten. Im übrigen fahre ich in der Freizeit mit dem Fahrrad und halte auch nichts vom sinnlosen beseufni am Vatertag.

    Schlaue Sprüche kann jeder, vermutlich auch sie. Versuchen sie es doch mit laufen, aber Vorsicht vor Fahrradfahrern auf dem Gehwegen!

  9. 83.

    Lach, welch sinnloser Text. Wollen sie Menschen überhaupt ernst nehmen. Beruflich fahre ich mit Bus und ich kann es mir nicht leisten nur einen Tag im Jahr zu arbeiten. Im übrigen fahre ich in der Freizeit mit dem Fahrrad und halte auch nichts vom sinnlosen beseufni am Vatertag.

    Schlaue Sprüche kann jeder, vermutlich auch sie. Versuchen sie es doch mit laufen, aber Vorsicht vor Fahrradfahrern auf dem Gehwegen!

  10. 82.

    Welchen Gegenbeweis bitte? Den müssten Sie doch wohl erbringen. Schauen Sie sich doch um! Welche Statistik führen Sie dauernd ins Feld? Die, in der steht, wie toll sich Radfahrer in Straßenverkehr benehmen? Meine Strecke führt nun mal vom Friedrichshain bis zur Messe, muss ich mich jetzt dafür entschuldigen? Genau auf diesen, ziemlich gut ausgebauten Strecken benehmen sich Radfahrer so wie beobachtet - ich kann es auch nicht ändern. Zurückrudern tue ich keineswegs, ich finde diese Leute unverschämt und selbstvergessen. Und offenbar fühlen Sie sich ja mächtig von mir provoziert, sind Sie also auch so einer, der Verkehrsregeln zu seinen Gunsten auslegt? Oder warum verteidigen Sie dieses Klientel so leidenschaftlich?

  11. 81.

    "Radfahren auf der Straße obwohl Radwege da sind, dann nur zwei Spuren für Autos und in der Mitte die Tram. Der Radweg wird in beiden Richtungen benutzt und dann noch die Baustelle."

    Sie schreiben wirr, was denn nu? Es ist nebenbei nur bei einem geringen %-satz der KfZ Lenker angekommen dass die meisten Radwege im schlechten Zustand nicht mehr benutzungspflichtig sind. Hier wäre eine flächendeckende Nachschulung angebracht, die Novelle existiert immerhin seit 1. Oktober 1998! Es ist bezeichnend dass diese Novelle von 99 % der Autofahrer einfach ignoriert wird, absichtlich oder aus Unkenntnis. Zu welcher Gruppe gehören sie?

    http://bernd.sluka.de/Radfahren/rechtlich.html

    https://www.adac.de/-/media/pdf/vek/fachinformationen/radverkehr/radwegebenutzungspflicht-adac-sp.pdf

    "Auch ich bin Fahrradfahrer". Wahrscheinlich einmal im Jahr, zum Vatertag, um den Führerschein nicht zu verlieren?

  12. 80.

    Weder Sander, noch Rene oder sie wollen einen Gegenbeweis anführen. Sie machen sich jetzt noch unglaubwürdiger wenn sie jetzt stückchenweise zurückrudern "einen gewissen Teil meiner täglichen Strecke und auf dem Kaiserdamm würde auch ich als unzulänglich bezeichnen" oder wenn sie sich gleich komplett der Realität verweigern. "Letztlich brauche ich keine belastbare Statistik um so etwas zu bewerten.".

    Hier ist eine Diskussion sinnlos. Das ist trotzig wie ein Kleinkind und Realitätsverweigerung obdendrein.

    Meine Beobachtungen werden von den Statistiken gestützt.

  13. 79.

    Ja, langweilig ist ihr Text. Ich glaube
    einigen Berlinern geht es zu gut in dieser Stadt (wenn sie den Berliner überhaupt sind). Ich bin Radfahrer und Autofahrer und ich sehe es aus beiden Perspektiven und viele Unfälle müssten nicht sein und dass von beiden Seiten. Ziehen sie doch aufs Land. Wo viele Menschen sind muss jeder seine Verantwortung gegenüber anderer bewusst sein.

  14. 78.

    Wie es so ist, ich kann meine Zeilen nur wieder bestätigen. Radfahren auf der Straße obwohl Radwege da sind, dann nur zwei Spuren für Autos und in der Mitte die Tram. Der Radweg wird in beiden Richtungen benutzt und dann noch die Baustelle. Das war eng. Sorry, das ist Dummheit. Man geht aus der Haustür und wird vom Fahrrad auf dem Gehweg überrollt. Auch ich bin Fahrradfahrer und auch ich habe ein Führerschein.

  15. 77.

    Super, endlich, und wenn dann noch diese rasenden Vollpfosten aus dem Verkehr gezogen werden, die sich hier auf der Kantstr. austoben, könnten wir Radfahrer es sogar überleben, die neuen Radspuren zu nutzen!

  16. 76.

    Butter bei de Fische! Wo sind für sie Radwege "wirklich in einem sehr guten Zustand"? Ich nenne ihnen sofort 10 Gegenbeispiele.
    Immerhin benutzen sie schon die Formulierung "großer Teil der Radwege" und nicht "ausreichend Radwege in bestem Zustand vorhanden".

  17. 75.

    Höchst zweifelhaft, warum? Weil Sie ihre Sicht aus welcher Erfahrung speisen? Machen Sie doch einfach mal selbst so nen Test, vielleicht wundern Sie sich genauso wie ich.

    In der Ecke von der ich rede sind die Radwege mittlerweile breit und eben. Das letzte Stück Richtung Alex wird wohl auch ne Fahrrad-Flaniermeile, also alles bestens. Ich kann mich nicht beklagen. Okay, einen gewissen Teil meiner täglichen Strecke und auf dem Kaiserdamm würde auch ich als unzulänglich bezeichnen, aber immer noch sicherer, als auf der Straße zu fahren.
    Wie Sander schon sagt: es ist leider wahr. Und um das zu beurteilen muss ich nicht im Auto sitzen. Oder wie Sie, der Sie das nicht wahrhaben wollen, die rosarote Zweirad-Brille auf haben. Wenn Sie es nicht glauben wollen schauen Sie doch vielleicht einfach selbst mal, ne? Ihr "unglaubwürdig" schenke ich Ihnen.

  18. 74.

    Tja Mark, dann sind Sie offensichtlich nur auf Waldwegen unterwegs.

    Ich kann mich nur anschließen, ein großer Teil der Radwege ist wirklich in einem sehr guten Zustand, werden trotzdem von Radfahrern ignoriert.

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