Archivbild: Alu Kitzerow (r.), Vorstand der Elternblogger-Konferenz Blogfamilia, im Gespräch mit Familienministerin Franziska Giffey (SPD). (Quelle: imago images)
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Interview | Corona-Eltern - "Der Ferien-Vergleich ist mehr als unangebracht"

Sie sollen nicht so viel jammern und die Zeit mit ihren Kindern genießen, bekommen Eltern in der Corona-Krise oft zu hören. Frauen, die aufrechnen, zu welchen Summen sie Mehrarbeit leisten, werden bedroht. Die Mutter und Bloggerin Alu Kitzerow wundert das nicht.

rbb|24: Liebe Frau Kitzerow, Sie sind Mutter dreier Kinder. Wie laufen denn die Corona-Ferien für Sie? Konnten Sie Ihre Kinder – ganz im Sinne von Minister Steinbach - endlich mal besser kennenlernen?

Alu Kitzerow: Ich habe drei Kinder im Alter von 13, neun und drei Jahren. Ich kannte sie vorher schon ziemlich gut und ich empfinde diese Zeit überhaupt nicht als Ferien. Diesen Vergleich finde ich mehr als unangebracht.

Herr Steinbach spricht da ganz klar aus einer Perspektive, die zeigt, dass ihn diese aktuelle Situation dahingehend persönlich nicht betrifft. Das ist die Meinung eines Mannes, der entweder Glück gehabt hat, dass seine Frau die Betreuungsaufgaben für etwaige Kinder komplett übernommen hat – oder aber er hört nicht genau zu. Denn Eltern können diese Zeit nicht als Ferien empfinden. Beispielsweise ist es normalerweise in den Sommerferien nicht so, dass man nebenbei noch arbeitet. Sondern man nimmt sich selbst Urlaub und verbringt diese Zeit qualitativ mit den Kindern. Ohne Home-Schooling und ohne Home-Office. Und oft auch mit der Hilfe der Großeltern. Denn es gibt kaum Eltern, die arbeiten und die die ganzen Ferienzeiten abdecken können.

Eltern wird ja derzeit gerne vorgeworfen, sie jammerten zu viel. Ist das so?

Eltern jammern derzeit viel - aber es ist auch richtig so. Denn nur, wenn sie laut werden und ihre Stimme erheben, kann sich überhaupt etwas ändern. Wir reden immerhin von 11,4 Millionen Familien in Deutschland, laut der letzten Statista-Erhebung von 2018. Das ist keine kleine Gruppe. Ich verstehe nicht, warum Eltern gezwungen sind, so laut zu werden, bevor sie überhaupt Beachtung finden. Eltern jammern also definitiv gerade nicht zu viel. 

Welche Unterstützung würden sie sich für Eltern von der Politik wünschen?

Da kann ich, weil Familien so heterogen sind, ja fast nur für meine persönliche Situation sprechen. Was ich mir wünschen würde, wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit den Öffnungen der Betreuungseinrichtungen und auch mit den Ferien. Zum Beispiel die Aufhebung der derzeitigen Anwesenheitspflicht in Schulen und der Nachweispflicht für schulische Aufgaben. Das würde uns mit zwei schulpflichtigen Kindern sehr entspannen - wenn wir wüssten, es gibt das Angebot zu lernen, aber wir müssen nicht jeden Freitag nachweisen, was alles erledigt ist.

Für unser Kita-Kind gibt es ganz klar keine andere Hilfe, als irgendwann wieder in den Kindergarten gehen zu können. Weil aber auch ich nicht will, dass die Fälle wieder hochgehen, sehe ich da keine richtige Lösung. Bis auf eine finanzielle Unterstützung der Eltern, die derzeit eben zuhause ihre Kleinen bespaßen: Vielen Eltern gehen dadurch ihre Einkünfte verloren oder sie fühlen sich generell wahnsinnig zerrissen zwischen dem Eltern- und dem Arbeitnehmer-sein. Wenn man sie finanziell entlasten würde und sie mit dem Arbeitgeber vereinbaren könnten, dass sie teilweise weniger Stunden arbeiten, weil sie statt 40 nur noch 30 schaffen – dann wäre das eine bessere Lösung. Auch, weil das jetzt schon so lange andauert und wohl noch lange so weitergeht.

Die fehlenden zehn Stunden sollten dann aber von jemandem – dem Arbeitgeber oder dem Staat bezahlt werden?

Ja.

Für die Bundesliga, die Biergärten und die Autohäuser haben sich die Politiker schon sehr engagiert. Was denken Sie: Haben Eltern zu wenig Lobby?

Definitiv. Und da spreche ich auch als Zukunftsforscherin und nicht nur als Mutter. Diese Krise zeigt uns, wer alles keine Lobby hat. Familien – egal in welcher Konstellation – zählen entschieden dazu. Spürbar ist auch, dass viele Menschen in systemrelevanten Berufen keine Lobby hatten. Weil man jetzt plötzlich erkennt, wie wichtig sie sind. Ich rede da nicht nur von Pflegekräften, sondern auch von Müllfahrern, von Kassiererinnen und Leuten, die jeden Tag irgendwo die Server hosten, damit andere Leute zuhause arbeiten können. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass das es für sie alle nach Corona mehr Lobby gibt.

Die Gewinner dieser Krise sind in jedem Fall kinderlose Akademiker. Die können selbstbestimmt ihren Tätigkeiten nachgehen und brauchen zumeist keinerlei Angst zu haben, ihren Job zu verlieren.

Es gab kürzlich zu Muttertag die Aktion #CoronaElternRechnenAb von einigen Bloggerinnen. [Unter diesen Hashtag wurden fiktive Rechnungen ins Netz gestellt, auf denen die Kosten für Betreuung und Beschulung der Kinder angegeben sind. Anm.d.Red.] Haben Sie das mitbekommen?

Das war eine ganz wichtige Aktion. Weil sie aufgezeigt hat, wie viel Wert Care-Arbeit hat. Natürlich waren die Zahlen auf den aufgemachten Rechnungen erschreckend und man kann sich fragen, warum jemand seine Kinder als Wirtschaftsgut umrechnet. Aber im Kapitalismus funktioniert eben die Darstellung über Zahlen. Insofern ist die Idee an sich gut.

Wie viel Mehraufwand durch die Care-Arbeit zusätzlich zur normalen Arbeit haben Sie und Ihr Mann derzeit?

Für uns persönlich ist die Situation so, dass eines unserer Kinder einen erhöhten Förderbedarf hat. Mit diesem Kind bewältigen wir täglich die schulischen Aufgaben gemeinsam. Einer muss nebendran sitzen. Das bedeutet für uns, dass keiner zu irgendwas kommt. Der andere hat das Kindergartenkind, das auch betreut werden muss. Insofern ist ja klar, dass ein großer Aufwand an in Betreuung investierte Stunden entsteht. Wir müssen sogar unsere Arbeitsgeräte dafür hergeben. Wir können also auch nicht parallel arbeiten. Man kann das prozentual und in Stunden aufrechnen, wenn man das möchte. Einfach, um dafür ein Gefühl zu bekommen. Wenn man sich derzeit am Sonntag hinsetzt und einen Plan für die kommende Woche macht, sieht man, dass nicht nur täglich acht Stunden Arbeit umzusetzen sind, sondern zusätzlich die Arbeit mit dem oder den Kindern.

Die aufrechnenden Mütter haben viel Resonanz erzeugt, aber nicht nur positive. Frauen, die Rechnungen gepostet haben, erhielten teils Vergewaltigungs- oder  Morddrohungen. Einige haben Ihre Beiträge zum Thema sogar gelöscht und sich in die virtuelle Abstinenz verabschiedet.

Es überrascht mich nicht, dass das passiert ist. Denn leider ist das Netz so voller Hassredner, die ganz schnell dabei sind, ihre Meinung rauszuhauen. Es ist trotzdem sehr erschreckend. Auch, dass da so viele Menschen aus dem Hintergrund zujubeln. Davon betroffen sind vor allem Frauen.

Wir müssten uns dringend Gedanken dazu machen, wie Menschen und auch speziell Frauen vor Meinungsmache im Netz besser geschützt werden können.

Bekommen Sie und Ihr Mann auch öfter hasserfüllte Kommentare oder Drohmails?

Mein Mann und ich haben bei #CoronaElternRechnenAb nicht mitgemacht. Wir haben uns dagegen entschieden, weil wir sowieso sehr häufig über die Themen Mental Load und Mehrarbeit schreiben. Wer unseren Blog liest, weiß, wo unsere Mehrarbeit steckt. Wir kriegen eher sehr viele Mails, in denen gefragt wird, ob wir unsere Kinder nicht mögen würden oder was es mit den Kindern macht, wenn wir über sie schreiben. Das gehört dazu. Dazu habe ich mich schon sehr oft erklären müssen. Für mich sind aber Familien-Blogger die Chronisten unserer Zeit – was familiäre Umstände angeht.

Haben Sie denn für den ganzen Hass, der sich da immer wieder Bahn bricht, irgendeine Art von Erklärung?

Es gibt ja gerade sehr viele Veröffentlichungen zu der neuen Solidarität durch Corona. Ich glaube auch, dass es die gibt und sie an ganz vielen Ecken spürbar ist. Ich glaube aber auch, dass die Isolation, die die Corona-Zeit mit sich bringt, die Menschen eher dazu verleitet, nur noch an sich zu denken. Das ist wie der Gegenpol. Ich denke, dass die Menschen, die solche Mails und Kommentare schreiben, nicht glücklich sind mit ihrem derzeitigen Zustand. Eigentlich müsste man ihnen Hilfe anbieten. Aber das ist ja kaum zu leisten

Es heißt ja im Netz immer "Don’t Feed The Troll" und so mache ich das auch. Ich lösche inzwischen übergriffige Kommentare. Ich habe es aufgegeben, mich jedes Mal mit den Menschen auseinanderzusetzen. 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Sabine Prieß, rbb|24

Sendung:  Inforadio, 15.05.2020, 13:45 Uhr

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30 Kommentare

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  1. 30.

    Ja. Ich habe ja nur auf Wolframs Anmerkungen reagiert.

    Da es damals ja auch noch kein Internet gab, wäre der Unterricht wohl für diese Zeit einfach komplett ausgefallen. Ich bin nicht überzeugt davon, dass man stattdessen jetzt mit Gewalt die Eltern zu Hilfslehrern umfunktionieren muss. Dieser Stress schadet mE nach mehr als er einbringt. Wenn die Bildung mal für ein halbes Jahr "unterbrochen" wird, dann wird die Welt nicht untergehen. Tut sie für Kinder, die die Klasse wiederholen müssen, ja auch nicht. Oder Kinder, die monatelang krank sind.
    Ich denke, dass in dieser Zeit andere Dinge Priorität haben. Dass man sich dem stellen muss und nicht versuchen auf Biegen und Brechen "das zu tun was auf dem Plan stand". Phasen, in denen komplett umgedacht werden muss, gehören zum Leben dazu - vielleicht ist das etwas, was in Familien (und überall anders, wo die Welt grad Kopf steht) in dieser Zeit gelernt weden muss, statt des Regel-Schulstoffs.

  2. 29.

    Zu Ihrer Zeit, Geli, gab es vermutlich auch noch Lehrer, die den SChülern etwas beigebracht haben - im Unterricht! Da gab es keine Mütter, die das abends nachholen mussten. Keine Youtube-Videos von Lehrer SChmidt (Kommentare: "5 min Lehrer Schmidt und ich habe den Stoff verstanden, den mein Mathelehrer in 4 Wochen nicht geschafft hat, uns beizubringen").

    Damals, das waren schöne Zeiten... wobei - bei mir auf dem Zeugnis stand Mitte der 70er immer wieder "wegen Lehrermangel nicht erteilt" - als Stempel!

  3. 28.

    In meiner Schulzeit haben die Kinder und Jugendlichen die Hausaufgaben noch weitestgehend allein erledigt, obwohl es zu der Zeit noch sehr verbreitet war, dass Mütter zuhause geblieben sind. Kinder waren nicht allein gelassen, aber das ständige Bespielen und Aufgabenkontrollieren, von dem heute immer wieder gesprochen wird, ist mir völlig fremd. Wir lernten, selbstständig zu arbeiten und uns auch selbst zu beschäftigen, woran ich abolut nichts Nachteiliges erkennen kann. Eigenverantwortung und auch Kreativität wurde gefördert, zumal es auch noch nicht soviel gekauftes Spielzeug gab - wir haben uns vieles noch selbst gebastelt oder einfach unsere Fantasie benutzt und ganz einfache Dinge genommen. Die Kleinen, die ich heutzutage erlebe, sind oft so überfüttert und verwöhnt dadurch, dass sie ständig Dinge zur Beschäftigung angeboten bekommen, dass sie natürlich überfordert sind, wenn sie mal ne Weile allein klarkommen oder sich allein was ausdenken sollen. Und dann wird es anstrengend...

  4. 27.

    Wolfram, das ist so, weil die allermeisten Politiker nicht nur männlich, sondern vom "Alte-Sack-Verein" sind. Wir werden von kinderlosen Rentnern regiert, und hatten sie Kinder (lest das Buch von Matthias Brandt), wurden die "outgesourct". Sorry, aber Realitätsberührung haben die meisten unserer Regierenden nie gehabt.

    Wählt anders, meine Damen und Mit-Mütter! Denkt bei der nächsten Wahl an Corona-Zeiten mit Dreifachbelastung zurück!

  5. 26.

    Wieso werden - insbesondere konservative Politiker - auf Familien immer nur dann aufmerksam, wenn es darum geht, bspw. gegen die Homo-Ehe zu wettern. Da wurde plötzlich die (heterosexuelle) Familie plötzlich betont. Aber wenn es um echte Familienpolitik geht, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung des Nachwuchses, Zukunftssicherrung bspw. auch durch Ausbau zukunftsfähiger Insdustrien ohne Raubbau an Natur und Umwelt, da schaut die Politik oft weg - vor allem die Konservative.
    Da werden lieber althergebrachte, überholte und nicht-zukunftsfähige Dinge mit Milliarden gestützt.

  6. 25.

    Soweit ich mich erinnere, hatte zumindest bis zum Ende der 6. Klasse meine Mutter auch kontrolliert, wenigstens DASS ich die Hausaufgaben mache. Meine Schwester hat mit mir Englisch-Vokabeln gelernt, das konnte meine Mutter nicht.
    Für gewöhnlich werden Kinder im Lernen erst in diesem Alter selbstständiger, Mädchen für gewöhnlich schnneller als Jungs.
    Die meisten heutigen Mütter dürften noch teils mit der alten Rechtschreibung bspw. gelernt haben. Darüber hinaus gibt es noch ganz andere Probleme, eben Beruf, Haushalt und was weiß ich.
    Es ist erbärmlich, wie insbesondere ältere Männer, für die es selbstverständlich Frauensache ist, sich um all das zu kümmern, jetzt hier auch noch rumpöbeln. Ich find's gut, daß die Eltern laut werden - ich finde es schade, daß sie es tun müssen.

  7. 24.

    Ich stimme Ihnen zu, dass Eltern definitiv mehr gehört und in ihren nun zusätzlichen Betreuungsaufgaben neben der Arbeit ernst genommen werden müssen.

    Ihre Aussage "Die Gewinner dieser Krise sind in jedem Fall kinderlose Akademiker." finde ich allerdings genau so unangebracht wie zu sagen, der Schulausfall sei wie Ferien. Aus eigener Erfahrung und meinem Umfeld kann ich die Krise absolut nicht als "Gewinn" sehen. Wer nicht gerade in leitenden Positionen sitzt, hat oft befristete Verträge - da hat man in dieser Zeit sehr wohl Angst davor, dass es keine Verlängerung gibt.

    Außerdem überlegen Sie mal, wer bitte die Stunden, die Eltern gerade nicht leisten können, extra arbeiten darf? Richtig, die Kollegen ohne Kinder...

  8. 23.

    Jau, Herr Persil, denn in der Schule sitzt der Lehrer ja auch vorne und unterrichtet. Nichts anderes findet derzeit zu Hause statt, nur ist es so: 28 Kinder, 28 MÜTTER als Lehrer! Denn den neuen Stoff KANN sich das Kind nicht selber beibringen. Wäre es so, müsste kein Kind jemals wieder zur Schule - ist ja vielleicht so, wenn wir noch ein bisschen länger Homeschooling machen... was bei neulich noch STRIKT verboten war! Nicht mal bibeltreue Christen dürfen ihre Faltenrock-Kinder daheim unterrichten... jetzt sollen wir Mütter das aber mit einem Mal können, leisten? Wie soll das denn gehen, neben der Vollzeit-Arbeit? Sehr witzig.... Also nochmal: früher 1 Lehrer 28 Kinder, jetzt 1 Lehrerin 1 Kind. Toller Fortschritt. Und der eigentliche Lehrer hockt daheim und scannt schlechte Mini-KOpien, mit denen die Mütter dann zugeballert werden...

  9. 22.

    Ich kann es nicht fassen, wie wenig Verständnis es für die Situation für Eltern und Kinder gibt. Ein Grundschulkind und in diesem Fall sogar ein Kind mit speziellen Förderbedarf kann die Schulaufgaben nicht allein erledigen. Wir reden hier nicht von Hausaufgaben sondern um zum Teil neuen Lernstoff und in deutlich größeren Umfang. Und ja, ein Lehrer in der Schule leitet alle 28 Kinder an, motiviert sie, erklärt ihnen auch individuell den Lernstoff, kontrolliert Aufgaben, gibt Lob usw. Auch wenn man zu Hause „nur“ 2 von der Sorte zu sitzen habe, braucht es doch die gleiche Zeit. Und an Homeoffice „nebenbei“ ist nicht zu denken. Es sei denn Homeoffice bedeutet Kugelschreiber zusammenbauen o.ä.
    Ich bin absolut fassungslos über ihr Kommentar

  10. 21.

    Realitätsferne Erwartungen an die Erziehenden stellen eine weitere Belastung dar.

  11. 20.

    Aber man darf nicht vergessen, dass die Eltern damals in der Schule andere Dinge oder viele Dinge snders gelernt haben, sodass viele hier einfach die Waffen strecken müssen. Man kann ni ht erwarten, dass die Eltern sich nach der Arbeit noch die Schulbücher ihrer Kinder selbst vornehmen.

    Außerdem heißt Homeoffice nicht rumgammeln, denn auch im Homeoffice müssen die im Arbeitsvertrag festgelegten Leistungen erbracht werden, auch Arbeits- und Pausenzeiten müssen im Homeoffice genauso eingehalten werden wie direkt am Arbeitsplatz in der Firma. Das einzige, was hier wegfällt, ist der Weg zur Arbeit. Das ist das, was von den meisten vergessen wird.

  12. 19.

    Sie müssen während der Schulaufgaben neben Ihrem Kind sitzen? Glauben Sie, dass das in der Schule bei einer Klassenstärke von 28 Kindern auch der Fall ist???

  13. 18.

    Das sehe ich genauso, Paula W !

  14. 17.

    Abgabepflicht der ohnehin schon wenigen Aufgaben? Da pauschalisieren Sie leider. Es sind höllisch viele Aufgaben. Trotz nun wieder vorhandenem Präsenzunterricht eine Flut an Hausaufgaben. Und unsere Lehrer sind Ferien, Wochenende und Feiertage ganz egal!

  15. 16.

    Der Herr Minister spinnt. Klare Sache. Homeschooling sieht für Alleinerziehende in Brandenburg wie folgt aus:
    Arbeiten von 8 bis 18 Uhr. Essen machen. Dann 2. Schlicht mit Kind. Englisch Hausaufgaben aus dem Präsenz-Unterricht erledigen, mit Kind für erste Klassenarbeiten üben über Inhalte aus der lockdown Zeit (ist zwar verboten, kratzt aber keinen), und bitte nicht vergessen, das waren alles NEUE Themen. Dann die Aufgaben der NICHT anwesenden Englisch-Lehrer im Umfang jeweils einer Facharbeit bearbeiten. Also klammheimliche Verdopplung der Aufgaben/Stundenzahl. Dann für Chemie drehen, einen Comic zeichnen, 2 Lernplakate erstellen. Huch, schon 2 Uhr! Duschen, schlafen, 7 Uhr aufstehen. Gleiches von vorne. Seit WOCHEN. Klar gab es Aufgaben für die Ferienzeit! "Ihr könnt ja eh nix unternehmen"

    Eltern und vor allem Schüler werden seit Wochen verar..t und für dumm verkauft! Und dann noch so'n Spruch von so'ner ältlichen Flitzpiepe, die die Realitäten nicht mal vom Hörensagen kennt!!

  16. 15.

    Nun, ich habe den Eindruck, daß die Aerosol-Komponente bei der Übertragung ganz generell unterschätzt wird und in viel zu vielen Diskussionen fehlt - nicht nur bei der Schulöffnung. Bei der Wiedereröffnung der Gastronomie ist mir nur von zwei Leuten bekannt, daß sie sich öffentlich dazu äußerten und prompt einen Shitstorm ernteten: Karl Lauterbach und Christian Drosten.
    Der Shitstorm resultierte daraus, daß man nicht richtig zugehört hatte, nicht richtig und komplett alles nachlas, was dazu bereits bekannt war. Ganz generell scheint mir doch die Komponente Aerosolübertragung in geschlossenen Räumen noch nicht ausreichend durchgesickert zu sein.
    Das stellt natürlich auch die größte Herausforderung bei der Wiedereröffnung von Schulen und Kitas/Kigas zu sein, und damit der Entlastung der Eltern.
    Ich glaube, viele stellen sich die Erziehung von Kinder viel zu leicht vor: es sind keine Puppen, die man ankleidet und in die Ecke setzt.

  17. 14.

    Hier versagt der von Linken und Grünen so hoch bejubelte Föderalismus. Gäbe es eine zentrale Organisation des Bildungssystems, hätte man einheitliche Pläne, einheitliche Software, Arbeitsblätter ect. in windeseile produzieren können. Ebenso hätte man dann, bei gleichen Lehrplänen, ein für alle Schüler zum Stoff passendes Schulfernsehen senden können. Mehr noch, man hätte z.B. schon längst durch Rahmenverträge für tausende Schulcomputer, Softwarelizenzen ect. eine flächendeckende Versorgung aller Kinder mit Computern bewerkstelligen können. Aber dadurch, das jeder Regionalfürst sein eigenes Ding macht, werden Dinge tausendfach parallel entworfen, Geld zum Fenster rausgeschmissen. Wir fordern von Arbeitnehmern Deutschland-, ja Europaweite Flexibilität, aber in der Bildungspolitik haben wir eine unglaubliche Kleinstaaterei. Ich hoffe, es rührt sich endlich Wiederstand gegen die deutsche Kleinstaaterei.

  18. 13.

    Hier versagt der von Linken und Grünen so hoch bejubelte Föderalismus. Gäbe es eine zentrale Organisation des Bildungssystems, hätte man einheitliche Pläne, einheitliche Software, Arbeitsblätter ect. in windeseile produzieren können. Ebenso hätte man dann, bei gleichen Lehrplänen, ein für alle Schüler zum Stoff passendes Schulfernsehen senden können. Mehr noch, man hätte z.B. schon längst durch Rahmenverträge für tausende Schulcomputer, Softwarelizenzen ect. eine flächendeckende Versorgung aller Kinder mit Computern bewerkstelligen können. Aber dadurch, das jeder Regionalfürst sein eigenes Ding macht, werden Dinge tausendfach parallel entworfen, Geld zum Fenster rausgeschmissen. Wir fordern von Arbeitnehmern Deutschland-, ja Europaweite Flexibilität, aber in der Bildungspolitik haben wir eine unglaubliche Kleinstaaterei. Ich hoffe, es rührt sich endlich Wiederstand gegen die deutsche Kleinstaaterei.

  19. 12.

    Frau Kitzerow schreibt:

    "Die Gewinner dieser Krise sind in jedem Fall kinderlose Akademiker."

    Gibt es in dieser Corona-Krise wirklich Menschen, die Gewinner sind, weil sie keine Kinder haben? Was qualifiziert mich diesbezüglich als Gewinner?

    Ich empfinde diese Krise für niemanden als Gewinn - mal abgesehen von dem einen oder anderen Importeur für Atemschutzmasken...

  20. 11.

    Ein Bildungsauftrag Erziehungsauftrag haben an erster Stelle die Eltern, an zweiter Stelle der Staat vertreten durch Leher*innen und Erzieher*innen.

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