Unterricht zu Hause (Quelle: dpa/Voelker)
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Audio: Inforadio | 27.03.2020 | Leon Stebe | Bild: dpa/Voelker)

Corona-Krise ohne Schule - Home-Schooling ist bei uns eher Scheitern als Chance

Im Home-Office arbeitende Eltern könnten gerade mehrere Klone von sich selbst gebrauchen. Insbesondere, wenn sie schulpflichtige Kinder haben, die sie neben ihrem Job, dem Haushalt, den Einkäufen und allem anderen auch noch beschulen sollen. Von Sabine Krüger

Was Sie jetzt wissen müssen

"Na, habt ihr auch schon eure Wohnung endlich mal so richtig auf Vordermann gebracht?", fragt die kinderlose Nachbarin aus dem vierten Stock meinen Mann auf der Treppe. Sie macht Kurzarbeit, ist dadurch viel zu Hause und hat für alle möglichen Dinge Zeit.

Ich bekomme Schnappatmung, als mein Mann mir von der Frage erzählt. Von Wohnungsverschönerungen sind wir so weit entfernt wie von einer Mars-Mission. Bei uns sieht die Situation so aus: Mein Mann macht was mit Medien und das derzeit von zu Hause aus. Normalerweise fährt er er täglich mit dem Fahrrad in einen anderen Berliner Stadtteil, wo er mit ein paar Kollegen ein Büro hat. Er bleibt jetzt vor allen Dingen zu Hause, weil ich Kinderbetreuung und Home-Office auf keinen Fall alleine schaffe. 

Es ist schwer, alles unter einen Hut zu kriegen

Ich bin Nachrichten-Redakteurin beim rbb und arbeite sechs Stunden täglich. Mein Dienst beginnt morgens um acht. Derzeit bin ich in meiner vierten Woche im Home-Office. Unser Sohn ist neun Jahre alt und besucht die dritte Klasse einer Berliner Grundschule – und befindet sich nun ebenfalls im Home-Office.

Unser gemeinsames Home-Office ist 95 Quadratmeter groß, verfügt über drei Zimmer, hat einen kleinen Balkon und wird auch von unseren beiden Katern bewohnt. Hier versuchen wir also nun in der dritten Woche so etwas wie eine neue Normalität herzustellen. An der wir täglich scheitern. "Scheitern als Chance 2000", so ähnlich hieß es mal bei Schlingensief. Wir leben die Version 2020. Auf die Chance warten wir noch.

Die größte Herausforderung für uns ist derzeit ganz klar, alles unter einen Hut zu kriegen: die eigene Arbeit, das Home-Schooling, die Betreuung unseres Sohnes außerhalb seiner Beschulung, den Haushalt, die Einkäufe, das Kochen und schließlich auch noch die Versorgung unserer beiden Kater. Auch die Lebensmittel für meine 80-jährige Schwiegermutter wollen irgendwann beschafft und vor ihre Tür gestellt werden. Sie wohnt einmal durch die ganze Stadt hindurch.

Plötzlich hängen wir alle in Konferenzen - sogar das Kind

An diesem Montag sah unser früher Vormittag so aus: Ich hatte zwischen acht und zehn zwei längere Telefonschalten, mein Mann ein Kundengespräch und unser Sohn parallel seinen ersten Klassen-Chat per Video-Konferenz. Nachdem er seine Klasse jetzt zwei Wochen nicht gesehen hat, hat allein die Tatsache des Chats dafür gesorgt, dass er um halb sechs wach und sehr aufgeregt war. Das war süß, ein bisschen lustig – aber vor allen Dingen früh. Denn der Chat fand erst um 9:30 Uhr statt.

Gelernt hat unser Kind bei der Videokonferenz übrigens nicht, wie vom Lehrer beabsichtigt, Englisch. Sondern er hat den Klassenkameraden und dem Lehrer unsere Wohnung, die Kater und die auf dem ungemachten Bett eine Telefonschalte wahrnehmende Mutter im Schlafzimmer (dort steht der Schreibtisch) gezeigt. Dabei trug er den Arbeitsrechner seines Vaters, wie ich fand recht wackelig, durch die Gegend.

Jetzt, während ich diesen Text verfasse, höre ich ihn draußen schreien: "Ich hab' genug von Englisch". Mein Mann, der sein Kundengespräch hinter sich hat, versucht offensichtlich nun, Schule mit dem Kind zu machen. Es will nicht. Auf seinem improvisierten Stundenplan stehe, dass die Schule für heute vorbei sei. Na toll. Ich kann mich kaum aufs Tippen konzentrieren, so ärgert mich das. Ich bin kurz davor, rauszustürmen und rumzuschimpfen. Dann fällt mir ein, dass der Kleine am Wochenende vor uns Eltern wach war und mit seinen Schulsachen in unser Bett schlüpfte, um freiwillig etwas zu tun.

Wochenplan in der Küche (Quelle: rbb/privat)In der Küche hängt ein improvisierter Stundenplan (Quelle: privat)

Ein Brief aus Frankreich soll Eltern beruhigen

Wir hatten uns zu Beginn dieser absurden Situation geschworen, keinen unnötigen Druck zu machen. Es ist nicht immer leicht, sich daran zu halten. Ich schaffe es jetzt aber und schreibe hier weiter.

Das französische Bildungsministerium hat angeblich einen Brief an alle Eltern Frankreichs geschickt, der in schlechter Übersetzung von deutschen Eltern hin- und hergeschickt wird. Keine Ahnung, ob der echt ist (Zeit, das zu recherchieren habe ich leider gerade nicht). Drin steht, die Kinder hätten mehr Angst, als vielen Erwachsenen vielleicht klar wäre. Sie bekämen nämlich auch viel mehr mit, als man denken würde. "In den nächsten Wochen werden die Verhaltensprobleme Ihrer Kinder zunehmen. Ob es Angst, Wut oder Protest ist, dass sie die Dinge nicht normal machen können - es wird passieren. Sie werden in den kommenden Wochen weitere Anfälle, Wutanfälle und oppositionelle Verhaltensweisen sehen." Ah, wir sind jetzt wohl bei den oppositionellen Verhaltensweisen gelandet.

Man solle sich aber keine Sorgen machen, dass die Kinder "in der Schule rückwärts gehen"(das ist der Teil mit der offensichtlich kruden Übersetzung). Man solle sie auch nicht anschreien, wenn sie nicht rechnen wollen. Steht da. Gilt sicher auch für Englisch. Gut, dass ich am Schreibtisch geblieben bin.

Jede Schule verfährt anders mit den Schülern zuhause

Das Umschalten auf Laissez-faire fällt mir allerdings ein bisschen schwer. Noch vor Kurzem herrschte ja allerorten großer Leistungsdruck. Unsere deutschen Grundschüler galten als zu schlecht im internationalen Vergleich. Nun plötzlich gibt es gar keine Schule mehr. Vielmehr findet Schule überall anders und wenn überhaupt, dann zu Hause statt. Gemeinsam haben die Kinder nur: Sie gehen da nicht mehr hin.

Aus der Schule meines Sohnes, konkret von den Lehrern kommt nicht allzu viel. Alle paar Tage eine Mail mit ein paar Arbeitsblättern. Der heutige Video-Chat war der erste. Ich bin mir sicher, unser Kind würde sich – bei aller Opposition – über mehr Regelmäßigkeit und Struktur von Seiten seiner Schule durchaus freuen. Er hat nämlich auch mitbekommen, dass das bei einigen seiner Freunde total anders läuft. Unser Gartennachbar in Brandenburg, er geht in die vierte Klasse, sitzt jeden Tag vier Stunden. So viel Stoff kommt auch von seiner Schule – er muss das nur abarbeiten - und tut das auch (er ist nicht so der oppositionelle Typ).

Auch von anderen Eltern hören wir, dass die Kinder teils regelrecht mit Material bombardiert werden. Einer sollte sogar einen Mathe-Test zu Hause schreiben. Der Sohn einer Freundin, der seit dem Sommer ein Gymnasium besucht, sitzt von morgens um zehn bis nachmittags um 16 Uhr vor den Schularbeiten. 

Beim Home-Schooling Home-Office zu machen ist unmöglich

Wer auch immer versucht, während die Kinder Schule spielen Home-Office zu machen, berichtet, fast verrückt zu werden. "Kannst du mir mal helfen?", "Ich versteh das' nicht", "Das kann ich nicht" und "Das will ich nicht machen" wechseln sich ab. Dass man dabei selbst ganze Sätze zu Ende denkt oder gar schreibt, ist unmöglich.

Fast immer kommt von den Kindern, das berichten mir alle Eltern, die ich noch spreche, dann auch irgendwann und immer wieder die Frage: "Kann ich jetzt an den Computer?". Bloß nicht zu viel digitale Medien war hier ja bis vor Kurzem die Devise - sowohl von der Fachwelt als auch von pädagogisch ambitionierten Eltern. Ganz ehrlich: Wir haben die Waffen schon gestreckt. Der Medienkonsum unseres Sohnes (es ist aber auch Schulfernsehen darunter, trösten wir Eltern uns gegenseitig) hat sich um etwa 200 bis 300 Prozent gesteigert. Wir hatten unseren Sohn mit drei Mal eine halbe Stunde in der Woche vorher aber auch eher kurzgehalten. Dem Kind reicht es übrigens trotzdem nicht. Er fragt nach immer mehr. Vermutlich muss er nach der Corona-Krise in den – hoffentlich vom Bildungsministerium finanzierten – Entzug.

Es gibt schöne und auch lustige Momente

Ich witzele, aber mitunter ist bei uns die Verzweiflung doch recht groß. Wie lange schaffen wir das so? Wie kommen wir wieder raus und runter von all dem? Und natürlich vor allen Dingen: Wann nur wird es so weit sein?

Zum Glück gibt es immer wieder auch sehr schöne und lustige Momente. Schön ist es, mit dem Kind gemeinsam unter einer großen Decke zu kuscheln und Schulfernsehen anzuschauen. Hätten Sie gewusst, dass die menschliche Stimme Gläser nicht zum Zerspringen bringt, eine Maschine aber schon? Lustig, wenn auch etwas grenzwertig, war es zuletzt vor etwa einer halben Stunde: Mein Sohn unterbrach mich schon wieder beim Schreiben dieses Textes. "Mama, Papa findet Leseludi nicht im Internet". Mein Mann sagte, wenn er es eingebe, erschienen die Coverbilder einschlägiger Herrenmagazine. Kein Wunder, er hat "Lese nudi" verstanden und gesucht. Das Kind hat nun wohl auch wieder etwas gelernt. 

Inzwischen wird draußen vor meinem improvisierten Arbeitszimmer, das eigentlich ein Schlafzimmer ist, gemeinsam gekocht. Es wird Nudeln geben. Wir haben noch welche. Nur das Klopapier wird langsam knapp.

Das Schreiben des französischen Bildungsministeriums endet übrigens mit "Bleibt sicher". Worin nur, frage ich. "Zu Hause", sagt mein Mann, der sich in der Tür des Arbeitsschlafzimmers aufgebaut hat. Jetzt ist er dran mit Arbeiten. Ich glaube, er freut sich drauf. 

Sendung: Inforadio, 27.03.2020, 13:25 Uhr

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65 Kommentare

  1. 65.

    Der pauschale Satz: "Die müssen bis Sommer geschlossen bleiben" sagt nicht aus und nützt niemandem. Dann stelle ich mal die Frage: "Was spricht dagegen, sie sofort oder zumindest schrittweise wieder zu öffnen". Die Antwort "Wegen Corona" ist dabei irrelevant!

  2. 64.

    Die Schulen müssen nach meiner Meinung bis in den Sommer hinein geschlossen bleiben!

  3. 63.

    Tipp für Eltern: Treten Sie in Kontakt mit einem Nachhilfeinstitut. Dort kann man ihrem Kind zu festen Zeiten bei den Aufgaben helfen. Das heißt: Fragen sammeln, dann dort - natürlich auch online - mit einem Fachlehrer besprechen. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Kinder arbeiten dann 1,5 Stunden in einer Gruppe konzentriert und können das betreffende Fach für die Woche meist abhaken.

  4. 62.

    Ich kann nicht mehr. Ich höre nur noch Home Office und Home Shooling. Geht's noch? Denkt jemand auch mal an die Handwerker, Arbeiter und Berufskraftfahrer? Nicht Jeder Kann die Arbeit nach Hause nehmen, es sei denn man schleppt das Inventar (Baustelle, Werkstatt, Kunden usw.) mit nach Hause. Nicht Jeder sitzt im warmen, klimatisierten Büro und hat die "Arbeit" komfortabel auf dem Laptop. Wir müssen abhängig von Ort und Stelle mit physischen Materialien arbeiten und uns den Gegebenheiten anpassen!!! Und das bis Spät in den Abend. Auch die Kurzarbeit macht einem zu schaffen, da man schon jetzt nicht weiß, wie man die Miete und Lebenshaltungskosten stemmen soll!

    Gerade für uns (Unter,- Mittelschicht und Niedriglohn) ist es eine Herausforderung auf engstem Raum mit den Kindern "Heimschule" zu betreiben. Zumal auch nicht Jeder technisch, fachlich und pädagogisch ausgestattet ist.

    Wird Zeit das die Normalität wieder eintritt um das noch so bescheiden Leben fortführen zu können!!

  5. 61.

    Hallo Victoria, besser könnte ich es nicht formulieren. Genauso aber ganz genauso geht es uns. Ich danke dir für diesen Text und ich hoffe, dass ihn auch Leute lesen, die da mitwirken und mitentscheiden, wie es weiter geht. Auch ich arbeite 6 Stunden am Tag, allerdings ist bei uns kein Homeoffice möglich,und wenn ich von der Arbeit komme,dann bin ich Lehrer für 2 Kinder. Lange halte ich das auch nicht aus.

  6. 60.

    Was ein bestürzender Artikel! Es tut mir weh, was Millionen Familien da gerade erleben. Wir sind überzeugte Freilerner. Meine beiden Kinder betreue ich schon immer selbst und arbeite nebenher selbstständig im Homeoffice und auch mein Mann hat feste Homeofficetage und wir finden es super und wollen nicht anders leben. Was ihr da gerade erlebt, hat nichts mit regulärem "Homeschooling" zu tun. Die meisten Homeeducation-Familien verabschieden sich sehr schnell von schulischen Strukturen und Lehrplänen. Das Lernen der Kinder gestaltet sich dort individuell und vor allem informell und "funktioniert" trotzdem. Das hat der britische Bildungsforscher Alan Thomas schon vor Jahren in zwei großen Studien herausgerabeitet. Wie wichtig Medienkonsum für freilernende Kinder ist, hat wiederum der amerikanische Bildungsforscher Peter Gray ausführlich beschrieben. Ich kann allen Familien gerade nur raten, mehr Gelassenheit walten zu lassen und ihren Kindern maximale Freiräume zuzugestehen.

  7. 59.

    Leider ist es bei uns auch nicht anders. Mein Sohn 8. Klasse und ich alleinerziehende Mama weiter im vollem Umfang im Büro beschäftig. Sollen unendlich viele Aufgaben abarbeiten und bekommen dann noch Fristen gesetzt wann was abgegeben werden muss, Plakate basteln, Lesetagebücher erstellen, Englisch Grammatik beibringen und nebenbei noch Formelberechnungen in Mathe.
    Unendlich oft klingelt während des Tages das Telefon und mein Sohn ist dran..Mama ich verstehe das nicht, Mama ich bracuhe ein Plakat für Geo oder Englisch, kannst Du mir das bitte ausdrucken...die Lehrer unserer Schule schreiben per E-Mail anders sind sie für Fragestellungen nicht zu Erreichen..."schau doch mal auf Youtube oder im Internet" da findest Du die Lösungen bestimmt. Damit ist die Frage an die Lehrer abgearbeitet und das Telefon in meinem Büro klingelt ein erneutes mal...er versteht es immernoch nicht.
    Gestern ist mir dann der Kragen geplatzt und ich habe der Lehrerin eine Email geschrieben

  8. 58.

    Ein sehr treffender und amüsanter Einblick. Vielen Dank dafür! Sie sprechen aus meiner Sicht die Herausforderungen genauso an, wie sie sind. Und wenn dann davon zwei Kinder in unterschieden Klassenstufen betreten werden dürfen und mehr Lust auf gemeinsames Spielen statt den vielen Lernstoff abzuarbeiten, dann ist es noch mal spannender. Aber es ist auch eine gute Zeit finden wir. So viel gemeinsame Zeit im Alltag hatten wir noch nie, das ist noch der Umstellungsphase ein Geschenk.

  9. 57.

    Das klingt schockierend, ist aber trotzdem die Realität an der Schule ihres Kindes. Bleibt also die Pauschalisierung, da sie ihre Aussage ja auf alle Lehrer beziehen, selbst wenn sie von Schulen schreiben, an denen die Lehrer offensichtlich sehr wohl Aufgaben erstellen und erreichbar sind.
    Trotzdem alles Gute!

  10. 56.

    Ich muss mich jetzt auch mal zu Wort melden, als Schülerin einer Schule des zweiten Bildungsweges für Erwachsene. Digitalisierung hin oder her, es ist eine Katastrophe, und mit einem normalen Schulalltag hat dies nicht mehr viel zu tun. Unsere Corona"ferien" haben keinen Alltag: das Leben, Familie, Beziehung, Haushalt alles bleibt auf der Strecke. Schuld daran ist Konzept des digitalen Lernens, welches meiner Meinung nach, für solch eine Situation ihren Zweck komplett verfehlt. Ziel ist es Unterrichtsinhalte zu vermitteln und Schüler auf dem Laufenden zu halten, die Realität sieht jedoch anders aus. Lehrer schrauben ihre Erwartungen nicht zurück, setzen Fristen für Massen an Aufgaben und natürlich unter strenger Bewertung. Und eine weitere tolle Eigenschaft die Digitalisierung mit sich bringt, ist das dauerhafte beschallen mit Nachrichten, zu Tages- und Nachtzeiten. Beschäftigungstherapie ist das. Ich bin nach den "Ferien" krank, wegen Burnout.

  11. 55.

    Ich würde nicht ewig nach dem Weg der Schule suchen. Ich habe meinen Kindern auch schon vor der Schule einiges Lesen und Schreiben beigebracht, einfach aus Spaß an der Sache. Das hat ihnen überhaupt nicht geschadet. Wenn es um Englisch geht, einfach mal abends englische Kinderbücher vorlesen. Oder sich mit dem Computer Wörter auf Englisch vorlesen lassen-und sich darüber amüsieren. Diese Häppchen und Arbeitsblatt-Pädagogik der Schule ist auch nicht das Gelbe vom Ei.Ich finde man kann mit einem Kind ruhig ganz schwere Sachen machen, wenn sie einen geistigen Sinn haben oder gemeinsam Spaß machen.

  12. 54.

    Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern gut und schön. Nur, Lehrer sehen über Jahre hinweg hunderte Kinder in etlichen Klassen kommen und gehen, so daß mglw. daher der Eindruck einer Scheißegalhaltung entsteht. Wir als Eltern greifen nur dann bei unseren Kindern ein, wenn sich eklatante Lücken im absoluten Basiswissen auftun. Rückblickend hatte ich bei einigen meiner Lehrer der Abiturphase den Eindruck, daß sie Teile ihres Unterrichtsstoffes selbst überhaupt nicht verstanden haben. Also von daher - gaanz entspannt bleiben - alles wird gut, da bin ich mir sicher.

  13. 53.

    Liebe Sarah, ich verstehe, dass Sie gestresst und sauer sind! Da ist offenbar einiges schiefgelaufen. Machen Sie sich und Ihrem Kind jetzt erst mal keinen Druck. Nur machen, was geht. Sie können und sollen die Defizite nicht ausgleichen, aber Sie können positiv und beruhigend wirken, damit Ihr Kind die Motivation behält. Herzlichen Gruß von einer Lehrerin

  14. 52.

    Ja, da haben sie wohl recht. In 5 Jahren interessiert sich wohl niemand mehr für den Lösungsweg.
    Nur baut der Stoff ja aufeinander auf, da habe ich halt meine Bedenken.
    Und mein Kind ist noch jung, sie läßt sich tatsächlich noch gerne etwas von mir beibringen. Klar, auch das wird in 5 Jahren vorbei sein....;)
    Ich finde es halt nur total daneben wenn von vorneherein so eine Scheißegal Haltung von Seiten der Schule da ist. Ist das nicht etwas, das sonst heutzutage den Eltern vorgeworfen wird? Bei der Einschulung wurden große Reden geschwungen von wegen Zusammenarbeit Eltern und Lehrer. Ich war wohl ein naiver Idiot. Mein Fehler.

  15. 51.

    Wenn bei Ihnen die Kommunikation zwischen Eltern und Lehren funktioniert, dann können Sie die Situation doch gar nicht beurteilen.Ich finde es ein Unding wenn man als Eltern unterstützen möchte und dann blockiert wird. Und nein, mein Kind ist nicht hochbegabt. Es ist ein ganz normales, durchschnittliches Kind, das gerne lernt und gerne zur Schule geht. Ich kann durchaus verstehen, das die Lehrer bei der Größe der Klassen nicht auf jedes Kind so eingehen können. NUR. Wenn dann Probleme auftauchen, dann möchte ich 1. als Eltern davon in Kenntnis gesetzt werden bzw wenn ich von mir aus auf die Lehrer zu gehe, das das dann nicht einfach weggewischt wird und 2. das ich dann Hinweise erhalte, wie ich dann eben zu Hause entsprechend fördern und unterstützen kann. Ist das jetzt wirklich zu viel verlangt?

  16. 50.

    Man sollte die Situation mit Abstand betrachten, sie geht auch wieder vorbei und in 5 Jahren ist Ihrem Kind das besagte Fach und der Lösungsweg auch bekannt oder egal. Es ist klar, daß man den Unterricht in dieser Zeit mehr oder weniger knicken kann. Das muß man sich nur eingestehen. Eltern können Lehrer nicht ersetzen. Oder wer wollte sich schon von seinen eigenen Eltern was sagen oder beibringen lassen?

  17. 49.

    Ihr Kind mag ja hochmotiviert sein. (In sehr vielen Fällen sind die Kinder ja auch noch hochbegabt!). Aber wenn es die Ansage bzw. die Anweisungen des Lehrers nicht versteht, dann muss es doch nicht unbedingt am Lehrer liegen.

    Bei uns funktioniert die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern übrigens hervorragend!

    Ich habe wenig Respekt vor Eltern, die ihre eigene Unzulänglichkeit auf andere, wie in diesem Fall die Lehrer, abschieben.

  18. 48.

    Dito! - absolut weltfremd das ganze Konstrukt...in dieser Situation der eigenen Existenzsicherung, der Coronasorgen, des homeoffice, des Haushalts, des Einkaufens, des Auch-noch-rausgehens und der Hilfe für andere auch noch den ganzen Tag Lehrer für die eigenen Kinder spielen: ein pädagogischer Hauptgewinn!
    Selten so geschuftet und gezwanzigteilt!

  19. 47.

    Übrigens: ja mein Kind ist hochmotiviert. Es leidet darunter in einem Fach schlecht zu sein. Ich MÖCHTE unterstützen. Ich habe mir auch Fachliteratur besorgt. Nun steht da aber drin, man solle vom von der Schule eingeschlagenen Lösungsweg nicht abweichen. Diesen kenne ich nicht. Da mein Kind es nicht verstanden hat, kennt es den Weg auch nicht. Ich hätte einfach auch gerne eine Kontaktmöglichkeit, um erfragen zu können, wie denn die Vermittlung des Wissens erfolgen soll, wie die Methode auszusehen hat. Ich bin schon sehr kreativ geworden und es zeigen sich erste kleine Erfolge. Was aber, wenn ich einen Weg einschlage, der später in der Schule so gar nicht weitergegangen wird, weil der Lösungsansatz ein ganz anderer ist? Statt die Eltern zu unterstützen wurde uns Eltern von vorne herein jegliche Kompetenz abgesprochen. Zitat das ich zu hören bekam: Eltern sind eh nicht qualifiziert mit den Kindern zu lernen.... Das ist doch keine Zusammenarbeit!!!

  20. 46.

    Es ist übrigens nicht alles schwarz - we9ß, Wossi. Es gibt kein: wenn die Kinder zur Schule gehen, sterben alle älteren Lehrer*innen. Dann könnte man auch sagen: wenn Menschen noch Tram fahren, sterben ältere Menschen, wenn Menschen auf der Decke im Park sitzen, sterben ältere Menschen... Vielleicht sollte man einfach mal die Farbe -grau- ins Auge fassen, es wenigstens gestatten, dass meine Tochter eine Freundin treffen darf. Das geht schon nicht, weil es ja min. eine weitere Person erfodert, die aufpasst. Ich werde sie dabei demnächst heimlich beaufsichtigen, aus sicherer Entfernung, weil Kinder sich eben auch persönlich austauschen müssen, von Angesicht zu Angesicht und wenn man sich an Abstand und Hygiene hält, wird dadruch das Risiko von weiterer Ausbreitung wohl geringer sein, als bei jenen, die noch U-/S-Bahn fahren müssen.

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