Ein Mann und eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz gehen am 24.10.2020 vor der Quadriga des Brandenburger Tores. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: Abendschau | 27.10.2020 | Dorit Knieling | Bild: dpa/Christoph Soeder

Höchste Werte in Neukölln und Mitte - Berlin überschreitet Grenze von 1.000 Corona-Neuinfektionen

Neuer Corona-Höchststand in Berlin: Erstmals sind in der Hauptstadt mehr als 1.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert worden. Die höchste 7-Tages-Inzidenz haben nach wie vor Neukölln und Mitte. Am Samstag hat der Senat die Corona-Regeln verschärft.

Die Berliner Gesundheitsverwaltung erstmals mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Im Vergleich zum Vortag infizierten sich demnach 1.040 weitere Menschen nachweislich mit dem Virus, wie die Senatsverwaltung am Dienstag mit ihrem Lagebericht [berlin.de] mitteilte.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag demnach bei 137,2. Unter den Berliner Bezirken hat Neukölln nach wie vor die meisten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen. Der Wert lag bei 250,7, gefolgt von Mitte mit 215,2, Friedrichshain-Kreuzberg mit 193,5 und Tempelhof-Schöneberg mit 160,1. Die wenigsten Neuinfektionen haben Treptow-Köpenick mit einem Wert von 64,7 und Marzahn-Hellersdorf mit 61,9.

Seit Beginn der Pandemie in Berlin wurden in der Hauptstadt 28.063 Corona-Fälle gemeldet. 19.063 Menschen gelten inzwischen als genesen (365 mehr als am Vortag). 251 Infizierte starben, diese Zahl veränderte sich im Vergleich zu Montag nicht. Der Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten wurde mit 9,8 Prozent angegeben. Am Tag zuvor lag er bei 9,2 Prozent. Innerhalb von zehn Tagen hat sich die Zahl der Intensivpatienten verdoppelt.

Obergrenzen reduziert, Sperrstunde verlängert

Wegen der steigenden Corona-Zahlen hat der Senat die zulässige Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen reduziert. Bei Veranstaltungen dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 300 Menschen zusammen kommen. Im Freien gilt eine Obergrenze von 500 Personen.

Die Verordnung sieht auch vor, dass Veranstalter diese Obergrenzen erhöhen können, jedoch, nur wenn umfangreiche und strenge Hygiene-Konzepte umgesetzt werden. Die neuen Regelungen gelten auch für Theater, Opernhäuser und Sportveranstaltungen. Derzeit liegen die Obergrenzen noch bei 5.000 unter freiem Himmel und 1.000 in geschlossenen Räumen.

Zudem soll die derzeit geltende Sperrstunde für Bars und Restaurants in Berlin von 23 bis 6 Uhr zunächst um zwei Wochen bis Mitte November verlängert werden.

Sendung: Inforadio, 27.10.2020, 16:30 Uhr

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109 Kommentare

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  1. 109.

    Ich bin gerade verwirrt. SInd Besuche im Pflegeheim nun nur noch täglich für 1 h erlaubt wie in Krankenhäusern ?
    Oder gilt das eingeschränkt nur für die Pflegeheime von Vivantes ?
    Oder entscheiden die Pflegeeinrichtungen bzw. die Gesundheitsämter der Bezirke das selbst ?

    Ich wäre froh, falls jemand dies erklären könnte....

  2. 108.

    Mal eine Frage an die anderen User: Wieviel Corona Infizierte kennen Sie persönlich?

  3. 107.

    Das bedeutet: wir dürfen in einem großen schwedischen Möbelhaus rumlaufen da Einzelhandel, aber dort keinen Kaffee trinken da Gastronomie ?

    Was ist noch einmal der Sinn?

  4. 105.

    Es wäre mal an der Zeit gewesen die Digitalisierung in den Gesundheitsämtern voran zu bringen, denn dass dort Keiner mehr hinterher kommt, wennn die Papiertürme sich stapeln weil per Hand eingegeben werden müssen, erklärt sich wohl von selbst. Aber es hapert ja vielen Stellen und zwar schon lange, jetzt müssen dann halt wieder andere Notbremsen gezogen werden, um die Pannen zu verdecken.
    Danke an die Verantwortlichen. Die bevölkerung muss Vieles ausbaden, was Oben nicht läuft.
    Wenn ich mir die angekündigten Maßnahmen richtig durchlese, muß ich doch bei der Einen oder Anderen den Kopf schütteln....

  5. 103.

    Sehr gut, dass Sie darauf hingewiesen haben. Es ist tatsächlich so, dass die Engpässe in den anderen Abteilungen der Kliniken größer werden, je mehr Intensivpatienten versorgt werden müssen.
    Genau wie Sie sagen, muss die Kurve heruntergebracht werden, um alle nicht zu überlasten. Und mit ein wenig Verzicht können alle dazu beitragen. Weniger persönliche Kontakte...mehr Telefon etc.für einen Monat würde covid nicht verschwinden lassen, aber einen großen Gewinn in der Eindämmung bringen.

  6. 102.

    Also wir haben das geschafft. Allerdings haben wir 2 Elternteile auch nicht in 7 Tagen täglich 24 Std. gearbeitet , sondern an 5 Tagen je 8 Std.homeoffice. mit den 3 Kindern jeden Tag für ca3 Std. zwischendrin in die leere Jungfernheide gegangen , da gab es auch ohne Spielplatz genug zum Toben. Ja war auch mal anstrengend. Aber jeden Wochentag 3 Kinder früh pünktlich zu Kita und Schule zu bringen, nachmittags pünktlich abholen, 2 Stunden auf den Spielplatz und dann zum Einkauf und Kochen hetzen, ist mindestens genauso anstrengend. Nachteil: die Kinder haben anstatt 1mal pro Woche 1Std in dieser Zeit täglich 1 Std Fernsehen geguckt....war anders nicht zu schaffen. Die Versorgung des Schulkindes durch die Grundschule brachte ihm ca.2 Stunden gute Einzelbeschäftigung mit gutem Lernmaterial und benötigte so nur ca 3-4 weitere Stunden wöchentl. durch ein Elternteil. War sehr flexibel und nicht von einem Tag auf den anderen.

  7. 101.

    Leute - hört Euch einfach nur mal diesen Podcast an, verhaltet Euch angemessen und fahrt das Ego mal etwas herunter:

    https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/kekule-corona/coronavirus-regeln-lockdown-light-alternative-massnahmen-einschraenkungen-audio-100.html

    Bleibt gesund - Neo

  8. 100.

    So So Neukölln und Mitte führen die Liste immer noch an. Wer hätte das gedacht. Aber ich schränke mich natürlich gerne am Stadtrand ein damit sich die dortige Klientel weiterhin wohl fühlt und ihre Freiheiten mit eigenen Regeln auslebt. Der Wähler honoriert das auch gern. Wo sind denn gerade die Apostel die den Individualverkehr für die Gesundheit der Menschen aus der Stadt heraus halten wollen? . Wann gehen die denn endlich für die Gesundheit derer auf die Straße die es mit den Coronaregeln/Gesundheit ernst nehmen?.

  9. 99.

    "Laut Nachrichten sollen die Pflegekräfte schneller alle sein als die Bettkapazitäten."

    Nun ja ... das bedeutet übrigens nicht, dass kein Pflegepersonal für die Intensivbetten zur Verfügung stehen wird und die Betten somit nutzlos sind - auch wenn die verkürzte Darstellung in (vielen) Medien das suggeriert. Es bedeutet aber, dass ggf. (wieder) von anderen Stationen Personal abgezogen werden muss, um es in der Intensivversorgung einzusetzen. Da die Menschen ja auch so nicht zum Spaß im Krankenhaus liegen, kommt man dann womöglich schnell an die Belastungsgrenzen unseres Gesundheitssystems - und ggf. darüber hinaus. Mal ganz abgesehen davon, dass ja auch Pflegekräfte in nennenswerter Anzahl erkranken könnten. Kurzum: Zu schnell zu viele Kranke sind ein (ggf. riesiges) Problem. Deswegen sollte die Kurve ja möglichst flach bleiben ...

    Bleiben sie gesund und munter!

  10. 98.

    Solange nicht/unzureichend kontrolliert wird und der Polizei selbst nicht klar ist, was erlaubt oder verboten ist (siehe Fahrradfahrer ohne Maske), wird sich rein gar nichts ändern. Es sei denn man schließt wieder alles. Die Agentur für Arbeit wird sich freuen.
    Wie hieß es doch bei Goethe: „Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.“

  11. 97.

    "Die Leute vergessen schnell wovon sie nicht betroffen sind..:
    Ja kann man so sagen; deshalb finden ja weiter Feiern in Familen oder wie hier ab 23 Uhr auf dem Spielplatz statt. Die Wohnung des an covid verstorbenen Nachbarn ist neu bezogen, seine Frau muss jetzt im Pflegeheim leben. Der Sporttrainer des Enkels ist "genesen" und schafft schon wieder 200m in 5 Minuten . Die im März erkrankte Krankenschwester ist genesen und kann sogar schon schon wieder halbtags arbeiten. Alles vergessen oder gar nicht erst wahrgenommen. Zählt doch nicht.Traurig.

  12. 96.

    Taiwan ist nicht mit Europa vergleichbar. Aber das ist ja nicht weiter relevant, weil alle Menschen gleich sind und sich auf eine Verfassung berufen; stimmt doch, oder?

  13. 95.

    „Die Zeit, mit den eigenen Kindern ist die Hölle?“

    Das habe ich nicht gesagt. Ich habe geschrieben, dass die Zeit, wo die Schule und Kita geschlossen waren und eine Notbetreuung gab, diese Zeit die Hölle war. Und das aus Sicht des Kindes. Daher bitte zuerst richtig lesen und dann kritisieren.

    Es geht Sie eigentlich nicht an, aber liefere dennoch eine Erklärung: beide Eltern systemrelevant, z.T. mit 24-Stunden-Diensten, Kind von Beginn an in der Notbetreuung, dort z.T.alleine (da kein weiteres Kind in der Altersklasse zur Notbetreuung berechtigt), z.T. Kind Zuhause nur mit müdem Elternteil (da man nach 24-h-Dienst im „frei“ ist) und natürlich das ist eine NOTbetreuung, d.h. Schulaufgaben irgendwann zwischendurch, wenn es Zeit ist. Mit anderen Kindern zu spielen fällt natürlich auch aus.
    Ja, ich würde sagen, das ist für das Kind wie die Hölle.

    Und ich glaube nicht, dass die Eltern, die voll Home-Office hatten und daneben ihre Kinder betreuen mussten, so viel Spaß hatten.

  14. 94.

    Traurig, dass einige bewusst immernoch nicht die verschiedenen Verordnungen einhalten. Es gibt tatsächlich Menschen die sind in Quarantäne und spazieren fröhlich durch die Gegend, da falle ich vom Glauben ab wenn ich von solchen dämlichen Verhaltensweisen höre. Und diese Geschwätz mit der Freiheit und der Demokratie die wir angeblich gerade verlieren. Natürlich gibt es Einschränkungen, aber diese sind doch ganz klar temporär - weil auch nicht gesetzlich auf Dauer verankert- daher lehne ich mich mal ganz weit aus dem Fenster und sage, hier in Deutschland wird alles jut, nach Corona oder ab Impfstoff werden wir unseren mehr oder weniger gewohnte Lebensweise zurückhaben und -außer die AfD käme an die Macht- niemand wird uns unsere Freiheiten verwähren. Auch finde ich erschreckend wieviele Verschwörungstheorien kursieren und wie unverfroren und schamlos die Anhänger solcher Theorien gemeinsame Sache mit Rechtsextremen und denen nahestehenden Gruppen machen... armes Deutschland, arme Welt!

  15. 93.

    Offenbar ist jede Härte zumutbar, wenn man selbst nicht direkt betroffen ist.
    Fest entschlossen sind die Regierenden und bereit bis zum letzen Kellner zu kämpfen.
    Ganz rührend finde ich auch Appelle an Solidarität deren Wesen darin besteht, dass Rentner an die Jugend appellieren sich wie Rentner zu verhalten und öffentlich Festangestellte die Selbständige ermahnen keine Risiken einzugehen. Seltsam das ganze.

  16. 92.

    Der erste Gedanke als ich "1000er Marke überschritten" las war 1999 ?
    Und für alle die hier vom GG reden.. das Virus interessiert das GG nicht die Bohne. Das ist wie in der Kalahari vorm hungrigen Löwen demonstrieren und dem erklären, dass man das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat.

  17. 91.

    Viele Kommentatoren fordern hier einen Lockdown. Okay die Fallzahlen könnten nach 6 – 8 Wochen sinken. Aber was dann? Es wird wieder Lockerungen geben (müssen), um dann 4 oder 6 Monate später wieder einen Lockdown auszurufen, weil die Zahlen wieder steigen. Und das wiederholt sich bis wir alle geimpft sind oder alle infiziert sind/waren.
    Wir werden lernen müssen bis auf weiteres mit Corona zu leben.
    Ich bin Ü70, und würde gerne die relativ kurze Zeit die mir vom Leben noch übrig bleibt mit Reisen, Konzerten und anderen schönen Dinge verbringen. Nur noch von zu Hause zum Supermarkt oder Arzt ist keine Lebensqualität mehr.
    Also nicht nur die jungen Leute wollen nach 8 Monaten mehr oder weniger ihr Leben leben, wir Alten auch.
    Ich habe keine Lösung, aber irgend etwas muss passieren, denn für uns Alten kann morgen alles vorbei sein.

  18. 90.

    Seit wann ist Grippe harmlos??? Kenne jemand, der durch durch eine Grippe erlittenen Herzmuskelentzündung mit 28 Jahren einen Herzschrittmacher bekommen mußte.

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