Wiederholte Krawalle - Bezirksamt verbietet Aufenthalt in James-Simon-Park ab 20 Uhr

Über 800 Personen James-Simon-Park geräumt
Bild: Pudwell

Nach mehreren Gewalteskalationen ist der Aufenthalt im Berliner James-Simon-Park ab Freitag immer abends verboten. Das hat der Bezirk Mitte angekündigt. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss demnach mit Strafen rechnen.

Der Aufenthalt im James-Simon-Park an der Museumsinsel in Berlin-Mitte ist ab Freitagabend untersagt. Das sagte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Donnerstag der Deutschen-Presse-Agentur (DPA). Damit reagiert der Bezirk auf wiederholte Gewaltausbrüche.

Von Dassel hatte die Pläne bereits am Mittwochabend via Twitter angekündigt. Wie er am Donnerstag gegenüber der DPA konkretisierte, erlasse der Bezirk für das Vorhaben eine Allgemeinverfügung, die am Freitag in Kraft treten soll. Wer sich nicht an das Verbot halte, riskiere ein Bußgeld.

Verbot gilt ab 20 Uhr

Ab 20 Uhr sei der Aufenthalt im James-Simon-Park nicht mehr gestattet. "Die in den S-Bahnbögen am Park ansässigen Gaststätten sind dringend gebeten worden, keinen Außerhausverkauf von Alkohol vorzunehmen."

Ziel des Bezirksamtes sei es, "die Spirale von Gewalt in und aus dem Park zu durchbrechen" und den Park für Gewalttäter unattraktiv zu machen. "Der James-Simon-Park soll wieder das werden, was er lange war: ein toller Park für alle mit atemberaubender Kulisse."

Kontrollen durch Parkläufer und Ordnungsdienst

Von Dassel kündigte an, dass der Bezirk mehrere Streifen zu Kontrollen in den Park schicken werde: "Wir haben sowohl Parkläufer aus dem Straßen- und Grünflächenamt als auch Mitarbeiter des allgemeinen Ordnungsdienstes." Besucher sollen demnach auch bereits vor 20 Uhr auf die neuen Regeln hingewiesen werden.

Wer nach 20 Uhr noch im Park angetroffen werden, müsse mit einem Bußgeld ab 25 Euro rechnen, sagte der Bezirksbürgermeister. Je nach Schwere des Delikts könne es auch deutlich höher ausfallen.

Umzäunung vorerst nicht geplant

Eine Umzäunung des Parks sei zunächst nicht geplant. "Das ist das aller-, allerletzte Mittel", so von Dassel. "Man kann nie etwas ausschließen, aber es geht darum, nicht baulich einzugreifen, sondern ein Bewusstsein zu schaffen, dass an dieser Stelle die Eskalationsspirale sich nicht weiter drehen darf."

Er hoffe sehr, dass das ausreiche und akzeptiert werde. "Klar ist, was sich da abgespielt hat in den letzten Wochen und Monaten, kann nicht zum Dauerzustand werden."

Auseinandersetzung mit Messern und Macheten

In der Vergangenheit hatte es in dem kleinen Park gegenüber der Museumsinsel immer wieder unerlaubte Partys und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Feiernden und der Polizei gegeben.

Am vergangenen Wochenende kam es dann zu Krawallen mit Messern und Macheten. Polizisten sollen mit Steinen und Flaschen beworfen worden sein. 19 Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt, 12 Menschen festgenommen. Rund 2.500 Besucher sollen sich zu dem Zeitpunkt im James-Simon-Park aufgehalten haben.

Bereits Ende Juni etwa hatten Dutzende Jugendliche Polizisten mit Flaschen beworfen und Polizeiwagen beschädigt.

Sendung: Abendschau, 05.08.2021, 19:30 Uhr

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116 Kommentare

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  1. 116.

    Verbote, Verbote und Verbote und fast niemanden interessiert es. Das ist das logische Ergebnis von ständigen Verboten.

  2. 115.

    Kinder sind immer ein Schatz - irgendwie. Wenn die "Lütten" aber das begriffen haben, was sie schreiben, dies an ihre Kinder weitergeben und die dann das auch noch schnallen. Das alles ohne sich zu verbiegen, eine freie Meinung beibehaltend - das ist die Kirsche auf der Sahnehaube mit Streussel. Das kostet Geduld, Nerven und man verflucht den nordischen Gott der Ungeduld - Hammersbald. Aber schiet - es hat sich gelohnt - und ich hol' mir jetzt 'n Eis ;-).

  3. 114.

    Der größte Brüller war gestern die RBB Abendschau. Zuerst wurde über die Schließung des James-Simon-Parks berichtet und das es von Polizei und Ordnungsamt überwacht und kontrolliert wird. Nächste Nachricht: Die Polizei bittet um Mithilfe. Gefahndet wird nach... Findet den Fehler. Ob die Polizei denjenigen in dem Park sucht?

  4. 112.

    Na dann fangen Sie mal an räumen , es wird Ihnen nicht gelingen die Stadt drogenfrei zu kriegen,und na klar gibt es auch andere Gründe , trotzdem ist dies einer der Hauptgründe meiner Ansicht nach.

  5. 111.

    Berlin ist "weit gekommen" mit dem: "Wer feiern will, wird feiern" Andrerseits ist das oft Rücksichtslosigkeit pur, lange unterstützt, zu lange! Wowereits Berlinbild: "Berlin ist arm aber sexy" gehört wohl dazu. Inzwischen scheint Berlin, gleich Party, wo, wie und wann auch immer, was schon zur Berlinwerbung gehört. Allerdings auch Müll, Krawall, Drogen. Manch zwischenmenschlichen Stress verlangt ärztliche Notdienste, oft dank Promille. Man ist so frei:
    "Wer saufen will, wird saufen"!

  6. 110.

    Wow. Noch so eine Meinung. Der Grund. Na wenn das so einfach ist.

    Vielleicht mal drüber nachgedacht wie viele Kinder auf Grund von häuslichen (von reich bis arm), schulischen oder psychischen Umständen durch das Raster fallen? Glauben Sie ernsthaft, dass es den Grund gibt? Wenn das so ist, dann räumen wir einfach alle Drogen aus der Stadt. Stellen überall Drogenspürhunde auf und dann ist alles fein. Dann sind alle lieb.


  7. 109.

    Bin zu 100 % Ihrer Ansicht , der Grund ist , das immer früher mit den Drogen angefangen wird .

  8. 108.

    super. die Jugend umfasst dann bei ihnen alle?
    Wie würden Sie das finden, wenn ich sagen würde: die alten, die wegen kurz vor Rente keinen Job mehr finden. Alles hartz4er die ü50...
    Denken Sie mal nach: 18-24 Jahre sind knappe 300.000 Menschen in Berlin. ich bezweifle das die alle in den Mauerpark passen. Diese Generalisierung nervt so. Vielleicht sollte ihre Generation mal Differenzierung lernen....

  9. 107.

    Es gibt halt Ansichten die sich nie ändern und diese Leute denken dann immer sie seinen der Nabel der Welt.
    Bestimmt seit den Höhlenmenschen gibt es schon den Spruch … ist doch so schönes Wetter, geh draußen spielen….
    Und in Sachen wie jungendliche so sind … kann man hier nachlesen…
    https://bildungswissenschaftler.de/5000-jahre-kritik-an-jugendlichen-eine-sichere-konstante-in-der-gesellschaft-und-arbeitswelt/

  10. 106.

    Na klar… Die übliche Haltung….
    „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen“ (Aristoteles, 384-322 v. Chr.)

  11. 105.

    Noch ein Wort zur Nacht: Alice, so vieles ist korrekt kritisiert. Mir fiehl gerade ein wovon die gut bezahlten Politiker später leben wollen wenn diese Jugendtypen von heute nix produzieren; weiter keine Lust haben ein geregeltes Leben mit Familie mit Pflichten und Freuden aufzubauen. Eine Generation löst die andere ab; das gilt nicht mehr bei Pflichten. Warum ist der Staat da zu schwach ? Man spürt ja auch sooft Gleichgültigkeit. Kinder sind nur dann ein Schatz wenn sie Dinge gelernt haben, die die Gesellschaft zusammen hält. Noch gibt es sie, die Jugend, die noch anders ist. Aber der Brennpunkt BERLIN kann gefährlich werden.

  12. 104.

    Alles was mir zu ihrer Einlassung einfällt, würde die "Netti" zum Absturz bringen. Also lasse ich es und wünsche Ihnen eine wundervolle gute Nacht.

  13. 103.

    was bedeutet "die" oder "diese" Jugend? Wurde die im 3D-Drucker produziert? Statt zu verallgemeiern, hätte es "Viele der Jugendlichen im St-James-Park" besser getroffen > Oder möchten Sie mit Ihren Altersgenossen/innen als "die 50 plus-Leute" selektiert werden?

  14. 102.

    Von der Generation 50+kann die Jugend wenigstens noch Grundwerte wie. Anstand, Fleiß und Ordnung lernen. Die heutige Jugend ist sowas von verwahrlost. Die Jugend sollte lieber mal an Beruf und Familiengründung denken statt ständig rumzugammeln und auf Staatskosten zu leben.

  15. 101.

    "ich hab ja eher den eindruck dass sich in letzter zeit gerade die ü50 gerne als sprachrohr der heutigen jugend aufspielen und sich sozusagen anbiedern. wer weiß warum. auf jeden fall sehr befremdlich."
    Sie vergaßen die Ü60. Da soll es tatsächlich welche geben, die nicht vergessen haben, das sie auch mal jung an Jahren waren. Also eigentlich sind die immer noch jung - nur eben schon länger. Dafür gibt mittlerweile sogar Neurowissenschaftliche Ansätze. Mal was zum schmökern.
    https://www.deutschlandfunk.de/altern-faengt-im-kopf-an.676.de.html?dram:article_id=245309
    https://www.t-online.de/leben/id_81497880/kopfsache-so-werden-sie-langsamer-aelter.html
    Oder einfach ... die Einen stehen im Regen, die Anderen duschen unter Wolken ;-)
    Was ist daran befremdlich?

  16. 100.

    Wenn ich den Begriff "Staatsmacht" in dem Zusammenhang lese, wird mir speiübel. Es geht mir auch nicht um Law-and-Order-Politik oder Schnellverfahren (übrigens ein miserabel belastetes Wort)sondern um Alternativen.
    Die Leute, die in den Parks "die Sau rauslassen", dürften eher weniger zu den Clubgängern zählen. Ein Großteil davon dürfte auch nüchtern am Doorman scheitern. Es sind vielmehr die kleinen Läden aus der zweiten Reihe die fehlen - der "Stamm-Pressluftschuppen" sozusagen. Bei Google mal nach Discotheken Berlin suchen - die meisten heissen "Vorübergehend geschlossen", auch "Tschüß, war eine schöne Zeit mit euch" ist ein häufiger Name. Fitness-Studios sind zwar weitestgehend offen aber bei Sportvereinen gerade mit Jugendarbeit sieht es extrem mies aus. Jugendfreizeitangebote seitens des Landes hatten wir mal - is' verdamp' lang her. Die fehlen auch zum grossen Teil. In diesem Land wird Geld für jeden Schiet rausgeworfen - nur nicht für die junge Generation.

  17. 99.

    Wer sich die Situation vor Ort anschaut - und sei es allein durch einen Blick aus der oberen Etage der dort vorbeifahrenden RE - dem kann nicht entgangen sein, dass sich die Situation vor Ort schon seit langem in gewisser Weise zuspitzt, unabhängig von Corona. Mit einer Club-Schließung hat das also nichts zu tun.

    Es gibt gewisse Eigendynamiken, die solange außer Acht bleiben, bis tatsächliche Not eingetreten ist. Das ist das Verhängnisvolle an der Politik bloßer Not-Wendigkeit - gleich, wer sie betreibt und mithin alles andere, was weitergeht, als Luxus brandmarkt.

  18. 98.

    Ausnahmezustand oder Kriegsrecht sind aber jetzt noch nicht ausgerufen oder hab ich was verpasst. Ansonsten verbietet niemand einem in einem öffentlichen Park spazieren zu gehen. Geht,s noch von Dassel?

  19. 97.

    Das ist Dassel!!! Diesem grünen Senat aus Berlin Mitte fällt nichts ein ausser Verbote! Es ist ein Drama! Alle Konzepte die zum sicheren beisammen sein durch Gastronomen und Clubs geboten wurden, wurden abgebügelt! Dann gehen die Kids halt in den Park und was macht der Senat, den Park dicht! Für so eine Idiotie braucht man keine Volksvertreter, das ist Niveau von Vorschulkindern!

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