Starker Rückgang in Berlin und Brandenburg - Weniger Hochschulabschlüsse durch Corona-Pandemie

Symbolbild: Studenten sitzen in Berlin in einer Vorlesung im Erwin-Schrödinger-Zentrum auf dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Campus Adlershof der Humboldt-Universität. (Quelle: dpa/J. Kalaene)
Bild: dpa/J. Kalaene

Die Corona-Pandemie hat den Alltag an deutschen Hochschulen auf den Kopf gestellt. Das spiegelt sich nun auch in einem deutlichen Rückgang der Abschlüsse wider. Davon besonders betroffen sind Hochschüler in Berlin und Brandenburg.

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland zu einem deutlichen Rückgang der Hochschulabschlüsse geführt. Im Prüfungsjahr 2020 erwarben nur rund 477.000 Absolventinnen und Absolventen einen Abschluss an einer deutschen Hochschule, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr mit 508.000. Es ist erst das zweite Mal seit 2001, dass die Zahl zurückgegangen ist.

Die Absolventenzahlen sanken in allen Bundesländern: Den stärksten Rückgang gab es in Berlin mit 12 Prozent auf 29.132 Abschlüsse, gefolgt von Brandenburg mit 11 Prozent. Dort wurden 2020 7.613 gezählt.

In Nordrhein-Westfalen, an dessen Hochschulen 22,5 Prozent aller Abschlüsse erworben wurden, machten drei Prozent weniger Studierende und Promovierende als im Vorjahr einen Abschluss.

Bibliotheken, Labore und Werkstätten zeitweise geschlossen

"Im Rückgang der Absolventenzahlen im Prüfungsjahr 2020 zeigen sich die Folgen der Corona-Pandemie", sagte Statistikamt-Mitarbeiter Thomas Feuerstein. "Pandemiebedingt wurden Prüfungen zum Teil in Folgesemester verschoben. Bibliotheken, Labore und Werkstätten waren zeitweise geschlossen oder nur eingeschränkt nutzbar." Dies habe nicht nur die Durchführung von Prüfungen, sondern auch die Prüfungsvorbereitung für die Studierenden erschwert.

Die Hälfte aller Hochschulabschlüsse (236.472) waren 2020 deutschlandweit Bachelorabschlüsse, gut ein Viertel (134.532) Masterabschlüsse. Bei den Bachelors gab es den stärksten Rückgang in der Fächergruppe Geisteswissenschaften (-16 Prozent), gefolgt von Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (-14 Prozent), Mathematik und Naturwissenschaften (jeweils -13 Prozent). Bei den Masterabschlüssen war der Rückgang in den Fächergruppen Geisteswissenschaften, Kunst und Kunstwissenschaft (jeweils -14 Prozent) am deutlichsten.

Sendung: Fritz, 03.09.2021, 10:30 Uhr

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3 Kommentare

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  1. 3.

    Nachschub für den Billig-Lohn-Sektor.
    Läuft!

  2. 2.

    Irreführende Überschrift.. mal wieder..

  3. 1.

    Wäre die Frage, wie das zu interpretieren sei. Viele Studis fanden Online erheblich anstrengender, als Präsenz, und die Konzentration war geringer. Dazu der Depri wegen mangelnder sozialer Kontakte.
    Allerdings dürfte auch eine gewichtige Rolle spielen, dass coronabedingt zwei Semester nicht auf die Studiendauer angerechnet werden - also Bachelor in 8 statt 6 Semestern -, was gerade in Berlin wegen der Ausweichmöglichkeiten wahrscheinlich gern in Anspruch genommen wird.

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