Ministerpräsidentenkonferenz - Länder wollen Konzepte für Großveranstaltungen erarbeiten

Fans blicken auf eine Videoleinwand. Fanmeile am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17.Juni (Quelle: dpa/Sven Simon)
Bild: dpa/Sven Simon

Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern wird es in den nächsten Wochen noch nicht geben. Das hat der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller nach einer Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag klargestellt. Man arbeite aber an Perspektiven.

Für Großveranstaltungen mit Tausenden von Menschen ist nach Einschätzung des Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Zeit noch nicht gekommen. "Ich sehe noch nicht, dass wir das ab morgen zulassen können oder zulassen sollten", sagte Müller am Donnerstag nach Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es könne jetzt aber eine "echte Perspektive" für den Sommer und Herbst entwickelt werden für Veranstaltungen mit Tausenden Menschen.

Veranstaltungen mit Testsystem und Einlassmanagement

"Wir fangen da nicht bei null an", sagte Müller und wies auf die Erfahrungen hin, die im Rahmen von entsprechenden Pilotprojekten gesammelt worden seien. Müller nannte als Beispiel ein Konzert in der Philharmonie Berlin. Bei solchen Veranstaltungen, bei denen Größenordnungen von 700, 800, 1.000 Menschen erreicht worden seien, habe man beispielsweise gesehen, wie das Testsystem und das Einlassmanagement funktionierten - und wie weit Menschen es akzeptierten, während solcher Veranstaltungen Maske zu tragen.

Man müsse sensibel bleiben und beobachten, wie sich die Corona-Zahlen weiterentwickelten. In Berlin liege die Sieben-Tage-Inzidenz seit einigen Tagen bei gut 20. Müller wies aber darauf hin, dass sich das erneut ändern könne. "Wir haben seit gestern wieder Präsenzunterricht in den Schulen. Bisher war es immer so in den letzten Monaten, dass wenn der Schulbetrieb stattfindet mit entsprechenden Präsenzangeboten, sich die Zahlen wieder nach oben entwickeln."

Merkel warnt vor Sorglosigkeit

In der zweiten Augusthälfte wird es nach Merkels Worten wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) geben. Dann werde man sich ansehen, wie der Impffortschritt sei und wie sich die Mutationen verbreitet hätten. "Wir haben einen Sommer, der uns viele Möglichkeiten gibt, die wir lange Monate nicht hatten, aber wir sollten nicht sorglos sein, sondern die Lage immer wieder sehr, sehr genau beobachten", sagte die Kanzlerin.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Donnerstag zurückhaltend zu der Frage geäußert, ob wegen der entspannteren Corona-Lage im Herbst wieder Volksfeste möglich sein sollten. "Eins haben wir immer gesagt: Das, was als letztes wieder gehen können wird, ist Party", so Spahn. Partys, Großveranstaltungen, Feiern, Karneval, Wiesn, Schützenfest seien "leider genau das, wo dieses Virus sich am schnellsten ausbreitet".

Sendung: rbb24, 10.06.2021, 21:45 Uhr

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Macht bestimmt super viel Spaß mit Abstand und Maske - da gehe ich lieber gar nicht hin.

  2. 6.

    Ich bin fast ein Fan von Kubicki….. aber hier kommen ein paar Sachen zusammen. Das IFSG kennt kein Ende der Maßnahmen. Selbst wenn sich 0 Menschen infizieren liegt diese Zahl „nur“ unter 35. §28a IFSG. Das Ganze dort ist so schwammig ausgedrückt das man der Politik alles offen läßt. Was auch fehlt ist z.B. eine impfquote…. selbst wenn alle die wollen 3 mal geimpft sind spielt das keine Rolle.
    Darum werden Müller usw. weiterhin einen eigenen stufenplan machen können den sich jeder selbst ausdenken kann, mit Maßnahmen die man so für OK hält. Nicht einmal das RKI muss irgendwas als sinnvoll erachten.
    Daher wird es darauf hinauslaufen das Gerichte viel zu tun haben, schon bedingt dadurch dass eine erfolgreiche Klage gegen einen Teil der Verordnung immer nur für den einzelnen Kläger umzusetzen ist. Kennt man von den Klagen gegen die Sperrstunde.

  3. 5.

    Impft doch erstmal alle, die geimpft werden wollen! Hier wird wieder Blödsinn geplant mit Test und Co - anstelle alle endlich mit den FEHLENDEN Impfstoffen zu impfen und die Pandemie vor die Tür zu schicken!

  4. 4.

    Die Risikofälle sind weggeimpft. Die Zahl der aktuell an Corona verstorbenen Menschen absolut minimal.
    Dennoch gehen Maskenpflicht und die politischen Maßnahmen munter weiter.
    Besonders widerlich ist die Maskenpflicht für Kinder, die das Ding im Unterricht oft über Stunden tragen müssen.
    Ebenfalls abstoßend ist, dass noch immer ganze Branchen im Berufsverbot gehalten werden.

    So brutale Grundrechtseinschränkungen brauchen sehr gute Begründungen, die es nicht mehr gibt!
    Sind wir noch eine Demokratie?

  5. 3.

    An alle die es noch nicht mitbekommen haben. Wir sind bei einer Inzidenz von 20. Sobald man unter einer Inzidenz von 35 ist sind alle grundrechtsbeschränkenden Maßnahmen unverzüglich aufzuheben laut Infektionsschutzgesetz!! Siehe Interview Wolfgang Kubicki. Die Länder müssen keine Konzept erarbeiten. Die Länder müssen unverzüglich die Maßnahmen aufheben. Alles andere ist Rechtsbruch und verfassungswidrig.

  6. 2.

    Also weiterhin wirbt man dafür das sich alle impfen lassen sollen und als Belohnung winkt ihnen keine Feier, keine großen Konzerte ... und alles andere mit Maske.
    Hm irgendwie funktioniert Werbung anders meine ich.
    Naja .... dann fährt man halt mal zu Konzerten in die Nachbarländer. Aber vielleicht finden es die Stars ja mal ganz entspannend nur vor ein paar hundert Leuten zu spielen... deckt bestimmt die Kosten.
    Leider regiert die Vorsicht oder sollte man besser sagen die Angst.

  7. 1.

    "Länder wollen Konzepte für Großveranstaltungen erarbeiten"
    Liebe "Länder", es freut mich enorm dass ihr schon jetzt zu dieser Erkenntnis kommt. Die Pandemie dauert erst 1,5 Jahre, wer hätte schon gedacht dass man eines Tages klare Regel braucht? Oder ist es für Euch eine große Überraschung, dass das Virus widererwarten nicht für die dauerhafte Lähmung der Gesellschaft sorgt und man sich nicht aufs Warnen und Mahnen beschränken kann?

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