Absacker - Der Hamster, das asoziale Wesen

Fr 23.10.20 | 19:43 Uhr | Von Kira Pieper
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Kira Pieper
Bild: rbb|24/Mitya

Es geht wieder los! Die Hamster kriechen aus ihren Höhlen, um ihren nicht zu bändigenden Appetit auf Klopapier zu stillen. Aber warum genau werden die Auf-Halde-Käufer noch mal mit dem Nager verglichen? Kira Pieper zumindest sieht sehr viele Ähnlichkeiten.

Sie sollen wieder da sein: die Hamster-Käufer. Einige rbb|24-Leser berichteten zumindest davon. In dem Supermarkt meines Vertrauens war davon (noch) nichts zu spüren. Toilettenpapier war jedenfalls reichlich da, nur der Rum war aus. (Ich brauchte ihn zum Kuchenbacken. Ich schwöre!)

Warum werden die Auf-Halde-Einkäufer nur mit dem niedlichen Hamster in Verbindung gebracht? Klar, das liegt daran, dass der possierliche Nager sich mit Vorliebe Essen auf Vorrat in die Backen stopft. Aber es gibt weitaus mehr Parallelen. Ich erinnere mich daran, dass der Hamster meiner besten Freundin aus Kindheitstagen mit Vorliebe Klopapier-Papprollen fraß oder einfach nur schredderte, um sein Nest daraus zu bauen. Pro Tag verbrauchte das Tierchen zwei Rollen.

Ich habe den Hamster als sehr nervig und unsympathisch in Erinnerung. Tagsüber bekam man das Tier kaum zu sehen, und wenn es sich dann doch mal hervortraute und man es streicheln wollte, zwickte es einem in den Finger und verschanzte sich dann wieder in seiner Festung aus Klopapier-Papprollen. Nachts trieb es dafür Hochleistungssport in seinem Laufrad, so dass an Schlafen nicht zu denken war und ich mich entschied, fortan nicht mehr bei meiner Freundin zu übernachten. Kurzum: Der Hamster stellte mit seinem asozialen Verhalten unsere Freundschaft auf eine harte Probe.

Auch der Hamster-Käufer ist nervig, unsympathisch und bissig, zeigt sich durchaus scheu und verschanzt sich zuhause hinter Unmengen von Klopapierrollen.

1. Was vom Tag bleibt

Apropos zuhause verschanzen: Aufgrund der angespannten Pandemielage ändert Berlin nun bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen die Strategie. Menschen mit positivem Testergebnis sind nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben und Kontaktpersonen über ihre Infektion zu informieren. Die Gesundheitsämter kommen mit ihrer Arbeit einfach nicht mehr hinterher.

Aber es gab am Freitag auch Nicht-Corona-Themen: Das Brandenburger Verfassungsgericht hat das Paritätsgesetz gekippt. Begründung: Das Gesetz mit Frauenquoten für die Kandidatenlisten der politischen Parteien bei Landtagswahlen verstoße gegen die Verfassung und verletze Grundrechte. Und nach jahrelangem Streit neigt sich ein Rechtsstreit dem Ende: Der Energiekonzern Vattenfall will das Stromnetz der Hauptstadt an den Senat verkaufen.

2. Abschalten

Um an das Thema oben anzuknüpfen:

3. Und wie geht’s?

Kommt der zweite Lockdown oder kommt er nicht? Die Politik setzt derzeit alles daran, dass es nicht so weit kommen muss. Die Menschen, die in Supermärkten hamstern, scheinen allerdings an einen zweiten Lockdown zu glauben. Und auch bei Twitter ist die Stimmung nicht ganz so optimistisch. Hier trendet unter anderem gerade #LockdownLieder.

Was denken Sie? Finden Sie Hamster sympathisch? Bereiten Sie sich auf einen möglichen zweiten Lockdown vor, wenn ja, wie? Schreiben Sie uns: absacker@rbb-online.de

4. Ein weites Feld...

Das Leben des Hamsters meiner Kindheitsfreundin nahm leider ein trauriges Ende. Er starb mutmaßlich an einer Überdosis. Nicht etwa - wie meine Freundin und ich lange dachten - aufgrund seines nicht zu bändigen Hungers auf Klopapierrollen. Im Erwachsenenalter beichtete der ältere Bruder meiner Freundin, dass eine Vergiftung mit dem Cannabis-Inhaltsstoff THC das Haustier dahingerafft haben könnte. Den genauen Unfallhergang möchte ich aus Pietätsgründen nicht schildern. Denn auch wenn ich das Tier hochgradig unsympathisch fand, so muss man dem Nager doch eines zugestehen: Charakter hatte er. R.I.P., kleiner Hamster.

Bleiben Sie gesund, Ihre Kira Pieper

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