Coronavirus in Brandenburg - Mehr als 2.000 von Quarantäne in Neustadt (Dosse) betroffen

Mo 09.03.20 | 20:35 Uhr
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Brandenburg, Neustadt (Dosse): Blick auf die Prinz-von-Homburg-Schule. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Video: Brandenburg aktuell | 09.03.2020 | Annette Dornieden/Hanno Christ | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Nach der Diagnose Covid-19 bei einer Frau in Neustadt (Dosse) müssen mehr als 2.000 Menschen vorsorglich zu Hause bleiben. Auch bei den beiden bestätigten Corona-Fällen in Südbrandenburg werden nun die Kontaktpersonen ermittelt.

Was Sie jetzt wissen müssen

Wegen eines Corona-Verdachts in Neustadt (Dosse) befinden sich zahlreiche Menschen in häuslicher Quarantäne. Über die genaue Zahl gibt es verschiedene Angaben. Während der Amtsdirektor der Stadt, Dieter Fuchs, auf rbb-Anfrage am Montagmittag zunächst von bis zu 5.000 Menschen sprach, die häuslich isoliert werden müssten, geht es laut Mitteilung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin vom Abend um maximal 2.250 Personen.

Wegen der Gefahr von Übertragungen mit dem neuartigen Virus blieben am Montag alle Schulen der Stadt geschlossen sowie Schulinternate und ein Hort. Auch die Amtsverwaltung mit knapp 30 Mitarbeitern sowie die Bibliothek bleiben geschlossen. Bis zum 17. März wurde für die Mitarbeiter Lehrer, Schüler und deren Angehörige häusliche Isolation angeordnet.

Infizierte Frau nahm an Treffen in Neustädter Internat teil

Die besonderen und sehr umfangreichen Maßnahme in Neustadt/Dosse waren angeordnet worden, weil Vertreter der Neustädter Schulen, des brandenburgischen Bildungsministeriums und der Stadtverwaltung während eines Treffens Kontakt zu einer Berliner Pferdezüchterin hatten, bei der später die Corona-Infektion nachgewiesen wurde. Auch Vertreter von Sportverbänden und eines Gestüts nahmen an dem Treffen teil. Die 19 Beteiligten warten noch auf ihre Testergebnisse. Zum Zeitpunkt des Kontakts am 2. März zeigte die Frau noch keine Symptome der Krankheit Covid-19.

Bisher sind in Brandenburg sechs Fälle der Krankheit bestätigt worden. Betroffen sind die Landkreise Oberhavel, Havelland, Teltow-Fläming, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz.
Außerdem wurde eine Frau positiv auf das Virus getestet, die in Berlin lebt, aber im Klinikum  Frankfurt (Oder) arbeitet.

Am Montagabend wurde bekannt, dass sich über die Berliner Ärztin eine Mitarbeiterin des Klinikums Frankfurt (Oder) mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat. Ein erster Test habe ein positives Ergebnis gebracht, teilte das Brandenburger Gesundheitsministerium mit. Allerdings müsse noch ein weiterer Test durchgeführt werden, um Gewissheit zu haben.

Insgesamt wurden 61 Kontaktpersonen der Berliner Ärztin in dem Frankfurter Krankenhaus getestet. Bei 53 habe sich der Virusverdacht nicht bestätigt, bei sieben Personen könne noch kein eindeutiges Ergebnis benannt werden, hieß es aus dem Ministerium.

Suche nach Kontaktpersonen von zwei Erkrankten im Süden

Nach den ersten beiden bestätigten Corona-Fällen in Südbrandenburg, einer Frau in Senftenberg und einem Mann aus dem Kreis Spree-Neiße, werden dort derzeit noch alle Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt.

Bei der Frau aus dem Oberspreewald-Lausitz Kreis soll es sich um etwa 20 Kontaktpersonen handeln, teilte das Gesundheitsamt des Landkreises am Vormittag mit. Die Frau aus Senftenberg habe sich höchstwahrscheinlich bei einer infizierten Person aus dem Landkreis Bautzen angesteckt. Das Gesundheitsamt sei nun dabei, alle Kontaktpersonen der Frau zu ermitteln. Die erkrankte Frau war am Sonntag postiv auf das Virus getestet worden. Sie soll sich am Abend zuvor auf einer privaten Feier aufgehalten haben. Sie ist den Behörden zufolge derzeit in häuslicher Quarantäne und wird dort medzinisch betreut. Auch alle identifizierten Kontaktpersonen müssen laut Gesundheitsamt in den kommenden zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben.

Bei dem zweiten mit dem Corona-Virus infizierten Südbrandenburger soll es sich um einen Mann aus dem Spree-Neiße Kreis handeln, der in Italien unterwegs war.

Nachdem zudem im Havelland ein Mann auf die Corona-Infektion positiv getestet wurde, sind auch dort zwei Schulklassen und einige Lehrer des Lise-Meitner-Gymnasiums in Falkensee in häusliche Isolation geschickt worden.

Keine Infektionen unter den Postdamer Schülern

Unterdessen hat sich bei der Potsdamer Schülergruppe, die nach einer Ski-Reise in Südtirol auf das neuartige Coronavirus getestet wurde, niemand infiziert. Das ist nach Angaben der Stadt das Ergebnis der Untersuchung aus dem Referenzlabor der Berliner Charité. Die Testergebnisse der 69 Jugendlichen, ihrer 22 Begleitpersonen sowie der zwei Busfahrer, die im Corona-Risikogebiet Südtirol unterwegs waren, seien negativ, hieß es am Montagnachmittag.

Damit ist den Angaben zufolge auch die häusliche Isolation aufgehoben. Alle Jugendlichen, Lehrer sowie Begleitpersonen können ihren Wohnbereich wieder verlassen und ab Dienstag auch wieder zur Schule gehen.

Die 93-köpfige Gruppe war am Samstagmorgen mit zwei Bussen von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes sowie des Klinikums Ernst von Bergmann in Empfang genommen worden und wurde dort getestet. Als präventive Maßnahme war vom Potsdamer Gesundheitsamt die häusliche Isolation angeordnet worden.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

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