Bereich rund um den BVG-Fahrer mit Faltterband abgesperrt (Bild: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Coronavirus - Busfahrer in Berlin verkaufen keine Tickets mehr – und Fahrgäste müssen hinten einsteigen

Berliner Busfahrer hatten sich besorgt über eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus geäußert, nun werden in Bussen keine Tickets mehr verkauft. Fahrgäste dürfen an Haltestellen nur noch durch hintere Türen ein- und aussteigen. 

Was Sie jetzt wissen müssen

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dürfen Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ab Donnerstag in Bussen nur noch hinten einsteigen. Die Busfahrer lassen die vorderen Türen an Haltestellen geschlossen, um sich selbst und auch Gäste vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervorgeht. 

Die Maßnahme hat zur Folge, dass in Bussen bis auf Weiteres keine Tickets mehr verkauft werden. Das bestätigte BVG-Sprecherin Petra Nelken rbb|24 auf Nachfrage. Zwischen den ersten Sitzen und der Fahrerkabine werde in den Bussen ein Flatterband als Absperrung gespannt. "Wir bitten die Fahrgäste, ihre Tickets per App oder an Automaten zu kaufen", sagte Nelken rbb|24. Die Fahrscheinpflicht bestehe weiterhin. 

Busfahrer wegen Ansteckungsgefahr besorgt

Nach Aussage Nelkens reagiert die BVG damit auf Sorgen der Busfahrer, sich durch den Kundenkontakt mit dem Virus zu infizieren. "Auf einigen Strecken haben unsere Fahrer länger als eine Stunde lang keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Das ist natürlich auch für Fahrgäste nicht optimal, um sich effektiv vor Infektionen zu schützen", sagte Nelken. Anders als U-Bahnfahrer bestünde bei den Fahrern von Bussen intensiver Kundenkontakt. 

Das neue Vorgehen habe die BVG vorab mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz als Aufgabenträger des Berliner ÖPNV als auch mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die den Aufsichtsratsvorsitz stellt, abgestimmt.

"Wir sind überzeugt, dass unsere Fahrgäste Verständnis für diese von Fachleuten empfohlene Maßnahme haben werden. Sie dient dazu, die Gefahr einer Ansteckung für Fahrgäste und Fahrpersonal einzudämmen. So wollen wir dazu beitragen, dass unsere Stadt auch in dieser schwierigen Phase mobil bleibt", erklärte BVG-Vorstand Rolf Erfurt. Über die Bildschirme in den U-Bahnen möchten die BVG zudem Verhaltensempfehlungen für Fahrgäste verbreiten, wie Husten und Niesen in die Armbeuge.

Sendung: Inforadio, 11.03.2020, 18 Uhr

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

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  • Wie kann ich mich anstecken?

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  • Wie kann ich mich schützen?

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42 Kommentare

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  1. 42.

    Wohl für jene eine ganz besonders schlechte Nachricht, die ab und an auf Hilfe angewiesen sind, wie Rollstuhlfahrer und Blinde.

  2. 40.

    Artikel 38 1. ich als Rentnerin habe kein 65Plus-Ticket bin auch nicht versorgt. Kann mir nur den Berlin Pass leisten. Sie fahren mit dem Auto und verpesten die Luft.
    2. in Marzahn schlechte Einkaufsmöglichkeiten usw. wir sind auf den Bus angewiesen. Auch sie werden mal alt sein. Wer weiß, was sie mal erleben müssen. Ohne Bus kommt hier Panik auf. Wir sind eine Ellenbogen Gesellschaft, jeder macht seine Wohnungstür hinter sich zu und will seine Ruhe haben. Wir haben keine DDR-Zeit mehr, wo jeder den anderen geholfen hatte. Prominente bekommen auch dieses Coronavirus ab. Fahren die auch mit dem Bus. S-Bahn, U-Bahn so voll. Die Menschen stehen dicht an dicht, können sich auch diesen Virus einfangen. Einige Promis haben diesen Virus plus auch bekommen. Auch ohne Bus. Busfahrer haben Angst diesen Virus abzukriegen. Den Virus kann sich der Busfahrer auch woanders einfangen.

  3. 39.

    " gab es in den Bussen eine geschlossene Fahrerkabine und einen Schaffner, der kassiert hat "

    so ist es , wurde aber alles aus Kostengründen abgeschafft , war aber besser als heute, der Busfahrer konnte nicht belästigt oder sogar angegriffen werden

  4. 38.

    Also wer erheblich gehbehindert ist,hat meist einen Schwerbehindertenausweis und wenn er oder sie BVG statt Auto fährt,hat dieser Personenkreis im Regelfall ein Beiblatt mit Wertmarke vom Versorgungsamt und braucht keinen gesonderten Fahrschein. Ansonsten ist einfach mal Unterstützung angesagt. Redet miteinander,z B. mit Nachbarn etc. darüber,wer einem BVG-Tickets mitbringen kann. Viele Rentner haben auch das 65Plus-Ticket und sind versorgt. Und alle, die jetzt nicht unbedingt die Öffis nutzen müssen,sollten es lassen. Gerade die ältere Generation,die ja den Medizinern zufolge besonders gefährdet ist.

  5. 37.

    Ich finde die Massnahmen ok, aber wie soll ein Gehbehinderter oder alter Mensch sich einen Fahrschein
    besorgen wenn in der ganzen Umgebung keine verkauft werden ?

  6. 36.

    Danke! Darüber rege ich mich schon den ganzen Tag auf. Das wäre einfach mal ne sinnvolle kleine Maßnahme!

  7. 35.

    Keine Sorge,die Personen die ich mitnehme kenne ich sehr gut. Da bin ich weniger gefährdet als beim einkaufen oder beim Besucherkontakt am Arbeitsplatz.
    Aber mal ehrlich, wenn JEDER die Ansteckungsgefahren in seinem persönlichen Umfeld bestmöglichst minimiert,sollten wir doch auf einem guten Weg sein.

  8. 33.

    Mal ehrlich: das wissen selbst sehende Menschen nicht immer - noch Fragen?
    Aber die Fahrer helfen gerne - ich denke, in dieser Situation gehen sie damit noch sensibler um, oder für wie unreflektiert erachten Sie die, die Sie durch die Stadt kutschieren?

  9. 32.

    Was für eine Schikane! Bei der dünnen Struktur von Fahscheinautomaten ist es eine Zumutung- besonders für Menschen ohne Smartphone - weiter an den Beförderungsbestimmungen festzuhalten. Hör wäre als Ausnahme der 0-Tarif angesagt. Einfach auf Apps oder Automaten zu verweisen hat nichts mit Kundeorientierung zu tun.

  10. 31.

    Vielleicht sollte mal darüber nachgedacht werden die Türen der U-Bahnen und S-Bahnen auch automatisch zu öffnen oder ist das nicht so wichtig sondern nur für Einhaltung der Takte

  11. 30.

    "Ich fahre weiter Auto und nehme Kollegen mit."

    Das lassen Sie mal nicht unsere besorgten Bürger hören. Wird sicher als nächstes verboten. (Außer jeder Mitfahrende hält zu den anderen einen Meter Abstand.)

  12. 29.

    Sie scheinen ja hier der größte Panik und hysterik Mensch zu sein, denen wir diese ganzen schlimmen Maßnahmen zu verdanken haben.
    Einfach mal richtig informieren was 14 Tage Ferien von allen wirklich bedeutet, danach können wir unser komplettes Leben vergessen.
    Und damit wird noch viel mehr Schaden angerichtet als durch diesen Virus.
    Wenn sie also lieber in der Steinhöhle wohnen wollen, dann immer weiter mit der Panik.
    Infiziert heißt übrigens gar nichts, bei den meisten flutsch das einfach durch, ganz wenige werden davon krank und ganz ganz wenige werden sehr krank davon.

  13. 27.

    Hat sich noch nicht rumgesprochen, aber so geht's doch auch.
    Beaser als wenn plötzlich der ÖPNV eingestellt würde...

  14. 26.

    Na wenn sowieso alle hinten einsteigen, dann kann ich mich doch gut an die Regeln halten und vorne einsteigen, dann ist das Ansteckungsrisiko geringer. Ausserdem sollte die BVG überlegen nur noch virtuelle Busfahrer*innen einzusetzen! Und natürlich bei den U-Bahnen nur noch hinten einsteigen lassen im letzten Abteil! Da wirds dann kuschlich eng auf dem Bahnsteig und im Zug. Ach ja kürzere Taktzeiten wären auch sinnvoll gegen die vollen Bahnsteige.

  15. 25.

    In Berlin tun sie wenigsten was, auch wenn die Maßnahmen sicher zu wenig sind. In Regensburg fahren wir rum als gäbe es gar keine Corona Virus. Desinfektionsmittel, Fehlanzeige. Ich komme mir vor als gehe ich jeden Tag zum Himmelfahrtskomanto. Weil die Herren Vorgesetzten keine Eier in der Hose haben um Entscheidungen zu treffen. Ich versuche seit diesem Montag die vordere Tür geschlossen zu halten, im Alleingang so zu sagen und ernte Unverständnis. Man glaubt nicht wieviel Dummheit unterwegs ist

  16. 24.

    Und nach zwei Wochen ist dann das Virus weg oder kommt nie wieder nach Deutschland, weil es hier so langweilig ist und keiner mit ihm spielen will?


  17. 23.

    Ist denn schon 1. April?

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