Corona-Maßnahmen an Berliner Unis - Semester verschoben, Konferenzen abgesagt, TU-Bibliothek zu

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird an den Berliner Unis der Semesterstart verschoben, für Rückkehrer aus Risikogebieten wurde Quarantäne angeordnet; Konferenzen werden bis Juli abgesagt. Außerdem wird es schwer, an Bücher zu kommen.
Berlin hat den Start des Sommersemesters für Studenten und Lehrkräfte an den Unis der Stadt wegen der Ausbreitung des Coronavirus um zunächst eine Woche verschoben.
Der Beginn des Semesters sei nunmehr am 20. April geplant, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Mittwoch mit. Sollte es notwendig sein, werde dieser Termin gegebenenfalls noch weiter verschoben. Es werde eine ständige Task Force unter Leitung des Staatssekretärs Steffen Krach geben.
Neben der Verschiebung des Semesterstarts verkündete der Berliner Senat auch die sofortige Absage von Konferenzen, Tagungen und Veranstaltungen der Unis und Hochschulen des Landes bis zum 20. Juli. Sogenannte Präsenzveranstaltungen, also Konferenzen oder Tagungen und Vorträge mit Teilnahmepflicht, wurden auch abgesagt.
TU Berlin plant Online-Prüfungen
Wissenschaftler und Studierende der Unis seien aufgefordert, sich in häusliche Quarantäne zu begeben, wenn sie sich zuletzt in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Dienstreisen der Hochschulbeschäftigten in diese Risikogebiete würden nicht mehr genehmigt.
Die Technische Universität Berlin teilte mit, sie plane wegen der Corona-Pandemie in den nächsten Wochen Online-Prüfungen. "Wir bauen dabei auf die Ehrlichkeit der Studierenden", sagte TU-Präsident Christian Thomsen der Nachrichtenagentur DPA. Natürlich gebe es für die Uni keine absolute Sicherheit, dass nicht Freunde oder Eltern die Klausuren am Computer schrieben. "Aber auch bei normalen Klausuren wird geschummelt", ergänzte Thomsen. Vielleicht würden Online-Klausuren ein bisschen schwerer ausfallen, weil mehr Hilfsmittel greifbar seien. "Aber mit null Kenntnis kommt man auch mit mehr Hilfsmitteln nicht durch", sagte der TU-Präsident. Denn die zeitliche Begrenzung für die Prüfungen bleibe.
Bibliothek der TU schließt, Staatsbibliothek wohl weiter offen, FU macht macht keine Angaben
Für das Sommersemester plant die TU Online-Vorlesungen, falls der Semesterstart wegen der Infektionsgefahr erneut verschoben werden sollte. Zudem teilte die TU mit, dass die Bibliotheken und PC-Pools der Uni ab Donnerstag auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben. Diese Maßnahmen habe der TU-Krisenstab beschlossen, hieß es, um ein weiteres Ausbreiten des Corona-Virus zu verhindern. Während der Schließung ab Donnerstag müssten die Nutzer für die ab da dann überfälligen Rückgaben keine Mahngebühren entrichten.
Die Staatsbibliothek und die Bibliothek der Humboldt Universität erklärten, dass ihre Einrichtungen vorerst geöffnet bleiben. Die Freie Universität hatte telefonisch keine Angaben gemacht. Die Schließung der Bibliotheken der TU kam am Mittwoch überraschend und widersprach in ihrer Konsequenz dem zuvor veröffentlichten Coronavirus-Plan des Senats, der ausdrücklich die weitere Offenhaltung der Bibliotheken angekündigt hatte.
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