Reisende aus Risikoländern - Berlin plant Corona-Teststationen am ZOB und Hauptbahnhof

Fr 31.07.20 | 15:38 Uhr
Busbahnhof Zentraler Omnibusbahnhof Berlin ZOB
Video: Abendschau | 30.07.2020 | Nachrichten | Bild: rbb

Nach den Flughäfen plant Berlin nun auch an zwei der wichtigsten Fernreise-Bahnhöfe Corona-Teststationen. Am Donnerstag beging Gesundheitssenatorin Kalayci mit Partnern erstmals den Zentralen Omnibusbahnhof - auch der Hauptbahnhof soll folgen.

Die Berliner Gesundheitsverwaltung plant am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eine Corona-Teststation einzurichten. Das bestätigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem rbb am Donnerstag am Rande einer ersten Vor-Ort-Begehung. "Wir haben gerade Reisezeit und wollen für Menschen, die aus Risikoländern kommen, hier direkt eine Testmöglichkeit schaffen", sagte Kalayci.

Die Station soll auf dem Parkplatz an der Soorstraße hinter dem ZOB entstehen. Am Freitag teilte ein Sprecher mit, bereits Anfang kommender Woche solle die Teststation den Betrieb aufnehmen. Man müsse noch auf konkrete Vorgaben des Bundes warten, hatte Kalayci dem rbb am Donnerstag gesagt. Noch sind die Tests freiwillig.

Im Laufe der kommenden Woche wird eine Anordnung der Bundesregierung erwartet, die diese zur Pflicht macht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag gesagt, er werde "eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen".

Täglich erreichen 300 Menschen aus Risikoländern Berlin per Bus

Kalayci sagte am Donnerstag, die Busse aus Risikogebieten sollen am ZOB in einem separaten Bereich an der Soorstraße ankommen, "und die Menschen sich dann hier direkt testen lassen können". Täglich würden etwa 300 Menschen aus entsprechenden Risikoländern Berlin per Bus erreichen. Am ZOB kommen Busse aus Serbien, Nordmazedonien oder Bosnien-Herzegowina an - Länder, die auf der Liste mit Risikogebieten des Robert Koch-Instituts geführt werden.

Koordinator der Teststation wird wie bereits beim Corona-Behandlungszentrum auf dem Messegelände der frühere Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr und Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), Albrecht Broemme, sein. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) soll die Teststation betreuen. Vertreter der KV und des THW waren bei der Begehung ebenso dabei wie Broemme.

Wie der rbb erfuhr, soll auch am Hauptbahnhof so schnell wie möglich eine Teststation eingerichtet werden. "Aktuell suchen wir nach geeigneten Räumlichkeiten und Flächen am
Berliner Hauptbahnhof, damit das Land die angekündigten Corona-Tests wie gewünscht durchführen kann", hieß es von der Deutschen Bahn. Allerdings hatte der Konzern vorige Woche mitgeteilt, dass es keine direkte Bahnverbindung aus Risikogebieten nach Deutschland gebe.

Dennoch soll es auch hier eine Teststation für ankommende Reisende geben, die Kassenärztliche Vereinigung soll dabei die Abstriche vornehmen, bestätigte die KV dem rbb. Getestet wird aber weiterhin auch bei den Hausärzten.

Tests an den Flughäfen

An den Berliner Flughafen sind bereits in dieser Woche die ersten Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf das Coronavirus getestet worden. Am Mittwoch waren Corona-Tests am Flughafen Tegel gestartet, mit einem Tag Verspätung hat am Freitag auch auf dem Flughafen Schönefeld die Teststelle der Charité die Arbeit aufgenommen.

Die Tests für Einreisende aus Risikoländern sind kostenlos und zurzeit freiwillig. Wer kein negatives Ergebnis vorlegen kann, muss in eine zweiwöchige Quarantäne. Das Testangebot richte sich ausschließlich an Rückkehrende, die keine Krankheitssymptome zeigen. Reisende mit Symptomen können sich nicht am Flughafen testen lassen, sondern sollen sich laut Senat direkt telefonisch beim zuständigen Gesundheitsamt melden.

Sendung: Abendschau, 30.07.2020, 19.30 Uhr

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