,Corona Teststelle des Deutschen Roten Kreuz in der Soorstraße am ZOB Zentraler Omnibusbahnhof (Quelle: imago/Stefan Zeitz)
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Kapazitäten zu 80 Prozent ausgelastet - Zahl der Corona-Tests in Berlin deutlich gestiegen

Noch vor Einführung der Testpflicht für Reiserückkehrer ist die Auslastung der Laborkapazitäten in Berlin auf 80 Prozent gestiegen. Der Vorstandsvorsitzende der Fachgemeinschaft "Akkreditierte Labore in der Medizin" warnt vor einer Überlastung.

Bereits in den Wochen vor dem Start der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist die Zahl der Coronavirus-Tests in Berlin signifikant gestiegen.

Mehr als 46.000 Menschen wurden allein in der 32. Kalenderwoche bis zum 9. August getestet, etwa 37.000 in der Woche zuvor. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung auf eine parlamentarische Anfrage hervor, die der dpa am Samstag vorliegt. Von Ende Juni bis Ende Juli hatte die Zahl der Tests pro Woche demnach relativ konstant bei um 30.000 gelegen.

Die gesamten Kapazitäten in Berlin sollen bei 56.942 Tests liegen, wie Oliver Fey, Sprecher der Berliner Gesundheitsverwaltung, rbb|24 Recherche mitteilte. Diese Testmöglichkeiten wären nun bereits zu 80 Prozent ausgelastet.

ALM-Chef Müller: Belastungsgrenze bei 80 Prozent

Die Berliner Gesundheitsverwaltung meldete zuletzt auch einen schnelleren Anstieg der Corona-Fälle mit 556 Neuinfektionen allein in der vergangenen Woche. Ob dieser Anstieg etwas mit der Zunahme der Testkapazitäten zu tun hat, dazu hat sich die Verwaltung bislang nicht geäußert. Bekannt ist aber, dass zwischen dem 4. und dem 11. August mehr als 50 Prozent aller Neuinfektionen bei Reiserückkehrern festgestellt wurden.

In Berlin werden Corona-Tests in elf medizinischen Laboren ausgewertet. Die Auslastung stieg zum Teil auf bis zu 80 Prozent. Diesen Wert hatte der Vorstandsvorsitzende der Fachgemeinschaft "Akkreditierte Labore in der Medizin" (ALM), Michael Müller, als Belastungsgrenze bezeichnet - 20 Prozent seien eigentlich als Reserve freizuhalten, um Engpässe zu vermeiden. Wie sich die Auslastung nun in den kommenden Wochen entwickelt, ist ungewiss: Einerseits dürften viele Reisende nach dem Ende der Sommerferien bereits aus dem Urlaub zurückgekehrt sein. Dennoch könne die Testpflicht für Reiserückkehrer die Labore zusätzlich unter Druck setzen.

In der rbb-Abendschau hatte ALM-Chef Müller deshalb am Dienstag gefordert, wieder gezielter zu testen, und die Labore zu entlasten. In einer Pressemitteilung warnte die ALM zuvor, dass die "immense Zunahme des Testgeschehens" viele Labore an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht habe, trotz der "im internationalen Vergleich sehr hohen" Testkapazitäten. Die Lieferungen von Geräten und Testmaterialien aus der In-vitro-Diagnostika-Industrie seien begrenzt und rationiert.

Grippesaison bringt zusätzliche Arbeit für Labore

Die Politik dürfe daher keine unrealistische Steigerung der Corona-Testungen versprechen. "Für die Versorgung symptomatischer Patienten, in Krankenhäusern und Pflegeheimen und bei der so entscheidenden Aufdeckung der Infektionsketten könnten diese Ressourcen am Ende fehlen", betont Müller.

Die urlaubsbedingte Testwelle könnte laut Müller zwar schnell abebben. Doch der Immunologe sieht schon ein weiteres Problem kommen: "Die kommenden Monate beinhalten September, Oktober und November, das wird die nächste Erkältungs- und Grippesaison sein. Da ist es extrem wichtig, nochmal darüber nachzudenken, ob wir uns fokussieren", so Müller. "Dann kommt neben der Besorgnis mit Sars-Cov-2 infiziert zu sein noch das Thema Influenza und Erkältungsviren, also das, was uns normalerweise in der Diagnostik beschäftigt und das geht dann nebeneinander."

Sendung: 15.08.2020, 14 Uhr

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38 Kommentare

  1. 38.

    Bitte bitte sagen sie das bei ihrem nächsten Restaurant Besuch doch mal dem Besitzer....oder noch besser wenn sie essen bestellen und sich nach Hause liefern lassen .... bitte den Spruch vor der Bestellung.

  2. 37.

    Ich kenne keine Gastronomie, die noch geschlossen ist, außer Clubs. Selbst der Elbschlosskeller ist geöffnet. Und ja, ich kenne fast nur noch arabische Italiener. Und auch Sie wissen, wie es eigentlich in der Branche zugeht. Bin NGG Mitglied, da sieht man viel...

  3. 36.

    Wir wissen aber auch, daß kaum noch einer zur Vorsorge geht und Nachsorge ebenso flach fällt. Von welchen Tests reden wir? Und wenn, wie bei Masken, alles aus China kommt, ist das kombiniert mit deutscher Kurzarbeit halt tödlich.

  4. 35.

    Zitat Prof Lauterbach auf Twitter:
    "Für Reiserückkehrer wären preiswerte schnelle RT-LAMP Tests ausreichend genau genug gewesen. Oder gepoolte PCR Tests. So wären Kosten nur ein Bruchteil so hoch, Ergebnisse schneller"
    Richtig!
    Also, warum wird das nicht gemacht und warum wird das nicht medial thematisiert bzw auch dort gefordert???

  5. 34.

    Frage an den RBB:
    Wird in Berlin, oder D schon mit Pool-Tests (zb 10 Proben gleichzeitig, wenn positiv dann Einzeltest) gearbeitet?
    Lt. Prof Lauterbach, der das auch fordert, nicht!
    Wenn das stimmt, wäre es unfassbar Dumm, mit Pool-Tests würden Kapazitäten gespart und Qualität gesteigert!

  6. 33.

    ....immer noch nicht aufmachen seit März mit keiner Idee wann es denn vielleicht mal weitergeht.

    Uns Sie erzählen von kriminellen und Clans etc. Hinter den so vielen Café, Bars, Restuarants und Clubs stecken Familien, die hart und ehrlich arbeiten.



  7. 32.

    Ich finde diese Aussage so dermaßen daneben und dreist. Ich bin auch Gastronomin und wie viele andere halte ich mich sehr genau an die Regeln. Sicherlich gab es einige die sich die Sofort Hilfe erschlichen haben, aber ob diese Menschen Gastronomen oder andere Selbständige waren, wissen auch Sie nicht.
    Und ja es geht uns um die Kohle. Die Kohle um unsere Mieten zu zahlen, Essen zu kaufen, Schulsachen für die Kinder, Strom, Gas, Telefon, GEZ, Sozialabgaben für die Arbeitnehmer, Arbeitnehmer, Gema, Müllabfur, Berufsgenossenschaft, Umsatzsteuer.
    Das ist unsere Existens! Übrigens oft auch für eine ganze Familie, weil man z.B. das Restaurant mit dem Ehemann leitet.
    In meinem Fall habe ich 11 Jahre in diese Gastronomie inwestiert und gearbeitet als sei ich bescheuert und jetzt .....
    In dem Fall von meiner Mutter, die auch Gastronomin ist, hat sie 27 (!!) Jahre in Ihre Gastronomie gesteckt und darf immer noch nicht aufmachen seit März mit keiner Idee wann es denn vielleicht mal...

  8. 31.

    Das liegt m.E. an den Partyleuten in Urlaubsgebieten,die mit ihrem Verhalten natürlich in der Berichterstattung gelandet sind. Die Urlauber,die sich an die Regeln gehalten haben,wurden kaum gezeigt. Wer z.B. nach Mallorca geflogen ist,nur um Party zu machen,hat allen nur geschadet und mit seinem Urlaub dort nicht dazu beigetragen,dass die Inselbewohner doch noch was von der Saison haben. Dazu kommt,dass sich dort wie hier leider nicht alle Gastronomen an die Regeln halten und somit den Kollegen schaden,die das Hygienekonzept strikt umsetzen. Und ansonsten finde ich,über Tests und Auflagen für Reiserückkehrer hätte man vor den Lockerungen Konzepte haben müssen und auch gleich testen,nicht erst zum Ende der Ferien.

  9. 30.

    Öhm, Sie wissen auch, dass so ein Labor nicht hauptsächlich mit Corona Tests beschäftigt ist? Und dass Testkits, Automatenkapazität und Personal begrenzt sind?

  10. 29.

    Das stimmt aber ich habe mich auch nur auf meine Situation bezogen ,hinsichtlich des Urlaubs Zuhause.
    Während des Lockdowns habe ich die ganze Zeit im Homeoffice gearbeitet und mir von unserem Italiener oft Essen liefern lassen. In meinem "Heimaturlaub" hatte ich frei und hab das genossen. Ausschlafen ,raus - und hingehen/fahren wo ich wollte. Meist in die Natur,in Zeiten wo nicht soviele unterwegs waren.Jeder muss in diesen Zeiten zusehen,wie sein Leben am besten organisiert,ohne sich und anderen zu schaden. Das sollte aber immer gelten und nicht nur während der Pandemie.


  11. 28.

    Ich möchte noch Mal über die 80 % reden. Heutzutage ist es offenbar unüblich geworden, einfach zu arbeiten. Ggf. bis zur Belastungsgrenze. Oder, in Flaute-Zeiten halt weniger.

    Wenn wir/icke beim lockdown nur 80 % gearbeitet hätten, hättet ihr nur 80 % Süßkram und Eis essen können. Wenn alle so denken, entstehen überall Zulassungsstellen und Bürgerämter. Wo man Termine zu Weihnachten erhält.

    Natürlich kann ich als Labor gerade NICHT meine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, die Kunden warten lassen und mich vom Staat sanieren lassen, wie es unzählige Ärzte und Unternehmen machten.

    Und unsinnig Kapazitäten freihalten hat ja bei Krankenhäusern und Krebspatienten auch schon echt was gebracht...

    Einfach Mal arbeiten. Und zwar zügig. Ohne Murren und Knurren.

  12. 27.

    Gastronomen und Clubbesitzer "empfinden" nicht, denen geht's nicht um Gefühle, sondern um Kohle! Und die Hälfte des noch verdienten oder vom Staat bezogenen Geldes geht da regelmäßig an den Cousin von dem arabischen oder italienischen Beschützer, der dich seit Geschäftseröffnung um dessen Geldangelegenheiten kümmert.

    Bitte also keine mitleidsheischenden Aussagen hier.

    Deutschland kann auch mit der Hälfte der Restaurants und mit 10 % der Clubs überleben.

    Gesundschrumpfen heißt das Zauberwort. Betonung auf BEIDEN Wortteilen.

  13. 26.

    Ich glaube, dieses Rumgehacke auf Urlauber kann allmählich aufhören. Demos, Partys, volle Strände, alles in Deutschland Ignoranten, die einem im Geschäft ohne Maske fast in den Einkaufskorb kriechen. Macht man sie auf ihr Verhalten aufmerksam, wird gepöbelt. Ich glaube, ein verantwortungsvoller Urlauber schützt sich und andere mehr, als die, denen der Aluhut verrutscht ist.

  14. 25.

    Tja das empfinden der Einschränkungen ist ja relativ.
    Ich glaube Gastronomen, clubbesitzer, Musiker usw. könnten das etwas anders sehen.

  15. 23.

    Dem schließe ich mich vollumfänglich an! Wir haben unseren Urlaub in diesem Jahr auch zu Hause verbracht. An die, die immer mit dem Argument kommen, das liebe Geld wäre ja futsch, wenn man die lange gebuchte Reise storniert: Das Geld ist doch so oder so weg, man fährt nur eben nicht. Oder bekommt man etwa sein Geld zurück, wenn man die Reise antritt? Dann kann man ja gleich den Test bei der Rückkehr davon bezahlen. Daumen hoch...

  16. 22.

    Wie genau soll man sich mit Erkältungskrankheiten und Grippe anstecken, wenn man bei Zusammenkünften eine Maske trägt und sich sonst die Hände wäscht und Abstand hält (und nicht das gleiche kaltgespülte Glas benutzt). Wie soll das gehen? Ich hatte jedenfalls keine Erkältung seit letztem Jahr. Und ich fang sonst alles ab. Aber mit Maske und Abstand und dem Händeschüttelnverbot schwierig.
    Dann wüsste ich noch gerne, wieso hier 2 Kommentatoren immer von ANGST sprechen.

    Wer hat Angst vor - nein, nicht diesem Mann, sondern vor Corona?
    Was genau ist Angst?

    Ich habe KEINE Angst. Aber ich will nicht mit Löchern in den Socken zum Schuhekaufen, ich will nicht mit Fleck auf dem Hemd zur Vorstandssitzung, ich will nicht tanken, wenns am teuersten ist, ich will nicht nen Schädel haben von schlechtem Gesöff und ich will keine vermeidbare ansteckende Krankheit haben.

    Also achte ich auf Socken, Hemd und Benzinpreise, trinke keinen Fusel. Und vermeide Ansteckungen. Fertig.

  17. 21.

    Bei einer Fehlerquote von einem Prozent bedeutet dies, dass in der 32. Kalenderwoche 460 Personen "falsch positiv" getestet wurden. Tut mir Leid für die Leute, die deshalb in Quarantäne mussten.

  18. 19.

    Unruhige Zeiten, fürs verreisen und überhaupt.
    Als ich in der Abendschau die Schlange zum Coronatest gesehen habe,nachdem die Rückkehrer die Teststation endlich gefunden haben,wurde mir nochmal klar,dass ich alles richtig gemacht habe. Nämlich dieses Jahr Urlaub Zuhause- in Berlin. Viel entspannter und ohne die Sorge,vllt irgendwo wegen Corona festzusitzen. Und sollte es mich erwischen,dann bitte hier.
    Bisher hatte ich Glück und ob ich seit März COVID19 symptomlos hatte ,weiß ich ja nicht. Bin weiterhin vorsichtig und lebe mein Leben privat und am Arbeitsplatz trotzdem weiter. Sooo viele Einschränkungen gibts ja nicht mehr und nun hoffen wir mal,dass uns Schlimmeres erspart bleibt.

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