Symbolbild: Eine Frau wird am 29.04.2020 in Bry Sur Marne gegen die Grippe geimpft. (Quelle: imago images/Aline Morcillo)
Audio: Inforadio | 10.11.2020 | Nina Amin | Bild: imago images/Aline Morcillo

20.000 Impfungen pro Tag möglich - Berlin bekommt sechs Corona-Impfzentren

Die Vorbereitungen auf die Corona-Schutzimpfungen in Berlin werden immer konkreter: Im nächsten Jahr sollen sechs Impfzentren mit je 15 Impfplätzen entstehen. Mit deren Einrichtung und Koordination wird erneut Albrecht Broemme betraut.

In Berlin soll es im nächsten Jahr sechs Impfzentren geben. Das teilte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Senats mit. Die Standorte stünden derzeit noch nicht fest. Ein Sprecher der Berliner Gesundheitsverwaltung sagte dem rbb am Dienstag, ein Standort auf dem Messegelände sei "eine Möglichkeit". "Wir sind rechnerisch zu dem Ergebnis gekommen, dass wir sechs Impfzentren in der Stadt brauchen würden, die je 15 Impfplätze haben", erklärte Matz. Das System sei aber flexibel.

Erneut Albrecht Broemme mit Einrichtung beauftragt

Je nach Bedarf und den Möglichkeiten des Standorts könne sich sowohl die Zahl der Zentren als auch die der Impfplätze ändern. Der Senat geht davon aus, dass dort künftig 20.000 Menschen pro Tag geimpft werden können. Es sei noch unklar, wann der Bund den Impfstoff liefern könne. Die Impfung sei freiwillig. "Wir bereiten uns jetzt erst einmal darauf vor, dass wir zum Beispiel 400.000 Menschen impfen könnten in einer ersten Phase, wobei der Impfstoff so ist, dass er zweimal verimpft werden muss. Und nach dem, was man uns dazu gesagt hat, im Abstand von drei Wochen." Wo genau der Impfstoff in Berlin gelagert werden wird, bleibt derweil gehei.

Als Projektleiter ist Albrecht Broemme verantwortlich, der langjährige Präsident des Technischen Hilfswerks. Er war Ende 2019 in den Ruhestand gegangen und hatte im Frühjahr das Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten auf dem Messegelände aufgebaut und dafür das Verdienstkreuz 1. Klasse erhalten. "Er ist mit Planern unterwegs und schaut sich verschiedene Gebäude an, in denen möglicherweise Impfzentren realisiert werden können", sagte Matz.

Impfstoffe sollen durch Hersteller oder Bundeswehr geliefert werden

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hatte sich am Freitag gemeinsam mit Bundesminister Jens Spahn (CDU) auf ein einheitliches Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt. Demnach soll der Bund die Impfstoffe beschaffen und finanzieren, während die Länder Impfzentren einrichten. Geplant ist den Absprachen zufolge, dass die Impfstoffe durch die Bundeswehr oder durch die Hersteller angeliefert werden. Der Bund übernimmt der Vereinbarung zufolge die Hälfte der Kosten für die Impfzentren.

Die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern gehen davon aus, dass ein Impfstoff nach dessen Zulassung anfangs nur begrenzt zur Verfügung steht. Geimpft werden sollen zunächst ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen, dann Pflegekräfte sowie Mitarbeiter in Gesundheitsämtern, Polizei und Feuerwehr, Schulen und Kitas.

Ein effektiver Corona-Impfstoff in Europa und den USA ist zuletzt in greifbare Nähe gerückt: Als erste westliche Hersteller haben das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer am Montag vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Studie veröffentlicht.

EU-Kommission: Vertrag über Biontech-Impfstoff ist fertig

Den Menschen in Europa soll der vielversprechende Corona-Impfstoff schnell nach einer Zulassung zur Verfügung stehen. "Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen", bestätigten Kommissionskreise am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Der Vertrag ist in trockenen Tüchern." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Deutschland möchte bis zu 100 Millionen Dosen erhalten. Damit sei die Bundesregierung in den Gesprächen in der EU angetreten, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Für eine Immunisierung sollen zwei Impfdosen pro Person nötig sein.

Sendung: Abendschau, 10.11.2020, 19:30 Uhr

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22 Kommentare

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  1. 22.

    Was ihr hier alle so scharf auf eine neuartige, wahrscheinlich unausgegorene Impfung seid?? Ich werde mich ganz sicher nicht am Anfang impfen lassen, kein Bock darauf menschliches Versuchskaninchen zu sein... So sehr wie darauf gedrängt wird endlich einen Impfstoff zu haben, wäre mir das viel zu heikel, dass doch irgendwo Unfug getrieben wurde bei der Entwicklung,,,

  2. 21.

    Unser Bundes-Gesundheits-Minister, Hr. Spahn möchte bis zu 100 Millionen Impfdosen erwerben. Er geht also davon aus, das sich weniger als 50 Millionen Menschen impfen lassen. Berlin möchte in der 1. Phase gern 400.000 Menschen impfen an 6 Orten mit je 15 Plätzen ? 2. Impfung 3 Wochen später ?
    400.000 Impfungen ÷ 90 Impfplätze ÷ 21 Tage ÷ 16 Stunden = Tadah sportlich !
    13, 22 Impfungen pro Platz pro Stunde oder 4,38 Impfungen pro Minute . In 2 Schichten. 2x 3 Wochen = 42 Tage lang ! - Und die dann noch 3,1 Millionen nicht geimpften ? - Personalprobleme ?

  3. 20.

    Die Unvernunft und Ungeduld mancher Zeitgenossen wird nicht mit den ersten Impfungen enden und ob,ab wann und wie lange der Schutz dieser Impfung hält,muss sich ja auch erst noch zeigen. Der Hyp um diesen ersten Impfstoff ,ausgelöst durch die Pressekonferenz von Herrn Spahn ist der reinste Irrsinn. Die Impfdosen müssen ja erst noch hergestellt werden,völlig unabhängig von der dann erforderlichen Logistik und Organisation. Die Impfung ist genauso freiwillig,wie die Impfung gegen die Grippe und die ist jährlich erforderlich. Wir alle sollten uns darauf einstellen,dass das COVID19-Problem noch längst nicht vorbei ist.
    Wenn man sich darüber klar ist,wird die Enttäuschung nicht so groß,wenn man feststellt wielange das alles noch dauert.

  4. 19.

    Ich brauche keine Impfung, weder gegen Grippe noch "Corona". Ich finde das alles übertrieben, nur Weicheier die ständig zum Arzt rennen. Viel Spaß beim Placebo.

  5. 18.

    Ärzte, Pfleger und Risiko Gruppen sollen ja als erste die Möglichkeit haben sich impfen zu lassen.... also freiwillig.... aber dann bitte alle brav weiter Maske tragen bis der Rest auch geimpft wurde ... das wird ein Spaß, wenn die sich aufregen, weswegen alle Maske tragen müssen, das sie keine Maske mehr tragen wollen.... sin€ ja immun :D

  6. 17.

    Eben....die die es am nötigsten haben. Die anderen später. Wie soll es denn sonst laufen?

  7. 16.

    Sie müssen sich doch nicht impfen lassen wenn sie Bedenken haben?!

  8. 15.

    "Glaubt hier wirklich irgendjemand, dass er seine Dosis vor Ostern eventuell bekommt?"
    Nein,dazu ist noch viel zu viel vorzubereiten und gerade erst geht es ja wohl auch in der EU und dann in Deutschland um die vertraglichen Verhandlungen.Für die ersten Gruppen wird da vermutlich frühestens Mitte des Jahres was passieren und dann darf man nicht vergessen,dass jeder im Abstand von 3 Wochen 2x geimpft werden muss. Vorläufig werden wir die Schutzmaßnahmen nicht los,es sind auch noch viele Fragen offen,was die Wirksamkeit des Impfstoffs betrifft.

  9. 14.

    "... und außerdem würde ich mir wünschen, wenn Frau Bundeskanzlerin, der Herr Drosten, der Herr Spahn und der Herr Lauterbach sich öffentlichkeitswirksam impfen lassen würden."

    Und dann werden gewisse Zeitgenossen natürlich nicht herumkreischen: "Guckt mal, die feinen Herrschaften drängeln sich vor! Was für Charakterschweine!" - Würden die genannten Personen nicht voranschreiten, hieße es natürlich von den gleichen Leuten: "Guckt mal, die haben Angst und halten sich von dem Teufelszeug fern!" Und dieses Verhalten wäre dann einer dieser "Beweise" für die Gefährlichkeit des Impfstoffs, wie sie haufenweise durch die asozialen Medien schwirren.

  10. 13.

    Glaubt hier wirklich irgendjemand, dass er seine Dosis vor Ostern eventuell bekommt? Zuerst die Regierung, Geheimdienste, Polizei, Militär, Krankenhäuser, Verwaltung und dann kommt vielleicht Peter und Claudia. Träumt mal weiter.

  11. 12.

    Es wird über den Coronaimpfstoff wer was wann wie so geredet, so wie wenn ich einen großen Lottogewinn verteilen würde, denn ich noch nicht habe. Ein Impfstoff wäre schon cool. Aber wenn er da ist, sollten sich erstmal alle Coronahysteriker impfen lassen und außerdem würde ich mir wünschen, wenn Frau Bundeskanzlerin, der Herr Drosten, der Herr Spahn und der Herr Lauterbach sich öffentlichkeitswirksam impfen lassen würden.

  12. 11.

    Sie haben meine volle Zustimmung.
    Wenn der Impfstoff erst mal verfügbar ist und die zu Impfenden Gruppen und die Impfstandorte feststehen,gibt es noch genug zu tun. Die Frage ist,wer soll denn impfen und ist dafür dann genügend Personal an allen Impfstandorten über eine längere Zeit vorhanden? Wer soll die Organisation ,Logistik und Terminvergabe für die Impfungen übernehmen.? Auch vor dem Hintergrund,dass innerhalb von 3 Wochen zu wiederholen sind. Zum BerlinScreening werden die Frauen in Berlin ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig von den entsprechenden Praxen schriftlich eingeladen. Die Krankenkassen zahlen und liefern die Daten für die Kontaktaufnahme. Die Teilnahme ist freiwillig und die Organisation aus meiner Sicht top. Wie das beim impfen laufen soll,muss man sehen. Wenn ich jetzt schon wieder Datenschutzbedenken höre,na ja.

  13. 10.

    Wenn sie wüssten wo überall Alumiumchlorid drin ist... besonders in Hygieneprodukten wovon sie bestimmt einige von nutzen.

  14. 9.

    Ist doch prima, das man jemanden nimmt der es nicht nötig hat sich zu profilieren.
    Schief geht immer was, egal wer da was organisiert.
    Aber impfen ist nun auch keine Herztransplantation.... und wenn es freiwillig ist wird es doch allen gerecht.
    Ich glaube aber, dass man in einige Länder nur mit Impfung reinkommen wird, also ist es nur bedingt freiwillig.
    Na schauen wir mal.

  15. 7.

    Wird bei diesem Impfstoff auch ein Wirkbeschleuniger mit Aluminiumchlorid benutzt? Ich vermute mal nicht oder? Das ist ja immer so ein Thema bei den Impfgegnern, entweder Impfen oder später Alzheimer...

  16. 6.

    Wieso ist der Standort unpassend?
    Solange die Pandemie andauert, werden wenig bis keine Messen stattfinden!
    Also ist doch das - nicht nutzbare - Messegelände ein fast idealer Standort mit guter Anbindung an verschiedenste Infrastrukturen!

  17. 5.

    Ich stimme Ihnen darin schon zu.
    Selbstverständlich ist es sinnvoll, schon sehr frühzeitig Strukturen aufzubauen, ohne dann bei einer tatsächlichen Verkaufsfreigabe improvisieren zu müssen. Deshalb wäre es u. a. auch Aufgabe der Medien, zwischen Beidem zu unterscheiden: a) Der Beginn der Erprobungsphase b) die Erlaubnis, einen Impfstoff auf den Markt zu bringen und im Vorgriff darauf schon frühzeitig Strukturen zu erschaffen.

    Das Alter des Beauftragten lässt auch bei mir Fragen aufkommen: Das Außerordentliche, was jetzt zu besorgen ist, lässt einen Lebenserfahrenen und all zu stark in einer Ordnung Befindlichen nicht unbedingt als die beste Wahl erscheinen.

  18. 4.

    Darum geht es mir, dass ist hier keine Katastrophe sondern planbar.Die Errichtungsphase dieses MessekrankenHauses hat trotzdem länger als vorgesehen gedauert.
    Und der Standort ist unpassend, Insbesondere weil keiner wusste wie lang das Ding benötigt wird.

  19. 3.

    Broemme hat den Job übertragen bekommen, weil er Ahnung von der Materie hat und es hier nicht darum geht sich "zu profilieren". Wohin Imkompetenz und Ahnungslosigkeit in Berlin in den letzten Jahren geführt haben...nun, Augen auf und durch diese eheemals schöne Stadt laufen

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