Risikogruppen und Daseinsvorsorge - Für wen die ersten Impfdosen in Berlin ausreichen sollen

Fr 04.12.20 | 17:29 Uhr | Von Birgit Raddatz
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Symbolbild: Impfdosen und spritzen zur Impfung vor gefährlichen Infektionskrankheiten. (Quelle: dpa/W. Grubitzsch)
Video: Abendschau | 04.12.2020 | C. Titze/A. Sundermeyer | Bild: dpa/W. Grubitzsch

Bisher ist zwar nicht klar, welche Gruppen genau als erstes geimpft werden sollen, ein Papier aus der Gesundheitsverwaltung legt aber nahe: 900.000 Impfdosen könnten für die besonders verwundbaren Gruppen ausreichend sein. Von Birgit Raddatz

Der Aufbau der sechs Impfzentren in Berlin ist in vollem Gang. Denn Mitte Dezember sollen sie fertig sein, damit es sofort losgehen kann. Voraussetzung dafür ist, dass ein Impfstoff bis dahin zugelassen ist und die für Berlin kalkulierten 900.000 Impfdosen auch ankommen.

Laut einem Papier der Gesundheitsverwaltung, das rbb|24 vorliegt, könnten alle Menschen aus sogenannten vulnerablen Gruppen, die das wollen, in einem ersten Schritt geimpft werden.

Dazu werden voraussichtlich alle Menschen gehören, die wegen ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Laut Zahlen des Statistischen Landesamts sind 386.884 Berlinerinnen und Berliner älter als 75 Jahre. Nicht beziffert sind Menschen, die eine Vorerkrankung haben. Hier fehlt bislang noch eine Definition der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Auch Supermarkt-Personal einberechnet

In einem ersten Schritt sollen auch Mitarbeitende von stationären und ambulanten Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Altenheimen und Arztpraxen geimpft werden. Ihre Zahl schätzt die Gesundheitsverwaltung auf mindestens 107.216. Hinzu kommen 70.767 Personen, die in "Bereichen der Daseinsvorsorge" arbeiten, beispielsweise im Supermarkt, und die "zur Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen" gebraucht werden, wie Mitarbeitende des Justizvollzugs.

Insgesamt sollen also laut den Berechnungen der Gesundheitsverwaltung in einem ersten Schritt 564.867 Menschen geimpft werden. Die Impfung bleibt dabei freiwillig und muss in zwei Schritten verabreicht werden.

Damit wären es mehr zu impfende Menschen als Impfdosen. Die Gesundheitsverwaltung zieht aber auch die Umfragen des ARD-Deutschlandtrends [tagesschau.de] aus dem November hinzu und wendet sie auf Berlin an. Dort gaben gut 70 Prozent der Menschen in Deutschland an, sich wirklich oder wahrscheinlich piksen zu lassen.

Impfzentren kosten 200 Millionen Euro

Bisher geht die Gesundheitsverwaltung davon aus, dass ab Frühjahr oder Sommer 2021 auch in Hausarztpraxen geimpft werden kann. Bis es so weit ist, muss das Land jedoch 200 Millionen für die Infrastruktur der Impfzentren aufwenden: den größten Teil für Bau- und Personalkosten sowie Logistik. Noch hofft das Land Berlin, dass der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt.

Sendung: Inforadio, 04.12.2020, 17:00 Uhr

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