Kälteeinbruch am Wochenende - Bezirk lässt Obdachlosencamp an der Rummelsburger Bucht räumen

06.02.2021, Berlin: Ein Bewohner des Obdachlosencamps verlässt das Camp in der Rummelsburger Bucht. Aufgrund der Wetterentwicklung hatte sich der Bezirk Lichtenberg für die Räumung entschieden (Quelle: dpa/Paul Zinken)
ZB
Video: rbb|24 | 06.02.2021 | Material: Morris Pudwell | Bild: ZB

Eines der größten Obdachlosencamps Berlins wurde in der Nacht auf Samstag geräumt. Die zuständige Bezirksverwaltung in Lichtenberg sagt, sie will die Bewohner vor dem Kälteeinbruch schützen. Doch das Vorgehen der Behörde provoziert Proteste.

Am Freitagabend ist das Obdachlosencamp an der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg geräumt worden. Etwa 100 Menschen wurden mit Bussen in Unterkünfte der Kältehilfe gebracht. "Wegen des Wetters mit Kälte, Schnee und Feuchtigkeit ist die Lage sehr bedrohlich, wir können nicht mehr gewährleisten, dass Leib und Leben für die Menschen hier gesichert sind", sagte Kevin Hönicke (SPD), stellvertretender Bezirksbürgermeister in Lichtenberg am späten Freitagabend.

Den Bewohner sollte im Laufe des Samstags erlaubt worden sein, persönliche Gegenstände aus dem Lager zu holen, sagte eine Bezirkssprecherin rbb|24. Danach wolle der Besitzer des Grundstück sichern - vermutlich, um weiteres Campieren zu verhindern. Die Bezirkssprecherin sagte hingegen, dass seitens der Verwaltung keine Zelte abgebaut würden.

In Zusammenarbeit mit dem Senat sei eine Unterkunft für 100 Menschen gefunden worden, so Hönicke. Es handele sich um eine Traglufthalle, die schon oft für Obdachlose genutzt worden sei. "Wir haben hier im Laufe des Tages eine sehr gute Lösung gefunde." Busse der BVG standen bereit, um die Campbewohner dorthin zu bringen. Am Einsatz beteiligt waren neben Mitarbeitern des Bezirksamtes und Sozialarbeitern auch Kräfte des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes. "Mein Ziel ist es, die Leute in sichere Unterkünfte zu bringen", sagte Hönicke.

Kritik an später Räumung

Dutzende Menschen haben am Samstag gegen die Räumung protestiert. Linke Gruppen hatten am Samstag zum Protest am Ostkreuz aufgerufen und forderten, dass die ehemaligen Bewohner des Camps dorthin zurückkehren dürfen. Anwesende sprachen von 80 bis 100 Teilnehmern, ein Polizeisprecher konnte am frühen Nachmittag noch keine Zahl nennen.

Sie warfen dem Bezirk vor, mit der Aktion Obdachlose um ihre Habe und zusätzlich in Gefahr zu bringen. Bewohner hätten etwa nicht mehr ihre persönlichen Wertsachen aus dem Camp holen können, sagte die Anmelderin der Spontandemonstration. In einer Mitteilung hieß es: "Die kälteste Woche des Jahres bei Temperaturen von -12 Grad steht bevor, Corona-Inzidenzzahlen sind nach wie vor hoch, und die Berliner Polizei und Politik hat nichts Besseres zu tun, als den Ärmsten der Armen ihre Unterkunft, Feuerstellen und Besitz wegzunehmen."

"Schon länger klar, dass es kalt werden würde"

Die Aktivistin kritisierte außerdem, dass zu wenige Übersetzer für die häufig nicht deutsch sprechenden Wohnungslosen vor Ort gewesen seien. Campbewohner, die erst am späten Abend zu ihrer Unterkunft zurückkehrten, sei nicht klar gewesen, wohin sie gebracht werden sollen. Einige hätten sich daher geweigert, in die bereitstehenden Busse einzusteigen. Am Samstagnachmittag sei der Zugang zum Gelände gar nicht mehr möglich gewesen.

"Ich finde es sinnvoll, Menschen in winter- und wetterfeste Unterkünfte zu bringen", sagte Daniela Ehlers, Grünen-Politikerin im Lichtenberger Bezirksparlament, dem rbb. "Aber ob man das nachts bei Schneesturm machen muss, wage ich klar zu bezweifeln." Es sei schon länger klar, dass es kalt werden würde, so Ehlers. "Ich frage, warum man Menschen in der Nacht überrumpeln muss."

Als Reaktion auf die Räumung kam es auch zu Sachbeschädigungen von Linksradikalen. In einem Schreiben, das im Internet kursiert, hieß es, dass eine Sparkasse in der Nähe beschädigt und Bagger auf einer nahe gelegenen Baustelle "unbrauchbar gemacht" worden seien. Der Polizei war das Schreiben bekannt, ein Sprecher konnte am Samstagnachmittag aber nur bestätigen, dass Scheiben von Bauwagen und Baufahrzeugen eingeschlagen wurden.

"Die Kälte hat uns überrascht"

Hönicke, der als Stadtrat auch für das Thema Soziales verantwortlich ist, wies die Vorwürfe zurück. Schon seit Freitagnachmittag seien Sozialarbeiter und Übersetzer vor Ort gewesen, die den Menschen geholfen hätten. Auch hätten die Bewohner durchaus persönliche Dinge mitnehmen können, zum Teil sogar per Lastwagen. Zwang sei nicht ausgeübt worden, sagte Hönicke.

"Die Kälte hat uns überrascht", fügte eine Bezirkssprecherin auf rbb-Nachfrage hinzu. Erst am Donnerstag sei klar geworden, wie kalt es wirklich werden würde. "Es hat dann länger gedauert, als erwartet, bis alle Einsatzkärfte da waren."

Eines der größten Berliner Obdachlosenlager

Auf der Brache an der Rummelsburger Bucht leben die Menschen in Zelten und anderen Unterkünften. Bei der Obdachlosenzählung in Berlin vor einem Jahr war es der Ort mit den meisten Obdachlosen: 81. Erst danach folgte die Gegend am der Bahnhof Zoo mit 71 im Freien lebenden Menschen. Bei einer Begehung am Donnerstag seien an der Rummelsburger Bucht 40 bis 50 Zelte gezählt worden, sagte Hönicke.

Das Areal ist Bauland. Dort sollen Hunderte Wohnungen entstehen, aber auch eine umstrittene Touristenattraktion. Die sogenannte "Coral World", ein Aquarium mit Südseefischen, soll dort entstehen. Anwohner und Umweltschützer kritisieren allerdings sowohl den geplanten Standort innerhalb eines Wohngebiets, als auch möglicherweise negative ökologische Auswirkungen des Projekts.

Zusätzliche Plätze in Obdachlosenunterkünften

Berlin stellt an dem bevorstehenden eisigen Wochenende mehrere zusätzliche Plätze im Warmen für Obdachlose bereit. In einem Hostel an der Boxhagener Straße in Friedrichshain stehen ab Samstag 18 Uhr 100 Betten Tag und Nacht zur Verfügung, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitagabend mitteilte. Zudem öffnet am Sonntag auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf eine Einrichtung mit 100 Plätzen. Die Anzahl soll ab Dienstag auf 200 erhöht werden.

Ein Hostel an der Köpenicker Straße in Kreuzberg erhöht seine Kapazität von 100 Plätzen um weitere 20, darunter auch für obdachlose Rollstuhlfahrer.

Räumung Obdachlosencamp Rummelsburger Bucht

Bitte an Bevölkerung, Obdachlose in der Kälte nicht zu ignorieren

Laut Mitteilung gibt es in den Einrichtungen der Kältehilfe aktuell 1.090 Notübernachtungsplätze. In der vergangenen Woche seien davo 121 frei geblieben. In der Stadt sind demnach auch fünf Busse mit Sozialarbeitern unterwegs, um obdachlose Menschen zu unterstützen und sie in Einrichtungen zu bringen.

Wer vermute, dass eine Person unter Kälte leidet, sollte diese höflich ansprechen und fragen, ob sie Hilfe annehmen will, hieß es. Besonders im Winter könne es lebensgefährlich werden, auf der Straße zu schlafen. "Sehen Sie bitte nicht weg, wenn Sie eine Erfrierungsgefahr vermuten", bat die Senatsverwaltung die Einwohner. Gewählt werden sollten in solchen Fällen die Notnummern 110 (Polizei) oder 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst).

Sendung: Inforadio, 06.02.2021, 06:00 Uhr

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49 Kommentare

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  1. 49.

    "Da hat jemand mal schnell genug gehandelt, Respekt." Allerdings, die Immobilienmafia wird sich über die treuen Erfüllungsgehilfen, besonders in der sPD freuen.

  2. 48.

    Da hat jemand mal schnell genug gehandelt, Respekt. Sonst kümmert man sich ja meist erst, wenn es zu spät ist. Gut gemacht Lichtenberg. Wenn ich einige Kommentare hier lese, dann hätten die das Lager offenbar gerne unter dem Schnee begraben lassen und die Menschen erfrieren lassen. Bei dem Frost kann man nichtmal ein Loch für die Scheisse buddeln, um es mal drastisch und plastisch auf den Punkt zu bringen.

  3. 46.

    Die merkwürdige Denke von Alf-Westberlinerin ist in der Tat etwas, was sich durch sämtliche Berichte zum Thema Wetter durchzieht

  4. 45.

    Um 8:45 hat es noch nicht geschneit. Wer erst nach 10 antwortet, hat zu lang gepennt.
    Coral world kann dann ja kommen, die Sandler sind ja weg..

  5. 44.

    Das sind potenziell einhundert zusätzliche Unterschiften für Deutsche-Wohnen und Co. Enteignen, Ende des Monats Februar. Obdachlose sollten die Freiheit haben, die eigene Unterkunft unbeheizt zu lassen, kein pauschaler Wärme-Zwang!
    So hilft man nebenbei auch dem Klima!
    Es gibt eigentlich genug leerstehende Wohnungen, nur ist der Markt zurzeit gerade im Umbruch.

  6. 43.

    Mal abgesehen vom Wetter, dieses Camp ist dort ILLEGAL...Punkt.
    Die " Bewohner haben keinerlei Recht dort zu hausieren.
    Von daher ist die Räumung völlig in Ordnung.

  7. 42.

    Moin, na da scheint ihr Wetterfrosch im Glas aber noch im Tiefschlaf zu liegen. Hier schneit es grad richtig und der Wind pustet kräftig! Es war richtig die Menschen zu schützen und das Lager abzubrechen. Anscheinend waren die hygienischen Verhältnisse auch unzumutbar. Schlimm genug das es solche Zustände in Dtschl. gibt. :-(

  8. 41.

    Sie haben gesägt, der Wetterbericht sei falsch. Aber eventuell liegt es an Ihrer Auffassungsgabe. Ein Wetterbericht prognostiziert etwas, ist also eine Vorhersage. Wann würden Sie denn räumen? Erst wenn Kälte und Schnee da sind? Keine Ahnung, was Sie hier bezwecken wollen.

  9. 40.

    Genau soetwas nennt man Slum. Das Neusprech vom sog. Camp ist zynisch. Die üblen Zustände in der Welt sind endgültig in Berlin angekommen. Nach meinem Verständnis dürfte es soetwas wie Obdachlose überhaupt nicht geben. Die Politik versagt auf ganzer Linie und muss endlich das Vermögen einiger zur Bewältigung der Probleme einbinden.
    "Ein Slum ist ein dicht besiedeltes Stadtviertel der unteren Bevölkerungsgruppen mit mangelhafter Infrastruktur." Wikipedia

  10. 39.

    Verschwörungstheorien? Sehen SIE Schneemassen? Ist das Wetter anders als letztes Wochenende? Warum wird JETZT mit dem Hinweis aufs Wetter geräumt?

    Das Wochenendwetter ist eine Ausrede, denn letztes Wochenende hatten wir auch minus 10 Grad und Neuschnee! Da hat kein Hahn nach den Wohnungslosen gekräht! Und jetzt zu behaupten, das Winterwetter habe die Ämter überrascht - wir haben seit DEZEMBER Winter!

  11. 38.

    Doch, der Kommentar hat es vollkommen richtig dargestellt. Jeder hat Anspruch auf eine Unterkunft, aber niemand muss dieses Recht Inanspruchnahmen. Im Gegensatz zB zu Ungarn wird Obdachlosigkeit nicht verfolgt. Sie dürfen auf Straße leben. Sie können aber auch zum Staat gehen und bekommen Hilfe. Und Ihr geschmacklich verirrter Hinweis auf den Schuhkauf können Sie sich sparen. Ich glaube nicht, dass das ein aktuelles Problem dieser Menschen ist. Die gehen nicht shoppen ... oder bestellen im Internet.

    Problem solcher Zeltlager sind in erster Linie die hygienischen Verhältnisse. Und bei Dauerfrost werden diese noch gravierender.

  12. 36.

    Es ist umgekehrt: man nimmt den Wetterbericht, um zu räumen. Nicht aber "man manipuliert den Wetterbericht, um zu räumen". Das haben einzig und allein SIE behauptet. Das normale Winterwetter wird hier beim rbb gerade hochstilisiert, unglaublich. Natürlich auch in allen anderen Medien.

    Um von den existierenden Missständen abzulenken, die da wären:
    - Impfchaos
    - ungeschützte Altenheime
    - tote Senioren
    - Pleitewellen, die nicht notwendig sind
    - Schulchaos.

    Da redet man lieber übers Wetter.

    Was nur bis Luckenwalde kommt, nicht bis nach Berlin!

  13. 35.

    @soziale Wohnhilfe, sehr aufschlussreich und einleuchtend! Ich denke, die meisten hier, haben es verstanden. Danke für die Aufklärung.

  14. 34.

    Ich stimme F. Usselbart insofern zu, als dass der von Ihnen getätigte Rückschluss, dass diejenigen, die viel verdienen, zufolge auch zuvor '"hart gearbeitet" gearbeitet haben müssen, in seiner Pauschalität so nicht zulässig ist. Vielmehr fällt der Zusammenhang zwischen einer irgendwie bemessenen Leistung und erzieltem Einkommen tendenziell auseinander.

    Um es klar zu sagen: So viel, wie so manch einer verdient - Neymar mit seiner Ablösesumme von 222 Mill. Euro - kann jemand unmöglch gearbeitet haben. Das gilt natürlich auch für Managergehälter, die nach der Devise ausgelobt werden, dass daran die finanzielle Potenz eines Unternehmens ablesbar sei.

    Mit der Härte, mit der Rechtschaffenheit oder auch nur mit bezifferbarer Leistung hat das indes nichts zu tun. in gewiss abgeschwächtem Maße trifft dies auch für die stufenweise darunterliegenden Einkommensgruppen bei Menschen zu, die bspw. die Wohnungen an der Rummelsburger Bucht bewohnen.

  15. 33.

    Als gebürtiger Lichtenberger berüße ich die heutige Räumung dieses illegal entstandenen Lagers. Ein Schandfleck weniger! Horst S.

  16. 32.

    Ich sag nur Alt-Friedrichsfelde 110! Hab sogar schon bei der Notrufhotline für Kinder angerufen wegen Verdacht der Kindesverwahrlosung und keiner fühlte sich zuständig! Das ist Behörden- hinundhergeschubse hoch 2!

  17. 31.

    Ihre Behauptung, die Wohlhabenden verdienen es, und die Armen wollen nur etwas wegnehmen, ist nicht nur grundfalsch, sondern auch arrogant und niederträchtig. Sie haben vielleicht Glück gehabt im Leben, aber nichts gibt ihnen das Recht, denen die weniger Glück hatten auch noch nachzutreten. Solche sozialchauvinistische Arroganz wie Ihre zerstören jede Gesellschaft, höhlt den sozialen Zusammenhalt aus, und war in Deutschlands Vergangenheit schon mehr als einmal mitverantwortlich für den totalen Zusammenbruch. Darum ist jeder auch nur halbwegs sozial und vernünftig denkende Mensch aufgefordert, einer solchen Haltung, die in der Gesellschaft mehr Schaden anrichtet als hundert campierende Obdachlose, nach Kräften entgegenzutreten. Im übrigen gibt es bei mir keine Spur von Neid, mir geht es gut, ich habe Arbeit und eine Wohnung, dankeschön. Ich bin einfach keiner der es sich zum Hobby macht, auf denen herumzuhacken denen es schlechter geht... ist nicht meine Art, aber jedem das seine, wa?

  18. 30.

    Ich weiß nicht was das geklage soll !!!!
    Es ist nunmal so das ,das Gelände Bauland ist.Wenn Sie wie ich und meine Frau jeden Tag an diesem Camp vorbei laufen müssen und ständig den dortigen Dreck und gestank sehen und einamten müssen dann kommt eine der Kaffee der Einsegnung hoch.
    Die Bewohner des Camps nehmen auf die Passanten die dort vorbei müssen keine Rücksicht, denn Frauen werden beleidigt und bespuckt,Kindern werden dort Drogen angeboten und auch zum teil abgezockt. Alles von den Bewohnern die dort leben. Ganz zu schweigen von den Hygenischen verhältnissen .Kot und Urin stinkt dort zum Himmel
    Auch die dortigen Bewohner geben sich keine mühe Ordnung zu halten Also was soll das !!!!
    Nun hat derBezirk was unternommen um den Bewohnern zu Helfen auch mit Sauberkeit und Hygiene und nun ist das auch nicht recht. WAS SOLL DAS GEREDE!!!!!!!!!! Nun wird dort gebaut und ruhe ist !!!!!!!
    Zumal wilde Obdachlose Camps nicht gestattet sind.

  19. 28.

    Hier schlägt wahrscheinlich wieder einmal die bekannt-berüchtigte Versicherungsmentalität zu, dass derjenige, der etwas auf seinem Grundstück duldet, für alle Folgen, die darauf passieren, in Haftung zu nehmen ist. Wird wieder einmal ein Katastrophenwetter angekündigt, gleich wo und in welchem Ausmaß das ist, gilt es, Vorsorge an allen Orten zu treffen, um bei dem einen Ort, an dem das dann tatsächlich passiert, nicht dafür grade stehen zu müssen.

    Das will keiner. Also ist rechtssichere und versicherungsbedingte Handlung an allen Orten unabdingbar.

    Im Sommer Vorsicht: Es kann zu Erwärmungen oberhalb von 40° C kommen. Sie könnten sich die Haut verbrennen. Veranstaltungen ohne großflächiges Dach, das genügend Schatten spendet, können angesichts der Großwetterlage und aufgrund des abschätzbaren Zulaufs nicht genehmigt werden.

  20. 27.

    Die Frage ist was mit dem Eigentum der Menschen passiert. Laut dem Bericht sollte es ja schnell gehen. Die Zelte gehören ja auch zum Besitz. Was passiert damit. Dürfen sie zurück nach dem Wochenende? Es wäre besser , wäre es nur ein freiwilliges Angebot gewesen und kein Zwang. Ohne Zugang zum eigenen Zelt erfrieren die Menschen doch erst recht wenn sie nicht in die Unterkunft wollen

  21. 26.

    So ein Quatsch. Nur weil in Berlin ein Campingplatz geräumt werden soll, wird also der Wetterbericht manipuliert, landesweit. So und wenn die Stadt jetzt nicht geräumt hätte und die Menschen den Gefahren ausgesetzt gewesen wären, dann hätten SIE gebrüllt, daß Berlin unmenschlich ist. Ihr Gutmenschen kann man nicht mehr verstehen.

  22. 25.

    Davon mal abgesehen, dass Sie Einiges zutreffend darstellen, muss ich Einspruch einlegen:
    Niemand hat das Recht auf Verwahrlosung!
    Ist auch leider völlig zynisch, die absurdesten Rechte hochzuhalten, wenn man sich zur Zeit als Normalbürger nicht mal ein paar Winterschuhe kaufen darf.

  23. 24.

    Was sie hier von sich geben,ist der blanke Neid. Die Menschen, die dort wohnen, gehen hart arbeiten um sich genau das leisten zu können.
    Die Obdachlosen kommen aus der ganzen Welt zu uns....weil wir das Sozialamt Europas sind.

  24. 23.

    Vielen Dank für Ihre sehr guten Erläuterungen.
    Hoffentlich verstehen es diese immer über alles sich aufregenden und meckernden Kommentatoren. Denen kann man nix recht machen. Macht der Senat was, ist es falsch, macht er nix, ist es auch falsch.
    Ja, jeder hat auch das Recht auf eigene Blödheit. Leider sehe ich hierbei eine steigende Tendenz.

  25. 22.

    Sehr guter Kommentar was die Sache auch auf den Punkt bringt.
    Ich habe selber bis vor drei Jahren ehrenamtlich bei der Tafel gearbeitet und weiss aus Erfahrung das viele das garnicht wollen was ihnen an Sozialleistungen zusteht. Und es stimmt auch das viele Osteuropäische Menschen darunter sind.
    Wo soll man da anfangen und wo aufhören, so lange wie der Sozialstaat ausgeplündert wird ,wird es so bleiben. Eine ganze Armarda von Anwälten stehen zur Verfügung und wissen genau welcher Antrag zu stellen ist um an Geld zu kommen.

  26. 21.

    In der heutigen Zeit scheint es egal was gemacht wird. Immer finden sich Menschen die zu nörgeln haben. Also einfach nichts mehr machen und die Nörgler machen lassen. Ach nee, die machen ja nichts außer nörgeln.

  27. 19.

    Wettervorhersagen sind durch Corona ungenauer geworden da die Daten der vielen Flugzeuge fehlen.
    Also ist das keine Ausrede sondern Vorsorge falls es wirklich stürmisch wird.
    Es ist schon traurig genug das Menschen in Dtschl. auf der Staße leben müssen, da sollte man bei Extremen wenigstens Vorsicht walten lassen. Außerdem ist so ne Nacht im warmen vielleicht auch ganz gemütlich. ;-)


  28. 18.

    Angesichts restriktiver Hausregeln, Zusammenleben Fremder auf engstem Raum und Angst vor der Pandemie wollen Viele nicht in die ASOG-Unterkünfte. Das als "Schutz" in der Pandemie nun ausgerechnet eine Traglufthalle angeboten wird, in der es gerade erst zu einem großen Corona-Ausbruch kam, ist böser Zynismus der Bezirksoberen
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/12/obdachlose-unterkunft-corona-berlin-friedrichshain-kreuzbrerg-containerbahnhof.html

  29. 17.

    Unfassbar, nun muss die FALSCHE Wettermeldung (in Berlin wird nix kommen, kalt ist es immer im Winter) auch noch für die Räumung als Ausrede herhalten! Wenn Corona schon nicht mehr als Ausrede reicht, isses halt das Wetter.... ich bin sprachlos...

  30. 16.

    Man merkt, dass viele Kommentatoren keine Ahnung haben von ordnungsrechtlicher Obdachlosenunterbringung. Wohnungslose Menschen, die in Deutschland einen Sozialleistungsanspruch (oder Einkommen) haben, haben grundsätzlich einen Anspruch auf einen Platz in einem Zimmer in einer sog. ASOG-Unterkunft (Wohnheim, Pension, Hostel). Dafür müssen sie „lediglich“ zur sozialen Wohnhilfe ihres zuständigen Sozialamtes gehen. Sie werden das ganze Jahr über entsprechend untergebracht und können dort so lange bleiben, wie es nötig ist. Mit großem Glück gelingt es auch manchmal, den Hund mit unterzubringen. Aber die meisten Unterkünfte verweigern die Aufnahme von Haustieren.
    Die Wohnungslosen, die in wilden Camps leben, sind oftmals EU-Bürger, die hier in Deutschland noch nie sozialversicherungspflichtig gearbeitet und keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Sie können lediglich ein paar Nächte in sog. Notunterkünften bleiben und sind eigentlich dazu angehalten, entweder Arbeit zu finden oder in ihre Heimat zurückzukehren. Es gibt übrigens auch Deutsche, die so auf Mallorca gestrandet und wohnungslos sind.
    Nun ja, und dann gibt es leider auch Wohnungslose, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung ständig ein Hausverbot in den Unterkünften erhalten und immer wieder auf der Straße landen, obwohl sie eigentlich Anspruch auf Unterbringung haben.
    Von den sog. ASOG-Unterkünften gibt es genug, wobei sich meiner Meinung nach der Standard bzgl. Ausstattung und Hygiene dringend verbessern müsste.
    Die Rede in diesem Artikel ist jedoch von der kurzweiligen Erweiterung der Notunterkünfte, die nur für wenige Nächte Wohnungslosen ohne Sozialleistungsanspruch bzw. Systemsprengern zur Verfügung gestellt werden.
    Bitte unterscheiden Sie das, wenn Sie den Senat entsprechend kritisieren oder die Öffnung von Flüchtlingsheimen fordern. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Soll auch heißen: Kein Deutscher muss auf der Straße erfrieren. Es kann allerdings passieren, wenn er die Hilfe nicht annehmen kann oder möchte. Oder andersherum: Jeder hat in Deutschland ein Recht auf Verwahrlosung und der Rechtsstaat darf erst eingreifen bei akuter Selbst-oder Fremdgefährdung.

  31. 15.

    Ich glaube, Sie haben etwas falsch verstanden, @Gerda*hat nicht die Menschen gemeint, sondern die hygienischen Verhältnisse beschrieben, die in diesem Camp herrschten.
    Ich selber wohne auch in einen von Ihnen als Besserverdienendensilos beschriebenen Wohnanlage und ich verstehe den Kontext, mit dem Sie "Ungeziefer" in Verbindung setzen und Menschen diffamieren. Sicherlich ist Neid die Triebfeder.
    Wenn Sie sich einen unverstellten Blick auf die Wohnverhältnisse dieser Menschen holen wollen, dann sollten Sie am Wochenende einen Spaziergang auf die Rummelsburger Bucht erlauben.
    Für Montag ist die BSR organisiert, die den hinterlassenen Müll und den übrig gebliebenen Dreck auf unsere Kosten beseitigen.
    Wir alle hier Wohnenden sind dann der Hoffnung, dass damit auch das Ungeziefer, die Ratten, der Gestank beseitigt ist.

  32. 14.

    Das sind Menschen, kein Ungeziefer, auch wenn das natürlich nicht allen Bewohnern der Rummelsburger Besserverdienendensilos verständlich ist.

  33. 13.

    Schade das Sie nur interessiert, was Sie schon vorher meinten zu wissen.
    Kein Senat - namentlich die zuständige Sozialsenatorin Elke Breitenbach -
    Auweia, verdammt, oh je oh je oh je - die ist ja von DIE LINKE - Mist -
    hat soviel KONKRET MATERIELL für Wohnungslose auf den Weg gebracht und umgesetzt wie derzeit RRG.
    Meines Wissens, berichtigen Sie mich, vielleicht bin auch ich da vernagelt - ist da sonst von anderer Seite gelinde gesagt nicht viel gekommen. Zum einen weil in den zuständigen Bezirken sozusagen nicht RRG bestimmt, sondern die CDU, oder halt CDU-SPD. Zum anderen weil die traditionell sehr sehr guten Verbindungen bestimmter Parteien und Parteipersonals zur Immobilienwirtschaft in dieser Frage auch vollkommen unnütz ist. Aus dieser Ecke hat niemand was auf den Weg gebracht. Obwohl es die in der Privatwirtschaft undso doch immer besser können. War da nicht was in Lichtenberg, Bahnhof? Betrieb da die Bezirks-CDU nicht Räumung, Totenruhe und Blitzsauberkeit?

  34. 12.

    Als Anwohner der Rummelsburger Bucht kann ich nur aufatmen, denn die Zumutungen wurden für die Bewohner unerträglich.
    Auf beiden Seiten.
    Unzählige Anzeigen, Gespräche mit Verantwortlichen, versprochene Räumungen des "Camps", Dreck, Gestank, Ungeziefer, Lärm wurde zu einer Belastung zw. Bewohner und dort Wohnenden.
    Das erst ein eventueller zu erwartenden Kälteeinbruch zur Räumung beiträgt, stellt auch ein Armutszeugnis für die handelnden Behörden aus.

  35. 11.

    Auf der Waldseite des S-Bhfs Grunewald hat es sich jemand, der obdachlos ist, in einem Wartehäuschen eingerichtet.
    Ich bin da nicht in den nächsten Tagen (wegen bereits vorhandenen Kälteschäden am Fuß), aber vielleicht kann ja mal wer da vorbei, der in der Nähe ist und fragen?

  36. 10.

    Es SIND genug Unterkünfte offen. Wird auch mittlerweile fast an jeder U-Station mit geworben...

  37. 9.

    Sehr wenig gedacht ? Es gibt genug Unterkünfte. Nur sind nicht alle in Berlin Mitte, Alkoholverbot und keine Tier etc. Muss man Abstriche machen.
    Dass das nicht schon vorher geräumt wurde, ist mir schleierhaft. Anscheinend denkt man noch immer, dass sich von alleine Hilfe geholt wird. Weiß nun jeder, dass da ohne solche Aktionen das da noch die nächsten 20 Jahre gewesen wäre... bzw. leider in 1 Woche wieder da ist.

  38. 8.

    Sehr geehrter Kurt Wilhelm,
    das Problem mit den Flüchtlingsheimen ist hausgemacht. Diese Komplexe sind ja nur dafür gedacht. Und wenn man diese Gebäude dann für Menschen ohne Obdach öffnet, dann wäre es eine Zweckentfremdung wogegen geklagt werden kann. Den Plan zur Öffnung solcher Heime für Obdachlose Menschen gab es schon einmal.
    Mit freundl. Grüßen

  39. 7.

    "Laut Ausage des Berlner Senats letztes Jahr schon, stehen die Asyunterkünfte nur Flüchtlingen zu."
    Da fragt man sich mit welcher Berechtigung?
    Diese Unterkünfte wurden mit Steuergelder gebaut und sollten allen Menschen die in Not sind zur Verfügung gestellt werden. Man sollte den Namen in "Unterkunft für bedürftige Personen" ändern denn davon gibt es in diesem
    "reichen Land" leider viel zu viele!

  40. 6.

    Laut Ausage des Berlner Senats letztes Jahr schon, stehen die Asyunterkünfte nur Flüchtlingen zu. An die Obdachlosigkeit wird sehr wenig gedacht. Armutszeugnis für den Berliner Senat nur noch Peinlich.

  41. 5.

    Ich frage mich warum erst jetzt und nicht schon früher. Die Idee ist ja gut man hätte dieses schon zum Winteranfang machen können. In dieser Stadt stehen ganz viele Unterkünfte für Flüchtlinge leer diese hätten genutzt werden können(Blumenbergerdamm/Landsberger in Marzahn)ein Beispiel.

  42. 4.

    Sie würden also jemanden mit psychischen Problemen, der sich eine Knarre an den Kopf hält, abdrücken lassen? Ich denke einige dieser Leute können die Gefahr nicht einschätzen wenn es plötzlich -10° hat. Und vielleicht können sie ihre Zelte ja mitnehmen und nach der Kälte zurückkehren.

  43. 3.

    Sie bekommen doch eine Ersatzunterkunft. Ich kenne das Areal sehr gut . Solche haltlosen Zustände würde ich auch nicht mehr akzeptieren und ist auch eine große Belastung für die angrenzenden Bewohner. Außerdem sollte das Gelände schon lange geräumt werden um dort bauen zu können.

  44. 2.

    Viele Flüchtlingsheim sind nicht mehr bewohnt, war hier einmal eine Meldung!
    Warum lässt der Senat die Leute nicht in so ein Heim einziehen? Hier ist Dramatik fehl am Platz. Einfach für diese armen Leute öffnen und das Problem wäre aus der Welt.

  45. 1.

    Herzlichen Glückwunsch! Hat da mal wieder keiner nachgedacht??! Jetzt haben die Obdachlosen also nicht mal mehr ihre Zelte etc.??? Wenn diejenigen, die dort wohnen, in Obdachlosenunterkünfte hätten gehen wollen, hätten sie das schon gemacht. Ihnen aber nun zwangsweise ihren Lebebsraum zu nehmen, grenzt neben absoluter Blödheit auch an Fahrlässigkeit.

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