Viele Termine verfallen - Berliner DRK-Präsident Czaja fordert "Impfterminschwänzer-Abgabe"

Mario Czaja, Präsident des Landesverbandes des Roten Kreuzes Berlin (Bild: dpa)
Video: Abendschau | 02.07.2021 | Tina von Löhneysen | Bild: dpa

Fünf bis zehn Prozent der Berlinerinnen und Berliner erscheinen nicht zu ihren gebuchten Impfterminen, sagt DRK-Präsident Mario Czaja. Er fordert eine Strafzahlung von 25 bis 30 Euro, um die unnötigen Kosten für die Impfzentren abzufedern.

Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes, Mario Czaja, hat eine "Impfterminschwänzer-Abgabe" in Höhe von 25 bis 30 Euro für alle gefordert, die einen bereits bestätigten Impftermin nicht wahrnehmen. Die Abgabe soll künftig zahlen, wer seinen zweiten Impftermin in einem Impfzentrum ohne Absage verstreichen lässt, sagte Czaja am Freitag in der rbb-Abendschau.

Inzwischen seien es schon fünf bis zehn Prozent der Impftermine, bei denen Menschen ohne abzusagen nicht zum zweiten Termin kommen. Das sei unsolidarisch, so Czaja. Das verursache für die Impfzentren unnötige Kosten, weil Personal und Impfstoff unnütz vorgehalten würden.

Abwicklung über Doctolib möglich

Die geforderten 25 bis 30 Euro "Impfschwänzer-Abgabe" würden keinesfalls die Kosten für Personal und Impfstoff decken, sagte Czaja.

Geregelt werden könnte die Abgabe laut Czaja über die Nutzungsbedingungen bei der Terminbuchungssoftware Doctolib ähnlich wie bei Ausfallhonoraren von Ärzten. Jetzt solle sich die Senatsverwaltung für Gesundheit mit der Idee befassen.

Grüne Gebel gegen Bestrafungen

Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel forderte dagegen Erleichterungen für Impfwillige. Im rbb-Inforadio sagte sie am Samstag, es müsste etwa Eltern ermöglicht werden, ihre Kinder mit in die Impfzentren zu nehmen, damit diese Impftermine sicher wahrnehmen könnten. Diese Maßnahme sei wichtiger als Menschen zu bestrafen, die nicht zu ihren Impfterminen kämen.

Die Frage sei auch, ob man Menschen, die bisher skeptisch sind, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, mit einer angedrohten Strafe nicht endgültig vergraule, sagte Gebel weiter. Momentan könne man in Berlin aus ihrer Sicht noch nicht von Impfmüdigkeit sprechen. "Aber wir müssen gerade Menschen erreichen, die Vorurteile gegenüber einer Impfung haben."

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (Stand Freitag) sind in Berlin 55,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, darunter 35,9 Prozent vollständig.

Sendung: Abendschau, 03.07.2021, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

27 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 27.

    Im Privaten ist es unhöflich, und im Öffentlichen unsolidarisch, zu einem vereinbarten Termin nicht zu erscheinen. Wenn durch das eigene Fehlverhalten dann anderen Menschen Kosten entstehen, ist es doch nicht zu viel verlangt sich an diesen Kosten zu beteiligen. Sowohl online wie auch telefonisch funktionieren sowohl die Termin Vereinbarung wie auch die Termin Absage inzwischen problemlos und innerhalb weniger Minuten - das ist Jedem zuzumuten.

  2. 26.

    Richtig so. Der Anstand verlangt es, dass ich vereinbarte Termine einhalte oder rechtzeitig absage.
    Ein anderes Problem sind die Impfverweigerer, die unser aller Gesundheit gefährden. Die sollten wenigstens ihre Tests selbst bezahlen und nicht noch kostenlos testen dürfen.

  3. 25.

    Ich habe auch 2 mal meinen Impftermin ganz einfach und schnell per Doctolib abegesagt, da sich mein Arzt mir in der Nähe doch noch einen Termin geben konnte. Einfach auf ein dickes X(!) drücken und erledigt. So finde ich es auch richtig mit der Strafzahlung bei nicht rechtzeitiger Absage. Bei den Ämtern muss man auch rechtzeitig absagen sonst gibt es Kürzungen...

  4. 23.

    Sie haben es missverstanden… Wenn man einen Termin beim Arzt etc. macht, dann ist diese Zeit für andere blockiert. Der Arzt wartet mit dem Impfstoff auf Sie. Keine Ahnung, wie lange, aber für Sie wird eben Personal, Zeit und Material vorgehalten. Wenn Sie dann nicht erscheinen, dann ist das vertane Zeit. Es ist im Grunde keine Strafe sondern Schadensersatz. Kunde bestellt, holt aber die Leistung nicht ab. Da ist jeder sauer und ärgert sich, dass er Zeit verschwendet hat. Dazu kommt der Aufwand, den Impfstoff dann anderweitig loswerden zu müssen, also im günstigen Fall, jemanden anzurufen, der dann aber zusätzlich an diesem Tag kommt. Am Ende der Tages haben Sie die doppelte Zeit verplempert. Nur, weil ein Trottel zu faul war, den Termin abzusagen, was telefonisch sehr schnell geht.

  5. 22.

    Das DRK braucht das Geld dringend, wegen der Lohnausfall--Vorderungen auf Grund der von den Impfzentren abgesagten Impfterminen.
    Der Kunde hat eben Doch noch andere Hobbies.

  6. 21.

    Sie haben es anscheinend auch noch nicht verstanden!?

    Was ist das Problem einen Termin abzusagen?
    Ob beim Impfen oder auch beim Facharzt?
    Vielleicht wartet jemand dringend auf einen solchen Termin?
    Die Strafe sollte noch viel höher sein ... in unserer Ego-Gesellschaft!

  7. 20.

    Nicht online, aber via Telefon. Habe ich gestern gemacht, hat 2-3 Minuten gedauert und die Mitarbeiterin am Telefon war super freundlich.

    Nach dem Auflegen habe ich die Änderung direkt online gesehen und kurze Zeit später kam noch eine Mail von Doctolib.

  8. 19.

    Finde ich ungut. Wieviel Strafe zahlten die Impfvordrängler, die alle zufällig Impfdosen erhielten, für die angeblich kein Risikopatient kurzfristig erreichbar war und zeitgleich schwerstkranke Klienten um eine Impfung bettelten? Man sollte eher jene bestrafen und das mit empfindlichen Geldbußen, die ihr eigenes Wohl den anderen vorziehen, unsolidarisches Handeln durch Status. Sicher sollte man seinen Termin absagen, keine Frage, ist denn die telefonische Erreichbarkeit der Zentren schon besser oder immer noch ein Problem?

  9. 18.

    Sorry, aber ich habe noch nie gehört, dass einem ein Termin "vorgeschrieben" wurde.
    Sie haben diesen doch entweder telefonisch oder online vereinbart bzw. bestätigt, oder?

    Trotzdem sollte doch jeder in der Lage sein, einen Termin abzusagen!
    Die "Strafe" ist m.E. zu gering und sollte höher angesetzt werden.

  10. 17.

    „ Oder heißt das, man soll zahlen, wenn man den Termin bestätigt und dann nicht erscheint? “ Ja, steht auch ziemlich deutlich im Text. Niemand muss einer Einladung folgen…. Aber wenn Sie Ihr folgen und einen Termin vereinbaren, dann sollten Sie den auch wahrnehmen oder absagen. Kein Mensch möchte „versetzt“ werden. Oder machen Sie es im Privaten?

  11. 16.

    Ich kenne nur Menschen, die mit Doctolib sehr zufrieden sind. Nicht dubios, vielleicht können Sie mit der Seite nicht umgehen?

  12. 15.

    Also im Impfzentrum hab ich mit Termin und 30 Minuten früher dort, trotzdem 3 Stunden verbracht.
    Trotz allem, Termine absagen, sollte selbstverständlich sein. In anderen Bereichen sagt man auch mal Termine ab. Aber das sind die Menschen, die auch sonst im Leben oft unzuverlässig sind und solche, die überall nach einem Impftermin gesucht haben.

  13. 14.

    Richtig wäre es man bestraft alle die sich nicht impfen lassen !!!
    Ist doch total unsolidarisch!

    "Ironie off"

  14. 13.

    Das Problem bei der 2. Impfung in den Impfzentren ist, dass man den nicht verschieben kann! Wir haben es selbst erlebt - es wird auch sehr unfreundlich auf diese Anfrage reagiert. Das ist natürlich trotzdem kein Grund, den Termin dann nicht abzusagen, bei einer Verlegung hätten wir das Problem von nicht wahrgenommen Impfungen eher nicht.

  15. 12.

    Soetwas ist mir noch nie untergekommen. Nicht einmal. Allerdings rufe ich auch rechtzeitig an und sage den Termin ab.

  16. 11.

    Ich finde die Strafzahlung gut. Da sitzen Leute umsonst rum, die unsere Steuergelder erhalten.

    Man kann auch ganz einfach ein Impftermin absagen, dann wäre das Problem gelöst und man hat noch etwas Anstand bewiesen

  17. 10.

    ....jetzt, nur blöd, fas die Geltendmachung der Strafe vermutlich um ein vielfaches mehr kostet.

    Soll man doch darauf reagieren und um 15 Uhr nachmittags, immer für ca 10% des tagesbedarfs, spontanimpftermine anbieten und dafür ab 16 Uhr keine regulären Termine mehr vereinbaren, sondern für spontane freihalten.

    Nicht maulen, sondern reagieren.

  18. 9.

    Richtig gute Idee und viiiiel zu billig!
    10% des Monats-Brutto-Einkommens wären spürbarer!

  19. 8.

    Richtig so!
    Im Künstlerischen Bereich zB gibt’s für nicht erfüllte Auftrittsverträge ja auch Konventionalstrafen.
    Und was ist schon dabei! 30 Minuten beim Doc, ein Pieks und fertig. Dafür sollte doch jeder (Impfwillige) Zeit erübrigen.

Nächster Artikel