Landesgipfel - Brandenburg plant 200.000 Impfungen pro Woche, Impfzentren bleiben

Eine Impfung gegen Covid-19 wird verabreicht (Quelle: DPA/Patrick Pleul)
Audio: Inforadio | 11.05.2021 | Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke | Bild: DPA/Patrick Pleul

In Brandenburg kann man sich in Impfzentren und Arztpraxen gegen Corona impfen lassen. Die Landesregierung schaltet nun noch einen Gang höher, um die Impfquote zu steigern. Bis September sollen alle Erwachsenen ein Angebot erhalten.

Die Brandenburger Landesregierung will das Impfen gegen Corona mit den kommenden Impfstofflieferungen deutlich verstärken. Dazu sollen Arztpraxen und auch die Kommunen stärker eingebunden werden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte am späten Montagabend nach einem Impfgipfel mit Vertretern von Regierung, Kassenärzten und Kommunen in Potsdam an, die Zahl der Impfungen auf mindestens 200.000 pro Woche zu erhöhen.

So sollen bis September Erwachsenen in Brandenburg ein Impfangebot bekommen. Dass die Landesregierung bis Mitte September die sogenannte "Herdenimmunität" erreichen möchte, ging bereits aus einem Papier vom 6. Mai hervor, das dem rbb im Vorfeld des Gipfels vorlag. "Wir brauchen jetzt einen kraftvollen Schulterschluss aller Akteure", erklärte Woidke. In der vergangenen Woche wurden rund 130.000 Corona-Impfungen verabreicht.

Impfzentren sollen bis mindestens Ende Juli bleiben

Die Kassenärzte wollen das Impfen gegen das Coronavirus mehr auf die Arztpraxen konzentrieren. Sie sollen künftig ab Juni aufsteigend mindestens 150.000 Impfungen pro Woche übernehmen, wie die Staatskanzlei weiter mitteilte. Im Mai sollen es zunächst wöchentlich mindestens 100.000 Impfungen sein. In der vergangenen Woche wurden fast 75.000 Impfungen in Arztpraxen verabreicht. Hausärzte sollen zudem auch Personen impfen, die nicht Patientin oder Patient in der jeweiligen Praxis sind. Stärker einbezogen werden sollen Fachärzte. Im Laufe des nächsten Monats sollen auch Betriebsärzte impfen.

Bisher impften in Brandenburg 1.300 Praxen. Wenn demnächst auch die Fachärzte dazukämen, könnten weit mehr als 2.000 Praxen mitmachen - dann sei ein Impfangebot von 100.000 bis 200.000 Impfungen pro Woche möglich, hatte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Peter Noack, am Montag im rbb-Inforadio gesagt.

Die Kassenärzte wollten eigentlich die Impfzentren zurückfahren, weil sie nur einmal - entweder in den Praxen oder den Impfzentren - impfen könnten. Nach dem Impfgipfel hieß es nun, die insgesamt 13 Impfzentren im Land sollen mindestens bis Ende Juli weiter betrieben werden. In den elf durch die KVBB betriebenen Impfzentren sollen wöchentlich mindestens 45.000 Impfungen durchgeführt werden, in den zwei kommunalen Impfzentren in Falkensee und Perleberg wöchentlich mindestens 8.000.

Landkreise ohne Impfzentren sollen weitere Angebote erhalten

Impfzentren, die aktuell von der KVBB betrieben werden, können auch bereits vor Ende Juli in kommunale Trägerschaft gehen, wie es nach dem Treffen hieß. Die Finanzierung der Impfzentren sichere das Land ab. Das DRK und weitere Hilfsorganisationen in den Kommunen
unterstützen den Weiterbetrieb. Für die Kreise ohne Impfzentren stellt das Land für kommunale Impfprojekte - etwa Impfstellen in Krankenhäusern oder Impfbusse mindestens etwa 18.000 Impfdosen pro Woche bereit.

Impfen dürfe nicht zu einer Zweiklassengesellschaft führen, weil manche, aus welchem Grund auch immer, keinen Weg zu einer Schutzimpfung finden, sagte Innenminister Michael Stübgen. "Deshalb brauchen wir das soziale Impfen, das dort Angebote schafft, wo Hausarzt und Impfzentrum alleine nicht ausreichen." Die Kommunen mit Landräten und Bürgermeistern wüssten am besten, wo Hilfe gebraucht werden geholfen werden muss.

Künftig auch elektronische Nachweise über Impfung

Seit Ende Dezember haben in Brandenburg rund 726.000 Menschen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten, das sind 28,8 Prozent der Bevölkerung. Rund 242.000 Menschen sind vollständig geimpft, das entspricht 9,6 Prozent - damit liegt das Land unterhalb der jeweiligen Bundesschnitte.

In der abgelaufenen Kalenderwoche wurden fast 75.000 Menschen in Arztpraxen geimpft, rund 39.000 in Impfzentren und es gab mehr 10.000 Impfungen in Krankenhäusern und rund 6.700 von mobilen Impfteams.

Geplant ist auch ein digitaler Impfpass in Zusammenarbeit mit anderen Kassenärztlichen Vereinigungen. Ein festes Datum gebe es noch nicht, Plan sei aber Ende Mai, wie KVBB-Sprecher Christian Wehry auf Anfrage mitteilte. Nach der abgeschlossenen Impfung soll es demnach eine schriftliche Bescheinigung auf einem DIN A4-Blatt mit einem QR-Code geben. Wer in Thüringen gegen Covid-19 geimpft ist, soll bereits in dieser Woche zusätzlich zum Eintrag im gelben Impfausweis einen elektronischen Nachweis dafür erhalten.

Öffnung scheint möglich, aber Zahlen waren am Montag unvollständig

Die Chancen auf Öffnungen für Gaststätten und Tourismus ab Pfingsten in Brandenburg sind bisher gegeben. Die Zahl neuer Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ging weiter zurück, aber nur leicht von rund 89 auf rund 88, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. In sechs Landkreisen und der Stadt Potsdam stieg die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag jedoch, in drei Kreisen stagnierte der Wert. Vor einer Woche betrug die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg noch rund 105.

Die rot-schwarz-grüne Landesregierung plant für die Zeit ab dem 21. Mai voraussichtlich die Öffnung von Gaststätten, Tourismus, Kultur und Sport unter bestimmten Voraussetzungen. Das Kabinett berät darüber an diesem Dienstag. In Brandenburg kamen innerhalb eines Tages 142 neue Corona-Fälle hinzu. Das Bild ist aber unvollständig, weil es aus Cottbus und aus drei Landkreisen in der landesweiten Übersicht zunächst keine neuen Daten gab. Vor einer Woche waren landesweit 147 neue Corona-Fälle hinzugekommen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.05.2021

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20 Kommentare

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  1. 20.

    Seit Wochen keine termine im impfzentrum potsdam und schönefeld - was erzählt uns unsere landesregierung ?

  2. 19.

    Also ich habe heute erst wieder eine Absage eines Impftermins bekommen mangels Impfstoff... Da kommen einem die Äußerungen der Politiker doch wie der blanke Hohn vor. Herr Stübgen möge doch das bitte mal erklären, wie das zu verstehen ist, "dass es jetzt nicht mehr am Stoff liege". Ach so, im Impfzentrum werden auch seit geraumer Zeit keine Ersttermine mehr vergeben.

  3. 18.

    Ist nicht erstmal die Frage, wann neue Impfdosen geliefert werden?
    In der Prio Gruppe 3 sind so viele Menschen, aber es gibt keine Termine, weil es keinen Impfstoff gibt...
    Wie sollen dann Betriebsärzte impfen? Heben wir einfach die Priorisierung auf und bspw. Atemwegserkrankte werden noch weiter hinten angestellt?!

  4. 17.

    200.000 pro Woche in Brandenburg. Das ich nicht lache. Die Hälfte wäre schon ein Wunder. Sonntags ist frei, Feiertage wird nicht gearbeitet und nach 18.00 ist Feierabend, Samstags schon um 13. Uhr, damit man noch einkaufen kann. Im September werden wohl die letzten 80-jährigen geimpft.

  5. 16.

    Landesgipfel Brandenburg,
    Warum versucht man die Menschen in Brandenburg weiter zu vertrösten, zu belügen und falsche Hoffnungen
    zu erwecken. Nichts von dem, was bisher versprochen wurde ist bisher inhaltlich oder zeitlich eingehalten
    worden.
    Brandenburg ist Schlusslicht beim Impfen und kämpft erbittert um diese gute Platzierung. Ob in Brandenburg vielleicht 5% Menschen weniger geimpft sind ist doch nicht so schlimm, es sind bloß ca. 125.000 Impfungen.
    Und schließlich muss ja einer Letzter sein, warum nicht wir , was spricht dagegen ???
    Für 200.000 Impfungen pro Woche müssten im Monat 800.000 Impfdosen geliefert werden.
    Wo bitteschön sollen die denn herkommen? Von Woche zu Woche werden hier neue utopische Zahlen erfunden,
    die Realität sieht doch leider anders aus. Macht weiter so !!! Alles klappt hervorragend in Brandenburg.





  6. 15.

    Was haben Sie gegen Astrazeneca??? Ich wäre froh überhaupt einen Impftermin zu bekommen, ich würde sogar J&J nehmen.... Meine Schwiegermutter hat Samstag auch ihre erste Impfung bekommen mit Astrazeneca, und Sie hat überhaupt keine Probleme.

  7. 14.

    Schön für Sie, dann freuen Sie sich doch.... Es gibt auch Leute die seit(d) Wochen nirgends einen Impftermin bekommen, auch nicht mit Astrazeneca geschweige denn in einem Impfzentrum.

  8. 13.

    Viele sind froh, wenn sie Astra Zeneca bekommen können, besonders Lehrer, die täglich mit Kindern arbeiten.

  9. 12.

    Selten so gelacht im letzten Jahr. Brandenburg, es kann so einfach sein.......mit diesem Slogan wirbt das Bundesland um Besucher und neue Bewohner............
    Brandenburg hinkt sowas von hinterher bei den Impfungen. An Frau Nonnemacher schien es zu liegen, darum wurde der "Turbogang" eingelegt, und der Innenminister mit dem Thema betraut............Verbesserung seit dem? Fehlanzeige. Statt ordentliche Mengen Impfstoff zu ordern, nur leere Worte und Missmanangement. Hausärzte impfen alles weg, was sie bekommen, aber -nanu- sie bekommen ja kaum was. Die Hausärzte beklagen zu Recht, wie unzuverlässig die Lieferungen bei Ihnen ankommen. Mit Mehraufwand ohne Ende, weil ständig Termine verschoben, oder abgesagt werden, Patienten vertröstet und besänftigt werden müssen.......weil KEIN IMPFSTOFF DA IST....Herr Woidke sieht offensichtlich keine Notwendigkeit, die Impfstoffbeschaffung zur Chefsache zu machen. Unverantwortlich.

  10. 11.

    Wir haben kurz beim Hausarzt angerufen, kurze Zeit später waren wir geimpft, Astra Zeneca hat jeder bekommen, man musste den Impfstoff nur wollen. Übrigens auch ohne Beziehungen, ohne falsche Tatsachen, sondern einfach so.

  11. 9.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, Herr Woidke. Was nutzen diese ganzen Pläne, wenn am Ende doch nur heiße Luft hinten rauskommt. Diese leeren Versprechungen hören wir nun schon seit Februar und hängen immer hinterher. Außer Gipfel und Gelaber passiert nichts. Die Impfzentren und die Hausärzte könnten viel mehr impfen, wenn an statt geredet für mehr Impfstoff gesorgt wird. Ich habe den Eindruck unsere Verantwortlichen sitze nur und warten auf die Almosen, die der Bund ausreicht. Dafür haben wir euch nicht gewählt.

  12. 8.

    Die Wahrscheinlichkeit schwere Nebenwirkungen zu haben ist bei allen Impfstoffen gegeben, bei BioNTech teilweise sogar höher als bei AstraZeneca.

    Ferner sollten Sie bedenken, dass AstraZeneca nur einen kleinen Teil der zu erwartenden Impfdosen ausmacht.

  13. 7.

    Bin 77 und 100% Schwerbehindert. Kein Impftermin beim Hausarzt, kein Impftermin online beim Impfzentrum, kein Impftermin über Tel.116117. Noch Fragen Herr Woidke ?

  14. 6.

    Wer glaubt das noch?? Hr. Woidke sollte doch mal bitte in die Realität gehen und sich persönlich davon zu überzeugen, wie nervend es ist, 100x anzurufen um am Ende doch keinen Termin zu bekommen!

  15. 5.

    Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Gaube.
    Goethe, Faust 1

  16. 4.

    Und wieder sitzen sie beraten und planen. Es folgen erneut Absichtserklärungen was man will und wie es werden wird. Vom Impfkoordinator hört manage nichts mehr. Hausärzte ja - nein, mehr- weniger, Impfzentrum auf oder zu. Das Macht für mich das gesamte Chaos deutlich. Wo aber der Impfstoff herkommen soll, dass bleibt wieder unbeantwortet. Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts.

  17. 3.

    Und wo kommt der Impfstoff her??? Herr Woidke hat bis heute nicht den Fuß von der bremse bekommen!! Alles wieder bla bla bla bla bla!!!!

  18. 2.

    Na da bin ich ja mal gespannt....

  19. 1.

    Zahlen, Zahlen und noch mehr Zahlen! 100.000 bis 200.000 Impfungen pro Woche? Wo kommt der Impfstoff her? Welcher Impfstoff? Astrazeneca? Dann könnt ihr das gleich vergessen :-)

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