Eine Dame erhält eine Beinmassage. Sie trägt wie die Masseurin eine Gesichtsmaske. (Quelle: Mondadori Portfolio/Marilla Sicilia)
Bild: Mondadori Portfolio/Marilla Sicilia

Massage-, Kosmetikstudios & Co. - Zu diesen Bedingungen sollen körpernahe Dienstleistungen wieder möglich sein

Ab kommender Wochen soll wieder massiert, gezupft, gecremt, tätowiert oder gesonnt werden dürfen. Körpernahe Dienstleistungen sind aber an bestimmte Bedingungen geknüpft. Für einige Anwendungen sind negative Corona-Tests Voraussetzung. Von Oliver Noffke

Seit dem 1. März dürfen Friseurgeschäfte wieder Kunden empfangen. Schon in einigen Tagen sollen weitere körpernahe Dienstleistungen in Berlin und Brandenburg wieder angeboten werden können. Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios, aber auch Solarien und andere könnten dann unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen oder Hausbesuche anbieten.

Die entsprechenden Verordnungen können seit Sonntag eingesehen werden. In Brandenburg können ab Montag entsprechende Dienstleistungen wieder angeboten werden, sowie ab Dienstag auch in Berlin, dort sind am Montag wegen des Feiertags die Geschäfte noch geschlossen.

Tests für Mitarbeiter

Voraussetzung für die Öffnung in Berlin ist, dass die Betriebe ihre Schutz- und Hygienekonzepte erweitern und sich Gedanken über Tests für Mitarbeiter und Kundschaft machen. Wie die Wirtschaftsverwaltung dem rbb mitteilte, soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mindestens einmal pro Woche die Möglichkeit eingeräumt werden, einen sogenannten POC-Antigen-Test zu machen.

POC steht für Point-of-Care, damit sind Tests gemeint, die nicht von einem Labor ausgewertet werden müssen - es geht also nicht um PCR-Tests, sondern um Schnelltests, die bereits nach 15 Minuten ein Ergebnis anzeigen können. Wann und wie oft die Mitarbeiter getestet werden, muss von den Betriebsinhaberinnen und -inhabern dokumentiert werden. Das Tragen von Schutzmasken ersetzt dies allerdings nicht.

Aus der Berliner Verordnung geht allerdings nicht eindeutig hervor, ob auch Selbsttests verwendet werden dürfen. Eine entsprechende Anfrage von rbb|24 blieb zunächst unbeantwortet. Ab kommender Woche sind Antigen-Selbsttests in Deutschland frei verkäuflich und sollen in Apotheken erhältlich sein. Auch einige Super- und Drogeriemarktketten haben angekündigt, Selbsttests verkaufen zu wollen.

In der Brandenburger Verordnung sind Test für Mitarbeiter nicht explizit aufgeführt [brandenburg.de].

Behandlungen nur mit Termin

Dienstleistungen dürfen in Berlin nur nach vereinbartem Termin durchgeführt werden, Wartezeit darf nicht im Geschäft verbracht werden. Die allgemeinen Schutz- und Hygieneregeln müssen weiterhin befolgt werden. Während der Anwendungen müssen mindestens zwei Meter Sicherheitsabstand zwischen den Kundinnen und Kunden gewährleistet werden.

Etwas weniger spezifisch sind die Regelungen in Brandenburg formuliert. Betreiber sollen ein individuelles Hygienekonzept erstellen, auf die Einhaltunge des Abstandsgebots achten und den Zutritt zu ihren Studios steuern und beschränken. Außerdem müssen die Personendaten der Kundschaft erfasst werden, regelmäßiges Lüften ist ebenso Pflicht wie das Tragen medizinischer Masken.

Wann ein negativer Corona-Test notwendig ist

Wer in Berlin ein Angebot wahrnehmen möchte, bei der keine Maske getragen werden kann, zum Beispiel eine Gesichtsbehandlung im Kosmetikstudio, muss einen negativen Corona-Test vorlegen. Dazu kann das Ergebnis eines Schnelltests - etwa von einem Testcenter - vom selben Tage vorgelegt werden. Ein PCR-Test - also ein laborbestätigtes Testergebnis - kann ebenfalls akzeptiert werden, wenn das Ergebnis am selben Tag mitgeteilt wurde.

In Berlin dürfen die Kosmetikstudios oder Massagepraxen ihren Kunden aber auch anbieten, sie vor der Behandlung zu testen. Hier sind explizit Selbsttests aufgeführt. In jedem Fall müssen die Inhaberinnen und Inhaber der Geschäfte auch die Testergebnisse der Kundschaft dokumentieren. Auf den Seiten der Berliner Gesundheitsverwaltung sollen entsprechende Muster zur Verfügung gestellt werden, heißt es.

Die Brandenburger Verordnung enthält keine Informationen dazu, ob und unter welchen Umständen die Dienstleister ihren Kundinnen und Kunden Tests anbieten dürfen. Behandlungen, die das Tragen einer medizinischen Maske durch die Kundschaft nicht zulassen, dürfen aber nur erbracht werden, wenn die Kunden einen tagesaktuellen und negativen Corona-Test vorweisen können.

Prostitution bleibt weiterhin untersagt

Dienstleistungen, die unter das Prostitutionsschutzgesetz fallen, dürfen nach wie vor in beiden Bundesländern nicht angeboten werden, weder in den eigenen Räumen noch bei Hausbesuchen. Das gilt sowohl für sexuelle Dienstleistungen als auch für erotische Massagen.

Für medizinisch notwendige Behandlungen - wie Physio-, Ergo- und Logotherapie, Podologie, Fußpflege und Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker - gelten andere Regeln.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Oliver Noffke

31 Kommentare

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  1. 31.

    Wir gehen einem "lustigen" Sommer entgegen. Jedes Betreten eines Geschäfts erfolgt nur mit einem Schnelltest ?
    Pro Test demnach 5 ,- Euro Aufschlag für jedes Geschäft. Wie soll der Inhaber sonst wissen, wo der Kunde vorher war ?
    Wie lang soll so etwas dauern ? Da braucht man extra Personal dafür.

    Kostet jeder Restaurant besuch demnächst 5 Euro Aufschlag ? Somit wird es weniger Trinkgelder für jetzt schon Unterbezahltes Personal geben.

  2. 30.

    Nicht jede Kosmetikbehsndlung dient der Schönheit.
    Es gibt z.b. massive Akne (die auch schmerzt), da können wir sehr gut helfen

    Ist es so schwer über den Tellerrand zu schauen

  3. 29.

    Nunja - mit dem Auto hinfahren und dann den Laufbandhamster machen ist schon irgendwie komisch. Aber die Sache mit den Studios führt auch zu kuriosen, nicht nachvollziehbaren Situationen. Meine "Lieblingsphysio" bietet neben guten Therapeuthen, modernen Geräten auch ein "freies Training" für einen kleinen Obolus bei Bestandskunden nach Maßgabe freier Kapazitäten an. Anrufen, Zeitfenster erfragen, Spass haben. Also ein "Mini-Studio" sozusagen. Aber eben nicht jetzt - is' amtlich verboten. Die gleiche Örtlichkeit, die selben Trainer/Therapeuten/Geräte, der gleiche, hohe, Hygienestandard, nicht vollgepackt mit Krimskrams, keine Massenabfertigung, ausreichend Platz untereinander - mit Verordnung ja, ohne Verordnung nein.
    Auskunft des zust. Gesundheitsamtes - mit Verordnung = medizinisch notwendig / ohne Verordnung = Studiocharakter.
    Da schimmelt doch der Amtswieher - oder so.

  4. 28.

    Wie hat die Menschheit ohne gitnessstudio überlebt? Das ist doch au h nur ein Wirtschaftszweig, den eigentlich keiner braucht. Meine Verwandten, Exkollegen und ich usw. sind fast alle Ende 60 und ohne Studio topgesund und auch nicht ohne Muskeln,weil Gymnastik zuhause und Leichtathletik im Verein, gut zu Fuss und per Rad.. das alles kostengünstig und bis auf den Vetein auch jetzt zu haben. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich sehe, wie mit dem Auto vorgefahren wird um auf dem Laufband zu rennen.

  5. 27.

    Danke für diese klaren Worte. Ich finde die von manchen gezogenen Vergleiche immer wieder erschreckend. Emotional verständlich aber unlogisch wie einige kommentieren. Daher sollte das öfter mal so klar gesagt werden

  6. 26.

    Man kann auch im Fitnessstudio die Fenster aufmachen.
    Dort gibt es keine Corona-Fälle.
    Gibt noch andere Sportarten, als die Gehwege langzurennen, was offenbar eh schon jeden nervt.
    Aber gut, gibt ja am nächsten Sonntag so wie es aussieht den 1. Einlauf für die CDU. Hoteliers, Gastronomen, Einzelhändler, Eltern und Sportler lassen sich dies alles nämlich langsam nicht mehr gefallen.

  7. 25.

    Dass die Fitnessstudios über den Winter nun bereits seit über 4 Monaten geschlossen sind, zeigt doch, dass die Politiker überhaupt keine Ahnung mehr von der Lebenswirklichkeit haben.
    Aber mit den einfachen Bürgern kann man's ja machen.
    Hauptsache jede Woche laufen Talkshows und Pressekonferenzen.
    Sport dient der Gesunderhaltung.
    Man kann die ganze Woche arbeiten, aber wehe man möchte sich auch mal Entspannung gönnen.
    Wer weiß, wer sich nach den Masken jetzt mit den Tests alles die Taschen vollmachen wird.
    Offenkundig werden als Ersatz für zusammenbrechende Wirtschaftszweige der ganze Gängelungs-Sektor immer weiter aufgestockt. Den der Steuerzahler dann noch finanzieren soll.

  8. 24.

    Kann man so sehen. Allerdings kann man seine Haut auch gut selbst pflegen und für Vorsorge etc. verlässt man sich auf die Medizin. Für mich sind Kosmwtikstudios eher Dekoration. Trotzdem: wer das mag, soll das machen - als Beruf oder als Kundin.

  9. 23.

    Es ist ein Unterschied ob die Behandlung der Schönheit dient oder medizinisch notwendig ist. Letzteres war die gesamte Zeit über zulässig. Sie reden aber offenbar von Schönheitsbehandlungen. Also lassen Sie die Hinweise auf medizinische Aspekte mal weg. Immer sachlich bleiben hilft ungemein

  10. 22.
    Antwort auf [Berliner] vom 05.03.2021 um 20:07

    Die immer mehr zurückgehen, da die größte Gefahrengruppe, übergewichtige Alte, fast durchgehend geimpft ist.
    Aber manche kommen aus ihrer Angstblase einfach nicht mehr raus.
    Nach ihrer Logik müsste es Millionen Tote in Berlin geben, allein durch den ÖPNV.

  11. 21.

    Anfangs sollte man sich laut RKI nur testen lassen, wenn man Symptome und einen nachgewiesen Kontakt (bzw. aus einen Risokogebiet kam). Jetzt muss ich mich testen lassen, obwohl ich weder Symptome habe, noch Kontakt hatte, mich an die AHA Regeln halte, für mein Imunsystem sorge??? Herr Spahn hat doch selber gesagt, das Einkaufen nicht das Problem sei. In den Supermarkt darf ich ohne alles (von der Maske abgesehen) und bei anderen wird so ein Aufwand abverlangt? Wo ist denn nachgewiesen, dass in Geschäften/Kosmetikstudios zu Infektionen kam? Die Geschäfte und vorallem die Gastronomie haben so viel in Schutzmaßnahmen investiert und nun wird ihnen noch mehr auferlegt? Das mach für mich keinen Sinn. Und klar kommt eine dritte Welle, da wie immer im Frühjahr und Herbst Grippewellen kommen. So ist der natürliche Gang. Hat bisher nur niemanden interssiert.

  12. 20.

    Es ist eine Farce, wie mit Selbstständigen umgesprungen wird.
    Wie meine Kollegin schon schrieb, die Haut des Menschen ist das größte Organ und viele haben Probleme damit.
    Beim Zahnarzt benötigt man doch auch keinen Test!
    Noch dazu gibtces in Berlin keine sogenannten Teststrassen, wie in Österreich- hier funktioniert nämlich gar nichts.

    Ich für meinen Teil werde nur Behandlungen anbieten, wo die Maske aufbleiben kann, sollte jemand mit Negativtest kommen freue ich mich, werde aber den Fokus etwas verlagern. Neben einem Altersheim sind zum Glück eh mehr Fussbehandlungen gefragt

  13. 19.
    Antwort auf [Berliner] vom 05.03.2021 um 20:07

    Aber in Brandenburger Baumarkt fahren, am besten am Montag.... wa?

  14. 18.

    Aber Sport kann man doch jetzt bei steigenden Temperaturen super draußen machen. Piercings im Park stechen dagegen eher nicht. Außerdem müssen sie das im Verhältnis zu den Menschenmassen sehen. Tausende wollen täglich ins Fitnessstudio, aber nur ganz wenige gehen sich ein Piercing stechen. Somit begrenzt man es noch etwas mit den Menschenmassen auf den Straßen.

  15. 16.

    Na ja. Icke darf schon seit Wochen nicht zur Massage weil eben keine Verordnung vorliegt. Da gibs dann doch ooch noch Unterschiede. Leider!

  16. 15.

    RBB24 antwortet :
    Selbsttest ... nicht akzeptiert werden dürfen !
    - Was bitteschön will mir Frau Ladenbetreiberin anbieten ? Einen nicht akzeptablen Selbsttest ?

  17. 14.

    Ein Labortest ist am Tag der Ergebnis-Bekanntgabe Wie alt ? Das war man inzwischen immun ?

  18. 13.

    Liebes RBB-Team und vielleicht auch der ein oder andere Politiker, wie sollen sich die Kosmetiker und die Kunden tagesaktuell nachweislich testen, wenn nicht mal genügend Tests ausgegeben werden? Davon abgesehen, dass diese Selbsttests offensichtlich in diesem Fall nicht zulässig sind. Wollen Sie damit sagen, dass man den halben Tag beim Arzt sitzen soll für einen Test, um dann Kunden zu empfangen bzw. eine Kosmetik zu bekommen? Mein Partner beliefert eine große deutsche Discounterkette. Dort soll es ab morgen Selbsttests zu kaufen geben. Jede Filiale erhält sage und schreibe 5 Packungen je 5 Tests. Also 25 Tests pro Filiale. Sprich können lediglich 5 Anbieter körpernaher Dienstleister nächste Woche arbeiten. Ich bin für Lockerung der Maßnahmen, aber ich bitte darum, dass man realistische Perspektiven bietet und mehr über den Tellerrand hinaus schaut. Meiner Meinung nach nimmt man so eher sämtlichen Menschen den Mut und die Möglichkeiten, die eigene finanzielle Grundlage zu retten.

  19. 12.

    Leider wurde mein erster Kommentar nicht veröffentlicht, also noch ein Versuch.
    Eine Kosmetikbehandlung ist nicht nur Schönheit und Entspannung, sondern auch Pflege, Vorsorge und Arbeit am größten Organ des Menschen, der Haut.

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