Bei mehr als 1.000 Besuchern - Spahn plädiert für Absage von größeren Veranstaltungen

So 08.03.20 | 17:14 Uhr
Symbolbild: Leere Zuschauerränge in einem Sportstadion (Quelle: dpa/Eder)
Audio: ARD | 08.03.2020 | Sabine Müller | Bild: dpa/Eder

Keine Bundesligaspiele, größeren Konzerte oder Messen mehr wegen Corona? Der Bundesgesundheitsminister spricht sich dafür aus, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen vorsorglich abzusagen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

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Angesichts von mittlerweile rund 850 bestätigten Coronavirus-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vorsorglich abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft, sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

In Berlin sind bislang 40 Infektionen bekannt, in Brandenburg vier. Spahn sagte, oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. "Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen." Später fügte Spahn bei Twitter hinzu, dass er sich über die Folgen für Bürger oder Veranstalter bewusst sei.

Wie mit den wirtschaftlichen Folgen umgehen?

Betroffen von solchen Absagen wären etwa Bundesligaspiele, Messen oder größere Konzerte. Bereits abgesagt wurden beispielsweise die Tourismussmesse ITB in Berlin und die Leipziger Buchmesse. Der Fernsehpreis "Goldene Kamera" wurde auf November verschoben.

Spahn kündigte bei Twitter an: "Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen, wie wir mit den wirtschaftlichen Folgen umgehen." Absagen großer Veranstaltungen hätten besonders für kleinere Betriebe, Handwerker, Gastronomen oder Dienstleister große wirtschaftliche Folgen. "Daher sollten wir hier über eine gezielte und zügige Hilfe nachdenken", twitterte er - auch mit Blick auf den Koalitionsausschuss am Sonntagabend in Berlin.

Bundesregierung und Senat erwägen staatliche Hilfen

Die Spitzen von Union und SPD wollen bei dem Treffen im Kanzleramt über Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise beraten. Unter anderem könnten die Hürden für Unternehmen gesenkt werden, ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.

Auch Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) lädt Wirtschaftsvertreter am Montagabend zu einem zweiten Treffen, um sich über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus auszutauschen. Beim ersten Treffen dieser Art am vergangenen Montag stellte die Investitionsbank bereits Finanzhilfen in Aussicht. 

Vor allem Hotellerie und Gastronomie leiden unter spürbaren Umsatzrückgängen durch das Coronavirus, die Zahl der Fluggäste an den Flughäfen ging im Februar um zehn Prozent zurück. Allein die Absage der ITB kostete das Gastgewerbe geschätzt rund 80 Millionen Euro.

Sendung: Inforadio, 08.03.2020, 15:40 Uhr

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